Überblick in die globale Bedrohungslage


Untersuchungen belegen, dass eine hoch automatisierte Cyber-Abwehr unverzichtbar ist, um allgegenwärtige "Crime-as-a-Service"-Angriffe zu entschärfen
Transparenz und Kontrolle der dezentralen Infrastrukturen nehmen ab, Anzahl der potenziellen Angriffsvektoren steigt weiter



Fortinet veröffentlichte die Ergebnisse ihres neuesten "Global Threat Landscape Report". Die Daten umfassen die sogenannte Kill Chain der Cybersicherheit und konzentrieren sich auf drei wesentliche Aspekte der IT-Landschaft Anwendungs-Exploits, Malware und Botnets vor dem Hintergrund wichtiger technologischen und branchenweiten Trends. Die Studie zeigt, dass öffentlichkeitswirksame Angriffe die Schlagzeilen dominierten, während in der Realität die meisten Bedrohungen opportunistischer Art waren.

Phil Quade, Chief Information Security Officer, Fortinet: "Im vergangenen Jahr haben hochmediatisierte Cybersicherheitsprobleme die Öffentlichkeit dafür sensibilisiert, wie unsere Fernsehgeräte und Telefone manipuliert werden können, und gezeigt, dass Lösegeldforderungen gestellt werden, um unverzichtbare Pflegedienste für Patienten zu unterbrechen.

Diese Sensibilisierung allein ist jedoch nicht genug. Da Unternehmen immer mehr praktische, kostensparende IT-Technologien einsetzen, wie etwa Cloud-Dienste, oder eine Reihe von intelligenten Geräten zu ihrem Netzwerk hinzufügen, ist die Transparenz und Kontrolle ihrer Sicherheit leider gefährdet. Mittlerweile gibt es ein florierendes Geschäft mit Softwarepaketen für Cyberkriminelle. Cybersicherheitsstrategien müssen zunehmend auf Netzwerksegmentierung setzen und ein hohes Ausmaß an Prozessen automatisieren, um so die dadurch entstandenen neuen Angriffsflächen entsprechend zu schützen."

Die drei wichtigsten Highlights des Reports:

1) Angriffswerkzeuge vergessen nie und sind stets für den Angriff bereit, überall und jederzeit
Moderne Tools und "Crime-as-a-Service"-Infrastrukturen ermöglichen es den Kriminellen, auf globaler Ebene mit Lichtgeschwindigkeit zu agieren. Geografische Distanzen und Grenzen spielen im Internet offensichtlich keine Rolle mehr, da die meisten Bedrohungstrends globaler und nicht regionaler Art zu sein scheinen. Die Gegner befinden sich immer auf dem Kriegszug und suchen stets nach einem Überraschungsmoment auf internationaler Ebene.

Je besser wir Exploit-Trends und die Funktionsweise und Ausbreitung von Ransomware verstehen, umso besser können wir die Folgen des nächsten WannaCry-Angriffs vermeiden. Die schädliche Ransomware und ihre Variationen nahmen ein großes Ausmaß an und betrafen hunderte von Unternehmen auf der ganzen Welt gleichzeitig.

>> Ransomware: Beinahe 10 Prozent der Unternehmen stellten Aktivitäten fest, die mit Ransomware in Verbindung standen. An jedem beliebigen Tag waren 1,2 Prozent mit Ransomware-Botnets konfrontiert, die irgendwo in ihrer IT-Umgebung liefen. Die meiste Aktivität wurde an den Wochenenden verzeichnet, in der Hoffnung, dass der Traffic vom Wochenendpersonal für Sicherheitsoperationen nicht entdeckt wird. Gleichzeitig mit dem Anstieg des durchschnittlichen Traffic-Aufkommens verschiedener Ransomware-Botnets, stieg auch die durchschnittliche Anzahl von Unternehmen, die von diesen betroffen waren.

