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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Endgeräte als Türöffner für Cyberangriffe

Wie man unternehmenskritische Produktionsgeräte schützt und den Dauerbetrieb sicherstellt

Bestmögliche Absicherung sensibler Industrieanlagen gegen Cyberangriffe



Von Chiyi Lin, Product Manager "Stellar Series" bei TXOne Networks

Manche Industrieanlagen dürfen niemals stillstehen. Zum Beispiel müssen die Stromerzeugung und das dazugehörige Elektrizitätsnetz ständig und ohne Ausfälle arbeiten und sicherstellen, dass immer genügend Strom vorhanden ist. Fällt die Stromversorgung aus, sind mit Sicherheit Menschenleben betroffen - Krankenhäuser, Transportsysteme und viele andere kritische Infrastrukturen sind genauso auf Elektrizität angewiesen wie der Rest von uns. Deshalb können diese Systeme und Anlagen im Dauerbetrieb oft nicht für Wartungsarbeiten angehalten werden. Stattdessen müssen kritische Systeme mit minimaler oder gar keiner Unterbrechung der Produktion oder Verfügbarkeit gewartet werden. Bei dieser Art von Produktionsstätten, ist eine Reparatur vergleichbar mit dem Austausch von Teilen an einem Auto, während es kurz an einer Ampel steht.

Die OT-Cybersecurity-Experten von TXOne Networks zeigen, wie gepatchte und nicht gepatchte unternehmenskritische Endgeräte, sogenannte "Endpunkte", in sensiblen Branchen mit Hilfe individueller OT-Defense-Lösungen und einer zentralen Security-Management-Konsole vor der steigenden Bedrohung durch Cyberangriffe geschützt werden können.

Gefährdete Betriebsumgebungen

Im Jahr 2021 stehen Produktionsbetriebe und Versorger mehr denn je unter dem Druck von Cyberangriffen, und wir beobachten, wie sich dieser Trend weiter verschärft, da organisierte Gruppen von Cyberkriminellen ihre Methoden immer weiter verbessern. Laut dem "Smart Protection Infrastruktur" Index des IT-Sicherheitsanbieters TrendMicro waren die Top 3 der am häufigsten angegriffenen Branchen im Jahr 2020 Behörden, Banken und die Fertigungsindustrie. Die IT-Sicherheitsexperten von Trend Micro identifizierten im Jahr 2020 allein 127 neue "Familien" von Malware, ein Anstieg von 34 % gegenüber 2019. Diese neuen Bedrohungen werden mit der Absicht entwickelt, mehr Druck auf die Betroffenen auszuüben, um schneller höhere Zahlungen zu erlangen. So nimmt die Höhe der Lösegeldforderungen weiter zu, wie der Anstieg um 47 % allein von Q1 auf Q2 2020 zeigt.

Nur Cybersecurity-Lösungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Information Control Systemen (ICS) und Unternehmensstandorten zugeschnitten sind, können die Produktions-Systeme vor Cyberbedrohungen schützen und gleichzeitig die betrieblichen Ressourcen und die Produktivität sichern.

Sicherung und Wartung unternehmenskritischer Produktionsanlagen

Neben dem Einsatz von Malware-basierten Angriffen setzen moderne Cyber-Kriminelle sehr gerne gestohlene Zugangsdaten ein und nutzen lieber bereits vorhandene Authentifizierungssysteme und Privilegien, um in ein System einzubrechen. Benutzer sollten deshalb ihre Anmeldedaten genau im Auge behalten oder IT-Technologien einsetzen, die dies für sie tun.

Der Einsatz herkömmlicher Antivirenlösungen erfordert jedoch viele zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen rund um und innerhalb einer unternehmenskritischen Produktionsanlage, wo Zeit und Platz knapp bemessen sind. Während Cyberkriminelle eine enorme Bedrohung für den Betrieb darstellen, kann der Einsatz traditioneller Cyber-Abwehrlösungen aufgrund des hohen Ressourcenbedarfs fast so störend sein wie die Bedrohung selbst. Dies ist eine mögliche Erklärung dafür, warum weniger als 50 Prozent der ICS-Endpunkte mit herkömmlichem Virenschutz ausgestattet sind.(3)

Der Verzicht auf traditionelle Antivirenprogramme bietet zwar den Reiz eines leichtgängigen Betriebs, ohne den Aufwand von regelmäßigen, langsamen und aufwändigen Pattern-Updates. Diese Effizienz hat jedoch einen hohen Preis, wenn Schwachstellen für Cyber-Kriminelle offengelassen werden. Aber Unternehmen müssen nicht die Wahl zwischen langsamer und schwerfälliger Sicherheit oder produktiverem und leichtgängigerem Betrieb mit Cyber-Risiken treffen. Sicherheitsexperten haben bereits eine leistungsstarke Reihe von Software- und Hardware-Lösungen entwickelt, die ausschließlich die Verfügbarkeit und Produktivität von unternehmenskritischen ICS-Anlagen sicherstellen sollen.

