Organisationen des Gesundheitswesens auf dem Prüfstand

Infektionsschutz: Drei Schritte für mehr Cyberschutz im Gesundheitswesen

Angesichts des unaufhörlichen Datenwachstums und der Notwendigkeit einer ununterbrochenen Datenverfügbarkeit ist eine angemessene Speicherung und Datensicherung wichtig



Von Florian Malecki, Vice President, International Marketing, Arcserve

Organisationen im Gesundheitswesen haben durch die Einführung moderner Medizintechnik enorme Fortschritte gemacht, um ihre Effizienz zu steigern und die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern. Die neuen Technologien reichen von der automatisierten Patientenverwaltung über Robotik in der Versorgung und Materialwirtschaft bis hin zu vernetzten IoT-Geräten, die den Gesundheitszustand von Patienten überwachen und vor Gefahrensituationen warnen.

Diese digitalen Helfer und Technologien sind enorm nützlich, aber stellen die Krankenhäuser und Gesundheitsorganisationen gleichzeitig vor eine Herausforderung: Sie erzeugen riesige Datenmengen, die gespeichert und geschützt werden müssen.

Das betrifft etwa die Daten, die durch Video-Sprechstunden und Ferndiagnosen anfallen – zwei Kategorien, die seit Beginn der COVID-19-Pandemie, stark angestiegen sind. Zum Beispiel werden viele Arzttermine heute virtuell über Telemedizin-Apps vereinbart und auch im Bereich der Video-Sprechstunde ist ein Fortschritt zu verzeichnen. All diese Daten und Fernberatungen müssen protokolliert und über den in der Medizin üblichen Zeitraum gespeichert werden. Zusätzlich werden zunehmend mehr Daten im Zusammenhang mit der digitalen Krankenakte und mit digitalen Gesundheitspässen erzeugt – beispielsweise durch COVID-19- Tests oder Impfzertifikate.

Entsprechend kann der Bedarf an Datenvolumen einer Gesundheitsorganisation schnell explodieren. Dabei geht es nicht nur um die wachsenden Datenmengen, sondern auch um die Ressourcen, die für die Speicherung, den Schutz und die intelligente Verwaltung all dieser Informationen erforderlich sind.

Angesichts dieses unaufhörlichen Datenwachstums und der Notwendigkeit einer ununterbrochenen Datenverfügbarkeit ist eine angemessene Speicherung und Datensicherung wichtig. Das gilt umso mehr, als die Gesundheitsbranche durch COVID erkannt hat, dass sie auch für sogenannte "Black Swan"-Szenarien gerüstet sein muss, also Ereignisse, die unvorhersehbar sind und zugleich schwerwiegende Auswirkungen haben können.

Es gibt drei Möglichkeiten, wie Organisationen des Gesundheitswesens das Risiko eines Datenverlusts vermeiden und ihre wertvollen digitalen Ressourcen schützen können.

1. Einen Plan erstellen und Mitarbeiter in Sachen Sicherheit schulen

Das schwächste Glied in der Sicherheit ist oft der Anwender. Im Gesundheitswesen kommen viele Anwender der Technologien nicht aus dem technischen Bereich. Sie kennen sich zwar in ihrem Fachgebiet aus, aber nicht so sehr mit den sich weiterentwickelnden Technologien und der zunehmenden Zahl von Endpunkten, an denen sie Daten eingeben bzw. Datensätze abrufen und verwalten. Diese Situation ist ein leichtes Spiel für eine Daten-Exfiltration und andere Malware-Angriffe.

In der Tat sind Organisationen im Gesundheitswesen zunehmend durch Cyberangriffe bedroht, insbesondere durch Ransomware-Angriffe, bei denen Dateien im Zusammenhang mit wichtigen Patientendaten und Informationssystemen eines Krankenhauses verschlüsselt werden und im Anschluss für deren Freigabe ein hohes Lösegeld gefordert wird. Mehr als ein Drittel der Gesundheitseinrichtungen war 2020 von einem Ransomware-Angriff betroffen. Von diesen gaben 65 Prozent an, dass die Cyberkriminellen ihre Daten während des Angriffs verschlüsselt haben, so das Cybersicherheitsunternehmen Sophos. Darüber hinaus prognostiziert Cybersecurity Ventures, dass das Gesundheitswesen im Jahr 2021 zwei- bis dreimal mehr Cyberangriffe erleiden wird als der Durchschnitt anderer Branchen.

