Im Falle einer Verschlüsselung


Jedes dritte Opfer von Erpressungssoftware in Deutschland hat Lösegeld bezahlt
Deutsche Nutzer würden 211 Euro überweisen, um ihre Daten wieder zu erhalten

(08.04.16) - 33 Prozent aller Opfer von erpresserischer Software in Deutschland haben bereits Lösegeld bezahlt, um auf ihre Daten wieder zugreifen zu können. 36 Prozent würden im Falle einer Verschlüsselung ihrer Computer durch Ransomware auf die Forderungen eingehen. Dies zeigt eine Bitdefender-Studie, die von iSense Solutions durchgeführt wurde.

Das Problem ist unter den Nutzern durchaus bekannt: Mehr als drei von fünf Befragten (62 Prozent) haben diese Art der Schadsoftware richtigerweise mit einem Virus in Verbindung gebracht. 44 Prozent bezeichneten Ransomware korrekt als eine Art von Bedrohung, die den Zugriff auf Computerdaten verhindert oder beschränkt. Rund ein Drittel (34 Prozent) der Teilnehmer kennt sogar die drei häufigsten Angriffswege: E-Mail-Nachrichten, heruntergeladene Dateien oder Websites mit entsprechenden Computerviren.

"Das Phänomen Ransomware betraf in den letzten Jahren viele Internet-Nutzer und ist für Cyber-Kriminelle weiterhin ein lohnendes Geschäft", so Catalin Cosoi, Chief Security Strategist von Bitdefender. "Die Opfer sind in der Regel bereit, das Lösegeld zu bezahlen. Doch wir empfehlen, dies nicht zu tun, da dies nur die Entwickler von Ransomware unterstützt. Stattdessen sollten sie eine aktuelle Sicherheitslösung einsetzen und bei ihren Online-Aktivitäten wachsam sein, um Vorfälle zu vermeiden."

Gemäß der Studie würden in Deutschland Opfer von erpresserischer Software bis zu 211 Euro zahlen, um ihre verschlüsselten Daten wieder zu erhalten. Gleichzeitig glauben 44 Prozent der Betroffenen, dass sie in Zukunft wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich wieder angegriffen werden. Dabei gehen etwa drei Viertel (74 Prozent) der Befragten davon aus, dass solche Attacken jederzeit geschehen können.

Auch die Experten von Bitdefender sagen voraus, dass erpresserische Software im Jahr 2016 weit verbreitet sein wird. Dabei dürften zusätzliche Variationen hinzukommen. Zum Beispiel könnten die Cyberkriminellen auch Geld von ihren Opfern verlangen, damit sie deren Daten nicht online veröffentlichen. Zahlen die Betroffenen nicht, sind die Dateien für jeden Nutzer sichtbar. In diesem Fall ist der Anreiz für die Opfer also die Vermeidung der Veröffentlichung der Daten.

Bitdefender hat bereits eine Anti-Ransomware-Technologie entwickelt, die auf den Schutz von Dokumenten, Videos oder Bildern vor unerwünschter Verschlüsselung spezialisiert ist. Sie überwacht ständig häufig genutzte Speicherorte persönlicher Dateien wie die Ordner "Meine Dokumente", "Meine Bilder" oder "Meine Videos", um Angriffe durch erpresserische Software zu blockieren.

Die Studie wurde im November 2015 mit 1.906 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Nordirland, Dänemark, Rumänien und den USA durchgeführt. Sie weist eine Fehlerrate von 3,1 Prozent bei einem Konfidenzintervall von 95 Prozent auf. (Bitdefender: ra)

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