Heimtückische Angriffe auf Unternehmen


"Symantec Internet Security Threat Report": Cyber-Kriminelle stehlen Millionen mit Hilfe von Formjacking
Kriminelle setzen auf destruktive Malware und bereiten sich auf Cyber-Kriegsführung vor



Die Ergebnisses des Symantec Internet Threat Security Report (ISTR), Volume 24, zeigen, dass Cyber-Kriminelle alternative Angriffsmethoden wie Formjacking entwickeln, um die sinkenden Profite von Ransomware und Krypto-Jacking auszugleichen. Der Symantec ISTR bietet einen Überblick über die Bedrohungslandschaft und liefert detaillierte Erkenntnisse hinsichtlich der weltweiten Aktivitäten und Trends im Bereich Cyber-Kriminalität sowie zur Motivation der Angreifer. Der Report analysiert Daten des Global Intelligence Network von Symantec, das größte zivile Intelligence Netzwerk der Welt. Das Netzwerk besteht aus 123 Millionen Sensoren, die Angriffe weltweit aufzeichnen. Täglich wehrt es 142 Millionen Bedrohungen ab und beobachtet die Aktivitäten in mehr als 157 Ländern.

Zu den Highlights des diesjährigen Reports gehören:

Cyber-Kriminelle wollen dank Formjacking schnell reich werden
Formjacking-Angriffe sind denkbar einfach: Es handelt sich dabei um ein Skimming von Geldautomaten, das virtuell abläuft: Cyber-Kriminelle integrieren bösartige Codes in Retail-Webseiten und stehlen so die Kreditkartendetails von Verbrauchern. Jeden Monat werden durchschnittlichen 4.800 neue Webseiten durch Formjacking-Codes kompromittiert. Symantec hat 2018 mehr als 3,7 Millionen Formjacking-Angriffe auf Endpunkte abgewehrt. Fast ein Drittel aller erkannten Attacken fanden im November und Dezember statt den wichtigsten Shopping-Monaten des Jahres.

Die Online-Bezahlseiten einiger renommierter Unternehmen wie Ticketmaster und British Airways wurden in den letzten Monaten Opfer von Formjacking-Angriffen. Die Symantec Studie zeigt aber auch, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen die attraktivsten Angriffsziele sind.

Cyber-Kriminelle stehlen Finanzdaten und persönliche Informationen und haben durch Kreditkartenbetrug und Verkäufe im Dark Web Dutzende Millionen US-Dollar eingesammelt so konservative Schätzungen. Nur zehn gestohlene Kreditkarten jeder kompromittierten Webseite generieren bis zu 2,25 Millionen US-Dollar Umsatz pro Monat. Eine einzige Kreditkarte wird für bis zu 45 US-Dollar in Dark Web-Foren verkauft. Beim Angriff auf British Airways wurden mehr als 380.000 Kreditkarten gestohlen allein diese Attacke könnte den Hackern mehr als 17 Millionen US-Dollar eingebracht haben.

"Formjacking ist eine ernsthafte Bedrohung für Unternehmen und Verbraucher", erklärt Greg Clark, CEO, Symantec. "Konsumenten können nicht wissen, ob sie einen infizierten Online-Retailer besuchen, wenn sie keine umfassende Security-Lösung einsetzen. Ihre wertvollen persönlichen und finanziellen Informationen sind dadurch anfällig für einen Identitätsdiebstahl. Der rasante Anstieg von Formjacking unterstreicht das wachsende Risiko von Lieferketten-Angriffen. Unternehmen müssen aber auch die Image- und Haftungsrisiken bei einer erfolgreichen Attacke einkalkulieren."

