Bewusstsein für Cybercrime vorhanden

Cybersicherheit in Zahlen: Jedes zweite Unternehmen erhöht Investitionen in IT-Sicherheit

Studie zeigt: Kleine und mittelständische Firmen haben weiterhin starken Nachholbedarf



Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen will mehr in den Schutz der eigenen digitalen Infrastruktur investieren. Das belegt die aktuelle Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von G Data CyberDefense, Statista und brand eins. Eine entscheidende Rolle bei der Erhöhung des IT-Sicherheitsbudgets spielt die Größe des Betriebes. Die Studie zeigt außerdem: Nur, wer die Gefahren von erfolgreichen Cyberattacken kennt, ist auch bereit, mehr Budget einzuplanen.

Mehr als 44 Prozent der deutschen Unternehmen wollen mehr Geld für IT-Sicherheitsmaßnahmen ausgeben – so das Ergebnis der aktuellen Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von G Data CyberDefense, Statista und brand eins. Befragt wurden deutsche Arbeitnehmer, die in der IT-Abteilung oder Geschäftsleitung arbeiten. Die Investitionsbereitschaft ist allerdings stark von der Unternehmensgröße abhängig: Knapp 60 Prozent der großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheit erhöhen. Bei KMU mit weniger als 50 Mitarbeitenden will nur jede vierte Firma die Ausgaben steigern.

Erfolgreiche Angriffe auf bekannte Firmen jeder Branche und Größe haben dafür gesorgt, dass bei IT-Verantwortlichen in Unternehmen mehr Bewusstsein für Cybercrime vorhanden ist. Doch insbesondere kleine und mittelständische Betriebe unterschätzen allerdings immer noch die Gefahr, Opfer einer Cyberattacke zu werden. Denn häufig sind KMU ein Teil von Lieferketten großer Unternehmen und durch IT-Systeme miteinander verknüpft. Kriminelle nutzen die weniger gut geschützten Mittelständler als Einfallstor, um Zugang zu Netzwerken großer Firmen zu erhalten.

Andreas Lüning, Gründer und Vorstand der G Data CyberDefense AG, kommentiert: "Fast täglich liest man in den Medien von erfolgreichen Cyberangriffen. In vielen Unternehmen sind dadurch das Bewusstsein für IT-Sicherheit und der Invest in Sicherheitslösungen gestiegen. Ein eigenes und vor allem ausreichendes Budget für IT-Sicherheit ist notwendig, um Risiken eines Ausfalls digitaler Infrastrukturen zu minimieren. Aber insbesondere KMU unterschätzen die vorangeschrittene Digitalisierung von Systemen im eigenen Betrieb, etwa der Kommunikation und Buchhaltung. Das Risiko eines Angriffs darf heute niemand mehr außer Acht lassen."

Hälfte der IT-Verantwortlichen mit großer IT-Sicherheitskompetenz erhöhen Investitionen

Die Studie "Cybersicherheit in Zahlen" belegt auch: Wer die Gefahren und seine Gegner kennt, zeigt eine höhere Investitionsbereitschaft. Ist die Kompetenz der Befragten aus dem IT-Bereich oder der Geschäftsleitung im Bereich IT-Sicherheit sehr groß, erhöht jeder zweite Verantwortliche sein Budget für IT-Sicherheit. Bei Personen mit sehr geringen IT-Kompetenzen setzt sich nur jeder sechste Beschäftigte für mehr Ausgaben in die IT-Sicherheit ein. Besonders in kleinen und mittelständischen Unternehmen sind IT-Mitarbeitende für viele verschiedene Aufgaben zuständig, wie die Ausstattung und das Anschließen der IT sowie die Wartung und Instandhaltung von IT-Systemen. Ist kein ausreichendes Wissen über IT-Sicherheit und Cyberrisiken vorhanden, ist es schwer, Gefahren einzuschätzen und Gegenmaßnahmen zu treffen.

Studie "Cybersicherheit in Zahlen" zum Download

Die Studie "Cybersicherheit in Zahlen" zeichnet sich durch eine hohe Informationsdichte und besondere methodische Tiefe aus: Mehr als 5.000 Arbeitnehmer in Deutschland wurden im Rahmen einer repräsentativen Online-Studie zur Cybersicherheit im beruflichen und privaten Kontext befragt. Die Experten von Statista haben die Befragung durchgeführt und können dank einer Stichprobengröße, die weit über dem branchenüblichen Standard liegt, belastbare und valide Marktforschungsergebnisse im Heft "Cybersicherheit in Zahlen" präsentieren.

(G Data CyberDefense: ra)

eingetragen: 13.02.23
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Meldungen: Tipps & Hinweise

Kontrolle über OT- oder IoT-Geräte

Nicht ausreichend geschützte OT- und IoT-Umgebungen stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar. Unternehmen müssen auch ihr Privileged Access Management im Hinblick auf diese Gefahren anpassen. CyberArk nennt drei relevante Risiken und die entsprechenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr.

Einsatz von Stalkerware und anderen Tools

Neun Prozent der Befragten in Deutschland geben laut einer aktuellen Kaspersky-Studie zu, das Smartphone ihres Partners durch Stalkerware zu überwachen. Ebenso viele drängen den Partner dazu, eine solche Spionagesoftware zu installieren. Klar ist: Der Einsatz von Stalkerware ohne Erlaubnis der betroffenen Person ist strafbar.

Eigenen Abwehrmaßnahmen gegen Bots regelmäßig hinterfragen

Bots haben seit Jahren ihren Siegeszug durch das Internet angetreten – und bleiben dabei außerhalb der Expertenwelt trotzdem unter dem Radar. Dabei sprechen wir von Softwareanwendungen im Internet, die automatisierte Aufgaben ausführen, wie beispielsweise das Ausfüllen von Formularen und das Sammeln von Website-Daten.

DORA & Verbesserung der IT-Resilienz

Der Digital Operational Resilience Act (DORA) löst ein wichtiges Problem bei der Regulierung von Finanzinstituten in der Europäischen Union und dient als verbindliche Richtlinie für das Risikomanagement im Finanzsektor. Er zielt darauf ab, die digitale Widerstandsfähigkeit zu verbessern und auch für Drittanbieter – etwa Cloud-Service-Anbieter – verbindlich zu machen.

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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