Gesundheitseinrichtungen sind besonders anfällig für diese Art von Erpressung, weil sie auf aktuelle Informationen aus Patientenakten angewiesen sind. COVID-19 hat diese Anfälligkeit noch verstärkt. Sind die Daten dann erst einmal in der Hand der Cyber-Verbrecher, zahlen verständlicherweise viele Betroffene das Lösegeld, um nicht das Leben ihrer Patienten zu riskieren.

Was ist also zu tun? Ein erster Schritt ist die Einführung eines Programms zur Sensibilisierung für das Thema Datensicherheit. Mit einem solchen Programm können Mitarbeiter lernen, Phishing-E-Mails, die oft der erste Schritt zu einem Ransomware-Angriff sind, zu erkennen. Es gibt zahlreiche Lösungen, das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter zu schulen, etwa durch Simulation von Phishing-Angriffen.

Zusätzlich zum Training ist ein Notfallplan für die Wiederherstellung der Daten besonders wichtig. Gesundheitsorganisationen benötigen einen solchen Plan für den Fall, dass ihre Daten durch einen Cyberangriff oder etwa eine Naturkatastrophe gefährdet sind. Darin sollte festgelegt sein, welche Daten geschützt werden müssen, wie häufig Backups durchgeführt werden und wie schnell die Daten wiederhergestellt werden müssen. Der Plan sollte auch die notwendigen Schritte beschreiben, in welcher Reihenfolge kritische Systeme wiederhergestellt werden.

2. Nutzung moderner Tools für Backup und Wiederherstellung

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einführung der 3-2-1-1-Datenschutzstrategie. Diese Strategie sieht vor, dass drei Sicherungskopien der Daten auf zwei verschiedenen Medien (z.B. Festplatte und Band) erstellt werden und eine dieser Kopien für die Wiederherstellung im Katastrophenfall an einem anderen Ort aufbewahrt wird. Die letzte ‚1‘ steht für Absicherung einer Datenkopie durch unveränderliche Objektspeicherung.

Die unveränderliche Objektspeicherung ist ein Datensicherheits-Tool der nächsten Generation. Es schützt Informationen kontinuierlich, indem es alle 90 Sekunden einen Snapshot erstellt, sodass Unternehmen ihre Daten auch im Katastrophenfall schnell wiederherstellen können. Diese Snapshots ermöglichen eine punktgenaue Datenwiederherstellung. Unternehmen können die Snapshots verwenden, um bei einem Ausfall durch eine Naturkatastrophe oder einem Ransomware-Angriff einen früheren Dateistatus wiederherzustellen. Snapshots können nicht verändert, überschrieben oder gelöscht werden, sodass die Datenintegrität vor Verlusten durch menschliches Versagen, Hardwareausfälle oder Ransomware-Angriffe geschützt ist.

Mit unveränderlichen Snapshots können Organisationen im Gesundheitswesen die reibungslose und unterbrechungsfreie Bereitstellung von Diensten und Abläufen sicherstellen – selbst in einem Notfall oder bei einem Ransomware-Angriff.

3. Vertrauen auf spezialisierte Partner

IT-Dienstleister haben ihre Kompetenz und Relevanz während der COVID-19-Krise immer wieder unter Beweis gestellt. Sie spielten eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung von Organisationen im Gesundheitswesen, bei der digitalen Transformation ihrer Abläufe, und stellten gleichzeitig sicher, dass Daten zugänglich und geschützt bleiben.

