Cyberangriffe mit Beteiligung eines mobilen/IoT-Geräts

Verizon Mobile Security Index: Zunahme der Cyberkriminalität durch Homeoffice

Größere Angriffe nehmen zu: 45 Prozent der befragten Unternehmen wurden in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Angriffs, das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr



Der traditionelle Nine-To-Five-Arbeitstag im Büro hat sich in eine hybride Arbeitswelt verwandelt, in der man immer und überall arbeitet. Mit der Zunahme der Arbeitszeiten, -orte und -geräte steigt auch die Anfälligkeit der Unternehmen, sich vor Cyberangriffen zu schützen. Der neue Verizon Mobile Security Index (MSI) 2022 zeigt, dass es im letzten Jahr einen kontinuierlichen Anstieg größerer Cyberangriffe mit Beteiligung eines mobilen/IoT-Geräts gab, das zu einem Daten- oder Systemausfall führte - 22 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Da 85 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass sie nun ein Budget für mobile Sicherheit haben, war es noch nie so dringend notwendig, diese Mittel für die Eindämmung von Cyberbedrohungen einzusetzen.

"Für Unternehmen - unabhängig von Branche, Größe oder geografischem Standort - bedeuten Ausfallzeiten Verlust. Kompromittierte Daten sind verlorenes Vertrauen, und obwohl diese Momente nicht unüberwindbar sind, ist es schwer, sich davon zu erholen", sagt Sampath Sowmyanarayan, CEO von Verizon Business. "Unternehmen müssen Zeit und Geld für ihre Sicherheitsarchitektur aufwenden, vor allem wenn es um Geräte außerhalb des Unternehmens geht: Andernfalls machen sie sich anfällig für Cyber-Bedrohungen."

Die Sicherheitsteams stehen vor einer schwierigen Aufgabe, da die Zahl der Geräte und der Remote-Mitarbeiter zunimmt. 79 Prozent der Befragten stimmten zu, dass sich die jüngsten Änderungen der Arbeitsmethoden negativ auf die Cybersicherheit ihres Unternehmens ausgewirkt haben. Angesichts der zunehmenden Bedrohung sollte man meinen, dass die Unternehmen ihre Maßnahmen verschärfen sollten. Die Ergebnisse deuten jedoch auf das Gegenteil hin: 85 Prozent der Befragten gaben an, dass die Nutzung von WLAN und Mobilfunknetzen/Hotspots zu Hause erlaubt ist oder dass es keine Richtlinien dagegen gibt - 68 Prozent erlauben sogar die Nutzung von öffentlichem WLAN oder haben keine Richtlinien dagegen.

Das Bewusstsein für die Auswirkungen eines Cyberangriffs ist eindeutig: 64 Prozent der Befragten gaben an, dass die öffentliche Wahrnehmung für Cybersicherheitsrisiken in Zukunft zunehmen wird. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass fast zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmen angaben, dass sie früher unter Druck standen, die Sicherheit mobiler Geräte zu gefährden, um ihre beruflichen Aufgaben zu erledigen. Insgesamt 52 Prozent gaben diesem Druck nach.

Der MSI beschreibt vier Bereiche der mobilen Bedrohungslandschaft: Menschen und Verhalten, Apps, Geräte und Objekte sowie Netzwerke und Cloud. Darüber hinaus bietet er Expertenwissen zum Schutz vor drohenden Angriffen durch Cyberkriminalität, wie z. B. die Einführung eines "Zero Trust Network Access"-Modells (ZTNA) und einer Secure Access Service Edge (SASE)-Architektur, die für eine Mobile-First- und Cloud-First-Welt konzipiert sind.

Auswirkung auf alle Geschäftsbereiche

Der MSI beleuchtet die Auswirkungen der Cyberkriminalität auf die mobile Sicherheit in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

>> Unternehmenssektor: 23 Prozent der Befragten waren von einer Sicherheitsverletzung betroffen. Von diesen gaben 74 Prozent an, dass die Kompromittierung der mobilen Sicherheit schwerwiegende Auswirkungen hatte, und mehr als ein Drittel (34 Prozent) kämpfte mit dauerhaften Folgen. Außerdem gaben vier von fünf Unternehmen (81 Prozent) an, dass ihre Ausgaben für die Sicherheit mobiler Geräte im vergangenen Jahr gestiegen sind, 76 Prozent glauben, dass sie auch im kommenden Jahr steigen werden.

>> Einzelhandel: Fast neun von zehn Unternehmen (88 Prozent) sind besorgt, dass ein Sicherheitsverstoß bei mobilen Geräten nachhaltige Auswirkungen auf ihre Marke oder die Kundentreue haben könnte. Allerdings gaben 70 Prozent an, dass die verstärkte Nutzung von Mobiltelefonen für die Kunden von entscheidender Bedeutung ist, während sie für 41 Prozent der Befragten eine große Herausforderung für die Sicherheit darstellt.

