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DSGVO-Tipps für Nachzügler


Wie Unternehmen ein DSGVO-taugliches Datenbewusstsein für die digitale Welt entwickeln
Umdenken im digitalen Zeitalter: Daten zum Zentrum der Unternehmensprozesse machen



Von Michael Scheffler, Regional Director CEEU, Bitglass

Am 25. November war es sechs Monate her, dass die Datenschutzgrundverordnung mit Ende der Übergangsfrist endgültig in Kraft getreten ist. Bis zu diesem historischen Datum im Mai diesen Jahres herrschte eine große Verunsicherung bei Organisationen aller Art darüber, inwieweit die neuen Vorschriften ihre Prozesse betreffen und was getan werden muss, um diese einzuhalten. Und nun? Nach einem halben Jahr scheint sich an diesem Zustand nicht grundlegend etwas geändert zu haben. Wie aus einer aktuellen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom unter 500 Unternehmen in Deutschland hervorgeht, haben sich die Unternehmen auf dem Weg zur DSGVO-Compliance weitestgehend überschätzt: So hat nur etwa ein Viertel (24 Prozent) alle Vorgaben bisher vollständig umgesetzt, weitere 40 Prozent nach eigenen Angaben größtenteils und fünf Prozent stehen immer noch am Anfang.

Unterdessen hat Facebook einen ersten Datenskandal nach DSGVO-Maßstäben geliefert, ebenso soll ein Krankenhaus in Lissabon auf Grund eines Verstoßes eine Strafe von 400.000 Euro zahlen, da Patientendaten auch externen Dienstleistern zugänglich waren und mittlerweile stehen selbst Klingelschilder bei einigen Experten als rechtswidrig im Verdacht. Gleichzeitig scheinen auch die Regulierungsbehörden noch ein wenig mit der Anwendung des neuen Regelwerks zu kämpfen. Ihnen schlägt auch die Reaktion von Unternehmensverbänden entgegen, die Anpassungen der Gesetzgebung und einen konkreten Maßnahmenkatalog fordern. Eine systematische Überprüfung der Compliance einzelner Unternehmen scheint derzeit allerdings nicht zu drohen. Somit sinkt in Betrieben, die gegenwärtig noch mit den DSGVO-Anforderungen kämpfen, die Priorität für die Umsetzung weiter ab.

Der Umgang mit Daten wird zum Wettbewerbskriterium in der digitalen Welt
Dabei wird sich auf lange Sicht der Umgang mit Daten zu einem wesentlichen Bestandteil digitaler Geschäftsmodelle entwickeln, in mehrfacher Hinsicht: Einerseits ist die Auswertung von generierten Daten im Geschäftsalltag wesentlich für die Weiterentwicklung von Produkten und Services und somit schlussendlich für den Absatz. Darüber hinaus wird sich allerdings auch der Umgang mit den persönlichen Daten der Kunden zu einem entscheidenden Wettbewerbsmerkmal entwickeln. Der Grundstein dafür wurde mit der DSGVO gelegt.

Und die Tatsache, dass die Entwicklung vergleichbarer Regularien mittlerweile auch jenseits der EU diskutiert wird darunter Apple-Chef Tim Cook, der die DSGVO als hervorragende Grundlage für weltweite Datenschutzstandards preist - ist ein deutliches Indiz dafür. Womit Unternehmen derzeit allerdings noch zu kämpfen haben, ist die Tatsache, dass die DSGVO für eine überaus heterogene digitale Wirtschaft geschaffen wurde. Mit den Vorschriften zielte die Europäische Union vor allem auf große Konzerne wie Google und Facebook, deren technologische Fähigkeiten in der Datenerhebung und -verarbeitung am weitesten fortgeschritten sind. Die Vorreiter als Grundlage für die Regulierung automatisierter Datenerhebungsprozesse in der digitalen Wirtschaft heranzuziehen, war eine wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit und Zukunftsfähigkeit der DSGVO.

Derzeit sind jedoch noch nicht alle Unternehmen in derselben Ausprägung "digital" wie die führenden Global Player zumindest, was die Erhebungs- und Verarbeitungsfähigkeiten großer Datenmengen anbelangt. Die DSGVO-Vorgaben gelten allerdings ebenso für analoge Prozesse, was in manchen Betrieben oder kleineren Organisationen zum Teil an den Rand der Absurdität führt zumindest noch. Für die Zukunft ist jedoch davon auszugehen, dass im Zuge der digitalen Transformation vergleichbare Technologien auch von kleineren Organisationen standardmäßig genutzt werden. Zudem ist es wahrscheinlich, dass sich allgemein die Ansprüche von Endkunden an das Datenschutzniveau langfristig erhöhen werden.

