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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Realisierung von Verschlüsselungsstrategien

Studie: Deutsche Unternehmen das vierte Jahr in Folge führend beim Thema Verschlüsselung

Einsatz von Verschlüsselung und HSMs zum Schutz von On-Premise und Cloud-Umgebungen in Deutschland



Unternehmen in Deutschland nehmen bei der Einführung von Verschlüsselung zum Schutz von On-Premise- und Cloud-Umgebungen im Vergleich zu ihren weltweiten Kollegen weiterhin eine Vorreiterrolle ein. Dies zeigte die multinationale "2021 Encryption Trends" Studie von Entrust, die das 16. Jahr in Folge vom Ponemon Institut durchgeführt wurde. Allerdings zeigte sich auch, dass die zunehmende Nutzung von Verschlüsselungslösungen zu Problemen bei deren Verwaltung führt – nicht zuletzt aufgrund mangelnder Klärung von Zuständigkeiten und der Schwierigkeit, qualifiziertes Personal zu finden. Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

Mehr als sieben von zehn (71 Prozent) Befragten in Deutschland gaben an, über eine konsequent angewandte Verschlüsselungsstrategie zu verfügen – das vierte Jahr in Folge ein international einzigartiger Wert, der im Vergleich zu 2020 (66 Prozent) auch noch mal gestiegen ist. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 50 Prozent.

Darüber hinaus weist Deutschland bei fast allen Anwendungsszenarien eine höhere Verschlüsselungsrate vor als der weltweite Durchschnitt. Die Anwendungen mit dem schnellsten Wachstum sind Backups und Archive (71 Prozent bei den deutschen Befragten gegenüber 51 Prozent im weltweiten Durchschnitt) sowie IoT-Plattformen (58 Prozent gegenüber 34 Prozent weltweit), beide sind seit dem letzten Jahr um 9 Prozent gestiegen.

Zur Realisierung ihrer Verschlüsselungsstrategien kommen bei Unternehmen in Deutschland durchschnittlich 9,4 Lösungen zum Einsatz. Auch das ist weltweit die höchste Rate, der Durchschnitt liegt bei 8 Lösungen.

Größter Antriebsfaktor für die Verschlüsselung ist die Angst vor der Preisgabe sensibler Daten. Hier nannten die Befragten wiederum Fehler von Mitarbeitern als größtes Risiko – wobei Deutschland bei dieser Befürchtung mit 46 Prozent unter dem weltweiten Durchschnitt von 53 Prozent liegt. Als weitere wesentliche Bedrohungen für sensible Daten wurden Systemausfälle genannt (41 Prozent gegenüber 31 Prozent weltweit) sowie behördliche Datenabfragen (20 Prozent gegenüber 12 Prozent weltweit).

Die hohe Akzeptanz von Verschlüsselung führt jedoch auch zu mehr Komplexität: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der befragten IT-Fachleute in Deutschland empfinden die Verwaltung von Schlüsseln oder Zertifikaten als sehr lästig – die höchste Quote weltweit. Als größte Herausforderung bei der Verwaltung von Schlüsseln wurde mit 91 Prozent "keine klare Zuständigkeit" genannt (der höchste Wert weltweit und deutlich über dem globalen Durchschnitt von 64 Prozent). Auch der Mangel an qualifiziertem Personal wurde von den deutschen Unternehmen höher eingestuft als im weltweiten Durchschnitt (64 Prozent gegenüber 57 Prozent weltweit).

Wachsende Bedeutung von Hardware-Sicherheitsmodulen (HSMs) und der Cloud

Eine große Mehrheit (70 Prozent) der Unternehmen in Deutschland nutzt Hardware-Sicherheitsmodule (HSMs). Verglichen mit 49 Prozent weltweit ist das international die zweithöchste Rate (nach den USA mit 72 Prozent). 2018 waren es noch 56 Prozent.

Von den Unternehmen, die HSMs verwenden, messen ihnen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) eine zentrale Rolle für die Verschlüsselungs- oder Schlüsselverwaltungsstrategie zu. 93 Prozent geben an, dass HSMs in den nächsten 12 Monaten wichtig sein werden, was ihre entscheidende Rolle bei der Schlüsselverwaltung weiter unterstreicht. Darüber arbeiten 70 Prozent der Unternehmen in Deutschland, die HSMs einsetzen, mit einem zentralisierten Team, welches Kryptografie als Service für mehrere Anwendungen oder Teams innerhalb ihres Unternehmens bereitstellt (d. h. ein privates Cloud-Modell). Weltweit sind das 61 Prozent.

Auch die Akzeptanz von Cloud-Diensten nimmt rapide zu, wobei deutsche Unternehmen die höchste Anzahl von Public-Cloud-Anbietern weltweit nutzen – im Durchschnitt sind es hier 2,9 pro Unternehmen gegenüber dem weltweiten Durchschnitt von 2,33. Darüber hinaus übertragen 79 Prozent der Unternehmen in Deutschland heute sensible Daten in die Cloud (gegenüber 62 Prozent im letzten Jahr) und weitere 10 Prozent planen dies für die nächsten zwölf bis 24 Monate. In punkto Verschlüsselung ihrer Cloud-Daten geben 60 Prozent der Befragten an, nur Schlüssel zu verwenden, die von ihrem Unternehmen kontrolliert werden – weltweit liegt der Durchschnitt hierfür bei 46 Prozent.

"Deutschland ist in unserer Studie weiterhin führend bei der Implementierung von Datenverschlüsselung – und, was noch wichtiger ist, bei der Anwendung einer einheitlichen Verschlüsselungsstrategie. Während dies eine gute Nachricht für diejenigen ist, deren Daten geschützt werden, bringt es mehr Komplexität für diejenigen, die diese Strategie und die generierten Verschlüsselungsschlüssel verwalten müssen", kommentiert Xavier Coemelck, Regional Vice President Sales & Services bei Entrust. "Wenn man die steigende Akzeptanz von Cloud-basierten Diensten sowie neuen Technologien wie IoT, Blockchain, serverlose Anwendungen und Quantencomputing berücksichtigt, wird klar, dass Unternehmen zur Aufrechterhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zunehmend vertrauenswürdige Partner benötigen, die das komplette Datenschutz-Portfolio abdecken können."

Entrust 2021 Global Encryption Trends Study – Methodologie

Die Studie "Global Encryption Trends 2021", basiert auf Untersuchungen des Ponemon Instituts und zeigt auf, wie Unternehmen auf der ganzen Welt mit Compliance-Richtlinien und den zunehmenden Bedrohungen für die IT-Sicherheit umgehen – und wie sie bei der Implementierung von Verschlüsselung zum Schutz ihrer geschäftskritischen Informationen vorgehen. Befragt wurden 6.610 IT-Experten aus verschiedenen Branchen in 17 Ländern/Regionen: Australien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Japan, Mexiko, Naher Osten (Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate), Niederlande, Russische Föderation, Spanien, Südostasien, Südkorea, Schweden, Taiwan, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten.

(Entrust: ra)

eingetragen: 27.10.21
Newsletterlauf: 21.01.22

Entrust: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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