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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Sicherheitsniveau in Softwareentwicklungs-Umgebungen niedrig

Studie: Angriffe auf die Software-Supply-Chain haben sich verdreifacht

Aqua Security deckt drei Risikobereiche für die Software-Lieferkette auf



Aqua Security, Anbieterin Cloud-nativer Security, gab die Ergebnisse der aktuellen Studie "Software Supply Chain Security Review" über Angriffe auf Software-Supply-Chains bekannt. Die Experten konnten über einen Zeitraum von sechs Monaten feststellen, dass sich die Angriffe im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 verdreifacht haben. Cyberkriminelle gehen Schwachstellen in der Software-Lieferkette an, um Malware und Backdoors einzuschleusen. Dafür nutzen sie vornehmlich Sicherheitslücken in Open-Source-Software, schleusen bösartigen Code ein ("Poisoning") und nutzen generelle Probleme bei der Integrität von Software-Code. Die Studie "Software Supply Chain Security Review" wurde von Argon Security durchgeführt, das erst im Dezember von Aqua Security übernommen worden war.

Generell stellten die Experten fest, dass das Sicherheitsniveau in den Umgebungen für Software-Entwicklung nach wie vor niedrig ist und dass jedes untersuchte Unternehmen Schwachstellen und Fehlkonfigurationen aufweist, die es für Angriffe in der Lieferkette anfällig machen können. In der Studie wurden drei Hauptbereiche ermittelt, in denen Risiken auftreten können.

1. Verwendung anfälliger Pakete

Quelloffener Code ist Teil fast aller kommerziellen Software. Viele der verwendeten Open-Source-Pakete weisen bestehende Sicherheitslücken auf, und die Aktualisierung auf eine sicherere Version erfordert einen hohen Aufwand für die Entwicklungs- und DevOps-Teams. Es ist nicht überraschend, dass dies eine der am schnellsten wachsenden Methoden zur Durchführung von Angriffen ist. Es gibt zwei gängige Angriffe, die verwundbare Pakete ausnutzen:

● Ausnutzung vorhandener Schwachstellen: Ausnutzung vorhandener Schwachstellen von Paketen, um Zugriff auf die Anwendung zu erhalten und den Angriff auszuführen. (Beispiel: die jüngsten Log4j-Cyberattacken)

● Package-Poisoning: Einschleusen von bösartigem Code in beliebte Open-Source-Pakete und unternehmenseigene Software-Pakete, um Entwickler oder automatisierte Pipeline-Tools dazu zu bringen, sie in den Build-Prozess der Anwendung einzubinden. (Beispiel: Der Fall von COA, RC und ua-parser-js)

2. Kompromittierte Pipeline-Tools

Angreifer können privilegierten Zugriff, Fehlkonfigurationen und Schwachstellen in der CI/CD-Pipeline-Infrastruktur (z. B. Quellcode-Verwaltungssystem, Build-Agent, Paketregistrierungen und Dienstabhängigkeiten) ausnutzen, die Zugang zu kritischer IT-Infrastruktur, zu Entwicklungsprozessen, Quellcode und Anwendungen bieten. Eine kompromittierte CI/CD-Pipeline kann den Quellcode einer Anwendung offenlegen, der den Bauplan der Anwendung, der Entwicklungsinfrastruktur und der Prozesse darstellt. Dadurch können Angreifer den Code ändern oder während des Build-Prozesses bösartigen Code einschleusen und die Anwendung manipulieren (wie es beispielsweise bei derSolarWinds-Attacke der Fall war). Diese Art der Sicherheitsverletzung ist schwer zu erkennen und kann großen Schaden anrichten, bevor sie entdeckt und behoben wird.

Angreifer nutzen auch kompromittierte Paketregistrierungen, um kompromittierte Artefakte anstelle von legitimen hochzuladen. Darüber hinaus gibt es Dutzende von externen Abhängigkeiten, die mit der Pipeline verbunden sind und für den Zugriff auf sie und für Angriffe genutzt werden können (Beispiel: Codecov).

3. Integrität von Code/Artefakten

Einer der Hauptrisikobereiche, die in der Studie identifiziert wurden, ist das Hochladen von fehlerhaftem Code in Quellcode-Repositories, was sich direkt auf die Qualität der Artefakte und die Sicherheitslage auswirkt. Häufige Probleme, die in den meisten Kundenumgebungen gefunden wurden, waren sensible Daten im Code, die Codequalität und Sicherheitsprobleme allgemein, das Problem von Infrastruktur-als-Code, Schwachstellen in Container-Images und generelle Fehlkonfigurationen. In vielen Fällen war die Anzahl der entdeckten Probleme so groß, dass sie nur mit umfassenden Projekten bereinigt werden konnten.

Schutz der Software-Lieferkette

Um das Problem zu bekämpfen und die Sicherheit der Software-Supply-Chain zu erhöhen, müssen Sicherheitsteams die Zusammenarbeit mit DevOps-Teams verstärken und die Automatisierung der Sicherheit innerhalb der Entwicklungsprozesse umsetzen. Aqua und Argon empfehlen die Einführung neuer Sicherheitslösungen, die den Softwareentwicklungsprozess vor dieser neuen Welle raffinierter Angriffe schützen können.

"Die Anzahl der Angriffe im vergangenen Jahr und die weitreichenden Auswirkungen eines einzigen Angriffs machen deutlich, vor welch großen Herausforderungen die Teams für Anwendungssicherheit stehen", sagt Eran Orzel, Senior Director of Customer Success and Sales bei Argon Security. "Leider fehlen den meisten Teams die Ressourcen, das Budget und das Wissen, um mit Angriffen auf die Software-Lieferkette umzugehen. Wenn man dann noch bedenkt, dass AppSec-Teams bei der Bekämpfung dieses Angriffsvektors auf die Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und DevOps-Teams angewiesen sind, versteht man, warum das eine große Herausforderung. Der Prozess der Software-Lieferkette ist eine Kernkomponente im Lebenszyklus der modernen Anwendungsentwicklung.

Wenn man diesen breiten Angriffsvektor offenlässt, droht die Anwendungssicherheit von Unternehmen stark zu sinken, da möglicherweise sensible Daten preisgegeben werden und zusätzliche Eintrittspunkte in die Anwendung während der Laufzeit geschaffen werden. In vielen Fällen haben Sicherheitsteams keinen Einblick in diesen Prozess, bis es zu spät ist. Denn die meisten Unternehmen verfügen nicht über präventive Funktionen innerhalb der CI/CD-Tools und -Prozesse." (Aqua Security: ra)

eingetragen: 16.02.22
Newsletterlauf: 29.03.22

Aqua Security: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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