Sicherheit, Datenschutz und Compliance


So verhindern Sie Sicherheitslücken durch SSL-verschlüsselten Traffic
Checkliste: Fünf Fehler und vier Lösungsansätze

(04.03.16) - SSL/TLS-Verschlüsselung ist eine weit verbreitete Technologie, wenn es gilt, die Kommunikation mit internen und externen Servern abzusichern. Ihr Einsatz beeinträchtigt jedoch die Wirksamkeit anderer Security-Systeme, weil diese keine Einsicht in den verschlüsselten Traffic nehmen können , und erhöht so das Risiko erfolgreicher Angriffe. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass im Jahr 2017 über die Hälfte aller Angriffe auf Unternehmensnetzwerke verschlüsselten Traffic nutzen werden, um Sicherheitskontrollen zu umgehen.

Verschlüsselter Traffic entwickelt sich damit zunehmend zu einem gefährlichen Angriffsvektor. Grund genug, um über die fünf häufigsten Fehler zu sprechen, die Unternehmen beim Monitoring des Netzwerk-Traffics machen:

Fehlende Aufmerksamkeit. Gartner stellt fest, dass viele Unternehmen die Gefahr durch SSL/TLS nach wie vor unterschätzen. So verfügen nur die wenigsten über eine offizielle Policy für die Kontrolle und das Management von verschlüsseltem Traffic. Weniger als die Hälfte aller Unternehmen mit dediziertem Secure Web Gateway (SGW) entschlüsselt ausgehenden Web-Traffic. Weniger als 20 Prozent aller Unternehmen mit einer Firewall, einem Intrusion Prevention System (IPS) oder einer Unified Threat Management (UTM)-Appliance entschlüsseln eingehenden oder ausgehenden SSL-Traffic.

Keine dedizierten Systeme. Viele Unternehmen investieren im Bereich SSL-Entschlüsselung nicht zielgerichtet. Sie geben viel Geld für die unterschiedlichsten Lösungen vom IDS/IPS über DLP und NGFW bis hin zu Malware Analysis aus. Diese Technologien decken zwar viele Sicherheitsaspekte ab, integrieren SSL Inspection aber nur als Add-On-Feature, und bieten allenfalls eingeschränkte Transparenz für Web/HTTPS-Traffic. Hinzu kommt, dass dann meist mehrere Appliances eingesetzt werden müssen, weil die Inspektion des SSL-Traffics äußerst Prozessor-lastig ist. Das macht den Betrieb einer solchen Lösung teuer, ineffektiv und aufwendig.

Stop-and-Go-Projekte. Projekte zur Entschlüsselung von verschlüsseltem Traffic verlaufen selten reibungslos. Um die Einhaltung aller Gesetze, Compliance-Vorgaben und Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten, müssen die Rechts- und Personalabteilungen, die Betriebsräte und die Compliance-Beauftragten in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Zudem besteht immer die Gefahr, Mitarbeiter zu verärgern (z.B. "Warum durchforstet die IT meine E-Mails?"), was die Umsetzung der Entschlüsselungs-Projekte zusätzlich verzögert und erschwert.

Unzureichender Schutz. Malware missbraucht SSL, um Schaden anzurichten. So verwendet laut Gartner das pervasive Bot-Netz "Zeus" SSL/TLS-verschlüsselte Kommunikationskanäle, um die Malware auf infizierten Systemen mit zusätzlichem Schadcode zu aktualisieren. Nach Erkenntnissen der Blue Coat Research Labs verwendet auch der Trojaner Dyre bei der C2C-Kommunikation (Command & Control) ähnliche Mechanismen (z. B. Upatre), um die Verbindung mit seinen C2C-Servern zu tarnen.

Argloser Umgang mit der Cloud. Im Zuge der rasanten Einführung von Cloud-Apps und -Services präsentieren sich die IT-Landschaften der Unternehmen umfangreicher und komplexer als je zuvor. Der SSL/TLS-verschlüsselte Traffic nimmt kontinuierlich zu, und auch die Angriffsfläche wird größer. Moderne Anwendungen wie Social Media, Cloud Storage, Suchdienste und Cloud-basierte Software nutzen immer öfter SSL/TLS als Basis ihrer Kommunikation. Es wird also immer wichtiger, diese Anwendungen durchgehend auf böswillige Inhalte und Aktivitäten hin zu überwachen. Darüber hinaus wirft die zunehmende Verbreitung dieser Anwendungen viele Fragen zur strategischen Verwendung von Ver- und Entschlüsselung auf.

Die folgenden vier Schritte helfen Ihnen, Sicherheitslücken durch SSL in Ihrem Netzwerk zu vermeiden:

>> Status Quo feststellen: Machen Sie eine Bestandsaufnahme und planen Sie für künftiges Wachstum: Ermitteln Sie den Anteil und das Volumen des SSL-Traffics in Ihrem Netzwerk.

>> Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit: Bewerten Sie das Risiko durch ungeprüften Traffic: Sprechen Sie mit Ihrer Rechts- und Personalabteilung, Ihrem Betriebsrat und Ihren Compliance-Beauftragten über die Themen Ver- und Entschlüsselung. Analysieren und optimieren Sie Ihre Policies gemeinsam im Hinblick auf Sicherheit, Datenschutz und Compliance. Entwickeln Sie zusammen einen Aktionsplan zur Beseitigung eventueller Schwachstellen.

>> Encrypted Traffic Management: Erweitern Sie Ihre Netzwerk-Security um ein umfassendes Encrypted Traffic Management und schöpfen Sie so das volle Potenzial Ihrer vorhandenen NGFW, IDS/IPS, AV- und DLP-Systeme, Malware-Analysesysteme (Sandbox) und Security Analytics Plattformen aus. Auf diese Weise erkennen Sie auch Threats in verschlüsseltem Traffic und können angemessen reagieren.

>> Behalten Sie Ihre Policies im Auge: Für Verschlüsselungsprojekte sind komplexere Richtlinien und ausgereifte Technologien von Nöten. Optimieren Sie Ihre Policies zum Einsatz verschlüsselter Anwendungen und zum Umgang mit ein- und ausgehendem Traffic und stellen Sie eine durchgängige Umsetzung sicher.
(Blue Coat Systems: ra)

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Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

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