IT-Transformationen bringen Komplikationen mit sich

Wie ein einheitlicherer Datenschutzansatz im Kampf gegen Ransomware helfen kann

Ransomware hat erhebliche Auswirkungen auf das Gesamtergebnis von Unternehmen



Von Florian Malecki, Executive Vice President Marketing, Arcserve

Die aktuellen Statistiken zu Ransomware-Angriffen bestätigen schlimmste Befürchtungen. Im Sophos-Bericht "The State of Ransomware 2022" gaben 66 Prozent der 5.600 befragten IT-Experten aus 31 Ländern an, im vergangenen Jahr von Ransomware betroffen gewesen zu sein. Bei 65 Prozent dieser Angriffe wurden die Daten des Unternehmens sogar verschlüsselt. In 46 Prozent der Fälle wurde Lösegeld gezahlt, aber nur 4 Prozent derjenigen, die gezahlt haben, bekamen ihre Daten zurück.

Ransomware hat erhebliche Auswirkungen auf das Gesamtergebnis von Unternehmen. Dem Sophos-Bericht zufolge betrugen die durchschnittlichen Kosten für die Behebung eines Ransomware-Angriffs 1,4 Millionen US-Dollar, und die durchschnittliche Zeit, die für die Wiederherstellung nach einem solchen Angriff benötigt wurde, betrug einen Monat.

Unternehmen müssen jetzt alles tun, um sich gegen Ransomware zu wehren. Aber das ist bei den immer komplizierter werdenden IT-Infrastrukturen von heute nicht gerade einfach. Möglicherweise nutzten die Mitarbeiter eines Unternehmens private Geräte für die Verbindung mit dem Netzwerk. Außerdem spielt das "Internet of Things" in vielen Branchen eine wichtige Rolle, was möglicherweise die Angriffsflächen und Schwachstellen maximiert. Deshalb ist es unerlässlich, Server, Endgeräte, Netzwerke, Netzwerkspeicher, Clouds, Anwendungen u.v.m. vor Ransomware zu schützen.

Angesichts derartig vieler potenzieller Schwachstellen und sich weiterentwickelnder Angriffsszenarien, müssen IT-Experten ihre Herangehensweise ändern, denn der Kampf gegen Ransomware erfordert eine vielschichtige Präventionsstrategie. Es gibt kein Patentrezept, um Ransomware in Schach zu halten, insbesondere angesichts der vielen anderen Bedrohungen – von Malware bis hin zu Naturkatastrophen.

Drei Säulen einer umfassenden Strategie zur Ransomware-Prävention

1. Technologien für die Cybersicherheit

Cybersicherheit ist ein wichtiger Aspekt einer vielschichtigen Strategie zur Ransomware-Prävention. Dazu gehört, dass Endgeräte, Netzwerke, Server und andere Infrastrukturelemente mit den neuesten Schutzmaßnahmen ausgestattet sind.

Auch lohnt sich der Einsatz von Identity Access Management (IAM)-Tools, um unbefugte Benutzer fernzuhalten, und Privileged Access Management (PAM)-Lösungen, um den Zugriff auf sensible Daten rollenbasiert zu beschränken. Unternehmen, die ihre Verteidigungsmaßnahmen verstärken, indem sie etwa für den Datenschutz ein Zero-Trust-Modell mit erweiterten Überwachungsfunktionen einsetzen, sind zusätzlich geschützt. Backup-Administratoren können damit schnell auf Bedrohungen oder andere Probleme, welche die primäre oder Backup-Infrastruktur und -Operationen betreffen, reagieren. Ein weiteres Schutzkonzept kann auch Software zur Verhinderung von Datenverlusten (Data Loss Prevention, DLP) umfassen. Sie erkennt sowohl potenzielle Datenschutzverletzungen als auch Datenexfiltrations-Aktivitäten und blockiert den Zugriff auf sensible Daten während der Nutzung, in Bewegung und im Ruhezustand.

Endpoint Detection and Response (EDR) ist ein weiteres leistungsstarkes Cybersecurity-Tool. Es überwacht Endbenutzergeräte kontinuierlich, um Cyberbedrohungen zu identifizieren und darauf zu reagieren. Gerade für Unternehmen, die ein Remote- oder hybrides Arbeitsmodell verfolgen, ist EDR von unschätzbarem Wert.

2. Datensicherung und orchestrierte Wiederherstellung

Da Ransomware inzwischen viel häufiger auf Backups abzielt als früher, ist die alte 3-2-1-Backup-Regel überholt. Diese Regel war einfach: Man erstellte drei Kopien seiner Daten, speicherte zwei Kopien lokal auf zwei Formaten (Band, Netzwerkspeicher oder lokales Laufwerk) und bewahrte eine Kopie außerhalb des Unternehmens auf, wobei die Cloud hierfür die größte Flexibilität bietet. Um heutigen Bedrohungen wirksam zu begegnen, müssen die Verantwortlichen auf eine 3-2-1-1-Strategie setzen, wobei die zusätzliche 1 für die Unveränderlichkeit der Daten steht.

