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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
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Netzwerkbasiertes versus identitätsbasiertes Zero Trust

Gesundes Misstrauen: Identitätsbasiertes Zero Trust

Best Practices für neuen Zero-Trust-Ansatz auf Identitätsebene



Funktionsweise von identitätsbasiertem Zero Trust

Funktionsweise von identitätsbasiertem Zero Trust

In letzter Zeit gewinnt ein anderer Zero-Trust-Ansatz an Bedeutung, der sich eher auf die Identitätsebene als auf den Netzwerkaspekt konzentriert, Bild: Silverfort

Von Martin Kulendik, Regional Sales Director DACH bei Silverfort

Zero Trust ist mittlerweile zu einer der wichtigsten Security-Modelle geworden. Das Konzept ist einfach und intuitiv: Implizites Vertrauen ist an sich bereits eine Schwachstelle, welche Angreifer für laterale Bewegungen und den Zugriff auf sensible Daten missbrauchen können. Der Zero-Trust-Ansatz versucht, dieses Risiko zu minimieren, indem er implizites Vertrauen aus der Unternehmensumgebung eliminiert.

Zero Trust nimmt stets an, dass bereits eine Sicherheitsverletzung vorliegt. Zum Beispiel ist es einem Angreifer gelungen, einige der vorhandenen Verteidigungsmaßnahmen zu umgehen und in der Unternehmensumgebung Fuß zu fassen. In der nächsten Angriffsphase bewegt sich der Hacker seitlich durchs Netzwerk und greift auf weitere Ressourcen zu, bis er wertvolle Daten oder Assets gefunden hat. Das Zero-Trust-Modell zielt darauf ab, den Schaden deutlich zu begrenzen, wenn ein Hacker sich in der Unternehmensumgebung befindet.

Bisher wurde Zero Trust vor allem auf der Netzwerkebene implementiert, indem die Netzwerkinfrastruktur neu aufgebaut und in mehrere Mikroperimeter mit Segmentierungsgateways unterteilt wurde. In letzter Zeit gewinnt jedoch ein anderer Zero-Trust-Ansatz an Bedeutung, der sich eher auf die Identitätsebene als auf den Netzwerkaspekt konzentriert.

Zero Trust soll den böswilligen Zugriff auf Ressourcen innerhalb der Unternehmensumgebung verhindern. Ein solcher Zugriff wird zwar von einem Gerät an der Netzwerkverbindung durchgeführt, erfordert aber auch eine Benutzerauthentifizierung, um auf die Ressource zugreifen zu können. Wenn in einer Umgebung mit implizitem Vertrauen dieses Benutzerkonto kompromittiert wird, kann ein Hacker damit ungehindert auf jede Ressource zugreifen oder sich seitlich im Netzwerk bewegen. Legt man jedoch die granulare Überprüfung nicht auf die Netzwerkverbindung, sondern auf die Authentifizierung selbst, kann hierdurch ebenfalls ein Zero-Trust-Modell erreicht werden. Sowohl Netzwerksegmentierungsregeln als auch risikobasierte Authentifizierungsrichtlinien sind nützliche Mittel, um böswillige Zugriffsversuche zu blockieren. Jedoch sind letztere einfacher zu implementieren und bieten in vielen Fällen eine höhere Granularität und Fähigkeiten zur Risikoerkennung.

Funktionsweise von identitätsbasiertem Zero Trust im Detail

Identitätsbasiertes Zero Trust beruht auf der Risiko-Bewertung und der Durchsetzung sicherer Zugriffskontrollen, sobald ein Benutzer versucht, auf eine Unternehmensressource zuzugreifen. Dabei wird jede Zugriffsanfrage überwacht – unabhängig davon, wo sich der Benutzer befindet oder ob sich die Ressource, auf die zugegriffen wird, lokal oder in der Cloud befindet. Zudem wird stets das mit der Zugriffsanfrage verbundene Risiko analysiert und adaptive, risikobasierte Richtlinien im gesamten Netzwerk durchgesetzt, sowohl lokal als auch in hybriden Umgebungen. Der Zugriff auf die Ressource wird nur nach einer detaillierten Risikoanalyse der Authentifizierungsaktivität des Benutzers gewährt und gilt für eine bestimmte Zugriffsanfrage. Diese Risikoanalyse sollte für jeden einzelnen Zugriffsversuch durchgeführt werden.

