Cyberversicherungen beeinflussen Verlauf einer Attacke

Finanzsektor zahlt bei Ransomware-Angriffen Rekordsummen

Die Verschlüsselung von Daten ist mittlerweile auch ein regulärer Teil einer Ransomware-Attacke



Stetig wächst die Zahl der jährlichen Ransomware-Attacken auf Unternehmen des Finanzsektors: Waren es in 2021 noch 34 Prozent, stieg die Zahl in 2022 auf 55 Prozent und liegt im 2023-Report bei 64 Prozent. Der unbefugte Einstieg in die Systeme erfolgt zumeist über ausgenutzte Schwachstellen (40 Prozent). Kompromittierte Zugangsdaten sind hingegen nur zu 23 Prozent für Angriffe verantwortlich – eine der niedrigsten Raten im Finanzsektor. Hier könnte die Aufklärungsarbeit in der Belegschaft für ein höheres Sicherheitsbewusstsein gesorgt haben, oder auch strengere interne Sicherheitsmaßnahmen.

Die Verschlüsselung von Daten ist mittlerweile auch ein regulärer Teil einer Ransomware-Attacke. Im letzten Jahr waren davon 54 Prozent im Finanzbereich betroffen (weltweit 65 Prozent), 2023 bereits 81 Prozent (weltweit 76 Prozent) – die höchste Quote in den letzten drei Jahren. In jedem vierten Fall von Verschlüsselung wurden Daten auch gestohlen.

Neben Eigenleistungen zu Prävention und Schadensbegrenzung haben auch Cyberversicherungen zunehmenden Einfluss auf den Verlauf von Ransomware-Attacken: In der Ransomware-Studie 2022 hatten 83 Prozent der Unternehmen der Finanzbranche eine Cyberversicherung abgeschlossen. In der Analyse 2023 zeigt sich nun: Wer eine singuläre Police besitzt, kann zu 99 Prozent seine verschlüsselten Daten wiederherstellen, bei Unternehmen, die über einen Cyber-Teilschutz im Rahmen einer bestehenden Versicherung verfügen, liegt dieser Wert bei 97 Prozent. Zum Vergleich: dies gelang ohne Versicherung mit 89 Prozent deutlich weniger Betroffenen.

Finanzsektor ist Superzahler

Auch die Zahlungsquote wächst mit dem Versicherungsschutz: 59 Prozent der Finanzunternehmen mit Cyber-Einzelpolice bezahlten das geforderte Lösegeld, von den Unternehmen mit allgemeiner Versicherungspolice taten dies 24 Prozent. Nur 11 Prozent der Dienstleister ohne Versicherungsschutz waren bereit, die Kassen der Cyberkriminellen zu füllen.

Die Anzahl der derjenigen Finanzunternehmen, die höhere Ransomware-Raten zahlten, stieg zudem drastisch: gaben 2021 nur 5 Prozent an, 1 Million US-Dollar oder mehr überwiesen zu haben, waren dies 2022 bereits 39 Prozent. Auf der anderen Seite blieb die Zahl der Unternehmen, die weniger als 100,000 US-Dollar zahlten mit rund 40 Prozent in 2022 und 2023 gleich.

Und noch ein Superlativ zeigt sich in der diesjährigen Ransomware-Studie für den Finanzsektor: mit durchschnittlichen Wiederherstellungskosten von 2,23 Millionen US-Dollar verglichen mit dem Branchendurchschnitt von 1,82 Millionen US-Dollar gehört der Finanzbereich zur absoluten Spitze weltweit. Zurückzuführen ist dieses Ergebnis vermutlich auf die hohe Wachstumsrate an verschlüsselten Daten und der daraus resultierenden größeren Herausforderung, Attacken zu stoppen bevor Daten verschlüsselt werden.

