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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Phishing-Angriffe & Identitäts- und Anmeldedatendiebstahl

Identitätsdiebstahl, Schwachstellen in Cloud-Apps, unzureichend geschützte Geräte und unbefugter Zugriff geben laut Pulse Secure und der CyberRisk Alliance Anlass zur Sorge

Aus dem Cybersecurity Resource Allocation and Efficacy (CRAE) Index geht hervor, dass die Wirksamkeit der Cybersicherheitsmaßnahmen trotz steigender Ausgaben im 3. Quartal niedriger lag als im von Initiativen zur Aufrechterhaltung der Geschäftskontinuität und zur Unterstützung der Telearbeit geprägten vorhergehenden Quartal



Für mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage sind Phishing-Angriffe oder Identitäts- und Anmeldedatendiebstahl die größten Sorgen des 3. Quartals 2020. Das geht aus veröffentlichten Daten von Pulse Secure und der CyberRisk Alliance hervor. Im Durchschnitt aller Regionen wurden in mehr als einem Drittel (38 Prozent) der untersuchten Unternehmen zudem Ressourcen, Anwendungen oder Daten unbefugt oder auf unzulässige Weise genutzt. Es gab jedoch deutliche regionale Unterschiede. So traten beispielsweise Datenausschleusungen und anormaler oder schädlicher Datenverkehr in Nordamerika (mit 39 Prozent) wesentlich häufiger auf als in Europa (26 Prozent).

Der von der CyberRisk Alliance erstellte und von Pulse Secure finanzierte Cybersecurity Resource Allocation and Efficacy (CRAE) Index ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitreihenanalyse, mit der verfolgt wird, worauf sich die Cybersicherheitsaktivitäten und -investitionen nordamerikanischer und europäischer Unternehmen konzentrieren und wie sie vorankommen. Werte über 50 weisen auf gestiegene Ausgaben oder Wirksamkeit hin, während Werte unter 50 einen Rückgang der Ausgaben oder Wirksamkeit bedeuten.

Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal stiegen die Ressourcenzuweisung und die Ausgaben für die IT-Sicherheit (von 66,5 im 2. Quartal auf 66,7 im 3. Quartal). Die Wirksamkeit ging jedoch von 75,8 im 2. Quartal auf 74,2 im 3. Quartal zurück. Das deutet darauf hin, dass die Sicherheitsmaßnahmen trotz der höheren Ausgaben nicht als effektiver eingeschätzt wurden. In Nordamerika blieben die Gesamtausgaben gleich (66,5 im 2. und 3. Quartal), doch die Verteilung verschob sich zugunsten reaktiver Maßnahmen. Im Gegensatz dazu zeigt der CRAE Index für Europa einen Anstieg der Ausgaben (von 66,5 im 2. Quartal auf 68,4 im 3. Quartal), und zwar hauptsächlich zugunsten proaktiver Maßnahmen. Dennoch war ein vergleichbarer Rückgang der Wirksamkeit zu beobachten (von 74,9 auf 74,4). Der um 1,9 Punkte höhere Wert in Europa ist möglicherweise auf Bemühungen europäischer Unternehmen zur Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) zurückzuführen.

Starker Anstieg der Cybersicherheitsinvestitionen im Gesundheitswesen weltweit

Im Gesundheitswesen stiegen die Ressourcenzuweisung und die Ausgaben im 3. Quartal um 5,8 Punkte und erreichten damit einen Indexwert von 69,6 Punkten. Ein Grund hierfür sind Schutzmaßnahmen, die um 8,7 Punkte auf einen Indexwert von 75,2 anstiegen. Zu diesen Maßnahmen gehören Cybersicherheitsseminare und Sensibilisierungsprogramme, die Entwicklung von Prozessen zum Schutz digitaler und physischer Ressourcen sowie der Erwerb bzw. die Implementierung von Cybersicherheitstechnologie. Im Bereich "Schutz" stieg der Indexwert für die Wirksamkeit um 7,6 auf 80,6 Punkte. Dies ist hauptsächlich auf das gestiegene Vertrauen in die Effektivität der seit dem 2. Quartal getätigten Investitionen und Ressourcenzuweisungen zurückzuführen.

Die Befragten aus dem Gesundheitswesen nannten (wie schon im 2. Quartal) Ressourcenmangel als größtes Problem, insbesondere angesichts der zunehmenden Bedrohungen und der Risiken, die sich ergeben, wenn unzureichend eingewiesene oder unachtsame Mitarbeiter auf hochgradig sensible Daten zugreifen. Als Antwort auf die Frage nach den größten Herausforderungen bezüglich der Cybersicherheit im vergangenen Quartal nannten 54 Prozent der Befragten aus dieser Branche Identitäts-/Anmeldedatendiebstahl, 33 Prozent externe Compliance- und Audittermine und 32 Prozent Probleme mit der Endpunkt- und IoT-Sicherheit.

