Verstärkte Spionageaktivität Chinas

M-Trends 2022: Einblicke in die globale Cyberbedrohungslandschaft

Die globale durchschnittliche Verweildauer nimmt weiter ab - Zahlreiche neue Hackergruppen und Malware-Familien sind entstanden



Mandiant veröffentlichte die Ergebnisse des "M-Trends 2022". Dabei handelt es sich um einen jährlichen Bericht, der aktuelle Daten und Erkenntnisse von vorderster Cyber-Front enthält. Der Bericht für das Jahr 2022 umfasst den Untersuchungszeitraum vom 1. Oktober 2020 bis zum 31. Dezember 2021. Er zeigt, dass erhebliche Fortschritte in der Bedrohungserkennung und -reaktion erreicht wurden. Doch die Angreifer beweisen Innovationskraft und passen sich an, um ihre Ziele zu erreichen.

Die globale durchschnittliche Verweildauer sinkt auf drei Wochen

Laut dem Bericht M-Trends 2022 sank die globale durchschnittliche Verweildauer von 24 Tage im Jahr 2020 auf 21 Tage im darauffolgenden Jahr. Dabei handelt es sich um die durchschnittliche Anzahl der Tage, die ein Angreifer in der Umgebung eines Opfers anwesend ist, bevor er entdeckt wird. Den stärksten Rückgang der durchschnittlichen Verweildauer verzeichnete die APAC-Region: Dort sank sie von 76 Tagen im Jahr 2020 auf nur 21 Tage im Jahr 2021. Auch in der EMEA-Region fiel die durchschnittliche Verweildauer: auf 48 Tage im Jahr 2021, verglichen mit 66 Tagen im Jahr zuvor. In Nord-, Mittel- und Südamerika blieb die durchschnittliche Verweildauer mit 17 Tagen konstant.

Beim Vergleich der Art und Weise, wie Bedrohungen in den verschiedenen Regionen aufgedeckt wurden, fand der Bericht, dass in EMEA und APAC die Mehrzahl der Eindringlinge (62 Prozent, beziehungsweise 76 Prozent) von externen Dritten identifiziert wurden. Dies stellt eine Trendwende gegenüber dem Jahr 2020 dar. In Nord-, Mittel- und Südamerika blieb die Aufdeckung nach Quelle konstant, wobei die Unternehmen die meisten Angriffe intern selbst entdeckten (60 Prozent).

Die entscheidenden Faktoren für die kürzere durchschnittliche Verweildauer sind laut dem Bericht wahrscheinlich die verbesserte Sichtbarkeit von Bedrohungen und die verbesserte Reaktion der Unternehmen auf diese sowie die weite Verbreitung von Ransomware. Ransomware weist eine deutlich geringere durchschnittliche Verweildauer auf als andere Angriffsarten.

Neue Bedrohungen durch die verstärkte Spionageaktivität Chinas

Mandiant erweitert ihr umfangreiches Wissen über Bedrohungen, indem es an vorderster Front ermittelt. Die Spezialisten haben außerdem Zugang zu kriminellen Untergrund-Foren, nutzten Telemetriedaten und setzten auf eigene Forschungsmethoden und Datensätze, die von mehr als 300 Threat Intelligence-Experten in 26 Ländern analysiert werden. Als Ergebnis der Informationsbeschaffung und -analyse beobachteten die Experten von Mandiant im diesjährigen M-Trends-Untersuchungszeitraum mehr als 1.100 neue Hackergruppen. Mandiant verfolgte außerdem 733 neue Malware-Familien, von denen 86 Prozent nicht öffentlich zugänglich waren. Damit setzt sich laut dem Bericht der Trend fort, dass neue Malware-Familien sehr diskret entwickelt und bewusst nur eingeschränkt verbreitet, beziehungsweise gezielt eingesetzt werden.

In den M-Trends 2022 wird auch eine Neuausrichtung und Umstrukturierung der chinesischen Cyberspionageoperationen festgestellt. Diese gehen mit der Umsetzung des 14. chinesischen Fünfjahresplans im Jahr 2021 einher. Der Bericht warnt, dass die in dem Plan enthaltenen Prioritäten auf nationaler Ebene "auf eine bevorstehende Zunahme chinesischer Aktivitäten hindeuten, die in den nächsten Jahren darauf abzielen werden, in geistiges Eigentum oder andere strategisch wichtige Wirtschaftsfaktoren sowie in Produkte der Verteidigungsindustrie und andere "Dual Use" Technologien einzudringen, die kommerzielle und auch militärische Nutzungsmöglichkeiten bieten".

