Bad Bots haben Hochkonjunktur

E-Commerce: Ziel von DDoS-Attacken - Was können Onlinehändler dagegen tun?

Webanwendungen vor bösartigen Bots schützen



Von Dr. Klaus Gheri, General Manager Network Security bei Barracuda Networks

Die gegenwärtige Pandemie und die damit geltenden Regeln, zuhause zu bleiben, tun ihr Übriges. Mithin viel zu tun für die Onlinehändler – und für Hacker. Denn E-Commerce-Webseiten werden in dieser Hochzeit des Onlineeinkaufs zu einem bevorzugten Ziel für Cyberkriminelle. Denn die setzen verstärkt Bots ein, um DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) auszuführen, betrügerische Einkäufe zu tätigen und nach Schwachstellen zu suchen, die sie für ihre unlauteren Zwecke nutzen können. Im Zuge einer Test-Webanwendung durchgeführten Advanced BOT-Protection registrierte Barracudas Research Lab Mitte November Millionen Angriffe ausgehend von Tausenden verschiedenen IP-Adressen.

Bot-Hirten nutzen den normalen Arbeitstag

Cyberkriminelle sind ganz offensichtlich keine Kapuzenpulli-tragende IT-Nerds, die sich nächtens auf die Suche nach lohnenden Opfern begeben. So warten Bots nicht bis Mitternacht, um anzugreifen. Tatsächlich erreicht die Bot-Aktivität am späten Vormittag ihren Höhepunkt und fällt erst gegen 17 Uhr ab, was darauf hindeuten könnte, dass sogenannte Bot-Hirten ebenfalls eine recht normale Arbeitszeit haben.

Wie Cyberkriminelle gutartige User-Agents täuschen, indem sie neue Muster für diese Art von Angriffen anwenden, zeigen folgende Erkenntnisse.

• Bad Bot Personas sind Bots, die aufgrund ihres Verhaltensmusters als bösartig identifiziert wurden. Bösartige Bots werden nach User-Agent gruppiert, aber einige User-Agents sind gutartig. GoogleBot als Beispiel eines gutartigen Bots durchsucht Webseiten und fügt diese zu Suchranglisten hinzu, sollte also nicht blockiert werden. Google nutzt viele verschiedene User-Agents:

Bösartige Bots versuchen, bekannte User-Agents zu fälschen. Um eine Unterscheidung zwischen Gut und Böse treffen zu können, verwenden IT-Security-Fahnder unter anderem folgende Methoden:

1. "Aufstellen" von Honeytraps wie etwa versteckte URLs und JavaScript-Challenges. Bots folgen Links und reagieren auf JavaScript-Challenges im Vergleich zu Menschen natürlich anders.

2. Verwendung von rDNS (Reverse-DNS-Lookup), um zu prüfen, ob ein Bot aus der angegebenen Quelle stammt.

3. Prüfen, ob der Client versucht, auf URLs zuzugreifen, die von gängigen Fingerprint-Attacken auf Anwendungen verwendet werden.

4. Können diese Methoden den Bot nicht abfangen, kommen weitere Analysen mittels maschinellem Lernen zum Einsatz.

Im November gesammelte Daten zeigen eine Zunahme der folgenden Bad Bot Personas: HeadlessChrome, yerbasoftware und M12bot, weit vor aktuellen Browsern wie etwa Microsoft Edge.

Der Nicht-Standard-User-Agent/Böswillige User umfasst die folgenden Kategorien:

• Bots, die vorgeben, ein bestimmter Browser zu sein, aber eine nicht standardisierte Zeichenfolge verwenden.

• Bots, die vorgeben, eine bestimmte Software zu sein, aber eine nicht standardisierte Zeichenfolge verwenden.

• Bots, die vorgeben, ein bestimmter Browser zu sein, aber aufgrund ungewöhnlicher Browsing-Muster oder anderer Bot-Checks entdeckt werden.

• Bots, die vorgeben, ein "guter" Bot zu sein, aber mit rDNS-Lookups entdeckt werden.

Bei der Prüfung, welcher ISP (Internet System Provider) oder welche ASN (Autonomous System Number) die Quelle der schlechten Bot-Aktivität ist, fanden sich sowohl indische Mobilfunkanbieter-Subnetzbereiche als auch einige der großen Public-Cloud-Provider. Dies zeigt, dass die Quelle der Bots möglicherweise international ist, obwohl dies vom Bot und der Webseite, auf die er abzielt, abhängt. Dies zeigt, dass die Quelle der Bots möglicherweise international ist, obwohl dies vom Bot und dem jeweils anvisierten Standort, abhängen würde.

Tipps zum Schutz vor Bot-Angriffen

E-Commerce-Teams sollten die folgenden Schritte unternehmen, um ihre Webanwendungen vor bösartigen Bots zu schützen:

• Nutzung einer adäquat konfigurierten Web Application Firewall (WAF) oder einer WAF-as-a-Service-Lösung.

• Anwendungssicherheitslösungen sollten einen Anti-Bot-Schutz enthalten, um fortgeschrittene automatisierte Angriffe effektiv erkennen zu können.

• Aktivieren von Credential Stuffing Protection, um eine Kontoübernahme (Account Take Over) zu verhindern.

(Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 01.01.21
Newsletterlauf: 18.03.21

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Meldungen: Unternehmen

Schutz vor Phishing-Angriffen

Edge, Firefox, Chrome und vielleicht sogar der Internet Explorer - der Zugang zum Internet ist eine der größten Schwachstellen für Cyberattacken, denn Malware dringt in der Regel über den Browser oder die besuchte Website in Unternehmensnetzwerke ein. Um Unternehmen noch besser zu schützen, arbeiten der IT-Sicherheitsexperte Rohde & Schwarz Cybersecurity und Island, der Enterprise-Browser, künftig noch enger zusammen

CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

Risiko, Readiness, Recovery, Rebuild-Funktionen

Commvault hat die Übernahme von Appranix, einem Unternehmen für Cloud-Cyberresilienz, bekannt gegeben. Mit dieser Akquisition unterstützt Commvault Unternehmen dabei, nach einem Ausfall oder Cyberangriff noch schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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