>> Exploit-Trends: 80 Prozent der Unternehmen meldeten Exploits mit hohem oder kritischem Schweregrad gegen ihre Systeme. Die meisten der Schwachstellen, die Gegenstand der Angriffe waren, waren in den letzten fünf Jahren entdeckt worden, aber es gab auch zahlreiche Attacken gegen Softwarefehler, die bereits vor der Jahrtausendwende aufgedeckt wurden. Die geografische Verteilung der Exploits war ziemlich gleichmäßig, wahrscheinlich weil ein großer Anteil der Exploit-Aktivitäten völlig automatisch von Tools gesteuert wird, die methodisch breite Teile des Internets scannen und opportunistisch nach Gelegenheiten suchen.

2) Die Hyperkonvergenz und das IoT beschleunigen die Ausbreitung von Malware
Da Netzwerke und Benutzer zunehmend Informationen und Ressourcen teilen, breiten sich Attacken rasch über dezentrale geografische Gebiete und verschiedene Branchen aus. Die Erforschung von Malware kann dazu beitragen, die Vorbereitungs- und Eindringphasen dieser Attacken besser zu verstehen. Der Schutz vor mobiler Malware stellt eine besondere Herausforderung dar, da die Geräte nicht im internen Netzwerk geschützt werden, oft öffentliche Netzwerke verwenden und häufig kein Unternehmenseigentum sind und keiner Unternehmenskontrolle unterliegen.

>> Mobile Malware: Die Verbreitung der mobilen Malware blieb zwischen dem 4. Quartal 2016 und dem 1. Quartal 2017 beständig und wurde von ungefähr 20 Prozent der Unternehmen festgestellt. In diesem Quartal befanden sich unter der Top-10-Malware hinsichtlich des Volumens und der Verbreitung mehr Android-Malware-Familien. Der Anteil an der Gesamtheit von Malware-Arten betrug im 1. Quartal 8,7 Prozent, im Gegensatz zu 1,7 Prozent im 4. Quartal.

>> Regionale Verbreitung: Die Verbreitung der mobilen Malware stieg in allen Gegenden mit Ausnahme des Nahen Ostens an. Die Anstiegsrate war in allen Fällen statistisch signifikant und nicht nur eine zufällige Schwankung. Im Vergleich zu anderen regionalen Bedrohungen schien die Android-Malware stärkere geografische Tendenzen zu haben.

3) Transparenz der dezentralen und elastischen Infrastruktur nimmt ab
Die Bedrohungstrends spiegeln die Umgebung wider, in der sie auftreten. Deshalb ist es wichtig, zu verstehen, wie sich Informationstechnologien, Services, Kontrollen und Verhaltensweisen verändern. Diese Einsicht kann Einblicke für eine umfassendere Sicherheitspolitik und Governance-Modelle darstellen und hilft die Entwicklung von Exploits, Malware und Botnets zu überwachen, da Netzwerke immer komplexer und dezentraler werden.

Die Transparenz und Kontrolle der heutigen Infrastrukturen nehmen ab, während die Anzahl der möglichen Angriffsvektoren in der erweiterten IT-Landschaft weiterhin steigt. Der Ansturm auf private und öffentliche Cloud-Lösungen; das Wachstum des IoT; die Vielzahl und Vielfalt der intelligenten Geräte, die an das Netz angebunden werden; und beinahe unkontrollierbare Angriffsvektoren wie die Schatten-IT haben Sicherheitsexperten an ihre Grenzen gebracht.

>> Verschlüsselter Datenverkehr: Das durchschnittliche Verhältnis von HTTPS- zu HTTP-Verkehr erreichte einen Höchstwert von beinahe 55 Prozent. Während dieser Trend der Aufrechterhaltung des Datenschutzes dient, stellt er Herausforderungen für die Erkennung und Kontrolle von Bedrohungen dar. Viele Abwehrinstrumente verfügen über einen schlechten Einblick in verschlüsselte Kommunikationen. Unternehmen vor allem jene mit höheren HTTPS-Raten könnten mit Bedrohungen konfrontiert werden, die sich in verschlüsselten Kommunikationen versteckt halten.

