Neue Erkenntnisse über die CryptoRom-Betrugsmasche

Betrügerische "CryptoRom"-Apps schleichen sich in App-Stores von Apple und Google

Bei CryptoRom handelt es sich um eine Cyber-Betrugsmasche, die auch als "Pig Butchering" bekannt ist



Cyberkriminelle unterwandern die Sicherheits-Checks von App-Store-Betreibern mithilfe von sich ändernden Remote-Inhalten. Anschließend gelistet im offiziellen Apple App Store und Google Play Store ist den Cyberkriminellen Tür und Tor für ihre Betrügereien geöffnet. Sophos veröffentlichte in ihrem Bericht "Fraudulent Trading Apps Sneak into Apple and Google App Stores" neue Erkenntnisse über die CryptoRom-Betrugsmasche, auch als "Pig Butchering"-Methode bekannt.

Hierbei handelt es sich um professionelle Finanzbetrüger, die Nutzer von Dating-Apps ködern und im Verlauf einer vorgetäuschten Liebesbeziehung dazu verleiten, vermeintliche Investitionen in Kryptowährungen zu tätigen. Tatsächlich fließen die Gelder aber direkt in die Taschen der Betrüger. Während Cyberkriminelle bislang Workaround-Techniken nutzten, um Opfer davon zu überzeugen, illegitime iPhone-Apps herunterzuladen, die nicht vom Apple App Store geprüft und zertifiziert wurden, haben sie es nun erstmals geschafft, gefälschte CryptoRom-Apps direkt in den offiziellen App Store zu platzieren. Im Google Play Store sind bereits vorher Apps diese Art gesichtet worden.

Die Apps "Ace Pro" und "MBM_BitScan" haben die strengen Sicherheitsprotokolle von Apple erfolgreich umgangen und sind damit einer riesigen Zielgruppe zugänglich gewesen. Sophos benachrichtigte Apple sofort über seinen Fund und die betrügerischen Apps wurden aus dem App Store entfernt. Die App MBM-BitScan war zudem im Play Store unter dem Namen BitScan zu finden. Auch Google wurde von Sophos umgehend über die App informiert und hat diese aus dem Store entfernt.

"Während wir Fake-Apps im Play Store bereits aus der Vergangenheit kennen, ist es nun das erste Mal, dass wir solche Anwendungen im Apple App Store gefunden haben. Im Allgemeinen ist es schwierig, Malware durch den Sicherheitsüberprüfungsprozess im Apple App Store zu bringen", so Jagadeesh Chandraiah, Senior Threat Researcher bei Sophos. "Aus diesem Grund mussten Betrüger, die auf iOS-Geräte abzielten, die Anwender davon überzeugen, zuerst ein Konfigurationsprofil zu installieren, bevor sie die gefälschte Handels-App installieren konnten. Dies beinhaltet eine zusätzliche Ebene des Social Engineering – eine Ebene, die schwer zu überwinden ist. Viele potenzielle Opfer werden stutzig, dass etwas nicht stimmt, wenn sie eine vermeintlich legitime App nicht direkt herunterladen können. Indem die Cyberkriminellen nun Anwendungen direkt in den Apple App Store bringen konnten, haben sie ihren potenziellen Opferpool enorm vergrößert und profitieren zudem von der Tatsache, dass die meisten Benutzer Apple von Natur aus vertrauen. Beide von uns gefundenen Apps haben zudem nicht den neuen Lockdown-Modus von iOS ausgelöst, der Betrüger daran hindert, mobile Profile zu laden, die für Social Engineering hilfreich sind. Angesichts der Sicherheitsfunktionen in Lockdown ändern die die Betrüger möglicherweise ihre Taktik – d. h. sie konzentrieren sich darauf, den Überprüfungsprozess im App Store zu umgehen."

Den Betrügern verfallen

In einem konkreten Fall, bei dem das Opfer mit Ace Pro betrogen wurde, köderten die Betrüger das Ziel mit einem gut gefälschten Facebook-Profil einer Frau, die angeblich einen verschwenderischen Lebensstil in London führt. Nachdem sie eine Beziehung zum Opfer aufgebaut hatte, wechselten die Betrüger mit dem Opfer zu WhatsApp und überzeugten die Person dort davon, die betrügerische Ace Pro-App herunterzuladen. Von dort aus entfaltete sich der Kryptowährungsbetrug.