Die heutige Unternehmensumgebung umfasst mehrere Arten von Ressourcen: physische Server, SaaS-Anwendungen, Cloud-Workloads, Dateifreigaben, lokale Anwendungen und viele andere.

Identitätsbasiertes Zero Trust bedeutet, dass die folgenden Kriterien erfüllt sind:

• >> Jedes Benutzerkonto gilt als kompromittiert, das heißt als nicht vertrauenswürdig, bis das Gegenteil bewiesen ist.

• >> Ein Benutzerkonto wird erst nach seiner Validierung und nur für einen einzigen Ressourcenzugriff als vertrauenswürdig eingestuft.

• >> Wenn der Benutzer nach einer validierten Zugriffsanfrage versucht, auf eine andere Ressource zuzugreifen, muss er erneut validiert werden.

Beispielsweise hat sich ein Remote-Benutzer durch Authentifizierung mit dem Unternehmens-VPN verbunden. In der internen Umgebung angekommen, versucht dieser Benutzer nun, auf einen Dateiserver zuzugreifen. Identitätsbasiertes Zero Trust würde niemals aufgrund einer bloßen erfolgreichen VPN-Authentifizierung davon ausgehen, dass dieses Benutzerkonto vertrauenswürdig ist, sondern diesen Zugriff und Nutzer stets auf Vertrauenswürdigkeit prüfen.

Der identitätsbasierte Zero-Trust-Evaluierungsprozess beinhaltet dabei:

1. Kontinuierliche Überwachung aller Zugriffsanfragen, die von allen Benutzerkonten auf jede Art von lokalen oder Cloud-Ressource gestellt werden, sowie Erstellung eines umfassenden Prüfpfads.

2. Risikoanalyse: Für jeden einzelnen Zugriffsversuch wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer tatsächlich kompromittiert ist, bewertet. Diese Risikoermittlung basiert auf der Analyse des Benutzerverhaltens, des Audit-Trails und verschiedener kontextbezogener Parameter.

3. Durchsetzung von Echtzeit-Zugriffsrichtlinien: Auf der Grundlage des berechneten Risikos wird der Zugriff entweder erlaubt, blockiert oder die Authentifizierung mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) verschärft.

Das folgende Schaubild zeigt den Weg eines Benutzers in einer hybriden Lokalen und Cloud-Unternehmensumgebung aus einer identitätsbasierten Zero-Trust-Perspektive:

Das Diagramm zeigt, wie jede einzelne Zugriffsanfrage einer granularen Risikoanalyse unterzogen wird, die auf der Grundlage der Zugriffsrichtlinie dazu führt, dass dem Benutzer entweder der Zugriff gestattet, der Zugriff blockiert oder die Authentifizierungsanforderungen mit MFA verschärft werden.

Die Vorteile von identitätsbasiertem Zero Trust

Ein identitätsbasierter Zero-Trust-Ansatz hat erhebliche Vorteile bei der Implementierung, Verwaltung und Sicherheit:

• >> Einfache und leichte Implementierung: Im Gegensatz zu netzwerkbasiertem Zero Trust sind keine Infrastrukturänderungen und damit verbundene Ausfallzeiten erforderlich. Es besteht keine Notwendigkeit, irgendetwas in der Umgebung zu entfernen und zu ersetzen.

• >> Hohe Granularität: Durch die Fokussierung auf den Benutzer und nicht auf das Netzwerksegment wird sichergestellt, dass die Risikoanalyse für jeden Ressourcenzugriff durchgeführt wird, im Gegensatz zu einem netzwerkbasierten Ansatz, der diese Prüfung nur am Segment-Gateway durchsetzen kann und keinen Einblick in die tatsächlichen Ressourcen innerhalb des Segments selbst hat.

• >> Verbesserte Fähigkeit, Anomalien und Bedrohungen zu erkennen: Die Bewegung eines Angreifers innerhalb der Unternehmensumgebung ist im Vergleich zu legitimen Benutzern anomal. Die Durchführung von Sicherheitsprüfungen für jeden Ressourcenzugriff erhöht die Wahrscheinlichkeit, versteckte bösartige Aktivitäten zu entdecken.

Es ist entscheidend, dass Sicherheitsverantwortliche in der Lage sind, jeden einzelnen Zugriffsversuch in Echtzeit zu überwachen, zu analysieren und eine Zugriffsrichtlinie durchzusetzen: für alle Benutzer, alle Ressourcen und alle Zugriffsschnittstellen. Dies ist eine Grundvoraussetzung, ohne die Unternehmen nur einen teilweisen Schutz erhalten und der Wert des Zero-Trust-Modells zunichte gemacht wird. Aus diesem Grund sollten Unternehmen die Implementierung einer Unified-Identity-Protection-Plattform in Betracht ziehen.