Weitere Erkenntnisse aus dem Bericht M-Trends 2022:

>> Infektionsvektor: Auch im zweiten Jahr in Folge waren Sicherheitslücken der am häufigsten identifizierte Infektionsvektor. Tatsächlich nahmen 37 Prozent der Vorfälle, auf die Mandiant im Berichtszeitraum reagierte ihren Anfang in der Ausnutzung einer Sicherheitslücke. Phishing machte im Gegensatz dazu nur 11 Prozent aus. Die Kompromittierung der Lieferkette nahm drastisch zu, von weniger als 1 Prozent im Jahr 2020 auf 17 Prozent im Jahr 2021.

>> Betroffene Branchen: Gewerbe und Professional Services sowie die Finanzbranche waren am häufigsten Ziel der Angreifer (jeweils 14 Prozent), gefolgt vom Gesundheitswesen (11 Prozent), dem Einzelhandel und dem Gastgewerbe (10 Prozent) und der Technologiebranche und Regierungen (jeweils 9 Prozent).

>> Neue vielschichtige Erpressungs- und Ransomware-TTPs: Mandiant hat beobachtet, dass vielschichtige Erpressungs- und Ransomware-Angreifer neue Taktiken, Techniken und Verfahren (TTPs) einsetzen, um Ransomware schnell und effizient in Unternehmensumgebungen einzusetzen. Die weitverbreitete Nutzung von Virtualisierungs-Infrastruktur in Unternehmensumgebungen hat diese zu einem bevorzugten Ziel für Ransomware-Angreifer gemacht.

"Der diesjährige M-Trends-Bericht liefert neue Erkenntnisse darüber, wie sich professionelle Angreifer weiterentwickeln und neue Techniken einsetzen, um sich Zugang zu Zielumgebungen zu verschaffen. Während Exploits weiterhin auf dem Vormarsch sind und der am häufigsten identifizierte Infektionsvektor bleiben, stellt der Bericht eine deutliche Zunahme von Angriffen auf die Lieferkette fest. Umgekehrt war in diesem Jahr ein deutlicher Rückgang von Phishing zu verzeichnen, was darauf zurückzuführen ist, dass Unternehmen besser informiert sind und diese Angriffsversuche besser erkennen und abwehren können. In Anbetracht zunehmender Nutzung von Exploits als anfänglichem Angriffsvektor müssen sich Unternehmen weiterhin auf die Umsetzung von Sicherheitsgrundlagen wie Asset-, Risiko- und Patch-Management konzentrieren." – Jurgen Kutscher, Executive Vice President, Service Delivery, Mandiant

"Vielschichtige Erpressung und Ransomware stellen Unternehmen aller Größen und Branchen weiterhin vor große Herausforderungen, wobei der diesjährige M-Trends-Bericht einen besonderen Anstieg der Angriffe auf die Virtualisierungsinfrastruktur feststellt. Der Schlüssel zum Aufbau von Widerstandsfähigkeit liegt in der Vorbereitung. Einen robusten Vorbereitungsplan zu entwickeln und ein gut dokumentierter und getesteter Wiederherstellungsprozess können Unternehmen helfen, einen Angriff erfolgreich zu bewältigen und schnell zum normalen Geschäftsbetrieb zurückzukehren." – Jurgen Kutscher, Executive Vice President, Service Delivery, Mandiant

"Chinesische Cyberspionage-Aktivitäten haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen, wobei Asien und die USA weiterhin die am stärksten betroffenen Regionen sind. Der diesjährige M-Trends-Bericht stellt einen besonderen Fokus auf Regierungsorganisationen sowie die Verwendung derselben Malware-Familien durch mehrere Cyberspionage-Akteure fest. Dies ist wahrscheinlich auf die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Tools durch unterschiedliche Gruppen zurückzuführen. Darüber hinaus erwarten wir mit der Umsetzung des 14. chinesischen Fünfjahresplans im Jahr 2021, dass die Cyberspionage-Aktivitäten zur Unterstützung der nationalen Sicherheit und der wirtschaftlichen Interessen Chinas in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden." – Charles Carmakal, Senior Vice President und Chief Technology Officer, Mandiant

