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Tipps für ein energieeffizientes IT-Klimakonzept


Bei Klimatisierung und Energieversorgung sind häufig Spezialisten aus dem Facility Management notwendig, um die Integration des Rechenzentrums oder auch nur einzelner IT-Schränke in die bestehende Haustechnik sicherzustellen
Beim Thema Verfügbarkeit definieren die Verantwortlichen, welcher Grad an Ausfallsicherheit benötigt wird



Die richtige Klimatisierung ist ein wichtiger Baustein bei der Realisierung einer ausfallsicheren IT-Umgebung. Denn ohne Kühlung überhitzen die Systeme in Sekundenschnelle. Dies ist vergleichbar mit dem Motor eines Autos: Fällt die Wasserpumpe aus, wird der Kühlkreislauf unterbrochen und der Motor zerstört. Ähnlich verhält es sich bei der Unternehmens-IT: Nur durch permanente Kühlung lassen sich Server, Speichersysteme und Netzwerkkomponenten dauerhaft betreiben.

Soll bei kleinen und mittleren Unternehmen eine Modernisierung der IT-Infrastruktur stattfinden, holen sich die Projektverantwortlichen idealer weise externe Spezialisten mit ins Boot, die bei allen Aspekten rund um die IT-Kühlung unterstützen. So erhalten Unternehmen eine individuelle Klimalösung, die sich für das jeweilige Anwendungsszenario eignet.

Was aber sind die wichtigsten Aspekte bei der Klimatisierung? Grundsätzlich empfehlen die Spezialisten von Rittal sich in den ersten Beratungsgesprächen zunächst auf Themen wie Verfügbarkeit, Einsatzzweck und Nutzungsgrad der IT zu konzentrieren.

Beim Thema Verfügbarkeit definieren die Verantwortlichen, welcher Grad an Ausfallsicherheit benötigt wird. Ist tatsächlich ein komplett redundantes Kühlsystem notwendig oder reicht auch eine einfach redundante Lösung? Hierbei stehen vor allem die Investitionskosten im Mittelpunkt, denn höchste Ausfallsicherheit verlangt mehr IT-Budget. Ein weiteres Kriterium ist der Einsatzzweck: So benötigt ein zentrales SAP-System für die Warenwirtschaft und die Produktionsplanung eine höhere Verfügbarkeit als eine administrative Software, beispielsweise für das Fuhrparkmanagement. Der Nutzungsgrad analysiert die Bedeutung der zentralen IT für die gesamte Organisation. Hier ist unter anderem zu beachten, ob internationale Standorte auf verschiedenen Kontinenten angebunden sind, oder ob durch die verschiedenen Zeitzonen ein 24x7-Betrieb im Rechenzentrum sicherzustellen ist.

Weitere Fragen können sein, wie wichtig die Verfügbarkeit der eigenen IT ganz allgemein für die operativen Geschäftsprozesse ist und wie intensiv die bestehende IT-Infrastruktur in Peak-Zeiten genutzt wird (Monatsabschlüsse, Sonderverkäufe, usw.). Auf Basis dieser Antworten entsteht ein erstes Nutzungskonzept mit Anforderungen an die IT-Verfügbarkeit, wodurch sich erste Parameter für ein Klimakonzept ableiten lassen.

Bis es soweit ist, können bei solchen Projekten schon drei bis vier Gesprächsrunden vergehen, bis alle Details geklärt sind. Das zeigt, wie komplex die IT-Kühlung heute sein kann, vor allem, wenn man alle Potenziale zur Optimierung der Energieeffizienz nutzen will.

Unser Tipp: Holen Sie rechtzeitig alle am IT-Betrieb beteiligten Abteilungen mit ins Boot. Bei Klimatisierung und Energieversorgung sind häufig Spezialisten aus dem Facility Management notwendig, um die Integration des Rechenzentrums oder auch nur einzelner IT-Schränke in die bestehende Haustechnik sicherzustellen.

Durchgängiges Monitoring definieren
Für die weitere Planung ist das Aufsetzen eines stringenten Monitorings der IT-Umgebung sowie der Klimageräte notwendig. Die Systemüberwachung muss hierbei rund um die Uhr erfolgen. Auch am Wochenende muss die Lösung sicherstellen, dass Techniker im Fehlerfall über einen Ausfall der Klimageräte informiert werden.