Sinkende Einnahmen durch Krypto-Jacking und Ransomware
In den vergangenen Jahren waren Krypto-Jacking und Ransomware die beliebtesten Methoden von Cyber-Kriminellen, um schnelles Geld zu machen. Dazu stehlen sie Rechenleistung und nutzen Cloud-CPUs von Unternehmen und Verbrauchern, um Krypto-Währungen zu schürfen. Dies waren die beliebtesten Praktiken, um Einkünfte zu erzielen. Im Jahr 2018 gingen diese Aktivitäten jedoch ebenso zurück wie die Renditen daraus. Ein Grund dafür sind die sinkenden Bewertungen von Krypto-Währungen und die zunehmende Implementierung von Cloud und Mobile Computing, durch die Angriffe weniger effektiv werden. Zum ersten Mal seit 2013 gingen die Ransomware-Infektionen zurück und sanken um 20 Prozent. Dennoch sollten Unternehmen weiterhin wachsam sein: Ransomware-Infektionen von Organisationen stiegen um zwölf Prozent bewegen sich also gegen den allgemeinen Abwärtstrend. Mittlerweile zielen acht von zehn Ransomware-Infektionen auf Firmen ab.

Krypto-Jacking-Infektionen erlebten Anfang letzten Jahres ihren Höhepunkt. Sie sanken seitdem um 52 Prozent im Rest des Jahres 2018. Aber auch wenn Krypto-Währungen 90 Prozent ihres Wertes verloren und damit die Profitabilität signifikant reduzierten, ist Krypto-Jacking weiterhin attraktiv. Ein minimaler Aufwand und die gewährleistete Anonymität sind für Cyber-Kriminelle interessant. Allein im Dezember 2018 blockierte Symantec 3,5 Millionen Crypto-Jacking-Ereignisse auf Endpunkten.

Was früher der PC war, ist heute die Cloud zumindest hinsichtlich der Sicherheit
Organisationen machen hinsichtlich der Cloud die gleichen Fehler wie zuvor bei PCs. Ein einziger falsch konfigurierter Cloud-Workload oder Speicherung kann Unternehmen Millionen US-Dollar kosten oder einen Compliance-Alptraum bedeuten. Allein im letzten Jahr wurden 70 Millionen Datensätze aus schlecht konfigurierten S3-Buckets entweder gestohlen oder abgezapft. Darüber haben Angreifer Zugang zu Tools, die es ihnen ermöglichen, falsch konfigurierte Cloud-Ressourcen im Internet zu identifizieren und auszunutzen.

Jüngste Entdeckungen von Hardware-Chip-Schwachstellen wie Meltdown, Spectre und Foreshadow, zeigen, dass sich Cloud-Services nutzen lassen, um auf die geschützten Speicherbereiche der Ressourcen anderer Unternehmen zuzugreifen sofern diese auf demselben physischen Server gehostet werden.

Living off the Land-Werkzeuge und Lieferketten-Schwachstellen sind die Basis für heimlichere, ambitioniertere Angriffe
Living of the Land (LotL)- und Supply Chain-Angriffe sind ein wichtiger Teil der modernen Bedrohungslandschaft und werden sowohl von Cyber-Kriminellen als auch von gezielten Angriffsgruppen eingesetzt. Das Ergebnis: Angriffe auf Lieferketten stiegen 2018 rasant um 78 Prozent an.

LotL-Techniken ermöglichen es Angreifern, sich unauffällig zu verhalten und ihre Aktivitäten unter einer Vielzahl von legitimen Prozessen zu verstecken. So stieg beispielsweise der Einsatz bösartiger Powershell-Skripte stieg im vergangenen Jahr um 1.000 Prozent an. Jeden Monat blockiert Symantec 115.000 bösartige Powershell-Skripte diese machen aber weniger als ein Prozent der gesamten Powershell-Nutzung aus. Der brachiale Ansatz, alle Powershell-Aktivitäten zu blockieren, würde die Arbeit von Unternehmen stören. Dies zeigt, warum LotL-Techniken zu einer bevorzugten Taktik für viele gezielte Angriffsgruppen geworden sind.