>> Finanzdienstleistungen: Mehr als neun von zehn (93 Prozent) Führungskräften glauben, dass Cyberkriminelle ihren Sektor als lukrativeres Ziel betrachten als andere Branchen.

>> Gesundheitswesen: Fast neun von zehn (87 Prozent) Organisationen des Gesundheitswesens sind besorgt darüber, dass der äußerst vertrauliche Charakter von Patientendaten sie zu einem Ziel für Cyberkriminelle macht. 85 Prozent geben an, dass sie befürchten, dass eine Sicherheitsverletzung die Patientenversorgung gefährden könnte. Umgekehrt sind drei von vier Organisationen (76 Prozent) der Meinung, dass die Einführung der Telemedizin den Gesundheitsdienstleistern eine große Chance zur Verbesserung der Patientenversorgung bietet.

>> Fertigung, Bauwesen und Transport: Vier von fünf Unternehmen (79 Prozent) sind der Meinung, dass eine Gefährdung der mobilen Sicherheit ihre gesamte Lieferkette unterbrechen könnte, was schwerwiegende finanzielle Folgen hätte. Allerdings sind 76 Prozent der Unternehmen der Meinung, dass die Einführung mobiler Dienste durch die Mitarbeiter in den Betrieben für die Steigerung der Produktivität von entscheidender Bedeutung ist.

>> Öffentlicher Sektor und Bildungswesen: Fast neun von zehn Befragten (87 Prozent) gaben an, dass die Erwartungen der Mitarbeiter in Bezug auf mobiles/flexibles Arbeiten sie dazu zwingen, ihre Arbeitsweise neu zu bewerten. Weitere 72 Prozent der Befragten stimmten zu, dass die verstärkte Nutzung mobiler Dienste durch die Mitarbeiter des öffentlichen Sektors für die Beschleunigung der digitalen Transformation der öffentlichen Dienste unerlässlich ist.

Jenseits des Index

Wie im Unternehmensbereich haben es Cyber-Bedrohungsakteure auch auf Verbraucher abgesehen. Unerwünschte Anrufe und Spam-SMS stellen eine echte Bedrohung für die Besitzer von Mobilgeräten dar, weshalb es umso wichtiger ist, wachsam zu sein und Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

Allein von Mai bis Juni 2022 hat Verizon mit Hilfe von STIR/SHAKEN, Call Filter und weiteren Tools 2,5 Milliarden unerwünschte Anrufe für Mobilfunkkunden identifiziert oder blockiert und damit bis heute mehr als 26,5 Milliarden Spam-Anrufe entdeckt. Täglich blockiert Verizon mehrere Millionen Spam-SMS im Namen seiner Kunden und kennzeichnet 1,2 Millionen Anrufe mit [V] für verifizierte Anrufer und 85.000 mit [SPAM?] für unerwünschte Anrufe für mehr als 3 Millionen Fios-Kunden

Verizon war der erste Dienstanbieter, der der Industry Traceback Group (ITG) Daten über Betrugsanrufe zur Verfügung stellte, und der erste, der seine Teilnahme automatisierte - in den meisten Fällen wurde der ITG in weniger als einer Minute geantwortet. Vor kurzem wurde Verizon auch der erste Dienstanbieter, der der ITG Betrugsbeispiele in anderen Sprachen übermittelte.

(Verizon Communications: ra)

eingetragen: 16.08.22
Newsletterlauf: 23.09.22

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Meldungen: Studien

Schutz von Webanwendungen

Schwachstellen bei der Zugangskontrolle und das Risiko der Offenlegung von Daten sind die weit verbreitetsten Sicherheitsmängel in unternehmensintern entwickelten Webanwendungen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Kaspersky im Zeitraum 2021 bis 2023.

Anstieg von Betrug durch Freunde

Mehr als ein Drittel der Internetkäufer in Deutschland hat in den letzten 12 Monaten einen Online-Betrug begangen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie, die vom Betrugspräventionsanbieter Ravelin beauftragt wurde und die Einstellungen, Motivationen, Werte und Hintergründe einer wachsenden Zahl von Verbrauchern untersucht, die sich der Kriminalität im E-Commerce zuwenden.

Cyberbedrohungen auf Rekord-Niveau

Die Zahl der Cyberbedrohungen erreichte 2023 ein Rekordhoch. Das zeigt der Annual Cybersecurity Report von Trend Micro, einem der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen. Mehr als 161 Milliarden Mal erkannten und blockierten Trend Micro-Sicherheitssysteme bösartige Aktivitäten.

Studie "Cybersicherheit in Zahlen"

Mehr als ein Drittel der deutschen Angestellten finden höhere Ausgaben ihres Arbeitgebers in dem Bereich IT-Sicherheit notwendig. Das belegt die repräsentative Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von der G Data CyberDefense AG, Statista und brand eins.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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