Bleibt festzustellen, dass auch in der Zeit nach COVID-19 ein zwingender Bedarf an Datensicherungs- und Disaster-Recovery-Lösungen besteht. Denn die Daten werden sich zunehmend vervielfachen, und die digitale Landschaft wird das Spielfeld der Cyberangreifer bleiben.

IT-Dienstleister halten sich über die neuesten und besten Cyber-Tools auf dem Laufenden. Dadurch können sie Organisationen im Gesundheitswesen bei der Sicherung ihrer Daten effektiv unterstützen. Und im Falle einer Katastrophe können diese Dienstleister helfen, die Systeme wieder online zu bringen, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen oder das Leben von Patienten zu gefährden.

Die Dienstleister können bei der Durchführung von Penetrationstests in der IT-Umgebung unterstützen und dabei helfen, die bestehenden Datensicherungsverfahren und -prozesse regelmäßig zu testen. So wird gewährleistet, dass alle Systeme so funktionieren, wie sie sollen, und dass im Falle eines Cyberangriffs oder eines anderen Notfalls die Daten schnell und einfach wiederhergestellt werden.

Fazit: Organisationen des Gesundheitswesens stehen auf dem Prüfstand wie nie zuvor. Unabhängig davon, welche Tools und Prozesse bisher implementiert sind, entwickeln sich die Bedrohungen für die Datensicherheit ständig weiter. Mit anderen Worten: Organisationen im Gesundheitswesen müssen stets wachsam bleiben. Glücklicherweise können Gesundheitseinrichtungen durch eine optimierte Verwaltung, sowie einen besseren Schutz ihrer Daten ein hohes Maß an Versorgung sicherstellen und digitale Katastrophen vermeiden.

(Arcserve: ra)

eingetragen: 27.10.21
Newsletterlauf: 24.01.22

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Meldungen: Unternehmen

Ransomware trifft auf seine Nemesis: Blockchain

Während es noch eine Zeit dauern kann, bis die Blockchain auf den Finanzmärkten oder in anderen Anwendungen Fuß fasst, wird sie bei der Verhinderung von Ransomware-Angriffen ganz schnell und konkret an Bedeutung gewinnen. StorageCraft beispielsweise hat bereits heute schon ein Blockchain-Dateisystem implementiert und ist damit dem Rest der Branche einen Schritt voraus. Es handelt sich um ein unveränderliches Dateisystem, bei dem Daten nicht durch Ransomware überschrieben oder gelöscht werden können. Als "at rest" bezeichnet man die vollständig prüfbare, unveränderliche Sicht auf historische Daten, so dass Unternehmen auch in verteilten Umgebungen wissen, ob, wann und wo eine Ransomware-Infektion aufgetreten ist. Die Fähigkeit, auch unveränderliche Snapshots von Daten bereitzustellen, bedeutet zudem, dass Daten in den Zustand vor einer Ransomware-Attacke zurückgebracht werden können.

Säule der deutschen Cybersicherheitsstrategie

Die Digitalisierung ist in vollem Gange. Grundvoraussetzung für ihr Gelingen und damit eine zentrale Bedingung, um auch in Zukunft eine führende Position im internationalen Wettbewerb einzunehmen, ist die Cybersicherheit. Um Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu entwickeln, hat das neue "Nationale Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit 'Athene'" als Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft mit Beteiligung der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Darmstadt die Arbeit aufgenommen. Athene ist das europaweit größte Forschungszentrum für angewandte Cybersi-cherheitsforschung und ein wesentlicher Bestandteil der Cybersicherheitsstrategie des Bundes und des Landes Hessen. Anlässlich der Eröffnung besuchten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn das neue Forschungszentrum.

