Sichere Homeoffice-Strategie entwickeln

Sicherheit muss nun ein integraler Bestandteil jeder Telearbeitsstrategie sein

Sechs Tipps für einen sicheren Homeoffice-Arbeitsplatz



Die Umstellung von konventionellen Arbeitsplätzen im Büro auf Orte außerhalb des Unternehmens kann eine gewaltige Aufgabe für Unternehmen sein. Unternehmen sollten sich darüber bewusst sein, dass Cyber-Kriminelle lauern, um Schwächen und Sicherheitslücken von Remote-Arbeitsplätzen auszunutzen. Arglose Nutzer und ungesicherte Systeme können schnell Tür und Tor für Malware und bösartige Aktivitäten öffnen. Momentan verstärkt sich der Druck für Unternehmen, immer mehr Mitarbeiter ins Homeoffice senden zu müssen. Sicherheit muss nun ein integraler Bestandteil jeder Telearbeitsstrategie sein, damit Unternehmen ausreichend vor Cyber-Angriffen geschützt sind. Bei der Einrichtung von Remote-Arbeitsplätzen sollten sie daher folgende sechs Aspekte berücksichtigen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Tipp 1 und 2 – Anforderungen an einen Homeoffice-Arbeitsplatz

Grundlegend benötigt jeder Mitarbeiter für sein Homeoffice einen Zugang zu E-Mails, Internet, Telefonkonferenzen sowie zumindest begrenzt zu Dateien und abteilungsspezifischen Ressourcen wie Finanzen oder dem Personalwesen. Des Weiteren brauchen sie Zugang zu Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen in der Cloud, beispielsweise mit Microsoft Office 365. Dafür benötigen sie:

1. VPN und Endgerätesicherheit:

Nutzer müssen über einen Laptop mit allen wichtigen Anwendungen, die sie für ihre Arbeit benötigen, verfügen. Darüber hinaus muss dieser Laptop einen vorkonfigurierten Client besitzen, um eine VPN-Konnektivität mit der Firmenzentrale bereitzustellen.

2. Multi-Faktor-Authentifizierung:

Die Multi-Faktor-Authentifizierung verhindert, dass Cyber-Kriminelle gestohlene Kennwörter für den Zugriff auf Netzwerkressourcen verwenden. Um einen sicheren Zugriff zu ermöglichen, muss jeder Mitarbeiter mit einem Authentifizierungstoken ausgestattet werden. Dieser Token kann ein physisches Gerät oder eine softwarebasierte App sein. Sie werden verwendet, wenn der Mitarbeiter aus dem Homeoffice eine VPN-Verbindung herstellt oder sich in das Netzwerk einloggt. Dies erlaubt eine zusätzliche Ebene der Identitätsprüfung.

Tipp 3 und 4 – Zusätzliche Anforderungen mit erweiterten Berechtigungen

Einige Telearbeiter benötigen einen erweiterten Zugang zu Netzwerkressourcen. Systemadministratoren, Support-Techniker, Notfallpersonal und die Geschäftsleitung müssen oft auf sensible oder vertrauliche Informationen zugreifen und diese verarbeiten oder in mehreren IT-Umgebungen parallel arbeiten. Dazu benötigen sie:

3. Durchgängige Konnektivität:

Vorkonfigurierte drahtlose Zugangspunkte ermöglichen eine sichere Verbindung vom entfernten Standort eines Anwenders zum Unternehmensnetzwerk über einen sicheren Kanal. Für eine noch sicherere Verbindung kann ein drahtloser Zugangspunkt mit einer desktopbasierten Next-Generation-Firewall (NGFW) kombiniert werden. So gewähren Unternehmen diesen Mitarbeitern eine stabile und dauerhafte Verbindung, eine erweiterte Zugangskontrolle und das volle Spektrum an Sicherheitsdiensten, einschließlich Data Loss Prevention.

4. Sichere Telefonie:

Remote-Mitarbeiter benötigen zudem eine Telefonie-Lösung, die Voice over IP (VoIP) unterstützt, um eine sichere Kommunikation zu gewährleisten. Dazu sind sowohl physische als auch Soft-Client-Modelle verfügbar. Mitarbeiter müssen aus dem Homeoffice mit VoIP Anrufe tätigen und empfangen, auf die Voicemail zuzugreifen, den Anrufverlauf überprüfen und die Unternehmenskontakte durchsuchen können.

Tipp 5 und 6 – Sicheres und skalierbares Netzwerk in der Zentrale

Am anderen Ende der Leitung müssen ebenso Vorkehrungen getroffen werden. So muss das Netzwerk in der Zentrale skalierbar sein, um der plötzlich steigenden Menge an Telearbeitern gerecht zu werden. Wichtig ist dabei einerseits, dass der Fernzugriff auf Netzwerkressourcen möglich ist, andererseits muss gewährleistet sein, dass dieser Zugriff angemessen geschützt ist.

5. Nutzer- und Geräteauthentifizierung:

Ein zentraler Authentifizierungsdienst ermöglicht es auch einer großen Anzahl an Mitarbeitern an entfernten Standorten eine sichere Verbindung zu Netzwerkdiensten herzustellen. Dieser Dienst muss mit dem Active Directory, dem Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) sowie mit dem Radius des Netzwerks verbunden sein. Die Lösung sollte außerdem Single-Sign-On-Dienste, Zertifikatsverwaltung sowie Gäste-Zugangsverwaltung unterstützen.

6. Erhöhte Sicherheit am Netzwerkrand:

Eine NGFW-Lösung muss unter anderem die VPN-Verbindungen sicher trennen. Außerdem muss sie fortschrittlichen Schutz vor Bedrohungen bieten. Das schließt die Analyse von Malware und anderen verdächtigen Inhalten in einer Sandbox-Umgebung ein – bevor die Malware Schaden anrichten kann. Zusätzlich muss eine Hochleistungsprüfung des Klartext- sowie des verschlüsselten Datenverkehrs stattfinden, um Malware und bösartigen Datenverkehr zu eliminieren. Besonders wichtig ist, dass diese Funktion skalierbar ist, da die Überprüfung verschlüsselter Daten viel Prozessorleistung benötigt. Ohne fortschrittliche Sicherheitsprozessoren, die für die Inspektion von hohem verschlüsseltem Datenverkehr ausgelegt sind, können NGFW-Lösungen schnell zum Flaschenhals werden, der die Produktivität von Telearbeitern beeinträchtigen kann.

Fazit: Geschäftskontinuität sichern

Damit die Geschäfte reibungslos weiterlaufen und im Notfall wiederhergestellt werden können, müssen Unternehmen eine sichere Homeoffice-Strategie entwickeln. Dazu ist es essentiell, dass die Belegschaft ohne große Komplikationen und ohne die Netzwerksicherheit zu gefährden von zu Hause aus arbeiten kann. Eine solche Lösung muss außerdem den sicheren Zugriff auf kritische Ressourcen ermöglichen und gleichzeitig durch ausreichende Skalierbarkeit die Anforderungen der gesamten Belegschaft vom ersten Tag an erfüllen. (Fortinet: ra)

eingetragen: 27.03.20
Newsletterlauf: 26.06.20

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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