Finanzdienstleister und Versicherer konzentrieren sich auf die Wiederherstellung

Der Indexwert für die Ressourcenzuweisung und die Ausgaben der Finanzdienstleister ging von 68,2 im 2. Quartal auf 67,4 im 3. Quartal zurück. Im gleichen Zeitraum sank die Wirksamkeit um 3,2 Punkte (von 77,3 auf 74,1). Der gesunkene Indexwert spiegelt einen langsameren Investitionsanstieg und ein sinkendes Vertrauen in die Effektivität der Sicherheitsmaßnahmen wider. Der einzige Bereich, in dem die Wirksamkeit gestiegen ist, war die "Wiederherstellung". Damit sind die Erstellung und Umsetzung von Wiederherstellungsplänen und die Implementierung von Verbesserungen aufgrund der gesammelten Erfahrungen gemeint. Der Optimismus der Umfrageteilehmer bezüglich der Effektiviät von Wiederherstellungsplänen und zukünftigen Verbesserungen ließ den Indexwert um 2,9 Punkte steigen.

Zu den größten Herausforderungen für diese Branche im 3. Quartal zählten externe Bedrohungen, Geschäftsunterbrechungen, Datendiebstahl und Korruption, Datenlecks und ein Mangel an innovativen neuen Lösungen. Als größte Cybersicherheitsbedrohungen wurden Phishing (59 Prozent), Web- und Cloud-Angriffe (48 Prozent) sowie interne Compliance- und Audittermine (41 Prozent) genannt.

Steigendes Vertrauen in neue Strategien und Vorgaben in der Fertigung

In der Fertigungsbranche stiegen die Ausgaben für Ressourcen im Vergleich zum 2. Quartal um 1,2 auf 67,8 Punkte. Gleichzeitig nahm die Wirksamkeit um 2,3 auf 75,1 Punkte zu. Ein überdurchschnittliches Wachstum von 3,8 Punkten wurde im Bereich "Reaktion" verzeichnet. Das deutet darauf hin, dass Unternehmen sich auf die Entwicklung von Incident-Response-Plänen sowie Richtlinien und Maßnahmen zur Angriffsprävention konzentrieren. Im Bereich "Identifizierung" stieg die Wirksamkeit um 3,7 Punkte. Dies spiegelt ein größeres Vertrauen in verbesserte Ressourcenmanagementpläne, Risikomanagementstrategien und Governancepläne in der Fertigungsbranche wieder.

Fertigungsunternehmen waren stark betroffen, als ihre Mitarbeiter ins Homeoffice wechseln mussten. Viele Umfrageteilnehmer erwähnten jedoch als positiv, dass dies zu Verbesserungen der Sicherheitsrichtlinien in ihren Unternehmen geführt hat. Trotz dieser Verbesserungen bleiben Phishing und Identitäts-/Anmeldedatendiebstahl (52 Prozent), interne Compliance- und Audittermine (45 Prozent) sowie Bedrohungen für Endpunkte und IoT-Geräte (42 Prozent) große Herausforderungen für die Fertigungsbranche.

Langsameres Wachstum in allen Bereichen in High-Tech und Business Services

In der Branche High-Tech und Business Services gingen die Ausgaben um 3,8 auf 64,1 Punkte und die Wirksamkeit um 7,3 auf 72,4 Punkte zurück. Sowohl die Ausgaben als auch die Wirksamkeit wuchsen in dieser Branche in allen fünf NIST-Bereichen langsamer als im 2. Quartal. Der größte Rückgang war mit 12,3 Punkten bei der Wirksamkeit im Bereich "Schutz" zu verzeichnen, der Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen, die Entwicklung von Prozessen zum Schutz digitaler und physischer Ressourcen sowie den Erwerb und die Implementierung von Cybersicherheitstechnologie umfasst.

Obwohl die Umfrageteilnehmer berichteten, dass die Zahl und der Umfang der Angriffe gestiegen seien und Angreifer immer mehr Raffinesse und Anpassungsfähigkeit an den Tag legten, verlangsamten sich die Investitionssteigerungen in allen Bereichen – was auf einen in Zukunft langsamer wachsenden Ressourcenpool hindeutet. Interessant ist, dass die Umfrageteilnehmer in dieser Branche sich weniger Sorgen über Phishing-Angriffe (42 Prozent) machen als über Malware auf Endpunkten und IoT-Sicherheit (46 Prozent), Angriffe auf Web- und Cloud-Anwendungen (45 Prozent) und Insider-Bedrohungen und anormales Benutzerverhalten (44 Prozent).

