Kaum erkennbare Phishing-Mails

Neue Phishing-Kampagne: Blauer Haken auf Twitter als Vorwand für Datendiebstahl

Cyberkriminelle nutzen öffentliche Aufmerksamkeit um Umstellungen bei Twitter für Phishing-Angriffe auf User



Cyberkriminelle orientieren sich häufig an Trends und nutzen immer wieder aktuelle, öffentlichkeitswirksame Ereignisse, um mit ihren Attacken möglichst erfolgreich zu sein. Mimecast konnte nun eine neue Phishing-Kampagne entlarven, die Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter ins Visier nimmt. Seit Elon Musk die Plattform mit größter Medienwirksamkeit übernahm, hat sich in dem Unternehmen einiges verändert.

Unter anderem müssen nun verifizierte User einen monatlichen Beitrag für ihren Verifizierungsstatus, d.h. den blauen Haken im Profil, zahlen. Cyberkriminelle nutzten diese Umstellung bei Twitter, um bösartige E-Mails zu versenden, die das Unternehmen Twitter imitieren und die zu erheblichen Schäden der Nutzer führen können. User erhielten E-Mail mit einem "Gehe-zum-Profil"-Link, der angeblich zu Twitter führen sollte. Durch Anklicken des Links wird der User jedoch zu einer täuschend echt aussehenden Fake-Anmeldeseite weitergeleitet. Ziel der Cyberkriminellen war es hier, Anmeldedaten und im nächsten Schritt Kreditkarteninformationen zu stehlen.

Kaum erkennbare Phishing-Mails und perfide Zielgruppenrecherche

Vor einigen Jahren noch konnte man Phishing-Mails relativ leicht erkennen. Die Nachrichten enthielten in der Regel falsch geschriebene Wörter und wiesen nicht die Gestaltungselemente einer seriösen E-Mail auf. Diese Zeiten sind jedoch vorbei, wie auch die aktuelle Twitter-Phishing-Kampagne zeigt: Zum einen wirkten die E-Mails sehr authentisch. Sie waren sauber formatiert und fehlerfrei geschrieben. Zum anderen wurden sie über MailerSend, einen vertrauenswürdigen Transaktionsnachrichtendienst, versandt. Außerdem war die Kampagne zeitlich gut abgestimmt und sehr zielgerichtet. Sie wurde gestartet, als Gerüchte über Pläne zur Änderung des Twitter-Abonnementmodells kursierten, und richtete sich an Twitter-Nutzer, die bereits den Premium-Dienst Twitter Blue abonniert hatten.

Charles Brook, Senior Threat Research Engineer bei Mimecast, erklärt dazu:

Es ist keine Überraschung, dass Cyberkriminelle das weithin bekannte Twitter Blue-Abonnement zu ihrem Vorteil nutzen und versuchen, die persönlichen Daten von Menschen zu stehlen. Cyberkriminelle nutzen häufig aktuelle Ereignisse wie diese aus, um Menschen dazu zu verleiten, auf Links in E-Mails, Anwendungen oder Texten zu klicken. Bei diesem Angriff handelt es sich um eine sehr ausgeklügelte Form des Social Engineering, da die Aufforderungen offenbar an Twitter-User geschickt wurden, die bereits den 4,99-Dollar-Twitter Blue-Dienst abonniert hatten, bevor dieser um den blauen Haken ergänzt und auf 8 Dollar erhöht wurde. Die E-Mail enthält eine Handlungsaufforderung an die Empfängerinnen und Empfänger, ihr Profil zu überprüfen, um zu bestätigen, dass sie ihren Verifizierungsstatus beibehalten und die neue Abonnementgebühr von 8 Dollar pro Monat bezahlen möchten. Nach dem Anklicken dieser Aufforderung werden die Opfer auf eine Website weitergeleitet, die die Anmeldeseite von Twitter imitiert, um Anmeldedaten zu sammeln.

