Einsatz geleakter Anmeldedaten

Verizon DBIR: Gestohlene Anmeldeinformationen sind das größte Sicherheitsrisiko

Tür und Tor für Phishing- und Ransomware-Kampagnen geöffnet



Der aktuelle Verizon Data Breach Investigations Report 2022 (DBIR) hat 23.896 Sicherheitsvorfälle und 5.212 bestätigte Datenschutzverletzungen untersucht. Dabei kommt er zu einem Schluss: Geleakte und gestohlene Zugangsdaten sind nach wie vor ein Hauptsicherheitsproblem für Unternehmen. Aus der Analyse des über 100 Seiten langen Berichts hat Patrick McBride, Chief Marketing Officer von Beyond Identity, die wichtigsten Zahlen zusammengestellt und gibt Tipps, wie sich Unternehmen vor Datenleaks schützen können.

Die fünf wichtigsten Statistiken aus dem Verizon DBIR

>> Gestohlene Passwörter: Die beliebteste Methode für Angreifer, um an das Vermögen eines Unternehmens zu gelangen, ist der Einsatz geleakter Anmeldedaten: Rund 50 Prozent der Sicherheitsverletzungen sind darauf zurückzuführen, während an zweiter Stelle mit fast 20 Prozent das Phishing steht.

>> Ransomware: Der häufigste Angriffsvektor für Ransomware waren gestohlene Anmeldedaten durch Desktop-Sharing-Software; und da Ransomware im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 13 Prozent verzeichnet, nehmen die Risiken durch gestohlene Anmeldedaten weiter zu.

>> Geleakte Webapplikationen: Über 80 Prozent der Sicherheitsverletzungen bei Webanwendungen wurden durch gestohlene Anmeldeinformationen verursacht.

>> Motivation: Finanzieller Profit ist nach wie vor das Hauptmotiv für Kriminelle. Mehr als 80 Prozent der Hacker möchten mit ihren Angriffen auf Unternehmen jeder Größe vor allem Geld verdienen.

>> Faktor Mensch: Der Mensch ist nach wie vor das schwächste Glied in der Security-Kette, das zeigt auch der diesjährige Bericht: 82 Prozent der Sicherheitsverletzungen sind demnach auf einen menschlichen Faktor zurückzuführen. So fallen immer noch viele Personen auf Phishing-Betrug herein oder verwenden zuvor gestohlene Anmeldedaten.

Der neue Verizon-Report macht deutlich, dass der Großteil der Sicherheitsverletzungen in Unternehmen nach wie vor auf gestohlene Zugangsdaten zurückzuführen ist, und diese Hackern Tür und Tor für Phishing- und Ransomware-Kampagnen öffnen. Und auch nachdem es ihnen gelungen ist, sich Zugriff auf die Systeme eines Unternehmens zu verschaffen, haben es Cyberkriminelle vor allem auf das Abgreifen weiterer Zugangsdaten abgesehen. Dabei waren fast alle gängigen Branchen – Bildungswesen, Hotellerie und Gastronomie, Fertigung, Bergbau, Steinbrüche, Öl- und Gasförderung sowie Versorgungsunternehmen – gleichermaßen betroffen.

Drei Tipps, wie man sein Unternehmen und seine Daten effektiv schützen kann

Angriffe mit Ransomware, geleakte Zugangsdaten sowie Phishing-Betrug gehören für Unternehmen mittlerweile zur Tagesordnung. Doch folgende drei Sicherheitsmaßnahmen können das Risiko für Cyberattacken nachhaltig minimieren und helfen, sensible Daten wirksam vor Missbrauch zu schützen:

>> Passwörter abschaffen: Der Report zeigt, dass Passwörter der häufigste Angriffsvektor sind. Werden sie von alternativen Authentifizierungsmethoden ersetzt, können passwortbasierte Angriffe eliminiert und zugleich die Sicherheit erhöht werden.

>> Phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Zu lange haben MFA-Lösungen schwache, leicht zu umgehende und hackbare Faktoren wie Passwörter, SMS-Nachrichten und Push-Benachrichtigungen verwendet. Die Umstellung auf eine Phishing-resistente MFA, bei der Faktoren wie Biometrie, kryptografische Sicherheitsschlüssel und Sicherheitsüberprüfungen des Benutzers, des Geräts und der Transaktion zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Einsatz kommen, kann sicherstellen, dass Authentifizierungsversuche tatsächlich legitim sind.

>> "Never trust, always verify": Dieses Motto des Zero-Trust-Sicherheitsprinzips ist die Grundvoraussetzung für eine neue Sicherheitsarchitektur in Unternehmen. Dabei wird eben nicht davon ausgegangen, dass jemand, der sich anmelden kann, dazu auch berechtigt ist, und somit auf beliebige Ressourcen im Netzwerk zu greifen darf. Vielmehr wird der Legitimität des Nutzers immer wieder misstraut und diese immer wieder aufs Neue überprüft. (Beyond Identity: ra)

eingetragen: 20.06.22
Newsletterlauf: 23.08.22

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Meldungen: Studien

Schutz von Webanwendungen

Schwachstellen bei der Zugangskontrolle und das Risiko der Offenlegung von Daten sind die weit verbreitetsten Sicherheitsmängel in unternehmensintern entwickelten Webanwendungen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Kaspersky im Zeitraum 2021 bis 2023.

Anstieg von Betrug durch Freunde

Mehr als ein Drittel der Internetkäufer in Deutschland hat in den letzten 12 Monaten einen Online-Betrug begangen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie, die vom Betrugspräventionsanbieter Ravelin beauftragt wurde und die Einstellungen, Motivationen, Werte und Hintergründe einer wachsenden Zahl von Verbrauchern untersucht, die sich der Kriminalität im E-Commerce zuwenden.

Cyberbedrohungen auf Rekord-Niveau

Die Zahl der Cyberbedrohungen erreichte 2023 ein Rekordhoch. Das zeigt der Annual Cybersecurity Report von Trend Micro, einem der weltweit führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen. Mehr als 161 Milliarden Mal erkannten und blockierten Trend Micro-Sicherheitssysteme bösartige Aktivitäten.

Studie "Cybersicherheit in Zahlen"

Mehr als ein Drittel der deutschen Angestellten finden höhere Ausgaben ihres Arbeitgebers in dem Bereich IT-Sicherheit notwendig. Das belegt die repräsentative Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von der G Data CyberDefense AG, Statista und brand eins.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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