Kontoübernahmen und Online-Betrug

Bad Bots verursachen rund 40 Prozent des Internetverkehrs in Deutschland

Rekordniveau an Bad-Bot-Traffic im Internet – die Folge ist ein Anstieg des Online-Betrugs



Imperva veröffentlichte im "Imperva Bad Bot Report 2022" die Ergebnisse ihrer Studie zum Bot-Traffic im Internet in Deutschland und weltweit. 2021 ist ein Rekordjahr: Bad Bots waren für 27,7 Prozent des weltweiten Internetdatenverkehrs verantwortlich – 2020 waren es nur 25,6 Prozent. Bad Bots sind Software-Anwendungen, die automatisiert Prozesse mit schädlicher Absicht ausführen. Die drei häufigsten Bot-Angriffe waren Kontoübernahmen, das Scraping von Inhalten oder Preisen, und das Scalping zur Beschaffung begrenzt verfügbarer Artikel, die dann überteuert weiterverkauft werden können.

Bösartige Bots sind oft der erste Hinweis auf Online-Betrug und stellen ein Risiko für Unternehmen und Kunden dar. Sie stehlen persönliche Informationen, Kreditkartendaten, Treuepunkte und reduzieren das Online-Kundenerlebnis. Für Unternehmen tragen automatisierter Missbrauch und Online-Betrug zur Nichteinhaltung von Datenschutz- und Transaktionsvorschriften bei. Vergangenes Jahr bestanden 65,6 Prozent des gesamten Bot-Traffics aus schwer zu fassenden Bad Bots – eine Gruppe komplexer und hochentwickelter Bad Bots. Diese Art von Bots verwenden verschiedene Techniken und Methoden, um von Standard-Security-Lösungen nicht erkannt zu werden. Sie durchlaufen zufällige IP-Adressen, dringen über anonyme Proxys ein und ahmen Mausbewegungen und -klicks nach, um menschliches Verhalten zu imitieren.

"Unternehmen können den Einfluss von Bad Bots nicht länger ignorieren: Bösartige Bots führen zu schlechterem Online-Service und Kundenverlusten, kompromittieren Kundenkonten und verursachen höhere Infrastruktur- sowie Supportkosten.", sagt Kai Zobel, Area Vice President EMEA bei Imperva. "Da der automatisierte Online-Betrug immer mehr zunimmt und komplexer wird, ist ein fortschrittlicher und umfassender Bot-Schutz unerlässlich. Nur so können Bedrohungen durch Bad Bots verhindert werden."

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Imperva Bad-Bot-Report 2022:

>> Deutschland hat verhältnismäßig den meisten Bad-Bot-Traffic: Die Analyse des Anteils an Bad Bots am gesamten Internetverkehr hat ergeben, dass Deutschland mit 39,6 Prozent deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 27,7 Prozent lag. Neben Deutschland lagen über dem Durchschnitt Singapur (39,1 Prozent), Kanada (30,2 Prozent), die USA (29,1 Prozent) und das Vereinigte Königreich (29,7 Prozent).

>> 148 Prozent mehr Kontoübernahmen: Vergangenes Jahr erfolgten 64,1 Prozent der Kontoübernahme-Angriffe mit Hilfe von hochentwickelten Bad Bots. Die Folgen von Kontoübernahmen sind weitreichend: Erfolgreiche Angriffe sperren Kunden aus ihrem Konto aus, während die Betrüger Zugang zu sensiblen Informationen erhalten. Kontoübernahmen führen in Unternehmen zu Umsatzeinbußen, zur Rufschädigung und Verletzung der Datenschutzbestimmungen.

>> Im Visier der Bad Bots – Einzelhandel, Finanz- und Reisebranche: Advanced Persistent Bots sind 2021 insbesondere in der Reisebranche (34,2 Prozent), im Einzelhandel (33,8 Prozent) und bei den Finanzdienstleistungen (8,8 Prozent) eingesetzt worden. Diese Branchen zählen zu den Hauptzielen der Angreifer, weil sie wertvolle persönliche Daten in den Anmeldeportalen auf ihren Websites und mobilen Apps speichern.

