Ransomware, BEC und Cloud-basierte Angriffe

Trotz verschärfter Sicherheitslage: Jedes vierte Unternehmen in Deutschland hat im letzten Jahr IT- und Sicherheitsteams verkleinert

Mangel an Transparenz von Führungskräften bei Cyber-Vorfällen inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Unruhen - Angst vor Sicherheitsvorfällen: Ransomware hinter Cloud- und Business-E-Mail-Compromise



Die Nachwirkungen der Pandemie und die Auswirkungen wirtschaftlicher und geopolitischer Unruhen und Ungewissheit weltweit haben Einfluss darauf, wie Unternehmen für die Zukunft planen und welche Investitionen sie tätigen. Arctic Wolf hat eine Umfrage unter mehr als 900 leitenden IT- und Cybersicherheits-Entscheidern in Unternehmen weltweit durchgeführt.

Wirtschaftliche Unsicherheit hat Einfluss auf Cybersecurity-Investitionen

Die anhaltende Inflation ist für Verantwortliche in Deutschland die größte Sorge für 2023. So gibt die Hälfte (49 Prozent) der Unternehmen in Deutschland an, dass die wirtschaftliche Unsicherheit Auswirkungen auf ihr Geschäft hat. Nur ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Führungskräfte sehen anhaltende Cyberangriffe als größte Bedrohung für ihr Unternehmen im kommenden Jahr.

Die aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit mit all ihren Folgen scheint damit stärkeren Einfluss auf die IT-Investitionsplanung zu haben als die sich weiter verschärfende Cyber-Bedrohungslage. So haben fast ein Viertel (22 Prozent) der Unternehmen in Deutschland im letzten Jahr Mitarbeitende der IT- oder Sicherheitsabteilung entlassen. Lediglich im Vertrieb und Marketing gab es mehr Entlassungen (26 Prozent). Weiterhin plant knapp ein Viertel (23 Prozent) der Unternehmen in Deutschland, das Budget für Cybersicherheit im Jahr 2023 nicht zu erhöhen.

"Die Bedeutung der Cybersicherheit kann gar nicht überschätzt werden. Hacker werden immer raffinierter und die Frage ist nicht ob, sondern wann ein Unternehmen zur Zielscheibe von Angriffen wird. Daher sollten Verantwortliche ihre Cybersicherheitsstrategien und -investitionen genau evaluieren, um sicherzustellen, dass sie adäquat geschützt sind. Der Einsatz von externen Spezialisten kann dabei einige Vorteile für den eigenen Cyberschutz und das Kostenmanagement haben. Der Grund: Security Monitoring, Cyber-Risk-Management und Response-Maßnahmen sind deutlich leistungsfähiger und aufgrund der Skaleneffekte auch kostengünstiger als mit eigenem Personal, das bereits mit dem täglichen IT-Betrieb voll ausgelastet ist."

Dabei bedeutet insbesondere ein "Mehr" an Lösungen nicht immer auch einen besseren Schutz. Um Fehlkonfigurationen und eine Flut unqualifizierter Alerts zu vermeiden, kann es daher sinnvoll sein, externe Experten hinzuzuziehen, die gezielt und effizient die eigenen Security-Ressourcen und Expertise erweitern", so Dr. Sebastian Schmerl, Director Security Services EMEA bei Arctic Wolf.

Mangelnde Transparenz und Verantwortung bei Sicherheitsvorfällen

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt bereits seit 2018 eine Meldepflicht von Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten vor. Dies gilt aktuell jedoch noch nicht für alle Formen von Data Breaches. Die Meldung eines Vorfalls liegt damit im Ermessen der Unternehmen.

Die aktuelle Studie hat gezeigt, dass weniger als ein Viertel (23 Prozent) der befragten Unternehmen in Deutschland Kunden im Falle eines Datenschutzverstoßes darüber informieren. Lediglich in weniger als der Hälfte (45 Prozent) der Unternehmen würde die eigene Führungsebene über den Vorfall informiert.

Trotz der weltweiten Zunahme von Angriffen auf Lieferketten würde zudem nur 23 Prozent der Führungskräfte in der Technologie- und Telekommunikationsbranche Unternehmen, für die sie Dienstleistungen erbringen, über einen Sicherheitsvorfall informieren.

Wurde ein Sicherheitsvorfall festgestellt, geben knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten dem Cybersicherheits- bzw. IT-Team die Schuld. Nur 14 Prozent der Führungskräfte würden selbst die Verantwortung übernehmen. Trotz dieses niedrigen Werts zeigen deutsche Führungskräfte in der Umfrage die höchste Eigenverantwortung für Cybersicherheitsvorfälle – mehr als doppelt so viel wie im Vereinigten Königreich (6 Prozent).