Operationsbasis für weitere Innovationen

EfficientIP hat von Jolt Capital eine Investitionseinlage in Höhe von 11 Millionen Dollar erhalten, um das weitere Unternehmenswachstum zu unterstützen. Die Investition dient dazu, die internationale Expansion voranzutreiben und das Serviceangebot als Reaktion auf die gestiegene globale Nachfrage nach DDI (DNS, DHCP und IP-Adressmanagement)-Anwendungen strategisch auszubauen. Die Experten von EfficientIP unterstützen Unternehmen, online zu bleiben und sich vor Datenverlust zu schützen, indem sie die Grundlage der IP-Infrastruktur zuverlässig, flexibel und sicher gestalten. Eine wachsende Anzahl angeschlossener Geräte und die Kombination von Cloud- und Inhouse-Computing macht die IT immer komplexer. Vor diesem Hintergrund hilft EfficientIP Unternehmen, Prozesse zu vereinfachen und wettbewerbsfähiger zu werden. "Die Investition macht es möglich, unsere Expansion auf globaler Ebene zu beschleunigen", kommentiert David Williamson, CEO von EfficientIP. "Die Marktchancen für DDI-Lösungen wachsen, und wir möchten diesen Schwung nutzen, indem wir unsere Vertriebsmannschaft verstärken. Das schafft eine Basis, die aktuelle Nachfrage zu befriedigen und weitere Innovationen voranzutreiben, die wirklich wichtig sind, um die Kundenbedürfnisse von morgen weiterhin zu erfüllen. Angesichts der Erfolgsbilanz bei der Skalierung von Technologieunternehmen weltweit ist Jolt Capital ein idealer Partner, um uns in dieser Wachstumsphase zu unterstützen."

Fortinet übernimmt SOAR-Anbieter CyberSponse

Fortinet gab die Übernahme von CyberSponse, einem führenden Anbieter von Security Orchestration, Automation and Response (SOAR)-Plattformen mit Sitz in Arlington, Virginia, bekannt. CyberSponse, bereits Fortinet Security Fabric-Partner, wird die Automatisierungs- und Reaktionsfähigkeiten von "FortiAnalyzer", "FortiSIEM" und "FortiGate" weiter ausbauen und Security-Vorgänge noch stärker vereinfachen. Die heutige Cyber-Bedrohungslandschaft entwickelt sich ständig weiter. Darüber hinaus trägt die zunehmende Anzahl von Produkten für die Absicherung von Endpunkten zu einer sinkenden Alarmbereitschaft bei. Hinzu kommt oftmals ein Mangel an Cyber-Security-Kenntnissen. Dadurch verschärft sich die ohnehin schon komplexe Security-Umgebung. Um dieser Komplexität entgegenzuwirken, versuchen Unternehmen und Service Provider, ihre Abläufe zu vereinfachen und die Effizienz der heutigen Security Operations Center (SOCs) zu maximieren. Dazu werden Warnmeldungen aus einer Vielzahl von Sicherheitsprodukten konsolidiert und getestet sowie Analysen und sich wiederholende Aufgaben automatisiert. Zudem kommen klar definierte Playbooks zum Einsatz, um eine Reaktion auf Vorfälle in Echtzeit zu ermöglichen.

Dokumentenprüfung & Identitätsfeststellung

secunet ist langjähriger Partner der Bundespolizei bei der Entwicklung einer modernen Informationsarchitektur für die digitale Polizeiarbeit. Ein Ergebnis der Zusammenarbeit ist die Entwicklung einer "Smart Police App" auf Basis der Software Plattform "secunet biomiddle". Die Applikation ermöglicht einen orts- und endgeräteunabhängigen Zugriff sowie die Verarbeitung polizeilicher Informationen. Ab sofort ist die App auch für iOS verfügbar und steht den Polizeien der Länder zur Verfügung. Bereits seit 2018 setzt die Bundespolizei bei Personenkontrollen in mobilen Einsätzen erfolgreich Apps zur Dokumentenprüfung und Identitätsfeststellung ein. Mit der App "BPOL-Dokumentenprüfung" können Bundespolizisten elektronische Identitätsdokumente (eID) unterwegs flexibel und sicher mit dem Smartphone auslesen und prüfen. Darüber hinaus ist die Verifikation biometrischer Daten, wie z.B. der Vergleich des im Chip gespeicherten Gesichtsbildes mit dem Livebild der Person, möglich.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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