Die Zahl der Malware-Infektionen schrumpft

Threat Report 2023: Deutschland unter den Top-5-Hosts von Malware- und Phishing-URLs

Große Konzerne sowie der Produktionssektor am stärksten von Malware-Infektionen betroffen - Über eine Milliarde E-Mails enthalten Phishing-Versuche - Facebook ist die am häufigsten nachgeahmte Brand



OpenText Cybersecurity hat die IT-Bedrohungslandschaft des letzten Jahres im aktuellen OpenText Cybersecurity Threat Report genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse basieren auf der Datenauswertung durch die "BrightCloud"-Threat-Intelligence-Plattform und zeigen eine Bandbreite von Risiken und Trends für verschiedene Unternehmensgrößen, Branchen und Standorte. Der Report zeigt unter anderem, dass die Malware-Infektionsrate zwar zurückgeht, die Anzahl bösartiger URLs jedoch steigt. Deutschland ist unter den Top fünf Ländern, in denen solche Webseiten vornehmlich gehostet werden. Außerdem ist die E-Mail auch in diesem Jahr der beliebteste Kanal, über den Cyber-Kriminelle Phishing- und Malware-Inhalte ausspielen.

"Cyber-Kriminelle – vom kleinen Hacker bis hin zu Nation-State-Akteuren – bleiben weiterhin hartnäckig, innovativ und sehr effektiv. Doch es gibt einen Lichtblick: Der Rückgang von Malware-Infektionen unterstreicht, dass umfassende Sicherheitsmaßnahmen erste Erfolge einfahren", so Dr. Dieter Kehl, Director Sales DACH/CEE/MEA bei OpenText Cybersecurity. "Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Unternehmen zurücklehnen können. Ungeachtet der Branche und Größe sollten sie sich weiterhin der dynamischen Bedrohungslandschaft bewusst sein und sich mithilfe eines vielschichtigen Sicherheitsansatzes auf potenzielle Angriffe vorbereiten."

Die wichtigsten Ergebnisse des OpenText Cybersecurity Threat Report im Überblick:

Malware und Ransomware

Malware

>> Infektionsrate: Die allgemeine Infektionsrate ist im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent zurückgegangen.

>> Infektionsrate nach Unternehmensgröße: 44 Prozent aller infizierten Unternehmens-PCs waren im letzten Jahr mindestens einmal infiziert. Am häufigsten sind Unternehmen mit mehr als 501 Endpunkten betroffen – hier liegt die Infektionsrate bei 85,8 Prozent (durchschnittlich 63 Infektionen pro infiziertes Unternehmen).

>> Infektionsrate nach Branche: Der Produktionsbereich erlebt mit 55,6 Prozent (über dem Durchschnitt von 13,1 Prozent) die höchste Infektionsrate und ist somit Angriffsziel Nummer eins – gefolgt von der Informationsbranche (33,3 Prozent) und der öffentlichen Verwaltung (32 Prozent). Am schwächsten betroffen sind das Gesundheitswesen sowie der Finanz-/Versicherungssektor, die unterhalb des Durchschnitts liegen.

>> Infektionsrate nach Geographie: Afrika, Asien, Südamerika und der Nahe Osten sind fünfmal häufiger von Malware-Infektionen betroffen als Europa, Nordamerika, Japan und Australien/Neuseeland. Dennoch ist in Europa die Infektionsrate von 1,6 auf 3,2 Prozent gestiegen.

Ransomware

>> Der Median bezahlter Ransomware-Lösegelder stieg 2022 von 70.000 auf 200.000 US-Dollar.

>> 84 Prozent der Ransomware-Attacken gehen mit einem angedrohten Datenverlust einher.

Angriffsvektoren

E-Mail

>> Insgesamt wurden 13 Milliarden E-Mails untersucht: Der Anteil unerwünschter Nachrichten (Spam, Malware und Phishing) beträgt 7,3 Milliarden bzw. 56 Prozent – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Davon wurden eine Milliarde E-Mails als Phishing-Versuche klassifiziert, bei 165 Millionen wurden Malware-Anhänge festgestellt.

