Gängige identitätsbasierte Angriffe im Überblick

Identitätsbasierte Angriffe in Echtzeit abwehren

Schließung einer kritischen Sicherheitslücke



Autor Haiko Wolberink

Autor Haiko Wolberink

Vice President of Sales EMEA, Silverfort, Bild: Silverfort

Von Haiko Wolberink, Vice President of Sales EMEA, Silverfort

Identitätsbasierte Angriffe, die kompromittierte Anmeldedaten missbrauchen, um auf Ressourcen zuzugreifen, sind ein blinder Fleck in der Sicherheitsabwehr von Unternehmen. So gibt es zwar Echtzeitschutz-Lösungen gegen verschiedene Angriffsarten wie etwa Malware, bösartigen Datenzugriff und deren Exfiltration, aber keinen Schutz gegen ein Szenario, in dem sich Angreifer mit gültigen, aber kompromittierten Anmeldedaten authentifizieren.

Um diesen Angriffen wirksam begegnen zu können, ist daher ein Paradigmenwechsel erforderlich. Benutzeridentitäten müssen als eigenständige Angriffsvektoren mit spezifischen Merkmalen und Eigenschaften behandelt werden. Dieser Artikel beleuchtet, weshalb bestehende Sicherheits-Portfolios bei identitätsbasierten Angriffen versagen und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um sich gegen diese Bedrohungen zu wappnen.

Identitätsbasierte Angriffe mithilfe kompromittierter Anmeldeinformationen für den Zugriff auf Zielressourcen können ein eigenständiger Akt sein wie beispielsweise beim Brute-Forcing einer SaaS-Anwendung oder sie sind Teil eines umfassenderen Angriffs, wie es beim Lateral Movement eines Hackers im Netzwerk on-Premises der Fall wäre. Das folgende Diagramm fasst die gängigen identitätsbasierten Angriffe zusammen, denen Unternehmen typischerweise begegnen.

Schnell wachsender Angriffsvektor

Laut dem Bericht "From Exposure to Takeover" des Sicherheitsunternehmens Digital Shadows aus dem Jahr 2020 sind im Dark Web über 15 Milliarden Anmeldedaten im Umlauf, die zum Verkauf angeboten werden. Diese Zahl gibt einen gewissen Anhaltspunkt über das Ausmaß des Problems, mit dem sich Unternehmen weltweit auseinandersetzen müssen.

Der IBM Cost of a Data Breach Report 2021 stellt zudem fest, dass der häufigste anfängliche Angriffsvektor im Jahr 2021 kompromittierte Zugangsdaten waren. Diese waren für 20 Prozent der Sicherheitsverletzungen verantwortlich, womit sie ihren Vorsprung vom Vorjahr beibehielten. Darüber hinaus heißt es in dem Bericht, dass Sicherheitsverletzungen, die durch gestohlene/kompromittierte Zugangsdaten verursacht wurden, im Durchschnitt die längste Zeit zur Identifizierung (mit 250 Tagen) und Eindämmung (91 Tage) in Anspruch nahmen, was einer durchschnittlichen Gesamtdauer von 341 Tagen entspricht. Es sollte auch beachtet werden, dass die Kompromittierung von geschäftlichen E-Mails, die laut Bericht der kostspieligste Angriffsvektor sind, im Wesentlichen ein spezieller Fall von kompromittierten Anmeldeinformationen ist.

Aktueller Stand: Uneinheitliche Schutzmaßnahmen und inhärente blinde Flecken

Identitätsbasierte Angriffe stoßen auf Schwachpunkte im heutigen Sicherheitssystem. Erstens ist der Schutz auf verschiedene Produkte und Teams verteilt – CASB zum Schutz vor dem Erstzugriff auf SaaS-Anwendungen, Endpoint Protection Platform (EPP) gegen lokale laterale Bewegungen, Next Generation Firewalls gegen böswillige Remote-Verbindungen und so weiter. Zweitens sind all diese Sicherheitsmaßnahmen von Natur aus nicht in der Lage, einen Echtzeitschutz gegen böswillige Authentifizierung mit kompromittierten Anmeldedaten zu bieten. Der Grund dafür ist einfach: Dafür wurden diese Produkte nicht entwickelt.

