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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Unzureichende Sicherheit klassischer MFA-Verfahren

Authentifizierungslösungen: Passwortlos zu höherer IT-Sicherheit

Passwortlose und Phishing-resistente MFA liegt im Trend



Für zwei Drittel aller Unternehmen bieten herkömmliche Authentifizierungslösungen keine ausreichende Sicherheit. So lautet das zentrale Ergebnis einer Untersuchung von Hypr. Die zentralen Trends und Herausforderungen der IT-Sicherheit sind Gegenstand des neuen "2022 State of Passwordless Security Report" von Hypr. Der Anbieter von passwortlosen und Phishing-resistenten Multi-Faktor-Authentifizierungslösungen hat dafür weltweit mehr als 400 Unternehmen zu Sicherheitsvorfällen und zur Nutzung von Lösungen im Bereich MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung) befragt.

Die Untersuchung hat ergeben, dass Unternehmen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Cyberangriffe konfrontiert sind. So mussten 89 Prozent im letzten Jahr eine Phishing-, 34 Prozent eine Credential-Stuffing- und Brute-Force- sowie 14 Prozent eine RDP (Remote Desktop Protocol)-Attacke registrieren.

Nur 35 Prozent sind der Meinung, dass die bisher genutzte MFA-Lösung bei solchen Attacken eine hohe Sicherheit bietet. Im Umkehrschluss halten also fast zwei Drittel die Lösung für unsicher. Ein Grundproblem dabei ist, dass herkömmliche MFA-Anwendungen auf Passwörtern basieren, die prinzipiell ein sehr hohes Sicherheitsrisiko darstellen. Zudem halten sie Phishing-Angriffen zumeist nicht stand. So ist auch die Mehrzahl aller Sicherheitsvorfälle auf gestohlene, ausgespähte oder zu schwache Passwörter zurückzuführen.

Die unzureichende Sicherheit ist ein Grund, der gegen die Nutzung traditioneller MFA-Lösungen spricht. Darüber hinaus führen 49 Prozent der befragten Unternehmen die mangelnde Benutzerfreundlicheit an. Für 48 Prozent stellen zudem Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Systeme eine hohe Hürde dar. Nicht zuletzt beeinträchtigt eine passwortbasierte MFA auch die Produktivität. Bei 63Prozent der Befragten konnten Mitarbeiter im letzten Jahr aufgrund vergessener Passwörter nicht auf arbeitskritische Informationen zugreifen.

Angesichts der Bedrohungslage und der unzureichenden Sicherheit klassischer MFA-Verfahren ist es nicht überraschend, dass die Authentifizierung ohne Passwortnutzung, bei der Kennwörter durch sichere kryptografische, asymmetrische Schlüsselpaare ersetzt werden, immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die deutliche Mehrheit der Befragten (82 Prozent) gibt an, dass eine höhere Sicherheit der wichtigste Grund für die Einführung einer passwortlosen und Phishing-resistenten MFA ist. Phishing-Resistenz bedeutet dabei den Verzicht auf eine Passwortnutzung vor der Abfrage eines zweiten Faktors und auch den Verzicht auf den Einsatz von Push-Services in Verbindung mit einer MFA-Lösung. Als weitere Gründe nennen 67 Prozent der Befragten eine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und 40 Prozent regulatorische Faktoren und Compliance-Vorgaben.

Bei der Einführung einer solchen Authentifizierungslösung sind den Befragten zwei Punkte besonders wichtig. Für 96 Prozent sollte sie auf etablierten Verfahren wie FIDO (Fast Identity Online) basieren, einem offenen Industriestandard für die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zudem legen 97 Prozent Wert darauf, dass die passwortlose Technologie eine nahtlose Interoperabilität mit vorhandenen Systemen wie Identity Provider oder IAM (Identity and Access Management)-Anwendungen bietet.

"Automatisierte Hacking-Tools sind in immer größerem Maße verfügbar und auch die Anzahl massiver Passwort-Leaks nimmt zu. Wenn die Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien nicht weiterentwickeln, wird deshalb auch die Zahl der erfolgreichen Angriffe steigen. Schließlich sind herkömmliche MFA-Lösungen und alle Authentifizierungen, die auf Passwörtern beruhen, äußerst anfällig", betont Jochen Koehler, Leiter der Region Zentraleuropa bei Hypr in Heilbronn. "Aber es gibt Anlass zur Hoffnung: Immerhin belegt unsere Untersuchung einen wachsenden Konsens unter IT- und Sicherheitsverantwortlichen, dass passwortlose und Phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierungstechnologien die Antwort auf die Sicherheitsherausforderungen unserer Zeit sein können."

Methodologie

Der "2022 State of Passwordless Security Report" wurde von Hypr in Zusammenarbeit mit Cybersecurity Insiders erstellt, einer weltweiten Online-Community mit mehr als 400.000 Experten aus der Informationssicherheit. Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von 411 Technologieexperten aus Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branche zum Stand der traditionellen und passwortlosen Authentifizierung.

(Hypr: ra)

eingetragen: 11.03.22
Newsletterlauf: 05.05.22

Hypr: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Studien

Unbefugter Zugriff und Shadow-IT

Ehemalige Mitarbeiter können ein zusätzliches IT-Sicherheitsrisiko für den Mittelstand in Deutschland darstellen, wie der aktuelle "Kaspersky SMB Cyber Resilience Report" zeigt. Denn nur 41 Prozent aller befragten Unternehmensverantwortlichen können ausschließen, dass ehemalige Mitarbeiter noch Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Unternehmensdaten haben, und nur 46 Prozent sind sich sicher, dass Ex-Mitarbeiter die Accounts im Unternehmen auch wirklich nicht mehr nutzen können.

Sicherheitsrisiken der Fernarbeit

Infolge der permanenten Veränderung der Arbeitswelt in den letzten zwei Jahren ist zu beobachten, dass notwendige Veränderungen im Bereich der Sicherheit umgesetzt wurden. Die Kontrolle des Zugriffs auf Anwendungen, Daten und Systeme ist ein immer wichtigerer Aspekt der Absicherung jeder Umgebung und des Schutzes vor internen und externen Bedrohungen.

Security als Priorität

57 Prozent der befragten IT-Entscheider in Deutschland wollen Finanzhilfen, die sie im Rahmen des Aufbau- und Resilienzplans der EU erhalten, in die Sicherheit investieren. So lautet ein zentrales Ergebnis einer neuen Untersuchung von CyberArk.

PoS-Malware ist am weitesten verbreitet

Nach einem starken Pandemie-bedingten Rückgang nehmen nun Angriffe auf Geldautomaten und PoS-Terminals wieder deutlich zu, wie aktuelle Kaspersky-Analysen zeigen. So sind ATM/PoS-Malware-Infizierungen in den Jahren 2020 auf 2021 um 39 Prozent gestiegen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres 2022 um 19 Prozent gegenüber des Vergleichszeitraums 2020. HydraPoS und AbbadonPoS sind dabei die am weitesten verbreiteten Malware-Familien im laufenden Jahr.

60 Prozent der Angriffe durch Phishing-Versuche

Der Ransomware-Report 2022, für den von der Cybersecurity-Spezialistin Hornetsecurity über 2.000 IT-Führungskräfte befragt wurden, zeigt, dass bereits 24 Prozent der Unternehmen Opfer eines Ransomware-Angriffs waren. Im Vergleich zum letzten Jahr stieg diese Zahl damit um drei Prozentpunkte. Zudem fand jeder fünfte Angriff (20 Prozent) im letzten Jahr statt – ein klares Indiz dafür, dass Cyberangriffe immer häufiger vorkommen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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