>> Der Versand von Spear-Phishing-Mails hat im Vergleich zum Vorjahr um 16,4 Prozent zugenommen.

Nachahmung / Spoofing

Die Top-5-Brands, die Cyber-Kriminelle imitieren, sind: Facebook (14,9 Prozent), Google (12,9 Prozent), Apple (10 Prozent), Instagram (7,1 Prozent) und Microsoft (4,8 Prozent).

URLs mit hohem Risiko, IPs und HTTPS

>> 90,9 Prozent aller gefundenen gefährlichen URLs fallen unter die Kategorien Phishing, Malware Hosting und Proxy; der Anteil von URLs, die für Phishing verwendet werden, ist um 29,6 Prozent gestiegen.

>> Im Durchschnitt hostet eine gefährliche Domain 2,9 Malware-URLs und 1,9 Phishing-URLs.

>> Der Anteil an gefährlichen URLs, die sich hinter Proxy- oder Geolocation-Masking-Services verbergen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent gestiegen.

>> Bei 16 Prozent aller gefährlichen Malware-URLs ließ sich feststellen, wo diese gehostet werden. Die Top 5 sind: USA (56,7 Prozent), Indien (4,9 Prozent), Deutschland (4,9 Prozent), China (4,3 Prozent) und Russland (2,2 Prozent). Die Top-5-Hosts von Phishing-URLs sind: USA (63 Prozent), Deutschland (5 Prozent), Niederlande (4,3 Prozent), Russland (3,2 Prozent) und Hong Kong (2,4 Prozent).

>> Deutschland (4,2 Prozent) ist ebenfalls unter den Top-5-Hosts gefährlicher IP-Adressen, die unter anderem zum Hosten von Phishing-Seiten oder Windows Exploits verwendet werden.

>> Cyber-Akteure nutzen häufiger HTTPS-Protokolle: Im Vergleich zum letzten Jahr ist ihr Anteil von 32 auf 49,3 Prozent gestiegen – ein Plus von 55,5 Prozent.

Methodik

Die proprietäre Machine-Learning-basierte BrightCloud Threat-Intelligence-Plattform – Grundlage aller Webroot Protection- und BrightCloud-Services – sammelt automatisch und kontinuierlich Daten von über 95 Millionen realen Endpunkten und Sensoren, spezialisierten Datenbanken von Drittanbietern sowie Endnutzern, die Sicherheitsprodukte von unseren führenden Technologiepartnern wie Cisco, Citrix, F5 Networks und anderen einsetzen. Unser Research-Team analysiert und interpretiert die anonymisierten Daten mithilfe von Machine Learning und Künstlicher Intelligenz. Für den aktuellen Report liegen neuerdings ebenfalls Daten von Webroot Email Security Powered by Zix vor.

(OpenText: ra)

eingetragen: 08.05.23
Newsletterlauf: 09.08.23

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Meldungen: Unternehmen

Schutz vor Phishing-Angriffen

Edge, Firefox, Chrome und vielleicht sogar der Internet Explorer - der Zugang zum Internet ist eine der größten Schwachstellen für Cyberattacken, denn Malware dringt in der Regel über den Browser oder die besuchte Website in Unternehmensnetzwerke ein. Um Unternehmen noch besser zu schützen, arbeiten der IT-Sicherheitsexperte Rohde & Schwarz Cybersecurity und Island, der Enterprise-Browser, künftig noch enger zusammen

CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

Risiko, Readiness, Recovery, Rebuild-Funktionen

Commvault hat die Übernahme von Appranix, einem Unternehmen für Cloud-Cyberresilienz, bekannt gegeben. Mit dieser Akquisition unterstützt Commvault Unternehmen dabei, nach einem Ausfall oder Cyberangriff noch schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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