Echtzeitschutz ist Trumpf

Der Kern eines jeden Cyberschutzes basiert auf den folgenden Fähigkeiten:

1. Überwachung einer bestimmten Aktivität innerhalb der IT-Umgebung.

2. Erkennung von bösartigem Verhalten bei dieser Aktivität.

3. Beendigung der Aktivität, wenn sie als bösartig erkannt wird.

Die wichtigste Sicherheitsanforderung ist deshalb die Fähigkeit, in Echtzeit zu schützen und somit die bösartige Aktivität sofort nach ihrer Erkennung zu blockieren.

Veranschaulicht werden kann dieses Konzept beispielsweise anhand einer Endpoint-Protection-Plattform-Lösung (EPP): Ein EPP-Agent wird auf einer Workstation oder einem Server installiert und kann alle laufenden Prozesse überwachen, erkennen, dass ein bestimmter Prozess ein bösartiges Verhalten aufweist, und den Prozess bei Bedarf ganz beenden. Dafür wurde die Lösung entwickelt. Und in der Tat leistet EPP hervorragende Arbeit bei der Abwehr von Exploits, Malware, Skripten, bösartigen Makros und allen Bedrohungen, die sich in anomalem Prozessverhalten äußern.

Der wesentliche Wert von EPP liegt darin, dass es dort platziert wird, wo es die bösartige Aktivität in Echtzeit beenden kann. Dies gilt auch für andere Sicherheitsprodukte, jedes in seinem eigenen Bereich – Firewalls für den Netzwerkverkehr, DLP für den Dateizugriff und mehr.

Bild: Silverfort

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Echtzeitschutz gegen identitätsbasierte Angriffe

Identitätsbasierte Angriffe nutzen kompromittierte Anmeldedaten, um eine scheinbar legitime Authentifizierung durchzuführen. Um einen Echtzeitschutz gegen diese Art von Bedrohung zu bieten, muss man daher in der Lage sein, einen Authentifizierungsversuch nicht nur zuverlässig als böswillig zu kennzeichnen, sondern ihn auch proaktiv zu verhindern. Diese Aufgabe übersteigt den Rahmen eines jeden klassischen Sicherheitsprodukts, da keines von ihnen darauf ausgelegt ist, am Authentifizierungsprozess teilzunehmen.

Führt ein Hacker zum Beispiel einen Lateral Movement-Angriff aus, bei dem PsExec verwendet wird, um sich vom Patient-Null-Rechner auf weitere Rechner auszudehnen, kann der Agent einer Endpoint Protection Plattform zwar erkennen, dass ein PsExec-Prozess läuft. Der Agent spielt jedoch keine Rolle im kompletten Authentifizierungszyklus, bei dem der Angreifer auf dem Patient-Null-Rechner kompromittierte Anmeldedaten an Active Directory übermittelt, um sich auf einem anderen Rechner anzumelden. Selbst wenn der Agent erkennen könnte, dass eine bestimmte Authentifizierung tatsächlich böswillig ist, könnte er nichts dagegen unternehmen.

Echtzeit-Identitätsschutz beginnt beim Identitätsanbieter, aber geht darüber hinaus

Tatsächlich sind die einzigen Komponenten in der heutigen Umgebung, die diese Art von Schutz durchsetzen können, die Identitätsanbieter selbst, da sie den Kern aller Authentifizierungsaktivitäten bilden. Und das gilt für jede Art von Ressource: Um die eine Kontenübernahme bei SaaS-Anwendungen zu verhindern, sollte die vorhandene Cloud-Identitätsanbieter genutzt werden. Um die automatische Ausbreitung von Ransomware zu verhindern, sollten das On-Premises-Verzeichnis (in den meisten Fällen Active Directory) genutzt werden.

Das Problem ist, dass die Identitätsanbieter in den meisten Fällen nicht über die Validierung des erhaltenen Passworts hinausgehen. Wenn der Angreifer auf dem Patient-Null-Rechner versucht, mit kompromittierten Anmeldedaten auf einen anderen Computer zuzugreifen, kann Active Directory nicht erkennen, dass die angegebenen gültigen Anmeldeinformationen missbraucht werden. So stellen die Identitätsanbieter zwar eine Schlüsselkomponente bei der Bereitstellung von Echtzeitschutz gegen identitätsbasierte Angriffe dar, können aber diesen Schutz in ihrer jetzigen Form nicht vollständig leisten.

