E-Mails bleiben der wichtigste Angriffsvektor


CEO-Betrug: Anzahl der Mail-Attacken steigt im Jahresvergleich um fast das Fünffache
Banking-Trojaner bleiben bei Schadsoftware die größte per E-Mail übermittelte Bedrohung



Proofpoint hat ihr neue Analyse zur aktuellen Bedrohungslage im Bereich der IT-Sicherheit veröffentlicht. Der vierteljährlich erscheinende Threat Report aktuell wurde das 4. Quartal 2018 untersucht zeigt detailliert, dass Cyberangriffe auf Unternehmen weiterhin massiv vor allem per Mail erfolgen, aber immer öfter auch über soziale Netzwerke. Insbesondere der Umfang von CEO-Betrugsattacken per E-Mail (auch BEC Business Email Compromise) wuchs laut dem Bericht über Trends und Entwicklungen im Bereich Cybersecurity dramatisch an: Während Unternehmen im Q4/2017 noch durchschnittlich 21 solcher Mails erhielten, waren es im Q4/2018 bereits 121 ein Anstieg um 476 Prozent. Und selbst im Vergleich zum Vorquartal nahm BEC um 226 Prozent zu. Beim Thema Malware sind Banking-Trojaner das Mittel der Wahl: Sie machten mehr als die Hälfte aller bösartigen Dateianhänge im Untersuchungszeitraum aus in drei von vier dieser Fälle fand Proofpoint den Trojaner Emotet.

Jeden Tag analysiert Proofpoint mehr als fünf Milliarden E-Mails, hunderte Millionen Social-Media-Posts und mehr als 250 Millionen Malware-Muster, um Unternehmen auf der ganzen Welt vor hochentwickelten Angriffen zu schützen. Solche Bedrohungen beobachtet der US-amerikanische Cybersicherheitsspezialist sowohl in E-Mails als auch in sozialen Netzwerken und generell dem Internet und hat so einen extrem guten Überblick über Taktiken, Tools und Ziele von Cyberkriminellen.

Eine der zentralen Erkenntnisse des Q4 Threat Reports von Proofpoint, die sich aus diesen Analysen ableitet: Die Zahl der Betrugsfälle per E-Mail ist insgesamt dramatisch angestiegen und wächst immer weiter. Außerdem haben Cyberkriminelle eine weitere Nische für sich entdeckt und ihre Aktivitäten dort deutlich ausgeweitet: Betrug durch vorgetäuschten Support auf Social-Media-Plattformen.

Die wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Bedrohungsanalyse in der Übersicht:

>> E-Mails bleiben der wichtigste Angriffsvektor für die Verbreitung von Malware und von Phishing. Besonders rasant nehmen weiterhin die Zahlen von Betrugsversuchen (CEO-Betrug) per Mail zu: Im Vergleich zum dritten Quartal 2018 ist die Zahl dieser Attacken bei Unternehmen, die bereits 2017 betroffen waren, um 226 Prozent gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresquartal gar um 476 Prozent.

>> Banking-Trojaner bleiben bei Schadsoftware die größte per E-Mail übermittelte Bedrohung: Diese machten 56 Prozent aller bösartigen Dateianhänge im Untersuchungszeitraum aus. In über drei Viertel (76 Prozent) der Fälle handelte es sich dabei um Emotet.

>> Die Anzahl der Nachrichten mit Downloadern oder Credential Stealern im Anhang, die sich Log-in-Daten aneignen können, ist bezogen auf das vierte Quartal 2017 auf insgesamt mehr als das Dreifache (plus 230 Prozent) angewachsen.

>> Coinhive-Aktivitäten waren im letzten Quartal 2018 besonders häufig zu beobachten: In den zwei Wochen vor Weihnachten stieg das Aufkommen um das 23-fache.

>> Auch die Manipulation von Unternehmensmitarbeitern (Social Engineering) unter Zuhilfenahme gefälschter Antiviren- und Software-Update-Pop-ups ist weiterhin in Mode. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal fiel die Zuwachsrate mit 150 Prozent zwar weniger aufsehenerregend aus, bestätigt aber den sich abzeichnenden Trend.

>> Betrugsversuche über sogenanntes Angler Phishing haben im vierten Quartal 2018 im Social Web massiv zugenommen: um 442 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2017.

"Die aktuelle Quartalsanalyse unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der E-Mail als bevorzugtes Werkzeug für Cyberkriminelle", sagt Chris Dawson, Threat Intelligence Lead bei Proofpoint. "Obwohl Unternehmen sich mit einer ständig verändernden Bedrohungslandschaft konfrontiert sehen, sind sie gut beraten, E-Mail-Angriffe nicht zu unterschätzen. Um für diese Bedrohung gewappnet zu sein, sollten sie fortschrittliche technische Sicherheits-Tools einsetzen und ihr Personal durch Schulungen zum Thema Sicherheit sensibilisieren. Dadurch werden sie in die Lage versetzt, die erste Verteidigungslinie gegen eine Vielzahl von Online-Bedrohungen zu bilden." (Proofpoint: ra)

eingetragen: 24.02.19
Newsletterlauf: 03.04.19

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Meldungen: Studien

Bedeutung von IT-Sicherheit gestiegen

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Wie sehen Führungskräfte den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im eigenen Unternehmen? Gibt es Regeln oder werden Google Bard oder OpenAI ChatGPT im eigenen Unternehmen sicherheitskritisch und ohne Kontrolle angewendet? Eine aktuelle Kaspersky-Studie gibt Aufschluss darüber.

Ransomware bedroht mehr als Daten

Zerto, Unternehmen von Hewlett Packard Enterprise, gibt die Ergebnisse ihrer jährlichen Studie zum Stand der Widerstandsfähigkeit von Unternehmen gegen Ransomware bekannt. Im Rahmen der Studie befragte, die von Zerto beauftrage Enterprise Strategy Group (ESG) zwischen Mai 2023 und Juni 2023 600 Unternehmen in Nordamerika und Westeuropa.

Mitarbeiter größere Gefahr für Sicherheit als Hacker

In den vergangenen zwei Jahren waren mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller Cybersicherheitsvorfälle in Deutschland auf das Fehlverhalten von Mitarbeitern zurückzuführen. Hacker verantworteten lediglich rund 27 Prozent der Cybersicherheitsvorfälle.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

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DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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