Da die Datenverarbeitungsprozesse in Unternehmen stark variieren, ist es schwierig, einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, der die Bedürfnisse jedes einzelnen Unternehmens optimal abdeckt. Doch auch als Nachzügler in Sachen DSGVO-Compliance sollte man sich nicht bis in alle Ewigkeit darauf verlassen, dass die Regulierungsbehörden nicht genau hinsehen werden. Nicht zuletzt deshalb, weil fehlende geeignete Prozesse für den Schutz von Daten sich auch nachteilig auf die Gunst der Kunden auswirken können.

Für all diejenigen, die nach wie vor mit den Regularien zu kämpfen haben, können folgende einfache Maßnahmen helfen, sich an die Anwendung der DSGVO heranzutasten:

1. Daten, Anwendungen und Personen ermitteln: Ein guter Ausgangspunkt ist eine einfache Fragestellung: Was, wo und wer? Was für Daten werden an welcher Stelle im Geschäftsprozess erhoben? Dabei ist es sinnvoll mit dem wesentlichen, den personenbezogenen Daten anzufangen und sich mit dem Begriff derselben vertraut zu machen. Als personenbezogene Daten gelten dabei nicht nur Angaben zur Person, sondern weitere Daten, die eine natürliche Person bestimmbar machen, beispielsweise die IP-Adresse. Wo, beziehungsweise auf welchen Wegen werden diese erhoben, an welcher Stelle haben Kunden die Gelegenheit zur Einwilligung und in welchen Softwareanwendungen werden diese verarbeitet und gespeichert? Und zu guter Letzt wer im Unternehmen hat Zugriff und welche Nutzungsrechte für welche Menge an Daten?

2. Verschlüsselungstechnologien nutzen: Worst Case im Sinne der DSGVO ist der Verlust von personenbezogenen Daten an unbefugte Dritte, beispielsweise durch den Datenverlust im Rahmen einer IT-Sicherheitslücke. Geschieht dies, ist das betroffene Unternehmen verpflichtet, die betroffenen Kunden sowie die Aufsichtsbehörden innerhalb von 72 Stunden über den Vorfall zu unterrichten. Auch für Unternehmen dürfte dieses Szenario wohl unter dem Begriff "Alptraum" rangieren. Es empfiehlt sich daher, geeignete Daten-Verschlüsselungstechnologien zu implementieren, um sicherzugehen, dass Kundendaten auch im schlimmsten möglichen Fall geschützt sind. Werden Verschlüsselungstechnologien angewendet und sind damit die verloren gegangenen Daten für Dritte unbrauchbar, entfällt zudem auch die Informationspflicht gegenüber dem Kunden, wie in Artikel 34, Abs. 3a) dargelegt.

3. Datenschutz zum Bestandteil der Unternehmenskultur machen: Der Schutz von Daten immerhin die Grundlage eines digitalen Unternehmens sollte alle angehen und nicht ausschließlich auf Verantwortliche wie den Datenschutzbeauftragten oder IT-Administratoren beschränkt bleiben. Mitarbeiter bilden regelmäßig die Schnittstelle zu wichtigen Daten und sollten für die Probleme im Umgang mit Daten sensibilisiert werden. Ein angemessenes Problembewusstsein auf Seiten der Mitarbeiter kann sich insbesondere in unvorhergesehenen Ausnahmefällen bezahlt machen. Wenn beispielsweise der E-Mailserver ausfällt, sollte es für alle Betroffenen selbstverständlich sein, dass sie nicht auf andere Lösungen wie private E-Mailpostfächer bei Drittanbietern ausweichen und somit sensible Unternehmensdaten einem Sicherheitsrisiko aussetzen.

Daher sollten Beteiligte aller Unternehmensebenen für die Probleme im Umgang mit Daten sensibilisiert werden. Schulungen sind zwar ein nützliches Mittel, um strukturiert die wichtigsten Sachverhalte zu vermitteln, doch der Lerneffekt lässt erfahrungsgemäß nach, wenn die Inhalte im Tagesgeschäft keinerlei Anwendung finden. Der Umgang mit Daten und deren Rolle in den Geschäftsprozessen sollte daher immer wieder in alltägliche Diskussionen einfließen, ob in Teammeetings, Einzelgesprächen oder auch mal kurz beim lockeren Gespräch in der Kaffeepause. Dies führt letztendlich dazu, dass Mitarbeiter bewusster und verantwortungsvoller mit Daten umgehen.