Patch-fähige und nicht patch-fähige Endpunkte

Innerhalb der ICS-Umgebung werden Computer üblicherweise entweder als "patch-fähige" oder "nicht patch-fähige" Endpunkte kategorisiert. Ein patch-fähiger Endpunkt ist wie ein modernes Elektroauto, das alle 16 Tage Updates erhalten kann, um Spezifikationen anzupassen, Fehler zu beheben oder Funktionen hinzuzufügen. Diese Art von Endpunkten benötigt nur etwa alle 3 Jahre einen kompletten Produktionsstopp für die praktische Wartung. Ein nicht patch-fähiger Endpunkt ähnelt eher einem heißgeliebten alten "Muscle-Car", bei dem jede Art von Wartung oder Änderung intensive Handarbeit und manuelle Anpassung durch einen Mechaniker erfordert, der die einzigartigen Bedürfnisse dieses Autos genau kennt. Diese beiden Arten von Produktionsanlagen erfordern beide Sicherheitsmaßnahmen, die das Risiko von Cyberangriffen minimieren und gleichzeitig eine hohe Produktivität aufrechterhalten. Aber ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten sind sehr unterschiedlich - ähnlich wie die Pflege von Autos unterschiedlichen Typs und Alters innerhalb derselben Werkstatt, wobei einige extrem delikate Bedürfnisse haben können.

Schutz für beide Arten von Produktionsanlagen

Der Sicherheitsbeauftragte, der die OT-Technologie schützt, muss die Schwierigkeit berücksichtigen, beide Arten von Anlagen nebeneinander innerhalb derselben Produktionslinie zu schützen und dabei ihre Integration und Stabilität aufrechtzuerhalten, während sie die optimale Produktivität erbringen. Patch-fähige Endgeräte sind in der Regel viel flexibler, und die Integration neuer Technologien oder Updates ist einfacher, da sie in der Regel mit einem aktuellen Betriebssystem und modernisierten Anwendungen arbeiten. Im Gegensatz dazu laufen auf nicht patch-fähigen Endpunkten oft (aber nicht immer) veraltete Betriebssysteme, und sie sind viel weniger flexibel. Möglicherweise ist es verboten, sie in irgendeiner Weise zu modifizieren, und die aufgespielten Softwareanwendungen haben eventuell ihr EOS-Datum (End of Service) überschritten, so dass sie ernsthafte Schwachstellen aufweisen, die nicht gepatcht werden können. Nicht patch-fähige Endpunkte sind wahrscheinlich "Fixed-Use"-Anlagen, die nur wenige Aufgaben ausführen. Einfache Roboter in der Fabrik, Geldautomaten in der Bank und MRT-Scanner im Krankenhaus basieren wahrscheinlich alle auf Systemen mit festem Verwendungszweck. Selbst wenn die Patches vorhanden sind und es nicht gegen die Vorschriften verstößt, das Endgerät zu modifizieren, wollen die Verantwortlichen selten auch nur die kleinsten Änderungen an den Einstellungen riskieren, da solche Modifikationen an fein abgestimmten und integrierten Geräten leicht zu einer Katastrophe im Betriebsablauf führen können.

Endgeräte als Türöffner für Cyberangriffe

Ransomware verbreitet sich im IT-Ökosystem über Netzwerke mit dem Ziel, Daten zu kompromittieren, und Endpunkte sind aufgrund ihrer integralen Beziehung zu diesen Daten von entscheidender Bedeutung, um dies zu erreichen. Denn Daten liegen in drei Formen vor: Daten "im Transit", die in Netzwerken transportiert werden, und Daten "im Ruhezustand" oder "in Verwendung", die sich auf Endpunkten befinden. Aus diesem Grund spielen Endpunkte für Angreifer eine wichtige Rolle, und die Kompromittierung dieser Daten im Ruhezustand oder in Verwendung ermöglicht es Angreifern, durch das Sperren von Systemen ein Lösegeld zu fordern.

Ausgewählte Angriffsziele zeichnen sich oft durch eine IT-Umgebung mit einer Mischung aus patch-fähigen und nicht patch-fähigen Endpunkten aus, was aufgrund der Herausforderung, diese beiden unterschiedlichen IT-Technologien zu verwalten, ein leichtes Ziel für Cyberkriminalität darstellt. Lösungen, die speziell für den Schutz dieser beiden Arten von Anlagen, die nebeneinander laufen, entwickelt werden, sollten auch eine Fernverwaltung und -wartung von einem zentralen Standort aus ermöglichen.