Neue Technologie schließt die Sicherheitslücke

Unified Identity Protection ist eine neuartige Technologie, welche sich nativ mit allen vorhandenen Identitätsanbietern integrieren lässt, um zusätzlich zur anfänglichen Anmeldungsprüfung durch den Identitätsanbieter sowohl Risikoanalyse- als auch proaktive Präventionsfunktionen hinzuzufügen. Wann immer ein Identitätsanbieter eine Zugriffsanfrage erhält, wird diese zur Überprüfung an die Unified-Identity-Protection-Lösung weitergeleitet.

Durch den Abruf dieser Daten von allen Identitätsanbietern des Unternehmens erhält die Lösung die vollständige Authentifizierungsaktivität jedes Benutzers für alle Ressourcen. Mit diesen vollständigen Daten kann die Technologie anschließend das Risiko jedes Authentifizierungsversuchs analysieren. Anhand der Analyseergebnisse entscheidet eine Risiko-Engine, ob der Benutzer auf die angeforderte Ressource zugreifen darf oder nicht, und ob er eine Multi-Faktor-Authentifizierung durchlaufen soll. Basierend hierauf gewährt oder verweigert anschließend der zuständige Identitätsanbieter dem Benutzer den Zugriff. Dieser einheitliche Ansatz ermöglicht, den Schutz gegen jede Art von identitätsbasierten Angriffen zu zentralisieren.

Der blinde Fleck in der heutigen Verteidigung beruht auf der Denkweise, laterale Bewegungen von Angreifern als ein Endpunktproblem, die Übernahme von SaaS-Konten als ein SaaS-Zugangsproblem und den böswilligen Fernzugriff auf ein Netzwerk als ein Netzwerkproblem zu betrachten. Im Grunde genommen sind jedoch alle diese Beispiele verschiedene Manifestationen einer Bedrohung durch kompromittierte Anmeldeinformationen. Ein Problem, das sich nur lösen lässt, indem Sicherheitskontrollen dort platziert werden, wo die Authentifizierungen und Zugriffsversuche tatsächlich stattfinden. (Silverfort: ra)

eingetragen: 27.06.22
Newsletterlauf: 25.08.22

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Meldungen: Unternehmen

Erstellen eigener YARA-Regeln sehr zeitaufwändig

Das SophosAI-Team für künstliche Intelligenz hat ein auf maschinellem Lernen basierendes Tool entwickelt, das YARA-Regeln zur Erkennung bestimmter Arten von Bedrohungen generiert. Das von VirusTotal verwaltete, plattformübergreifende Klassifizierungs-Tool ist eines der wichtigsten Tools für Forscherinnen und Forscher zum Aufspüren und Klassifizieren von Malware.

Ziel: Menschliche Ebene der Cybersicherheit

KnowBe4, Anbieterin einer Plattform für die Schulung des Sicherheitsbewusstseins und simuliertes Phishing, gibt die Gründung von KnowBe4 Ventures bekannt, dem Venture-Zweig des Unternehmens, der sich auf die menschliche Ebene der Cybersicherheit konzentriert.

Abschaffung anderer Endpunkt-Verwaltungs-Tools

Ivanti, Anbieterin der Automatisierungsplattform "Ivanti Neurons", die IT-Ressourcen von der Cloud bis zum Edge entdeckt, verwaltet, sichert und wartet, hat die Ergebnisse der von Forrester Consulting durchgeführten "Total Economic Impact" (TEI)-Studie veröffentlicht.

Mehr Sichtbarkeit im europäischen Markt erhalten

Nie war die digitale Unabhängigkeit wichtiger als in Zeiten von wachsenden (und raffinierten) Ransomware- und Hackerangriffen von überall auf der Welt. Mal abgesehen vom Schutz durch IT-Sicherheitslösungen selbst, ist es für Unternehmen zudem wichtig sich an die national sowie europäisch geltenden Regularien und Richtlinien zu halten – gerade im Bezug IT-Sicherheit. Nur so kann ein länderübergreifender IT-Sicherheitsstandard gewährleistet werden.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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