Studie: Trends im Bereich PKI & IoT

PKI bleibt für Unternehmen eine Herausforderung - Bedrohungslandschaft nimmt durch Cloud und IoT weiter zu

Fehlende Kenntnisse und Ressourcen erschweren die Sicherung und Verwaltung von PKI-Zertifikaten



Die Public-Key-Infrastruktur (PKI) ist nach wie vor der Eckpfeiler fast jeder IT-Sicherheitsumgebung. Doch auch wenn die Technologie immer ausgereifter wird, stellen neue Anwendungen und zunehmende Compliance-Richtlinien IT-Experten vor neue Herausforderungen. Dies ist ein zentrales Ergebnis der "2022 Global PKI and IoT Trends Study" des Ponemon Institute. Die Studie wurde im Auftrag von Entrust durchgeführt, einem weltweit führenden Anbieter von vertrauenswürdigen Zahlungen, Identitäten und digitalen Infrastrukturen.

Die Studie ergab, dass die wichtigsten Anwendungsszenarien für PKI zwar immer noch klassischer Natur sind – wie TLS/SSL, Absicherung von VPN und privaten Netzwerken oder digitale Signaturen. Aber auch die regulatorische Landschaft und neue Anwendungen wie Cloud-basierte Dienste und IoT treiben die Einführung von PKI voran. So berichten IT-Sicherheitsexperten von einer steigenden Nachfrage nach PKI, die durch das regulatorische Umfeld (31 Prozent der Befragten, gegenüber 24 Prozent im Vorjahr) sowie durch BYOD und internes Gerätemanagement getrieben wird. Letzteres hat sich von 11 Prozent im Jahr 2021 auf 24 Prozent im Jahr 2022 mehr als verdoppelt.

Die Bedrohungslandschaft nimmt durch Cloud und IoT weiter zu. Dennoch bleibt es für Unternehmen schwierig, die für eine effektive Verwaltung ihrer PKI-Implementierungen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. 64 Prozent der Befragten nannten unzureichende Ressourcen, mangelnde Kenntnisse und fehlende klare Zuständigkeiten als die drei größten Herausforderungen bei der Nutzung von PKI – im Vergleich zu 51 Prozent in der letztjährigen Umfrage. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent, gegenüber 34 Prozent im Jahr 2021) hat kein klares Bild über die Anwendungen, die von PKI abhängen. Für 35 Prozent der Befragten wiederum sind die damit zusammenhängenden Anforderungen zu fragmentiert oder inkonsistent, im Jahr 2021 waren es noch 28 Prozent.

Chancen und Herausforderungen

Bei bestehenden PKI-Implementierungen ist die größte Herausforderung nach wie vor die Fähigkeit, neue Anwendungen zu unterstützen – in diesem Jahr von 41 Prozent der Befragten genannt. Zudem die mangelnde Transparenz von Sicherheitsfunktionen der bestehenden PKI (29 Prozent). Unternehmen verfügen möglicherweise nicht über die richtige Technologie, um neue Anwendungsfälle zu sichern, oder wissen nicht, ob ihre PKI dazu in der Lage ist. Dies ist besorgniserregend, wenn auch vielleicht nicht überraschend – denn letztendlich beschäftigen nur 38 Prozent der Unternehmen einen PKI-Spezialisten.

"Die drei größten Herausforderungen bei der Bereitstellung und Verwaltung von PKI sind über die letzten Jahre ziemlich konstant geblieben", meint Dr. Larry Ponemon, Vorsitzender und Gründer des Ponemon Institute. "Beim Blick auf einzelne Trends wird deutlich, dass die Bedeutung von PKI zwar außer Frage steht, die sich ständig weiterentwickelnden Anwendungsfälle und Konformitätsanforderungen die Unternehmen jedoch auf der Stelle treten lassen. Der Mangel an qualifiziertem und erfahrenem Personal wird immer deutlicher spürbar, ebenso wie das Fehlen klarer Zuständigkeiten in vielen hartnäckig isolierten Geschäftsstrukturen."