Um diese Angriffe zu identifizieren und zu blockieren, sind fortschrittliche Erkennungsmethoden wie Analytik und Machine Learning notwendig. Dazu gehören Symantec"s Managed Endpoint Detection and Response (MEDR) Service, erweiterte EDR 4.0 Technologie, sowie seine fortschrittliche KI (Künstliche Intelligenz)-Lösung, Targeted Attack Analytics (TAA). Dank TAA kann Symantec Dutzende gezielter Angriffe entdecken darunter auch die der Gallmaker Gruppe, die ihre Cyber-Spionage-Kampagnen ohne den Einsatz von Malware realisierte.
Über LotL und die Schwachstellen in der Software-Lieferkette hinaus, nutzen Angreifer auch verstärkt konventionelle Angriffsmethoden wie Spear Phishing, um Unternehmen zu infiltrieren. Das Sammeln von Informationen ist weiterhin das Hauptmotiv für gezielte Angriffe. Allerdings stieg die Zahl der Angriffsgruppen, die Malware zur Zerstörung von Geschäftsabläufen einsetzen, um 25 Prozent im Jahr 2018.

Internet of Things im Fadenkreuz von Cyber-Kriminellen und Angriffsgruppen
Während das Volumen der Internet of Things (IoT)-Angriffe weiterhin hoch bleibt und mit dem Niveau von 2017 übereinstimmt, verändert sich das Profil der IoT-Attacken deutlich. Obwohl Router und vernetzte Kameras den größten Anteil an infizierten Geräten ausmachen (90 Prozent), ist fast jedes IoT-Gerät anfällig. Von smarten Glühbirnen bis hin zu Sprachassistenten sind alle Geräte mögliche Einstiegspunkte für Angreifer.

Gezielte Angriffsgruppen konzentrieren sich zunehmend auf das IoT als wichtigen Einstiegspunkt. Das Entstehen der VPNFilter Router Malware ist eine Weiterentwicklung der traditionellen IoT-Bedrohungen. Sie wurde von einem erfahrenen und gut ausgerüstete Hacker entwickelt und ermöglicht seinen Entwicklern, ein Gerät zu zerstören oder Inhalte zu löschen. Darüber hinaus lassen sich Anmeldeinformationen stehlen und die SCADA-Kommunikation abfangen.

"IT und das industrielle IoT wachsen immer stärker zusammen. Das nächste Cyber-Schlachtfeld ist damit die operative Technologie", erklärt Orla Cox, Director, Symantec Security Response. "Eine wachsende Zahl an Gruppen, darunter Thrip und Triton, haben Interesse daran, operative Systeme und industrielle Kontrollsysteme zu kompromittieren, um sich möglicherweise auf Cyber-Kriegsführung vorzubereiten."

Das große Erwachen hinsichtlich Data Privacy
Der Cambridge Analytics Datenskandal und die Anhörungen von Facebook sowie die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSVGO), aber auch die Enthüllungen zur Standortverfolgung durch Apps und Datenschutz-Bugs in verbreiteten Apps wie Apple FaceTime: Sie alle haben bewirkt, dass der Datenschutz von Verbrauchern im vergangenen Jahr im Mittelpunkt vieler Diskussionen stand.

Smartphones selbst könnten das wohl größte Spionagegerät sein, das je entwickelt wurde. Sie kombinieren eine Kamera, ein Abhör- und ein Ortungsgerät. Darüber hinaus werden sie gerne und freiwillig überall genutzt. Während die Regierungen sie bereits für traditionelle Spionage einsetzen, sind Smartphones auch zu einem lukrativen Mittel geworden, um persönliche Daten der Verbraucher zu sammeln. Die Entwickler mobiler Apps sind dabei die aktivsten Täter.

Die Symantec Studie zeigt, dass 45 Prozent der beliebtesten Android-Apps und 25 Prozent der gängigsten iOS-Apps eine Standortverfolgung anfordern. Zugriff auf die Smartphone-Kamera fragen 46 Prozent der Android-Apps und 24 Prozent der iOS-Apps an. Auch die E-Mail-Adresse stößt auf Interesse: 44 Prozent der top Android-Apps und 48 Prozent der iOS-Apps fragen diese an.