>> Mehr als ein Drittel der Bad Bots tarnen sich als mobile Webbrowser: User Agenten waren 2021 eine beliebte Tarnung für bösartigen Bot-Traffic (35.6 Prozent). 2020 machten sie erst 28,1 Prozent des gesamten Internetdatenverkehrs aus. Besonders beliebt bei den Bots war Mobile Safari. Die Bots nutzen die neuen Datenschutzeinstellungen des Browsers aus, um ihr Verhalten zu verschleiern, wodurch sie schwerer zu erkennen sind.

Basierend auf den Ergebnissen der Studie stellt das Imperva Forschungslabor für Cyberbedrohungen fest, dass 2021 alle Branchen von bösartigen Bot-Aktivitäten betroffen waren. Vergangenes Jahr sorgten Bots für Schlagzeilen, die Spielekonsolen horteten oder Terminbuchungsseiten für Impftermine überlasteten. Bad-Bot-Traffic auf Webseiten kann erhebliche Ausfallzeiten verursachen, die Leistung beeinträchtigen und die Zuverlässigkeit der Dienste verringern.

In dem Maße, wie sich der Online-Betrug entwickelt und Angriffs-Tools für Hacker leicht zugänglich werden, verlieren herkömmliche Sicherheits-Tools an Wirksamkeit. Die Lösung zur Prävention von Online-Betrug von Imperva kombiniert Produkte für die Anwendungssicherheit, um Bot-Aktivitäten einzudämmen, die mit Betrug verbundenen Kosten zu minimieren und das Compliance-Risiko zu verringern – und trägt gleichzeitig zu einem besseren Kundenerlebnis bei. (Imperva: ra)

eingetragen: 28.05.22
Newsletterlauf: 05.07.22

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Meldungen: Studien

Auditmanagement auf der Prioritätenliste

Software-Audits kommen Unternehmen teuer zu stehen. Mittlerweile belaufen sich die Kosten für die Vorbereitung, Prüfung und Durchführung auf mehrere Millionen – Tendenz steigend. Wie der aktuelle State of ITAM Report 2024 von Flexera zeigt, rückt das IT- und Software-Asset-Management (ITAM) damit unmittelbar ins strategische Blickfeld von CIOs und CTOs.

Unternehmen sind unzureichend gegen Cyberrisiken geschützt

Absolute Security veröffentlichte die Ergebnisse ihrer jährlich erscheinenden Forschungsstudie "Absolute Security Cyber Resilience Risk Index". Für die aktuelle Ausgabe wertete Absolute Security die Telemetriedaten von fünf Millionen PCs weltweit aus.

Studie zeigt hohe Zahl identitätsbezogener Angriffe

Der neue "CyberArk 2024 Identity Security Threat Landscape Report" zeigt, dass die steigende Zahl menschlicher und nicht-menschlicher Identitäten die Gefahr von Cyberangriffen erhöht. Zudem geht die Studie auf die zunehmende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz (KI) ein, die einerseits zwar die Cyberabwehr verbessert, andererseits aber Angreifern neue Möglichkeiten eröffnet.

Verbesserung der E-Mail-Sicherheit

Die E-Mail-Security-Anbieterin EasyDMARC hat Organisationen mit .de-Domäne untersucht, um herauszufinden, wie es mit dem Einsatz von DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) steht. Dabei fanden die E-Mail-Sicherheitsexperten heraus, dass von 6.428.99 Länderdomänen in Deutschland nur 292.796 die DMARC-Richtlinie einsetzen. Dies entspricht 4,55 Prozent. Vollständig gegen Phishing- und Spoofing-Angriffe geschützt sind sogar nur 49.833 der untersuchten .de-Domänen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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