Neuer Trend im Dark Web

Die Zahl der von Datenlecks betroffenen Unternehmen bleibt hoch, aber weniger Nutzer sind betroffen

Laut einer Analyse sind weniger Nutzer von Datenpannen betroffen, jedoch bleibt die Gefahr hoch



Die neueste Auswertung der Daten des Dark Web Monitors von NordVPN zeigt, dass die Zahl der Unternehmen, deren Daten geleakt wurden, weiterhin hoch ist. Gleichzeitig ist die Zahl der Nutzer, die von diesen Lecks betroffen sind, seit 2019 um das 18-fache gesunken. Da jedoch die Daten von fast zwei Dritteln (62 Prozent) der Dark Web Monitor-Nutzer weiterhin im Dark Web verfügbar sind, ist das Risiko eines Datenmissbrauchs weiterhin sehr hoch.

Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Anzahl der von einem Verstoß betroffenen Nutzer 9,3 Millionen pro Vorfall. Im Jahr 2022 ist diese Zahl auf 497.000 pro Vorfall gesunken.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Zahl der Datenlecks, die viele Kunden betreffen, zurückgegangen ist. Im Jahr 2019 betraf etwa ein Drittel der Sicherheitsverletzungen mehr als 1 Mio. Nutzer. Im Jahr 2020 sank dieser Anteil auf 18 Prozent. Im Jahr 2021 betrafen nur noch 10 Prozent der Sicherheitsverletzungen Millionen von Nutzern. Im Jahr 2022 ist diese Zahl sogar noch geringer - 7 Prozent.

"Einerseits ist der Rückgang der betroffenen Nutzer eine gute Nachricht. Auf der anderen Seite sehen wir nicht, dass die Cyberkriminalität aufgrund dieser Zahlen abnimmt. Ein Bericht von Verizon zeigt, dass rund 50 Prozent der Sicherheitsvorfälle im Jahr 2021 auf durchgesickerte Anmeldeinformationen zurückzuführen sind. Das bedeutet, dass Kriminelle weiterhin die Daten, die in der Vergangenheit im Dark Web durchgesickert sind missbrauchen", sagt Daniel Markuson, Cybersicherheitsexperte bei NordVPN.

Datenlecks und Hacks treten regelmäßig auf, betreffen aber weit weniger Nutzer

Die Forscher von NordVPN analysierten Datenschutzpannen mit einem bekannten Datum des Vorfalls, die etwa 7 Prozent der Datenschutzverletzungen ausmachen. Allerdings lässt sich auch hier ein klarer Trend erkennen: Die Nutzer sind seltener von Sicherheitslücken in Unternehmen betroffen.

Die nachstehende Grafik zeigt, dass die Zahl der Sicherheitsverletzungen von 2012 bis 2018 gestiegen ist, wobei 2018 und 2019 ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. Im Jahr 2020 erreichte die Zahl der Unternehmen, die Opfer von Sicherheitsverletzungen wurden, aufgrund der Covid-19-Pandemie und der zunehmenden Anfälligkeit der Unternehmen einen Höchststand.

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Betrachtet man die letzten zwei Jahre, so bleibt die Zahl der Angriffe auf Unternehmen hoch. Die meisten Datenlecks betrafen jedoch weniger als eine Million Nutzer, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass die Unternehmen erhebliche Mittel in den Schutz ihrer Kunden investieren.

Die nachstehende Grafik zeigt die Anzahl der geleakten Telefonnummern und E-Mail-Adressen pro Vorfall. Während die Anzahl der geleakten Datensätze pro Vorfall im Jahr 2019 sehr hoch war (mindestens 9,3 Millionen betroffene Nutzer pro Vorfall), ist sie seitdem um das 18-fache gesunken.

Nutzer machen sich immer noch durch mangelhafte "digitale Hygiene” angreifbar

Laut den Daten des Dark Web Monitors wurden 62 Prozent der Nutzer im Dark Web Opfer eines Datenmissbrauchs. Gleichzeitig ignorieren die Nutzer mehrheitlich die Warnungen, Maßnahmen zu ergreifen und ihre digitalen Gewohnheiten zu ändern.

"Die meisten Unternehmen tun alles, was in ihrer Macht steht, um die Daten ihrer Kunden zu schützen. Wenn also Unternehmen gehackt werden, sind die Daten der Verbraucher seltener betroffen. Aber die Nutzer müssen noch aufmerksamer werden, denn 95 Prozent der Cybersicherheitsvorfälle werden durch menschliches Versagen verursacht", sagt Daniel Markuson, Cybersicherheitsexperte bei NordVPN.

Im Folgenden listet Markuson eine Reihe von Möglichkeiten auf, wie Nutzer Kriminelle davon abhalten können, Nutzerdaten auszunutzen, die in der Vergangenheit im Dark Web geleakt wurden:

>> Mehr "digitale Hygiene". Zur digitalen Hygiene gehört es, die Passwörter für die wichtigsten Online-Konten mindestens zweimal im Jahr zu ändern, Cookies und den Browserverlauf regelmäßig zu löschen, Konten, die nicht genutzt werden, zu löschen und Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) zu aktivieren.

>> Nutzer sollten sich Social-Engineering-Angriffen bewusst sein. Kriminelle können persönliche Daten wie Namen, Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer sowie E-Mail-Adressen im Dark Web aufspüren. Wenn sie also mit ihren Opfern Kontakt aufnehmen, können ihre E-Mails sehr vertrauenswürdig klingen. Grammatikfehler, seltsam aussehende Links und Anhänge verraten oft, dass die E-Mail aus der Feder eines Cyberkriminellen stammt.

>> Tools wie den Dark Web Monitor verwenden. Der Dark Web Monitor von NordVPN lässt keinen Raum für Vermutungen und informiert Nutzer, wenn ihre Daten in einem Datenleck gefunden wurden. Auf diese Weise kann eine Person zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um Online-Konten zu schützen.

Zur Methodik:

Die Daten stammen von der Dark Web Monitor-Funktion und beinhalten nur Datenlecks, die mit einem bestimmten Datum verknüpft werden konnten. Daher spiegeln sie nicht die tatsächliche Anzahl der Sicherheitsverletzungen wider, die der Dark Web Monitor in den angegebenen Jahren registriert hat.

(NordVPN: ra)

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Zu klein, um für Hacker attraktiv zu sein? Diese Selbsttäuschung funktioniert nicht mehr, denn Cyberkriminelle nutzen heute breit gestreute Angriffsstrategien. Ist nur eine einzige Attacke erfolgreich, kann dies die gesamte Existenz des Unternehmens bedrohen.

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Überall auf der Welt werden Unternehmen jeder Art und Größe von Cyberangreifern bedroht und täglich machen neue Angriffe Schlagzeilen. Dennoch gehen viele CEOs immer noch nicht aktiv an dieses Problem heran.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

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KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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