Weitere Ergebnisse

Im Bericht über den CRAE Index heißt es: "Im Durchschnitt aller Branchen stieg der Indexwert im 3. Quartal in drei der fünf NIST-Unterkategorien (‚Identifizierung‘, ‚Schutz‘ und ‚Wiederherstellung‘). Dies ist auf steigende Ressourcenzuweisung und Ausgaben für proaktive Sicherheitsmaßnahmen (wie Prozessverbesserungen, System- und Softwareupgrades sowie Mitarbeiterschulungen und -sensibilisierung) zurückzuführen. Das Vertrauen in die Wirksamkeit stieg für vier der fünf Bereiche ebenfalls, wenn auch langsamer als im 2. Quartal. Bei der ‚Wiederherstellung‘ lag dieser Anstieg etwas über dem Durchschnitt aller Bereiche. Damit zeigen die Umfrageteilnehmer ein leicht überdurchschnittliches Vertrauen in ihre Initiativen zur Vorbereitung auf die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs nach einem Sicherheitsvorfall oder Angriff."

Über den Cyber Risk Allocation and Efficacy Index

Der CRAE Index basiert auf einer vierteljährlichen Umfrage unter 300 Business-, IT- und Cybersicherheitsprofis aus Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern in den Branchen Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Fertigung und High-Tech/Business Services in Nordamerika und Europa. Er umfasst die dem Cybersecurity Framework des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) entlehnten Kategorien Identifizierung, Schutz, Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung.

(CyberRisk Alliance: ra)

eingetragen: 29.12.20
Newsletterlauf: 24.02.21

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Meldungen: Studien

Unbefugter Zugriff und Shadow-IT

Ehemalige Mitarbeiter können ein zusätzliches IT-Sicherheitsrisiko für den Mittelstand in Deutschland darstellen, wie der aktuelle "Kaspersky SMB Cyber Resilience Report" zeigt. Denn nur 41 Prozent aller befragten Unternehmensverantwortlichen können ausschließen, dass ehemalige Mitarbeiter noch Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Unternehmensdaten haben, und nur 46 Prozent sind sich sicher, dass Ex-Mitarbeiter die Accounts im Unternehmen auch wirklich nicht mehr nutzen können.

Sicherheitsrisiken der Fernarbeit

Infolge der permanenten Veränderung der Arbeitswelt in den letzten zwei Jahren ist zu beobachten, dass notwendige Veränderungen im Bereich der Sicherheit umgesetzt wurden. Die Kontrolle des Zugriffs auf Anwendungen, Daten und Systeme ist ein immer wichtigerer Aspekt der Absicherung jeder Umgebung und des Schutzes vor internen und externen Bedrohungen.

Security als Priorität

57 Prozent der befragten IT-Entscheider in Deutschland wollen Finanzhilfen, die sie im Rahmen des Aufbau- und Resilienzplans der EU erhalten, in die Sicherheit investieren. So lautet ein zentrales Ergebnis einer neuen Untersuchung von CyberArk.

PoS-Malware ist am weitesten verbreitet

Nach einem starken Pandemie-bedingten Rückgang nehmen nun Angriffe auf Geldautomaten und PoS-Terminals wieder deutlich zu, wie aktuelle Kaspersky-Analysen zeigen. So sind ATM/PoS-Malware-Infizierungen in den Jahren 2020 auf 2021 um 39 Prozent gestiegen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres 2022 um 19 Prozent gegenüber des Vergleichszeitraums 2020. HydraPoS und AbbadonPoS sind dabei die am weitesten verbreiteten Malware-Familien im laufenden Jahr.

60 Prozent der Angriffe durch Phishing-Versuche

Der Ransomware-Report 2022, für den von der Cybersecurity-Spezialistin Hornetsecurity über 2.000 IT-Führungskräfte befragt wurden, zeigt, dass bereits 24 Prozent der Unternehmen Opfer eines Ransomware-Angriffs waren. Im Vergleich zum letzten Jahr stieg diese Zahl damit um drei Prozentpunkte. Zudem fand jeder fünfte Angriff (20 Prozent) im letzten Jahr statt – ein klares Indiz dafür, dass Cyberangriffe immer häufiger vorkommen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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