Eine klar definierte Meldekette bestimmt, in welchem Fall die Haustechniker des Facility Managements zu informieren sind, und ab wann die IT-Administratoren benötigt werden. Idealerweise wird das Monitoring um eine Funktion ergänzt, bei der Server bei Ausfall der Klimatechnik automatisch heruntergefahren werden. Eine Lösung zur Temperaturüberwachung stellt eine Minimalanforderung für den sicheren IT-Betrieb dar und ist für wenige Hundert Euro realisierbar.

Im nächsten Schritt sollte das Projektteam die Alarmmeldekette definieren. Das bedeutet: Was passiert, wenn sich ein Klimagerät nicht mehr meldet und offenbar ausgefallen ist. Auch an diesen Prozessen erkennt ein erfahrener Berater sehr schnell, welchen Stellenwert die IT-Systeme in einem Unternehmen einnehmen. Wer sich bislang noch keine Gedanken zu den Meldeketten gemacht hat, unterschätzt entweder die Bedeutung der IT für die eigene Organisation oder betreibt ganz einfach keine kritische IT-Umgebung.

Klima und Strom im Einklang
Bei der Planung der benötigten Kühlleistung ist darauf zu achten, dass diese auch über die vorhandene Stromverteilung realisierbar ist. Stimmen sich IT und Facility Management nicht ausreichend ab, kann es passieren, dass die von der IT geforderte Klimatisierung mit der vorhandenen Stromverteilung nicht realisierbar ist. Für die Planung der Kühlung wird einfach die Wärmeleistung der installierten IT-Komponenten addiert. Angaben dazu finden sich in den Datenblättern. Hat zum Beispiel ein Server eine elektrische Leistung von 500 Watt und sind in einem IT-Schrank von diesem Typ vier Stück verbaut, ergibt sich daraus eine zu kühlende Leistung von 2.000 Watt. Erfahrungsgemäß weiß Rittal, dass ein Wert von rund 5 kW pro IT-Schrank ein gängiger Mittelwert bei kleineren IT-Umgebungen ist. Um nicht zu viel Kühlleistung zu installieren, hilft auch ein Blick auf die dem Rechenzentrum zugeführte Gesamtenergie. Denn mehr als diese muss definitiv nicht gekühlt werden.

Rack- und Reihenkühlung
Ob ein Unternehmen gezielt einzelne Racks kühlt, mit einer Reihenklimatisierung arbeitet oder den gesamten Technikraum klimatisiert, ist individuell zu entscheiden. Gerade kleinere Unternehmen besitzen keinen Raum mit Doppelboden für die Klimatechnik, sodass sich hier Kühlgeräte für die Montage direkt am IT-Schrank empfehlen. Klimageräte, die am IT-Rack montiert werden, können die Wärme direkt am Ort der Entstehung abführen und sind daher besonders effizient.

Bei der Reihenklimatisierung sind die Racks nach dem Prinzip des kalten und warmen Gangs aufgestellt. Dabei stehen sich jeweils die Vorderseiten von zwei Rack-Reihen gegenüber und bilden den Kaltgang. In diesen blasen entsprechende Kühleinheiten die Kaltluft ein und das IT-Equipment in den Racks saugt diese Luft an. An den perforierten Rücktüren des Racks tritt die warme Abluft der Server in den Warmgang aus. Aus diesem wird die Warmluft mittels der Kühleinheiten angesaugt, abgekühlt und wieder in den Kaltgang eingeblasen.

Kalt- und Warmluft nicht vermischen
Um eine hohe Energieeffizienz bei der Rack- oder Reihen-basierten Kühlung zu erreichen, sollten die Warm- und Kaltluftbereiche sauber voneinander getrennt werden. Je besser dies gelingt, umso effizienter können die Kühlsysteme arbeiten. Daher wird der IT-Schrank oder der jeweilige Gang geschottet und in einen Kalt- und Warmbereich unterteilt.

Ein Tipp hierzu: Die Schottung der Kalt-/Warmebene zu 100 Prozent ist in der Praxis nicht notwendig, da der Aufwand hierfür einfach zu hoch ist. Das von Rack-Herstellern mitgelieferte Zubehör wie Blindpanels, Dichtstreifen, Luftleitbleche und hochdichte Bürstenleisten ermöglicht bereits eine ausreichende Abdichtung.

Raumkühlung
Die Raumklimatisierung ist zwar aufwändiger zu realisieren, aber nicht per se die schlechtere Lösung. Wer eine homogene IT-Umgebung betreibt, in der die IT-Schränke mit etwa 5 bis 6 kW Verlustleistung arbeiten, setzt auf eine Raumklimatisierung. Sobald jedoch auch nur ein IT-Schrank mit höherer Leistung betrieben wird, ist die Klimatisierung nicht mehr ausreichend. Dann muss entweder der Raum insgesamt stärker gekühlt oder das Rack mit zusätzlicher Kühlung versehen werden. So oder so: das Klimakonzept wird dann extrem ineffizient.