Angst vor Sicherheitsvorfällen: Ransomware hinter Cloud- und Business-E-Mail-Compromise

Die größte Sorge der deutschen IT-Entscheider in Bezug auf mögliche Sicherheitsvorfälle ist eine cloudbasierte Datenschutzverletzung (43 Prozent). Gleichzeitig geben mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (53 Prozent) in Deutschland zu, im letzten Jahr mindestens einen größeren Sicherheitsvorfall gehabt zu haben. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) dieser Unternehmen erlebte eine Sicherheitslücke in der Cloud und 32 Prozent eine erfolgreiche Kompromittierung von Business-E-Mails.

Außerdem geben 44 Prozent der Führungskräfte an, im letzten Jahr eine betrügerische Nachricht in einem sozialen Netzwerk wie LinkedIn erhalten zu haben und 36 Prozent eine Textnachricht oder E-Mail von einem Absender, der sich als eine Führungskraft ihres Unternehmens ausgab.

Sorge um russische Vergeltungsmaßnahmen

Der Russland-Ukraine-Krieg wird von einem Cyberkrieg begleitet. Berichten zufolge kommen dabei bereits jetzt Cyberangriffe im großen Stil zum Einsatz. 55 Prozent der Befragten in Deutschland befürchten einen Cyber-Gegenschlag Russlands, wenn der Ukraine-Krieg beendet wird oder sich verlangsamt. Zwei von fünf IT-Entscheidern in Deutschland (43 Prozent) sehen in Russland die größte Bedrohungsquelle für ihr Unternehmen, gefolgt von China (23 Prozent). Entsprechend haben sechs von zehn (63 Prozent) der Unternehmen in Deutschland hat im letzten Jahr aufgrund von Cyber-Risiken Geschäftsaktivitäten in Russland und/oder China eingestellt oder überdacht.

"Während ein turbulentes wirtschaftliches Klima viele Führungskräfte dazu veranlasst, ihre Budgets im kommenden Jahr genau unter die Lupe zu nehmen, werden Bedrohungsakteure mit Sicherheit weiterhin in die Entwicklung neuer Taktiken, Techniken und Verfahren investieren, mit dem Ziel, Cyberangriffe durchzuführen", so Dr. Sebastian Schmerl, Director Security Services EMEA bei Arctic Wolf. "Um sich gegen Ransomware, BEC und Cloud-basierte Angriffe zu verteidigen, müssen Führungskräfte ihre Sicherheitskultur von oben nach unten aufbauen und eine unternehmensweite Verantwortlichkeit für den Schutz ihrer Kunden, Mitarbeitenden und Partner sicherstellen."

Methodologie: Die von Arctic Wolf in Auftrag gegebene Studie befragte über 900 leitende IT-Entscheidungsträger und Führungskräfte in den USA, Großbritannien und Deutschland. Die Ergebnisse der Umfrage geben Aufschluss über die Einstellungen und Überzeugungen von Entscheidungsträgern in Unternehmen in Bezug auf unterschiedliche Cybersicherheits- und Geschäftsthemen.

(Arctic Wolf: ra)

eingetragen: 07.01.23
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Meldungen: Tipps & Hinweise

Fremde nicht auf den Rechner zugreifen lassen

Immer wieder kommt es zu den verschiedensten Betrugsversuchen per Telefon. Von Schockanrufen (siehe Enkeltrick), über aufgedrängte Vertragsabschlüsse bis zu vermeintlichen "Serviceanrufen". Häufig geht es den Kriminellen darum, an sensible Informationen wie die Bankverbindung zu kommen "Ihr Konto wurde aus Sicherheitsgründen geblockt." Oder: "Es gibt ein Problem mit Ihrem Computer."

Lateral Movement verstehen und erkennen

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Krypto-Strategie im Zeitalter von Quanten-Computern

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Insider-Bedrohungen: Nicht immer ist es Rachsucht

IT-verantwortlich zu sein, ist derzeit nicht der leichteste Beruf. Überall hört man von einer "sich ständig verschärfenden Sicherheitslage" und dass Unternehmen sich in alle Richtungen gegen jede erdenkliche Bedrohung absichern müssen. Wenn neben der stetigen Warnung vor externen Angriffen und dem Gebot von Zero-Trust-Prinzipien auch noch der Mahnruf vor internen Bedrohungen hinzukommt, kann man sich als CISO durchaus fragen, wem man überhaupt noch vertrauen soll.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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