>> Anwendungen: Die durchschnittliche Anzahl von Cloud-Anwendungen, die von Unternehmen verwendet werden, belief sich auf 62, was ungefähr ein Drittel aller festgestellten Anwendungen darstellt. IaaS-Anwendungen erreichten einen neuen Höhepunkt. Für viele dieser Unternehmen besteht die Herausforderung darin, den Überblick über Daten und deren Nutzung in Clouddiensten zu gewährleisten. Außerdem sind in diesen Anwendungen immer mehr Daten gespeichert und die Zahl der Services steigt, anstatt zu sinken. Daher ist diese Entwicklung problematisch.

>> Branchen: Die Clusteranalyse nach vertikalen Branchen zeigt, dass die Angriffsfläche in den verschiedenen Branchen identisch war; es gab nur wenige Ausnahmen wie Bildung und Telekommunikation. Das bedeutet, dass Gegner ähnliche Angriffsflächen in verschiedenen Branchen einfacher nutzen können, vor allem mithilfe von automatisierten Tools.

Report-Methodologie
Der Fortinet Bericht zur globalen Bedrohungslage (Global Threat Landscape Report) gibt eine vierteljährliche Zusammenfassung der gesammelten Informationen der FortiGuard Labs, der eine breite Palette von Netzwerkgeräten und Sensoren in Produktionsumgebungen im 1. Quartal 2017 zugrunde liegt. Die Forschungsdaten decken globale, regionale, branchenspezifische und unternehmerische Perspektiven ab. Der Bericht konzentriert sich auf drei zentrale und einander ergänzende Aspekte der Bedrohungslandschaft: Anwendungs-Exploits, Malware und Botnets. Außerdem veröffentlicht Fortinet eine kostenlos zu abonnierende Kurzdarstellung von Bedrohungsinformationen (Threat Intelligence Brief), in der die wichtigsten Malware, Viren und Web-Bedrohungen wöchentlich untersucht werden. Die Kurzdarstellung enthält auch Links zur wichtigsten Fortinet-Forschung der Woche.
(Fortinet: ra)

eingetragen: 07.07.17
Home & Newsletterlauf: 21.07.17


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Meldungen: Studien

Phishing zeigt hohe Erfolgsrate

Die Software-Bewertungsplattform Capterra veröffentlicht eine Studie zur IT-Sicherheit und zeigt, wie sich die Lage der Cyberbedrohungen im Jahr 2023 entwickelte. Im Rahmen der Studie wurden 1.314 Mitarbeitende dazu befragt, wie Unternehmen auf Cyberbedrohungen reagieren und wie sie ihre Abwehrfähigkeit stärken.

Wachstum für Crowdsourced Security

Bugcrowd veröffentlichte ihren jährlichen "Inside the Platform: Bugcrowd’s Vulnerability Trends Report". Der Bericht beschreibt die Arten von Schwachstellen, die laut globalen Hackern derzeit auf dem Vormarsch sind. Er dokumentiert zudem die stetige zunehmende Nutzung öffentlicher Crowdsourced-Programme aufgrund des wachsenden Bewusstseins und der Akzeptanz für Crowdsourced-Sicherheitsstrategien.

Verlagerung der Taktik in Richtung Erpressung

Das "Unit 42"-Team von Palo Alto Networks hat einen neuen Forschungsbericht über die Ransomware-Bande Medusa veröffentlicht, in der die Taktiken, Tools und Verfahren der Bedrohungsakteure aufgedeckt werden.

KI hat Potenzial, das Leben von IT-Experten zu verändern

Obwohl Künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2023 neue Dimensionen erreichte, gibt laut einer neuen Studie von SolarWinds nur ein Fünftel (22 Prozent) der befragten IT-Experten an, die Funktionsweise von KI-Tools vollständig zu verstehen. Die Studie, die auf einer Umfrage unter 267 IT-Experten basiert, zeigt, dass dieses mangelnde Verständnis zu einer Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung und der Realität bei der Nutzung von KI-Tools führen könnte.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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