"Mehrere Trends aus den Vorjahren setzten sich auch im Jahr 2021 fort. Mandiant stieß auf mehr Hackergruppen als je zuvor, einschließlich neu entdeckter Gruppen. Parallel dazu haben wir in diesem Untersuchungszeitraum mehr neue Malware-Familien entdeckt als je zuvor. Insgesamt deutet dies auf eine Bedrohungslandschaft hin, die in Bezug auf das Ausmaß und die Vielfalt der Bedrohungen weiter ansteigt. Wie die diesjährigen Fallstudien zu FIN12 und FIN13 zeigen, ist finanzieller Gewinn nach wie vor eines der Hauptmotive der beobachteten Angreifer. Aus der Sicht der Verteidiger gibt es trotz einer unglaublich herausfordernden Bedrohungslandschaft einige Verbesserungen. So weist dieser M-Trends-Bericht zum Beispiel die niedrigste je verzeichnete globale durchschnittliche Verweildauer von Angreifern in den Netzwerken ihrer Opfer auf. Darüber hinaus zeigten APAC und EMEA die größten Verbesserungen in mehreren Kategorien der Bedrohungserkennung im Vergleich zu den Vorjahren." – Sandra Joyce, Executive Vice President, Mandiant Intelligence, Mandiant

Methodik des M-Trends 2022-Berichts:

Die in M-Trends 2022 berichteten Daten basieren auf Mandiant-Untersuchungen von gezielten Angriffsaktivitäten, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 31. Dezember 2021 durchgeführt wurden. Die gewonnenen Informationen wurden bereinigt, um die Identitäten der Ziele und ihre Daten zu schützen.

(Mandiant: ra)

eingetragen: 17.06.22
Newsletterlauf: 26.07.22

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Meldungen: Studien

Unterschiede in der globalen Bedrohungslandschaft

Im Jahr 2023 blockierten die Sicherheitslösungen von Kaspersky in Deutschland auf 18,3 Prozent der industriellen Computer schädliche Objekte; dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (15,1 Prozent). Den Großteil der Bedrohungen machten Internet-Ressourcen auf Denylisten (5,8 Prozent), schädliche Skripte und Phishing-Seiten (6,1 Prozent) sowie schädliche Dokumente (1,5 Prozent) aus.

Zunahme des Online- und Mobile Banking setzt sich fort

In Deutschland gibt es Online-Banking nun seit fast 30 Jahren. Wie bei den meisten Technologien dauerte es auch hier eine ganze Weile, bis sich das Verfahren in der breiteren Bevölkerung etablieren konnte. Inzwischen nutzt es aber in Deutschland, wie eine repräsentative Umfrage des Bankenverbandes zeigt, der Großteil der erwachsenen Bevölkerung. Auch das Sicherheitsempfinden der Nutzerinnen und Nutzer hat sich weiterhin positiv entwickelt.

Prüfung der NIS2-Readiness

Die Cybersicherheit gewinnt für Unternehmen in ganz Europa immer mehr an Bedeutung, aus diesem Grund hat das Sans Institute eine aufschlussreiche Umfrage gestartet, um die Bereitschaft und das allgemeine Bewusstsein für die NIS2-Richtlinie der EU zu bewerten. Die Initiative "The Sans Survey: NIS2 Directive Readiness & Awareness" ist ein entscheidender Schritt, um zu verstehen, wie gut Unternehmen auf die umfassenden Änderungen vorbereitet sind, die diese bedeutende Aktualisierung der Cybersicherheitsvorschriften mit sich bringt.

Erpresser-Malware im Bausektor

Ontinue hat ihren ersten Threat Intelligence Report veröffentlicht. Der Bericht gibt unter anderem einen umfassenden Einblick in die aktuelle Bedrohungslage im Cyberspace und zeigt auf, welche Hackerattacken die unterschiedlichen Branchen besonders oft heimsuchen. Eine zentrale Erkenntnis des Reports: Die IT- und Baubranche trifft Ransomware am häufigsten.

Professionelle Arbeitsumgebung erhalten

Laut der Daten, die das Cybersicherheitsunternehmen NordLayer gesammelt hat, sperrt ein beträchtlicher Anteil der Arbeitgeber (72 Prozent) böswillige Webseiten und Inhalte für Erwachsene. Böswillige Webseiten können zu schweren Sicherheitsbedrohungen führen, indem sie Malware verbreiten, während Webseiten mit Erwachseneninhalten oft aufgrund von Bedenken wegen unangemessener Inhalte und möglicher Produktivitätsverluste gesperrt sind.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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