Bei der Raumklimatisierung ist beim Kauf der IT-Racks darauf zu achten, dass die Gehäusefront- und -rückseite ausreichend perforiert sind, um eine gute Luftzirkulation zu erreichen. Je höher die Luftdurchlässigkeit, desto effizienter erfolgt die Kühlung der IT-Systeme. Hersteller wie Rittal erreichen mit ihren Türen eine Perforation von etwa 85 Prozent. So lassen sich IT-Schränke mit rund 5 kW Verlustleistung noch sicher betreiben.

Ein weiterer Pluspunkt für die Raumklimatisierung: Hier lassen sich zusätzlich zur IT und Netzwerktechnik auch die Telefonanlage sowie Drucker und Kopierer unterbringen. (Rittal: ra)

eingetragen: 21.08.16
Home & Newsletterlauf: 29.09.16


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Meldungen: Tipps & Hinweise

Neue Herausforderungen an die Datensicherung

Ohne Backup arbeitet wohl kein Unternehmen mehr, schließlich sind die Folgen von Datenverlust ein kaum kalkulierbares Geschäftsrisiko. Umso eindrucksvoller waren da die Ergebnisse des Veeam Data Protection Reports 2021: Demnach haben 58 Prozent aller Backups Verfügbarkeitslücken – sind also nicht vollständig. Wie passt das zusammen? Und noch eine Zahl aus dem Bericht: Obwohl Backups eine fundamentale Bedeutung in der Datensicherung spielen, werden 14 Prozent aller Unternehmensdaten überhaupt nicht gesichert. Randnotiz: Daten, die nicht gesichert sind, sind auch nicht DSGVO-konform archiviert. Auch das kann schwerwiegende Folgen für den Ruf und die Leistung eines Unternehmens haben. Der Report ist also Anlass genug, die aktuellen Herausforderungen an die Datensicherung zu untersuchen. Und die Frage zu stellen, wie sich eine Backup-Strategie moderner und vor allem zuverlässiger aufsetzen lässt. Vom Home Office bis zum digitalen Impfpass: Die Coronapandemie hat für einen Digitalisierungsschub gesorgt. Gerade das Arbeiten von zu Hause mit Daten aus dem Unternehmen hat die Firmen-IT vor neue und große Herausforderungen gestellt. Ob Laptop, Software für die Videokonferenz, Zugriff aufs Unternehmensnetzwerk oder die Digitalisierung von Geschäftsvorgängen und Prozessen – vieles musste in kurzer Zeit umgesetzt werden. Einerseits müssen die dabei entstandenen Daten gesichert und vielleicht sogar archiviert werden. Andererseits müssen die Mitarbeiter im Home Office auf immer mehr Daten aus dem Unternehmensnetzwerk Zugriff haben: Mehr und mehr Daten werden an den Remote-Arbeitsplätzen generiert, aber zentral gesichert und archiviert. In den letzten anderthalb Jahren ist der Bedarf an Datensicherung und Archivierung also stark gestiegen. Für die IT-Kapazitäten gilt das eher nicht.

Gefahr des Ausspähens und von Datendiebstahl

Die Sicherheitsforscher von Varonis Systems weisen auf die Gefahren durch Fehlkonfigurationen von Salesforce hin, durch die sensible Daten für jedermann im Internet zugänglich gemacht werden können. Anonyme Benutzer können Objekte abfragen, die sensible Informationen wie Kundenlisten, Supportfälle und E-Mail-Adressen von Mitarbeitern enthalten. Das Forscherteam hat zahlreiche öffentlich zugängliche Salesforce Communities entdeckt, die falsch konfiguriert sind und so sensible Informationen offenlegen. Salesforce hat weltweit mehr als 150.000 Kunden, darunter rund 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen. Deshalb warnen die Sicherheitsexperten, dass durch die Fehlkonfigurationen Tausende von Unternehmen gefährdet sein könnten. Die Ursache liegt in der Salesforce Community, mit der Salesforce-Kunden ihre eigenen Websites erstellen können, um sich mit Benutzern außerhalb ihres Unternehmens zu verbinden und zusammenzuarbeiten. Communities können unterschiedlichste Funktionen bieten, wie z. B. Fragen und Antworten, Foren oder Partnerportale. Zudem können sie anonymen Benutzern (Guest User) auch die Abfrage von Objekten ermöglichen, die sensible Informationen enthalten, wie z. B. Kundenlisten, Support-Fälle, E-Mail-Adressen von Mitarbeitern und mehr. Communities sind öffentlich zugänglich und werden standardmäßig von Google indiziert. Dies ist zwar für Kunden und Partner nützlich, macht es aber Angreifern, die eine Schwachstelle oder Fehlkonfiguration entdecken, leicht, Communities in großem Umfang zu scannen und zu missbrauchen.