Bei der Datenschutzgrundverordnung geht es weniger darum, Maßnahmen "abzuarbeiten", um einer Vorschrift zu entsprechen, sondern sie ist ein Weckruf für Unternehmen, ihre Datenverarbeitungsprozesse zukunftsfähig auszurichten. Die digitale Welt verändert sich beständig weiter, dementsprechend ist auch der Schutz der Daten ein fortlaufender, dynamischer Prozess. Unternehmen sollten daher ihre Erhebungs-, Verarbeitungs- und Sicherungsprozesse regelmäßig evaluieren und stets nach technischen Verfahren Ausschau halten, mit denen sich diese verschlanken lassen. Dies ist wesentlich für eine starke Position im Marktwettbewerb. Auch wenn gegenwärtig der Umgang mit Daten noch wenig reguliert erscheinen mag und wegweisende Präzedenzfälle erst noch entstehen müssen, die Bedeutung des Datenschutzes im digitalen Zeitalter steht fest dies markiert auch die ePrivacy-Verordnung, die gegenwärtig noch ausgearbeitet wird. (Bitglass: ra)

eingetragen: 21.11.18
Newsletterlauf: 30.11.18

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Unzählige Gründe, die zu DSGVO-Bußgeldern führen

Wenn es um den Datenschutz geht, sind die deutschen Behörden alles andere als zimperlich: Seit Inkrafttreten des Datenschutzgesetzes 2018 hat die Datenschutzbehörde DSGVO-Bußgelder in Höhe von 69 Millionen Euro erlassen – und landet im europäischen Vergleich, direkt nach Italien, auf Rang 2. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group aufmerksam. "Ganz offensichtlich läuft auch drei Jahre nach Einführung der DSGVO noch längst nicht alles datenschutzkonform in deutschen Unternehmen", schätzt Geschäftsführerin Patrycja Schrenk. Vor allem seit 2020 stiegen Strafen und Sanktionen empfindlich – sowohl in ihrer Anzahl, als auch in der Höhe der verhängten Bußgelder. So wurden, nach Informationen des Datenschutzbeauftragten der Länder und des Bundes, 2019 noch 187 Verstöße gezählt, 2020 hingegen 301. Längst sind nicht nur Großkonzerne wie H&M, Google, oder jüngst: Amazon, betroffen. Das Gros der im drei- bis fünfstelligen Bereich liegenden DSGVO-Sanktionen in 2020 wurde gegen kleine und mittlere Unternehmen sowie Vereine und Soloselbstständige verhängt. "Die DSGVO wurde geschaffen, um Datenkraken das Handwerk zu legen. Doch sie gilt auch für Kleinstunternehmen, kleine und mittelständische Betriebe. Und gerade in dieser Unternehmensgröße kann ein DSGVO-Bußgeld schnell existenzbedrohend werden", mahnt Schrenk zur Einhaltung des Datenschutzgesetzes. Eine DSGVO-Strafe kann für einen Mittelständler schnell existenzvernichtend werden.

Datenrisiko-Report für den Produktionssektor

Wie gut ist die verarbeitende Industrie angesichts steigender Cyberbedrohungen wie gezielten Ransomware-Attacken, staatlich unterstützten Angreifern auf der Suche nach geistigem Eigentum oder böswilligen Insidern aufgestellt? Der neue Datenrisiko-Report für den Produktionssektor von Varonis Systems zeigt ein gravierendes Ausmaß an Exposition interner und sensibler Dateien bei Fertigungsunternehmen. So hat jeder Mitarbeiter durchschnittlich Zugriff auf gut 6 Millionen Dateien (18 Prozent des gesamten Datenbestands), wovon 27.000 sensible Informationen wie geistiges Eigentum, Geschäftspläne und Finanzinformationen enthalten. Im Falle einer Kompromittierung etwa in Folge eines Ransomware-Angriffs sind diese unmittelbar gefährdet. Für den Report wurden insgesamt rund vier Milliarden lokal, in der Cloud sowie in hybriden Umgebungen gespeicherte Dateien im Rahmen von Datenrisikobewertungen bei 50 Produktionsunternehmen weltweit (unter anderem in den USA, Deutschland, Frankreich und UK) analysiert. "Fertigungsunternehmen verfügen über sensible und ausgesprochen wertvolle Daten und werden deshalb immer häufiger zum Ziel von Angriffen. Gerade in jüngster Zeit konnten wir sehen, welche verheerenden Folgen Ransomware gerade auch in diesem Bereich hat und ganze Anlagen außer Betrieb setzen kann", erklärt Michael Scheffler, Country Manager DACH von Varonis Systems. "Ein Schlüssel zur Begrenzung des Schadens sind die Zugriffsrechte. Wird ein Nutzerkonto kompromittiert, sind alle Dateien, auf die es zugreifen kann, in akuter Gefahr. Entsprechend gilt es, diesen Explosionsradius auf ein Minimum zu reduzieren."