Backups in einem unveränderlichen Objektspeicher werden in einem einmalig beschreibbaren und mehrfach lesbaren Format erstellt. Diese Sicherungen können weder geändert noch gelöscht werden. Deshalb bieten sie maximale Sicherheit vor Ransomware, egal was passiert.

Sollte es allerdings trotzdem zu einem erfolgreichen Ransomware-Angriff oder einem anderen Datenverlust kommen, hilft eine orchestrierte Notfallwiederherstellung bei der effizienten Wiederherstellung. Eine solche Orchestrierungslösung stellt sicher, dass kritischen Systeme – Server, Anwendungen und sensible Daten – automatisch in der richtigen Reihenfolge wieder online gestellt werden. Das nimmt der Wiederherstellung einen Großteil der Komplexität. Angesichts der zahlreichen Aufgaben, die bei einem manuellen Failover anfallen, gewährleistet die Orchestrierung ein schnelles und skalierbares Disaster Recovery.

3. Sicherheitsprozesse

Die letzte Säule der Ransomware-Prävention ist möglicherweise die kritischste, denn 85 Prozent der Sicherheitsverletzungen des Jahres 2021 sind auf menschliches Versagen zurückzuführen. Schulungen zur Cybersicherheit sollten das Kernelement eines jeden Plans zur Prävention und Wiederherstellung sein. Die CISA (Cybersecurity & Infrastrure Security Agency) bietet beispielsweise ein Sensibilisierungsprogramm für Cybersicherheit an, das sowohl ein Toolkit und als auch Ressourcen umfasst. Damit lässt sich sicherstellen, dass Mitarbeiter wissen, wie man Phishing-Methoden und verdächtige Links rechtzeitig erkennt. Und gerade dieses Wissen ist es, womit man Ransomware und anderen Sicherheitsverletzungen entgegentreten kann.

Es ist auch erforderlich, die Effektivität eines Wiederherstellungsplans zu testen. Dabei darf man auch die physische Sicherheit nicht vernachlässigen, einschließlich der Durchführung von Hintergrundüberprüfungen.

Ein einheitlicher Ansatz

Damit Unternehmen den Kampf gegen Cyberkriminelle wirksam aufnehmen können, ist ein einheitlicher und ganzheitlicher Ansatz für den Datenschutz erforderlich. Dieser sollte auf den oben genannten Säulen aufgebaut sein. Durch diesen Ansatz entsteht eine umfassendere und vollständigere Verteidigungslinie, die es Ransomware und anderen Angriffsmethoden erschwert, Lücken zu finden und sich unerkannt in ein Unternehmensnetzwerk hineinzuschleichen. (Arcserve: ra)

eingetragen: 20.06.22
Newsletterlauf: 19.08.22

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Meldungen: Unternehmen

Erstellen eigener YARA-Regeln sehr zeitaufwändig

Das SophosAI-Team für künstliche Intelligenz hat ein auf maschinellem Lernen basierendes Tool entwickelt, das YARA-Regeln zur Erkennung bestimmter Arten von Bedrohungen generiert. Das von VirusTotal verwaltete, plattformübergreifende Klassifizierungs-Tool ist eines der wichtigsten Tools für Forscherinnen und Forscher zum Aufspüren und Klassifizieren von Malware.

Ziel: Menschliche Ebene der Cybersicherheit

KnowBe4, Anbieterin einer Plattform für die Schulung des Sicherheitsbewusstseins und simuliertes Phishing, gibt die Gründung von KnowBe4 Ventures bekannt, dem Venture-Zweig des Unternehmens, der sich auf die menschliche Ebene der Cybersicherheit konzentriert.

Abschaffung anderer Endpunkt-Verwaltungs-Tools

Ivanti, Anbieterin der Automatisierungsplattform "Ivanti Neurons", die IT-Ressourcen von der Cloud bis zum Edge entdeckt, verwaltet, sichert und wartet, hat die Ergebnisse der von Forrester Consulting durchgeführten "Total Economic Impact" (TEI)-Studie veröffentlicht.

Mehr Sichtbarkeit im europäischen Markt erhalten

Nie war die digitale Unabhängigkeit wichtiger als in Zeiten von wachsenden (und raffinierten) Ransomware- und Hackerangriffen von überall auf der Welt. Mal abgesehen vom Schutz durch IT-Sicherheitslösungen selbst, ist es für Unternehmen zudem wichtig sich an die national sowie europäisch geltenden Regularien und Richtlinien zu halten – gerade im Bezug IT-Sicherheit. Nur so kann ein länderübergreifender IT-Sicherheitsstandard gewährleistet werden.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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