Backups als Eigenstrategie bei Ransomware-Angriffen

Auch der zunehmend fragwürdige Sinn einer Lösegeld-Zahlung ist mittlerweile in vielen Unternehmen angekommen: Hatte sich in 2022 die Zahl der Payments im Finanzbereich von 25 Prozent (2021) auf 52 Prozent nahezu verdoppelt, ging sie 2023 etwas auf 43 Prozent zurück. Womöglich auch ein Ergebnis der (belegten) Erkenntnisse, dass sich mit der Bezahlung nicht alle Daten wieder zurückbekommen lassen, aber auch, dass sich Unternehmen mit Hilfe von Backups unabhängig von den Erpressern machen. So vertrauten 2023 69 Prozent (2022: 66 Prozent) auf Backups zur Datenwiederherstellung (weltweit 70 Prozent). Sie verringern auch die Wiederherstellungskosten: im Durchschnitt liegen diese bei 1,58 Millionen US-Dollar – wer das Lösegeld zahlte, musste summa summarum aber rund 4,05 Millionen US-Dollar hinlegen, also gut das 2,5-Fache.

Und noch ein Pluspunkt spricht für Backups: Finanzunternehmen, die auf Backup setzen, erholten sich schneller von einem Angriff als diejenigen, die Lösegeld zahlten.

So waren von den angegriffenen Unternehmen 10 Prozent mit Backups und 7 Prozent mit Lösegeldzahlung nach weniger als einem Tag wieder betriebsfähig. Betrachtet man im Vergleich dazu den Zeitraum von einem Monat, so lief es bei 21 Prozent der Unternehmen, die auf ein Backup gesetzt hatten und bei 35 Prozent nach einer Lösegeldzahlung wieder rund.

Über die Studie
"The State of Ransomware in Financial Services 2023" ist Teil der branchen- und sektorenübergreifenden Sophos-Studie "The State of Ransomware 2023" bei der Anfang 2023 3.000 IT-Fachleute in mittelgroßen Organisationen (100-5.000 Mitarbeiter) in 14 Ländern zu ihren Erfahrungen über das vergangene Jahr hinweg befragt wurden. (Sophos: ra)

eingetragen: 12.11.23
Newsletterlauf: 10.01.24

Sophos: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Unternehmen

AV-Comparatives-Zertifizierung

Die Auswahl wirksamer und zuverlässiger Cybersicherheitsmaßnahmen ist von größter Bedeutung. AV-Comparatives, eine weltweit anerkannte unabhängige Prüforganisation, betont, dass die Integration von zertifizierten Cybersicherheitsprodukten in die Cybersecurity-Strategie von Unternehmen und Institutionen nicht nur eine Option, sondern eine entscheidende Notwendigkeit ist.

Cyber-Security-Gesamtangebot integrieren und ausbauen

Die Materna-Gruppe hat entscheidende Schritte unternommen, um ihre Führungsposition im sich rasch entwickelnden Cybersicherheitsmarkt zu stärken. Durch die Ernennung von Philipp Kleinmanns zum Geschäftsführer der Materna Radar Cyber Security Austria GmbH signalisiert das Unternehmen sein klares Bekenntnis zu Innovation und einer vorausschauenden Anpassung an die Dynamik des Marktes.

Ransomware-Angriffe erfolgreich abwehren

Nextron Systems setzt ihre Mission zur Bekämpfung und frühzeitigen Erkennung von Cyberkriminalität fort. Als aufstrebender Thought Leader der Branche geht Nextron entschlossen voran, um Unternehmen weltweit vor den wachsenden Bedrohungen in der digitalen Welt zu schützen.

Security-Check für Krankenhaus-IT

Krankenhäuser verarbeiten zahlreiche Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten. Das Krankenhausinformationssystem (KIS), eine spezielle Software in der Medizinbranche, ist das Herzstück der medizinischen Versorgung und Datenhaltung. Wie sicher sind diese Systeme, und wie sicher sind sensible Daten bei der Übertragung?

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.