Alarmstufe rot für die Krankenhaus-IT

Der jüngste Ransomware-Angriff auf Kaseya beweist einmal mehr: Safety First ist das Gebot der Stunde, besonders für Krankenhäuser. Jetzt gilt es Geld in die Hand zu nehmen, um die IT zu schützen. Deskcenter AG, vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) zertifizierter Dienstleister, zeigt auf, wie es durch Fördergelder weniger weh tut. Cyberkriminalität im großen Stil hat Hochkonjunktur. Die kürzlich erfolgte Attacke auf Kaseya zieht weiter Kreise: Nach der ersten Welle versuchen Cyberkriminelle jetzt, Unternehmen zu vermeintlichen Updates zu verleiten. Doch der Klick auf einen solchen Link führt zur Installation weiterer Malware. Gerade Krankenhäuser gehören aufgrund ihrer sensiblen Daten und Prozesse zu den bevorzugten Zielen von Ransomware. Das belegen Angriffe auf zwei französische Krankenhäuser Anfang 2021 sowie drei Fälle aus Deutschland innerhalb der letzten Monate. Dabei traf es die Uniklinik Düsseldorf, die Evangelische Klinik in Lippstadt und eine Fachklinik in Planegg bei München.

Cybersicherheit verlagert sich hin zur aktiven Verteidigung

Laut einer kürzlich von HP und Forschern der Universität Surrey durchgeführten Studie war in den Jahren zwischen 2017 und 2020 ein hundertprozentiger Anstieg "signifikanter" nationalstaatlicher Vorfälle zu verzeichnen. Experten zufolge hat die Pandemie diesen Trend noch beschleunigt. Unternehmen waren zu einem schnellen Umstieg auf Remote Working gezwungen und vielfach nicht ausreichend vorbereitet, die derart verbreiterte Angriffsfläche abzusichern. Böswillige Angreifer entwickeln ständig neue Möglichkeiten, Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, und sie werden dabei immer kreativer. Angesichts dieser Tatsache bleiben die Anbieter von Sicherheitslösungen oft auf der Strecke oder sind mindestens überfordert. Die exponentielle Zunahme gerade bei nationalstaatlichen Angriffen wirft jedoch ein Schlaglicht darauf, wie es um die derzeitigen Ansätze zur Cybersicherheit bestellt ist. Ein Ergebnis dieses Befunds: Cybersicherheit verlagert sich hin zu einer mehr aktiven Verteidigung. Albert Einstein beschrieb Wahnsinn einmal als "immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten". Es lohnt sich darüber nachzudenken, warum wir offensichtlich bei Sicherheitskonzepten nach genau diesem Muster verfahren – und trotzdem andere, bessere Ergebnisse erwarten.

Ransomware-Schutz für Remote-Büros und Außenstellen

Es ist selten, dass ein Unternehmen seine Daten nur in einem einzigen zentralen Rechenzentrum organisiert. Insbesondere in Wachstumsphasen ist es typisch, dass ROBO-Umgebungen (Remote Office/Branch Office) eingerichtet werden, um die Expansion zu realisieren. Diese Umgebungen vor Ransomware zu schützen ist besonders schwierig, da sich Außenstellen oft weit entfernt vom primären Rechenzentrum befinden und nur selten über genug technisches IT-Personal verfügen. Doch auch diese Dependancen müssen vor Ransomware geschützt sein. Florian Malecki, Senior Director International Product Marketing bei Arcserve, gibt vier Tipps zum Schutz vor Ransomware selbst in entlegensten Unternehmenseinheiten. Zunächst müssen auch in den Außenstellen grundlegende Vorkehrungen gegen Ransomware getroffen werden. Genau wie in der Unternehmenszentrale sollten auch hier Firewalls, Spamfilter, Antivirenprogramme und Antimalware-Tools verwendet werden, wobei die Software stets auf dem neuesten Stand sein sollte. Auch der Abschluss einer Ransomware-Versicherung inklusive eines Versicherungsschutzes für die Außenstellen kann in Erwägung gezogen werden.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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