Neue Unternehmensanwendungen als aufstrebender PKI-Treiber

Während Unternehmen die Weiterentwicklung ihrer PKI planen, sorgen neue Anwendungen wie IoT-Geräte und externe Vorgaben oder Standards weiterhin für Veränderungen, aber auch für damit einhergehende Unsicherheiten.

>> Das Internet der Dinge (IoT) wurde von 33 Prozent der Befragten als wichtigster Faktor für Veränderungen genannt. Dieser Wert ist jedoch gegenüber 41 Prozent im Jahr 2021 und 52 Prozent im Jahr 2020 erheblich gesunken.

>> Externe Mandate und Standards wurden von 30 Prozent der Befragten als wichtigster Faktor genannt, doch auch dies bedeutet einen Rückgang gegenüber 37 Prozent im Jahr 2021 und 49 Prozent im Jahr 2020.

>> Auch wenn sie nur an fünfter Stelle stehen, wurden Unternehmensanwendungen in der Umfrage 2022 von 23 Prozent der Befragten als Treiber für Veränderungen genannt – ein stetiger Anstieg von 11 Prozent der Befragten im Jahr 2020 und 17 Prozent im Jahr 2021.

Die Rolle des IoT

Nachdem das Internet der Dinge (IoT) als einer der Haupttreiber für Veränderungen genannt wird, überrascht es nicht, dass die Skalierbarkeit auf Millionen verwalteter Zertifikate weiterhin als entscheidende PKI-Fähigkeit für IoT-Einsätze gilt. Doch auch wenn die Skalierbarkeit einen wichtigen Stellenwert einnimmt, ist ihre Bedeutung von 53 Prozent der Befragten im Jahr 2018 auf 39 Prozent der Befragten im Jahr 2020 gesunken. Die Fähigkeit, Firmware für IoT-Geräte zu signieren, ist im Gegensatz dazu von 27 Prozent der Befragten im Jahr 2021 auf 33 Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Sicherheit und Vertrauen für vernetzte Geräte zu gewährleisten.

"Wir stellen fest, dass die Absicherung von Cloud-Anwendungen und IoT bei Unternehmen ganz oben auf der Agenda steht. Beide haben die digitale Sicherheitslandschaft erheblich verändert, indem sie die Sicherheit außerhalb der vier Wände eines Unternehmens verlagern", sagt Samantha Mabey, Product Marketing Director of PKI & IoT bei Entrust. "Aber dass für viele Befragten damit nicht nur die meisten Veränderungen, sondern auch die meisten Unsicherheiten einhergehen, deutet darauf hin, dass Unternehmen diesen Bereich noch nicht ganz durchschaut haben. Der zweitwichtigste Bereich, der Ungewissheit mit sich bringt, sind externe Mandate und Standards. Die Cybersicherheit wird weltweit auf allen Ebenen evaluiert, und diese Vorgaben können schwierig zu handhaben sein – insbesondere, wenn es intern an Kenntnissen und Ressourcen mangelt. Dieses Problem wird sich mit zukünftigen Bedrohungen wie Post-Quantum jedoch noch verschärfen, da die Umstellung hier sehr aufwändig sein und mehrere Jahre dauern wird."

Methodik der 2022 Global PKI and IoT Trends Study

Die PKI-Studie ist Teil einer größeren Untersuchung, die Anfang des Jahres durchgeführt wurde und an der 6.264 Personen in 17 Ländern teilnahmen. In diesem Bericht stellt das Ponemon Institute die Ergebnisse vor, die auf einer Umfrage unter 2.505 IT- und IT-Sicherheitsexperten aus 17 Ländern basieren, die in ihren Unternehmen an der PKI beteiligt sind, darunter Australien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Japan, Korea, Mexiko, der Nahe Osten, die Niederlande, Südostasien, Spanien, Schweden, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.

(Entrust: ra)

eingetragen: 09.01.23
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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

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Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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