Digitale Werkzeuge, die Smartphone-Daten sammeln und so Kinder, Freunde oder verlorene Mobiltelefone tracken, werden ebenfalls immer populärer. Cyber-Kriminelle setzen diese Funktionen widerrum dazu ein, Menschen ohne ihre Zustimmung digital zu verfolgen. Mehr als 200 Apps und Services bieten Stalkern die Möglichkeit, den Aufenthaltsort von Personen zu tracken und Texte mitzulesen und sogar heimlich Videos aufzunehmen.
Über den Internet Security Threat Report
Der Internet Security Threat Report (ISTR) liefert einen Überblick über sowie eine Analyse hinsichtlich der weltweiten Bedrohungsaktivitäten innerhalb eines Jahres. Der Bericht basiert auf den Daten des Symantec Global Intelligence Network. Symantec Analysten nutzen das Netzwerk, um entstehende Trends im Bezug auf Angriffe, Aktivitäten mit bösartigen Codes, Phishing und Spam zu identifizieren, zu analysieren und entsprechende Einschätzungen abzugeben.

Fazit
Fast jede zehnte Angriffsgruppe, die gezielte Attacken verübt, setzt destruktive Malware ein und stoppt so Unternehmensabläufe. Diese Zahl stieg im Vergleich zu 2017 um 25 Prozent. Cyber-Kriminelle optimieren bewährte Taktiken, darunter Spear-Phishing, Hijacking legitimer Tools und bösartige E-Mail-Anhänge.
Living of the Land (LotL)- und Supply Chain-Angriffe sind weiterhin eine signifikante Bedrohung. Der Einsatz bösartiger Powershell-Skripte stieg im vergangenen Jahr um 1.000 Prozent.
Infektionen mit Ransomware stiegen in Unternehmen um zwölf Prozent.
Cloud-Ressourcen sind immer häufiger leichte Ziele für digitale Diebe: Mehr als 70 Millionen Datensätze aus schlecht konfigurierten S3 Public Cloud-Speicher-Buckets wurden gestohlen oder abgezapft.
Eine zunehmende Anzahl an Angreifern kompromittiert operative Systeme und industrielle Kontrollsysteme (Industrial Control Systems, ICS), um sich möglicherweise auf Cyber-Kriegsführung vorzubereiten.
(Symantec: ra)

eingetragen: 22.02.19
Newsletterlauf: 25.03.19

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Meldungen: Studien

Trend von Präsenzschulungen

Bei Security Awareness Trainings setzt die Hälfte der Unternehmen in Deutschland auf Präsenztermine für ihre Mitarbeitenden. Das belegt die repräsentative Studie "Cybersicherheit in Zahlen" von der G Data CyberDefense AG, Statista und brand eins.

"Chef, wie hältst du es mit der Cybersicherheit"

Sophos veröffentlicht einen neuen, aktuellen Teil ihrer großangelegten Management-Studie "Chef, wie hältst du es mit der Cybersicherheit" für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die nun veröffentlichten Zahlen aus diesem Jahr beleuchten unter anderem, wie C-Level-Managements in den drei Ländern den Einfluss der Cybersicherheit im eigenen Unternehmen auf Geschäftsbeziehungen bewerten.

Unterschiede in der globalen Bedrohungslandschaft

Im Jahr 2023 blockierten die Sicherheitslösungen von Kaspersky in Deutschland auf 18,3 Prozent der industriellen Computer schädliche Objekte; dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (15,1 Prozent). Den Großteil der Bedrohungen machten Internet-Ressourcen auf Denylisten (5,8 Prozent), schädliche Skripte und Phishing-Seiten (6,1 Prozent) sowie schädliche Dokumente (1,5 Prozent) aus.

Zunahme des Online- und Mobile Banking setzt sich fort

In Deutschland gibt es Online-Banking nun seit fast 30 Jahren. Wie bei den meisten Technologien dauerte es auch hier eine ganze Weile, bis sich das Verfahren in der breiteren Bevölkerung etablieren konnte. Inzwischen nutzt es aber in Deutschland, wie eine repräsentative Umfrage des Bankenverbandes zeigt, der Großteil der erwachsenen Bevölkerung. Auch das Sicherheitsempfinden der Nutzerinnen und Nutzer hat sich weiterhin positiv entwickelt.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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