Die fünf großen Gefahren für die IT-Sicherheit

Soziale Plattformen werden als Bedrohung oft unterschätzt

Ein Großteil aller Cyber-Angriffe erfolgt über Phishing-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen



Schwachstellen in der IT-Infrastruktur können zum Einfallstor für Hacker werden. Aber auch ein mangelndes Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter erhöht das Risiko für erfolgreiche Angriffe von außen. HP nennt fünf große Gefahren für die IT-Sicherheit. Mit der Digitalisierung und Vernetzung nehmen auch die möglichen Angriffspunkte für Cyber-Kriminelle zu. Viele Unternehmen unterschätzen dieses Risiko. Wer sich zuverlässig schützen will, sollte die größten Sicherheitsrisiken für die IT-Infrastruktur in Unternehmen kennen.

Schadsoftware über Phishing-Mails: Ein Großteil aller Cyber-Angriffe erfolgt über Phishing-Mails mit manipulierten Links oder Anhängen. Ganz gezielt verschaffen sich Hacker so Zugriff auf Unternehmensnetzwerke. Es geht um den Diebstahl von Anmeldeinformationen oder die Verbreitung von Malware. Die Zeiten, in denen Phishing-Mails einfach zu erkennen waren, sind lange vorbei. Sie sind authentisch und von echten Mails fast nicht zu unterscheiden. Eine Dynamit-Phishing-Mail der neuesten Generation hängt beispielsweise gestohlene Mails an, um so eine schon existierende Kommunikation aufzugreifen. Der Trojaner Emotet beispielsweise, der seit 2014 zahlreiche Rechner infiziert hat und aktuell wieder aktiv ist, hat mit Dynamit-Phishing seine Angriffe perfektioniert. Eine anderes Angriffsszenario bilden täuschend echt aussehende Links auf einer täuschend ähnlichen Benutzeroberfläche. Der ahnungslose Nutzer meldet sich auf der Fake-Seite an und gibt somit seine Zugangsdaten preis.

Downloads von Dateien: Bei Downloads von Dateien aus externen Quellen – ob nun durch die Installation von Programmen oder durch das Starten von FTP-Filetransfers – besteht immer die Gefahr, Opfer von Malware-Angriffen zu werden. Die Angriffsvarianten reichen von Fake-Updates, URL-Weiterleitungen, DNS-Manipulationen sowie fingierten Treibern und Systemtools.

Social-Media-Seiten: Soziale Plattformen werden als Bedrohung oft unterschätzt. Dabei sind sie ein idealer Ort für Betrüger – Nutzer tappen schnell in die Falle. Neben der Platzierung von Malware können Angreifer hier Informationen über Mitarbeiter sammeln, die sie später für gezielte Phishing-Kampagnen nutzen.

Schatten-IT: Nutzen Mitarbeiter ohne Wissen der IT-Abteilung ihre eigenen Apps oder gar Hardware, erhöht sich das Risiko für Cyber-Attacken. Da diese Schatten-IT unterhalb des Radars der IT-Abteilung bleibt, ist es unmöglich, sie in die üblichen firmeninternen Schutzmechanismen und Update-Zyklen zu integrieren.

Ungepatchte Rechner: Zahlreiche Attacken geschehen nicht mit Hilfe von ausgefeilten Angriffskits, sondern nutzen bekannte Schwachstellen. Viele Unternehmen brauchen aber noch immer zu lange, um sicherheitsrelevante Systemupdates über die komplette Hardware-Flotte auszurollen. Ein bekanntes Beispiel ist die Schadsoftware WannaCry. Sie infizierte innerhalb weniger Tage Hunderttausende Rechner. WannaCry nutzte eine bekannte Windows-Schwachstelle aus, die Microsoft bereits Wochen vorher gepatcht hatte. Gleichzeitig können vermeintliche System-Updates eine Gefahr sein, wenn sie vom Mitarbeiter selbst gestartet und von einer nicht qualifizierten Webseite heruntergeladen werden.

"Hinter den Angriffen stecken heute einerseits organisierte Hackergruppen mit immer raffinierteren Methoden. Andererseits machen es vermeidbare Sicherheitslücken und zu oft menschliches Fehlverhalten den Kriminellen zu einfach: Ein unachtsamer Klick genügt und der Cyber-Angreifer erhält Zugang zu unternehmenskritischen Daten. Im schlimmsten Fall breiten sich Computerviren dann im gesamten Netzwerk aus", erklärt Jochen Koehler, Sales Director Security Solutions bei HP. "Mit klassischen Sicherheitslösungen werden Unternehmen längst nicht mehr Herr über die zahlreichen Angriffsvektoren. Einzige sinnvolle Schutzmaßnahme für diese Art von Angriffen ist die Isolation der jeweiligen Anwendung durch Micro-Virtualisierung." (HP: ra)

eingetragen: 30.10.20
Newsletterlauf: 22.10.20

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Tipps für sicheres Surfen im Internet

Jeden Tag nutzen Millionen von Menschen das Internet, um auf die verschiedenen Suchmaschinen im Web zuzugreifen und sich über das Tagesgeschehen auf dem Laufenden zu halten. Sie kommunizieren effektiv zwischen Regionen, Ländern und Kontinenten, um miteinander in Kontakt zu bleiben und verschiedene Aufgaben zu bewältigen, die für mehr Komfort und Wohlbefinden sorgen.

Bösartiges Implantat in einer Code-Sammlung

Nachdem Anfang August eine Cyber-Attacke auf Tausende GitHub-Verzeichnisse und damit die gesamte Software-Lieferkette dieser Open Source Community bekannt geworden ist, rückte die Bedrohlichkeit von Supply-Chain-Angriffen wieder in das öffentliche Bewusstsein. Im Fall von GitHub (seit dem 26. Dezember 2018 gehört das Unternehmen zu Microsoft – die Red.). konnte die stärkere Ausbreitung des Angriffs verhindert werden, dennoch wirken die Schäden, die ein solcher Angriff nach sich zieht und weiterziehen kann, einschüchternd.

Illegaler Zugang zu Unternehmensdaten

Sophos beschreibt im neuesten X-Ops Report "Cookie stealing: the new perimeter bypass", dass Cyberkriminelle zunehmend gestohlene Session-Cookies nutzen, um die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) zu umgehen und Zugriff auf Unternehmensressourcen zu erhalten. In einigen Fällen ist der Cookie-Diebstahl eine gezielte Attacke, bei der Cookie-Daten von kompromittierten Systemen ausgelesen werden

Microservices-Architekturen erleichtern den Datenschutz

Nach wie vor scheiden sich in der IT die Geister, welcher Architekturansatz der bessere ist: Microservices oder Monolithen. Ein guter Grund, auf kleinere Dienste statt auf eine große Code-Basis zu setzen, sind stetig wachsende Datenschutz-Anforderungen. Es gibt fünf Vorteile, die Microservices bei deren Bewältigung haben.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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