MDR löst ein echtes Problem

Viele Unternehmen hoffen darauf, für ihre IT-Sicherheit externe Ressourcen an Bord zu holen. Managed Detection and Response, kurz MDR, ist daher eine relativ neue und immer wichtigere Dienstleistung in der Cybersicherheitsbranche. Doch was kann MDR leisten und worauf ist bei der Auswahl eines Dienstes zu achten? Der Artikel gibt dazu drei Ratschläge und fordert Standards für MDR ein: proaktives Handeln, Suche nach Cyberbedrohungen und 24/7-Verfügbarkeit der Dienste. Es gibt zahlreiche verschiedene Definitionen von MDR und welche wohl am besten passt, ist größtenteils eine akademische Frage. Denn Anbieter erbringen MDR-Dienste auf unterschiedliche Weise, was es schwer macht, sie zu kategorisieren und zu vergleichen. Unternehmen und ihre IT-Security setzen jedoch bereits vermehrt auf externe MDR-Dienste, weil sie Mühe damit haben, alleine auf die eigenen Ressourcen aufbauend mit immer mehr und neueren Gefahren Schritt zu halten: Ein durchschnittliches SOC (Security Operations Center) erhält täglich mehr als 10.000 Warnmeldungen. Diese Zahl kann so überwältigend sein, dass viele SOC-Teams tatsächlich weniger als die Hälfte der eingehenden Alarme überhaupt priorisieren können. Den meisten SOC-Teams fehlt nicht nur die Zeit oder Manpower, sondern oft auch das Fachwissen, um eine vollständige Analyse eines Vorfalls durchzuführen, was zu unzureichenden Reaktionen führt. Systeme werden zudem ineffektiv wiederhergestellt. Hier setzt MDR als Dienst an.

Sicherstellung notwendiger Berechtigungen

Unternehmen haben in einer Welt voller Cyber-Sicherheitsbedrohungen viel zu stemmen: Mobile Arbeitsplätze wie das Home-Office wollen genauso abgesichert sein wie die unternehmenseigenen Arbeitsplätze und in beiden Fällen werden unzählige Geräte und Anwendungen genutzt. Blindes oder automatisches Vertrauen würde das Risiko für Datenlecks immens erhöhen – eventuell ausgelöst von Unternehmensinternen, die sich ungeprüft und absolut uneingeschränkt durchs Netzwerk bewegen. "Mit dem Sicherheitskonzept Zero Trust kann es gelingen, die Sicherheit maßgeblich zu steigern. Es basiert auf dem Grundsatz, weder Geräten noch Nutzenden oder Diensten innerhalb sowie außerhalb des eigenen Netzwerks zu vertrauen", rät Patrycja Schrenk, Geschäftsführerin der PSW Group. Dem Zero Trust-Modell folgend werden selbst Anfragen dann nicht automatisch als vertrauenswürdig eingestuft, wenn sie aus dem Unternehmensnetzwerk kommen: "Das heißt, es werden sämtliche Elemente – also alle Geräte, Dienste und Anwendenden – genauso behandelt, als kämen sie aus offenen und unsicheren Netzwerken. Dem Zero Trust-Prinzip folgend, wird weder authentifizierten Nutzenden sowie Endgeräten noch VPN-Verbindungen getraut – auch wenn sie grundsätzlich als sicher eingestuft werden", verdeutlicht die IT-Sicherheitsexpertin.

Phishing-Schutz im Home-Office

Mit dem Wechsel zahlreicher Mitarbeiter ins Home-Office ist die Gefahr für viele Unternehmen gestiegen, Opfer von Phishing-Attacken zu werden. "Vielen Menschen fehlt im Home-Office die Möglichkeit, verdächtige E-Mails oder Anrufe schnell mit Kollegen zu besprechen. Ohne den hier hilfreichen Flurfunk sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter anderweitig sensibilisieren", sagt Markus Schaffrin, Sicherheitsexperte und Geschäftsbereichsleiter Mitgliederservices im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. Mitarbeiter sind zuhause relativ isoliert zudem ihren Emotionen stärker ausgeliefert, was sich Angreifer womöglich zunutze machen. Der Zugriff per Remote auf Unternehmensdaten ist heute Standard, daher konzentrieren sich Cyberkriminelle speziell auf Sicherheitslücken in diesem Umfeld. Die größte Bedrohung geht dabei seit Jahren von Ransomware aus, so eine Erkenntnis der eco IT-Sicherheitsstudie 2021. Kriminelle versuchen dabei, Erpressungstrojaner mittels Schadcode in den IT-Systemen zu platzieren, um diese zu verschlüsseln, Kundendaten zu stehlen und Lösegeld zu fordern. Das sollten Unternehmen jedoch auf keinen Fall zahlen, rät das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik).

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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