Angriffe über Social-Media-Plattformen und Social Engineering nehmen zu

Ähnliche Phishing-Attacken konnten in letzter Zeit nicht nur auf Twitter festgestellt werden, sondern auch auf anderen Social-Media-Plattformen, allen voran LinkedIn. Gerade neue Angestellte erhalten immer häufiger Aufforderungen eines vermeintlichen "leitenden Angestellten" des neuen Unternehmens, einen Einsteigerkurs oder ähnliches über den beigefügten Link zu absolvieren. So versuchen Cyberkriminelle, die sich die Möglichkeiten von LinkedIn-Premium-Profilen zunutze machen, Geschäftsinformationen auszuspähen oder gar an unternehmensinterne Daten zu gelangen. Alle derartigen Phishing-Kampagnen haben die Gemeinsamkeit, dass Angreifer meist viel Aufwand in die Recherche ihrer Opfer stecken. So können sie ihre Attacken erschreckend zielgerichtet gestalten und ihre Erfolgschancen drastisch erhöhen. Um sich vor solchen Angriffen zu schützen ist es daher wichtig, besonders wachsam zu bleiben. Unternehmen sollten zum Schutz ihrer Mitarbeitenden und Geschäftsdaten auf eine Kombination aus Sensibilisierungstraining und mehrschichtigen Sicherheitstechnologien setzen.

"Die Öffentlichkeit muss sich dieser Bedrohungen bewusst sein und unbedingt genau nachdenken, bevor sie auf Links in E-Mails oder anderen Schreiben klickt", so Brook. "Wir haben bereits über 300 dieser E-Mails gesehen, und jedes Opfer, das seine Daten weitergibt, verliert wahrscheinlich mehr als nur die 8 Dollar Abonnementgebühr. Gestohlene Zugangsdaten werden häufig im Dark Web verkauft und dann für andere kriminelle Aktivitäten verwendet, zu denen auch Identitätsdiebstahl gehören kann. Die meisten Online-Betrügereien beruhen auf menschlicher Unvorsichtigkeit und Naivität. Cyberkriminelle wissen das sehr gut und nutzen den menschlichen Faktor aus, indem sie ihre Angriffe auf aktuelle Ereignisse oder die Verwirrung ihrer Opfer zuschneiden. Die Menschen sollten sich Zeit nehmen und die Echtheit jeder Korrespondenz überprüfen, bevor sie persönliche Daten preisgeben." (Mimecast: ra)

eingetragen: 06.01.23
Newsletterlauf: 02.03.23

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Meldungen: Hintergrund

Malware basiert auf XFS

Eine neue Malware namens "EU ATM Malware" zielt auf Geldautomaten in Europa ab und wird im Darknet verkauft. Sie soll eine Effektivität von 99 Prozent in Europa (60 Prozent in anderen Ländern) haben. Die Hintermänner bieten sie über verschiedene Bezahlmethoden an, darunter Abonnements und eine Demo-Version.

Ausweitung der Systemprivilegien möglich

Die Kaspersky-Forscher Boris Larin und Mert Degirmenci haben eine neue Zero-Day-Schwachstelle in Windows mit der Bezeichnung CVE-2024-30051 [1 + 2] gefunden. Diese Entdeckung wurde im Zuge der Untersuchung der ,Windows DWM Core Library Elevation of Privilege‘-Schwachstelle (CVE-2023-36033 [3]) Anfang April 2024 gemacht.

Neuartige Stealer haben Unternehmensdaten im Visier

Immer mehr Malware stiehlt Daten und Informationen von Unternehmen. Jüngst haben die Experten von Kaspersky drei neue Stealer entdeckt: >> Acrid kann Browser- sowie Kryptowährungs-Wallets-Daten stehlen und Dateien exfiltrieren.

Neuer APT zielt auf Regierungen und Militär ab

Die Experten der Bitdefender Labs veröffentlichten detaillierte Untersuchungen eines neuen APT (Advanced Persistent Threat) mit dem Namen Unfading Sea Haze. Die Analyse legt nahe, dass die Gruppe hinter Unfading Sea Haze mit chinesischen Interessen verbunden ist und es auf Regierungen, Militär und andere im Südchinesischen Meer tätige Organisationen abgesehen hat.

Tarnung als KI-Tool

Kaspersky-Experten haben eine neue Malware-Kampagne entdeckt, die die Beliebtheit von KI-Tools ausnutzt: Gipy tarnt sich als KI-Stimmengenerator und wird über Phishing-Webseiten verbreitet. Die Malware ist in der Lage, Passwörter und Daten sowie Kryptowährungen zu stehlen und weitere Malware herunterzuladen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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