Unified Identity Protection: Identitätsbasiertes Zero Trust in der Praxis

Unified Identity Protection wurde speziell zum Schutz vor identitätsbasierten Angriffen entwickelt, die kompromittierte Benutzeranmeldedaten für den Zugriff auf Unternehmensressourcen missbrauchen. Hiermit können Unternehmen eine identitätsbasierte Zero-Trust-Architektur in modernen Unternehmensumgebungen vollumfänglich durchsetzen.

Unified Identity Protection konsolidiert die Sicherheitskontrollen in Unternehmensnetzwerken und Cloud-Umgebungen, um identitätsbasierte Angriffe abzuwehren. Durch den Einsatz einer agenten- und proxylosen Technologie lässt sich eine Unified-Identity-Protection-Lösung nahtlos in alle bestehenden IAM-Lösungen (wie AD, ADFS, RADIUS, Azure AD, Okta, Ping Identity, AWS IAM usw.) integrieren und dehnt deren Abdeckung auch auf Assets aus, die bisher nicht geschützt werden konnten: Hierzu zählen etwa selbstentwickelte und Legacy-Anwendungen, IT-Infrastruktur, Dateisysteme, Command-Line-Tools, Machine-to-Machine-Zugriff und mehr. Die Lösung überwacht kontinuierlich alle Zugriffe von Benutzern und Servicekonten sowohl in Cloud- als auch in lokalen Umgebungen, analysiert Risiken in Echtzeit mithilfe einer KI-basierten Engine und setzt adaptive Authentifizierungs- und Zugriffsrichtlinien durch.

Durch die Flut an hochentwickelten Angriffen reichen traditionelle Sicherheitsansätze allein nicht mehr aus, um die Unternehmenssicherheit zu gewährleisten. Es ist davon auszugehen, dass sich Angreifer bereits unbemerkt im Netzwerk befinden. Ein vollumfänglicher Zero-Trust-Ansatz, der die Identitätsebene einschließt, kann hier die Verteidigung erheblich stärken, um wertvolle Daten und Assets zu schützen. (Silverfort: ra)


eingetragen: 21.02.22
Newsletterlauf: 08.04.22

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Datensicherung und Wiederherstellbarkeit

Insider sind weiterhin eine der größten Bedrohungen für Organisation und ihre wertvollen Daten. Um sich vor Datenverlust zu schützen, benötigen Organisationen eine passende Strategie zur Datensicherung, die die Wiederherstellbarkeit aller Daten zu jedem Zeitpunkt ihres Lebenszyklus gewährleistet.

Vorsicht im Umgang mit E-Mails aller Art

Check Point Software Technologies weist auf die Notwendigkeit hin, dass jeder Einzelne der IT-Sicherheit Priorität einräumt, sowohl im Geschäfts- als auch im Privatleben, um das ständig wachsende Risiko von IT-Angriffen abzuwehren. Nach Angaben von Check Point Research (CPR) haben die Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent zugenommen.

Jede Maschine benötigt eine Identität, um sich zu authentifizieren

Nach dem Cyberangriff auf ein australische Telekommunikationsunternehmen stellten investigative Reporter fest, dass das Unternehmen angeblich den öffentlichen Zugang zu der betroffenen API deaktiviert hatte. Ihr Entwicklerportal, das zufälligerweise seit Januar ein abgelaufenes SSL-Zertifikat hat, wodurch APIs nicht vertrauenswürdig sind, war weiterhin zugänglich.

Erste Hilfe bei Hackerangriff: Was Betroffene tun können

Hackerangriffe auf Firmennetzwerke verlaufen häufig still und leise. Bis die ausgenutzte Schwachstelle oder der Schaden erkannt werden, können mehrere Tage bis hin zu einigen Monaten vergehen, warnen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group.

Trainings für Anwender, um Malware besser zu erkennen

Nach einer repräsentativen Studie des Bitcom aus 2021 entstand der deutschen Wirtschaft im Jahr 2020 durch Cyberangriffe ein Schaden von 220 Milliarden Euro, und laut Verizon Data Breach Incident Report sind Anmeldedaten mit über 60 Prozent die begehrteste Datenkategorie bei Sicherheitsverletzungen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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