App als Fliegenfalle

Ace Pro wurde im App Store als QR-Code-Scanner beschrieben, ist aber eine betrügerische Krypto-Handelsplattform. Nach dem Öffnen sehen Benutzer eine Handelsplattform, auf der sie angeblich Währungen einzahlen und abheben können. Das eingezahlte Geld geht jedoch direkt an die Betrüger. Um die Sicherheit des App Store zu umgehen, gehen die Sophos-Forscher davon aus, dass die Betrüger die App mit einer Website mit harmlosen Funktionen verbunden haben, als sie ursprünglich zur Überprüfung eingereicht wurde. Die Domain enthielt Code für das QR-Scannen, damit sie für App-Kontrolleure legitim aussieht. Sobald die App jedoch genehmigt wurde, leiteten die Betrüger die App auf eine in Asien registrierte Domain um. Diese Domain sendet eine Anfrage, die mit Inhalten von einem anderen Host antwortet, der letztlich die gefälschte Handelsplattform liefert.

Die Apple App MBM_BitScan verfolgt einen ähnlichen Ansatz und treibt auch auf Android-Geräten ihr Unwesen, dort ist sie jedoch nur als "BitScan" gelistet. Sowohl die App aus dem Apple App Store als auch aus Google Play kommunizieren mit derselben Command-and-Control-Infrastruktur, die dann wiederum mit einem Server Kontakt aufbaut, der einer legitimen japanischen Kryptofirma ähnelt. Diese Fake-Seiten werden in Runtime geladen, die bösartigen Inhalte verbleiben auf dem Web-Server und nicht im Anwendungscode. Die Aufdeckung ist so sehr schwierig, da es für die Tester eben nicht ausreicht, nur den Code zu betrachten.

Die einzelnen Schritte der CryptoRom-Betrüger und weitere Details zum Unterlaufen der App-Store-Sicherheitsprozesse gibt es im offiziellen, englischsprachigen Bericht "Trading Apps Sneak into Apple and Google App Stores".

Was ist CryptoRom?

Bei CryptoRom handelt es sich um eine Cyber-Betrugsmasche, die auch als "Pig Butchering" bekannt ist. Die Kriminellen setzten hierbei auf ein professionell organisierte, syndizierte Betrugsoperation, die eine Kombination aus romantischen Social Engineering und betrügerischen Krypto-Handelsanwendungen verwendet. Nachdem eine Vertrauensbasis aufgebaut wurde, werden die Opfer über gut gemachten Fake-Handelsplattformen um ihr Erspartes gebracht. Sophos X-Ops verfolgt und berichtet über diese Betrügereien bereits seit längerem und geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. (Sophos: ra)

eingetragen: 11.01.23
Newsletterlauf: 28.04.23

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Meldungen: Hintergrund

Komplizierte Infektionstaktiken

Eine neue Analyse von Kaspersky deckt komplizierte Infektionstaktiken von Malware-Stämmen auf. Demnach meldet sich das berühmte Botnet Emotet mittels neuem Infektionsweg über OneNote-Dateien zurück und greift Unternehmen an; zusätzlich wurde der Loader DarkGate mit zahlreichen neuen Features ausgestattet und LokiBot zielt in Phishing-Mails mit Excel-Anhängen auf Frachtschiffunternehmen ab.

Markenname von Google missbraucht

Check Point Research (CPR) kam einer weiteren Hacker-Kampagne auf die Spur, die Google betrifft. Hacker bauen betrügerische Links in die Google-Werbeanzeigen ein, um die Nutzer auf gefährliche Internet-Seiten zu locken. Dabei brauchen die Nutzer nicht mal auf die Werbeanzeigen an sich klicken, sondern erhalten eine Phishing-E-Mail, die Google Ads im Hintergrund nutzt. Google ist dabei besonders interessant, weil die Firma der größte Anbieter von Werbeanzeigen im Internet ist.

Nicht von App-Äußerlichkeiten täuschen lassen

Modifizierte Versionen von mobilen Anwendungen sind in der Welt der Apps stark verbreitet. Diese Anwendungen bieten möglicherweise zusätzliche Funktionen und Anpassungen, reduzierte Preise oder sind in einer größeren Anzahl von Ländern verfügbar als die Originalanwendung. Ihr Angebot kann so verlockend sein, dass leichtfertige Benutzer sie über inoffizielle externe Anwendungsspeicher installieren.

Google Collection wird für Phishing missbraucht

Check Point Research (CPR), die Threat-Intelligence-Abteilung von Check Point Software Technologies, hat herausgefunden, dass Hacker sich hinter Google Collection verstecken.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

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Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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