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Sicherheit braucht Offenheit


Ohne offenen Code kann eine Sicherheitslösung ebenso gut ein bloßer Fake sein
Kein Anwender, aber auch kein neutraler Gutachter kann ein Verschlüsselungssystem bewerten, von dem er nicht den Code kennt



Ethon empfiehlt den Einsatz offener Lösungen für die IT-Sicherheit. Dabei dürfen "quelloffene" Lösungen aber nicht mit Open Source verwechselt werden. Immer wieder werden IT-Security-Lösungen vorgeschlagen, die nicht auf offenen Standards mit einsehbarem Code beruhen, sondern auf proprietären Technologien. Als Argument wird dabei meist vorgebracht, dass eine Lösung umso sicherer sei, je weniger über sie bekannt ist ("Security by Obscurity"). Ethon warnt vor dieser Fehleinschätzung.

"Das Hauptargument für die Verwendung offener Standards ist, dass es nur hier möglich ist, die Leistungsfähigkeit und die Wirksamkeit einer Lösung zu beurteilen", erklärt Dr. Jochen Haller, Geschäftsführer der Ethon GmbH in Ulm. "Kein Anwender, aber auch kein neutraler Gutachter kann ein Verschlüsselungssystem bewerten, von dem er nicht den Code kennt. Sicherheitssysteme müssen die Sicherheit durch die Qualität ihrer Logik herstellen, nicht durch das Verschleiern ihrer Funktionsweise. Ohne offenen Code kann eine Sicherheitslösung ebenso gut ein bloßer Fake sein."

Grundsätzlich gilt: Algorithmus und Code müssen jederzeit überprüfbar sein die Sicherheit muss aus dem verwendeten Schlüssel kommen: "Geheimniskrämerei ist etwas anderes als Sicherheit", so Dr. Haller weiter.

Dabei dürfen offene Standards nicht mit Open Source verwechselt werden. Open Source ist ein Modell der Softwareentwicklung und -nutzung. Bei offenen Standards im Sinne von "quelloffen" sind nicht nur die wichtigsten Spezifikationen, sondern alle Bestandteile des Quellcodes öffentlich einsehbar. Dennoch können für die Nutzung Lizenzgebühren anfallen.

Über die Nachprüfbarkeit hinaus bieten offene Standards Anwendern weitere Vorteile:

>> Interoperabilität:
bei offenen Systemen kann man verschiedene Hersteller verbinden;

>> Flexibilität: Anwender sind nicht von einem Anbieter abhängig;

>> Zukunftsfähigkeit: Systeme können leichter weiterentwickelt werden, auch unabhängig vom Hersteller;

>> Besserer Support: da mehr Entwickler an offenen Systemen arbeiten, erhalten Anwender besseren Support;

>> Geringere TCO (Total Cost of Ownership): höhere Interoperabilität und Flexibilität senken die Hardwarekosten.
(Ethon: ra)

eingetragen: 21.08.16
Home & Newsletterlauf: 30.09.16


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Meldungen: Tipps & Hinweise

Behörden fordern Backdoor – Facebook lehnt ab

Nicht zuletzt aufgrund verschiedener Datenschutzskandale, in die Facebook verwickelt war, soll der Schutz der Privatsphäre im Fokus des Online-Netzwerkes stehen. So versprach im April 2019 Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, die Facebook-Verschlüsselung sowie die Verschlüsselung aller zu Facebook gehörenden Messenger-Dienste optimieren zu wollen. Die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group gehen allerdings davon aus, dass die Umsetzung der Optimierung der Verschlüsselung aller Facebook-Dienste noch Jahre dauern wird. "Damit sind nicht etwaige technische Hindernisse gemeint, die beim Verschlüsseln von Audios, Videos oder Gruppenchats auftreten könnten, sondern vielmehr die Abwägung von Privatsphäre und Datenschutzrechten der Anwender auf der einen Seite und Bedenken von Strafverfolgungsbehörden auf der anderen Seite, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Chats aller Facebook-Dienste würde die Verhinderung von Gefahren und die Aufklärung von Straftaten erschweren. Da ist eine Einigung so schnell nämlich nicht in Sicht", so Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group.

Teleworking und Cybersecurity

Die derzeit ergriffenen Präventionsmaßnahmen der sozialen Distanzierung, um den Corona-Virus (COVID-19) einzudämmen, veranlassen viele Unternehmen dazu, den Einsatz von Telearbeitstechnologie, einschließlich VPN und Telekonferenzen, massiv zu verstärken. Ulrich Fleck, Geschäftsführer von SEC Consult, einem der führenden Beratungsunternehmen für Cyber- und Applikationssicherheit, beantwortet im Folgenden die wichtigsten Fragen zum Thema Teleworking und Cybersecurity.

Fake-Domains mit Bezug zum Streaming-Dienst

Check Point Research verfolgt weiter die Zunahme der Bedrohungen, die das Coronavirus als Chance für kriminelle Aktivitäten im Internet begreifen. Jüngst haben die Sicherheitsforscher entdeckt, dass neben der Konferenzsoftware Zoom auch der sehr beliebte Streaming-Anbieter Netflix missbraucht wird. Fake-Domains, also gefälschte Webseiten, sollen die Nutzer verlocken, ihre Kontakt- und Bankdaten preiszugeben. Genau genommen hat sich die Zahl der Phishing-Attacken, die Netflix als Aufhänger nutzen, verdoppelt. Die meisten der neuen Domänen wurden in den letzten Wochen registriert und nehmen beinahe alle irgendeinen Bezug auf die Pandemie – entweder unter dem Namen Corona oder COVID-19. Ein Beispiel ist netflixcovid19s.com. Fast alle dieser Betrugsseiten haben es auf die Zahlungsinformationen der Opfer abgesehen.

Umgang mit Videokonferenz-Anwendungen

Da Unternehmen aufgrund der Coronavirus-Pandemie obligatorische Richtlinien für die Arbeit von zu Hause aus erlassen haben, ist die Nutzung von Videokonferenzdiensten sprunghaft angestiegen. Leider somit auch der Missbrauch der Systeme. Hackerone möchte dem grundsätzlich gegensteuern, indem das Unternehmen White-Hat-Hacker und Unternehmen auf einer Plattform miteinander vernetzt. Aaron Zander, IT-Leiter bei Hackerone, teilt im Folgenden ein paar einfache, aber dennoch wichtige Tipps zum Umgang mit Videokonferenz-Anwendungen und deren Einladungen, auch unter dem aktuellen Aspekt des sogenannten Zoom-Bombing.

Microsoft-Betrug mit gefälschten Anrufen

Diese Betrugsmasche ist nicht neu: Betrüger geben sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und gaukeln Nutzern schwerwiegende Sicherheitsprobleme auf deren Rechnern vor. Die falschen Microsoft-Support-Mitarbeiter sprechen häufig Englisch oder gebrochenes Deutsch und versuchen, ihre Opfer am Telefon zu bestimmten Schritten am Rechner zu überreden. Neben Fake-Anrufen sind auch gefälschte E-Mails, Pop-ups oder gefälschte Websites Möglichkeiten, betrügen zu können. "Seit Microsoft im Januar 2020 den Support für das veraltete Betriebssystem Windows 7 eingestellt hat, nimmt die Betrugsmasche jedoch wieder Fahrt auf: Die Betrüger erklären am Telefon, sie könnten das Betriebssystem vor Schäden bewahren oder beim Umstieg auf die neue Windows-Versionen behilflich sein", warnen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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