Absicherung patch-fähiger Endpunkte

Die Sicherung patch-fähiger Endpunkte beginnt mit einer Inventarisierung der ICS-Anwendungen und -Lizenzen, die das manuelle Einrichten einer Ausnahmeliste fast vollständig überflüssig macht. Wenn dieses Inventar erstellt ist, wird bei der Installation ein Pre-Scan durchgeführt, bei dem diese wichtigen Arbeitsvorgänge nicht den sonst üblichen Einschränkungen routinemäßiger Bedrohungs-Scans unterworfen werden, sodass sich die Produktionsanlage auf ihre Arbeitsprioritäten konzentrieren kann. Das ICS-Inventar kann auch Dateien so schützen, dass sie nur innerhalb eines vom Administrator festgelegten Zeitfensters geändert werden können. Die gewählte Sicherheitslösung kann dann die vielen Wege absichern, die Malware in das System nehmen kann. Zum Beispiel kann sie die nicht zur Inventarisierung freigegebenen Dateien des Systems auf bekannte Bedrohungen scannen und jedes ungewöhnliche Verhalten oder jeden ungewöhnlichen Prozess identifizieren - sodass unbekannte Cyberangriffe beim ersten Anzeichen einer Anomalie erkannt und gestoppt werden können. Diese Scans fangen bekannte Malware ab.

Aber unbekannte Malware erfordert eine spezielle Technologie, z. B. eine Sicherheitslösung, die mit "maschinellem Lernen" der nächsten Generation arbeitet. Dieses maschinelle Lernen kann die Routineabläufe des Systems bewerten, so abnormales Verhalten erkennen und unbekannte Angriffe stoppen. Schließlich müssen auch Insider-Bedrohungen kontrolliert werden - Malware-Angriffe, die Schäden in Millionenhöhe verursachen, beginnen oft mit einem infizierten USB-Stick, der an den Produktionsstandort gelangt. Dank Sicherheitslösungen mit einer USB-Vektor-Kontrolle kann kein Gerät eine Verbindung zu Produktionsanlagen herstellen, ohne dass der Administrator dies von Fall zu Fall genehmigt. Bei dieser Art von Cyberdefense-Anwendungen handelt es sich um traditionell getrennte Technologien, die verfeinert und miteinander verwoben werden, um patch-fähige Systeme zu schützen, während nur alle sechs Monate ein sogenanntes "Pattern-Update" erforderlich ist.

Absicherung nicht patch-fähiger Endpunkte

Die ideale Methode zur vereinfachten Verwaltung und Verteidigung von Systemen mit fester Nutzung ("Fix-Used") ist eine verblüffend einfache Lockdown-basierte Lösung, die das System mit einer Vertrauensliste ("Trust List") absichert. Die Vertrauensliste kann das Aufspielen nicht zugelassener Anwendungen verbieten, Änderungen an Konfigurationen oder gesicherten Daten verhindern und USB-Geräte daran hindern, sich ohne Genehmigung des Administrators mit dem System zu verbinden. Diese Form der Sicherheit ist wenig aufwändig, da sie nicht mehr als 11 % der Systemressourcen beansprucht, und sie verhindert Cyber-Vorfälle, ohne auf Pattern-Dateien oder andere traditionelle Antivirus-Maßnahmen angewiesen zu sein. Selbst wenn Malware bereits irgendwie auf der Anlage vorhanden ist, kann sie nicht auf dem Gerät ausgeführt werden, sodass nicht patch-fähige Systeme gesichert und mit maximaler Integrität betriebsbereit sind.

Koordination einer umfassenden Endpunktsicherheit

Idealerweise werden die jeweiligen Sicherheitslösungen für gepatchte und nicht gepatchte Endpunkte von einer zentralen "Endpoint Security Management-Konsole" verwaltet, die in der Lage ist, auch eine große Anzahl von Implementierungen zu bewältigen. Mit zunehmender Anzahl von IT-Geräten in den ICS-Netzwerken wird die Organisation und Wartung von Anmeldedaten und Geräten so anspruchsvoll, dass es fast unmöglich ist, sie ohne unterstützende Technologien innerhalb des Zeitrahmens durchzuführen. Eine zentrale Verwaltungskonsole kann eine Account-basierte Überwachung für gesicherte Geräte bieten, und das Haupt-Dashboard ist maßgeschneidert für einen detaillierten Überblick über die Sicherheitslage. Es gibt einen umfassenden, konsolidierten Überblick über Produktionsanlagen, Alarme und Ereignisse. Der Zeitaufwand für die Wartung gesicherter Anlagen wird erheblich reduziert, ebenso wie das Potenzial für "Alarmmüdigkeit". Alle Wartungsaufgaben, einschließlich der Anzeige von Protokollen, können über die jeweilige Cybersecurity-Lösung aus der Ferne ("Remote") durchgeführt werden. Mit einer solchen zentral gesteuerten Sicherheitslösung können eine oder beide Arten des oben genannten Endpunktschutzes über eine einzige Managementkonsole optimiert und gewartet werden. (TXOne Networks: ra)

eingetragen: 03.09.21
Newsletterlauf: 15.10.21

TXOne Networks: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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