Sicherheitslösungen auf Computern im Homeoffice

Wie man die größten Einfallstore für Cyberkriminelle im Homeoffice schließt

Das wichtigste Einfallstor für Angreifer sind, ganz unabhängig vom Homeoffice, Schwachstellen in Betriebssystemen und Anwendungen



Die neue Arbeitswelt bietet Cyberkriminellen viele Angriffspunkte. Sie nutzen unzureichende Sicherheitsvorkehrungen und verunsicherte Mitarbeiter aus, um Systeme zu infiltrieren und vertrauliche Daten zu stehlen. Adaptiva, Anbieterin von Endpunkt-Management- und Sicherheitslösungen, erklärt die wichtigsten Einfallstore und wie Unternehmen sie am besten schließen.

Im Homeoffice haben neue Anwendungen und Abläufe viele Arbeitnehmer verunsichert – Cyberkriminelle versuchen, diese Situation gezielt auszunutzen und sie zur Preisgabe vertraulicher Informationen oder zum Klick auf Links und Dateianhänge zu verleiten. Zudem eröffnen die technischen Schwierigkeiten, die viele Unternehmen bei der Absicherung von Rechnern außerhalb des geschützten Firmennetzwerks haben, Cyberkriminellen neue Angriffsmöglichkeiten.

Adaptiva nennt die wichtigsten Angriffspunkte im Homeoffice und gibt Tipps, wie Unternehmen diese am besten beseitigen:

Software-Schwachstellen

Das wichtigste Einfallstor für Angreifer sind, ganz unabhängig vom Homeoffice, Schwachstellen in Betriebssystemen und Anwendungen. Fast jede Malware und fast jede verseuchte Website nutzt Software-Lecks, um Systeme zu infizieren. Allerdings hat sich das Problem für Unternehmen durch die Einführung von Homeoffice verschärft, weil sie sich oft schwer tun, die außerhalb ihrer Infrastruktur befindlichen Rechner mit Sicherheitsupdates und Patches zu versorgen. Manche Systeme haben überhaupt keine Verbindung zum Firmennetz mehr und sind für sie unerreichbar. Andere sind über ein VPN angebunden, das durch größere Software-Pakete, die womöglich an Hunderte Mitarbeiter verteilt werden müssen, schnell überlastet ist. Die Konsequenz: Rechner im Homeoffice sind häufig nicht auf dem neuesten Stand und dadurch hochgradig gefährdet.

Tipp: Unternehmen sollten auf ein Endpoint-Management setzen, das ihnen einen Zugriff auf Systeme unabhängig von deren Standort und Anbindung an das Firmennetzwerk erlaubt.

E-Mail

Phishing-Mails und die Verbreitung von Malware via E-Mail sind Klassiker im Werkzeugkasten von Cyberkriminellen und in der Corona-Zeit noch einmal deutlich beliebter geworden. Zum einen weil die Sicherheitslösungen auf Firmenrechnern im Homeoffice bisweilen nur unregelmäßig aktualisiert werden oder Mitarbeiter mit privaten Geräten arbeiten, die in der Regel schlechter geschützt sind als Firmen-PCs. Zum anderen weil der Abstimmungsaufwand im Homeoffice größer ist als im Büro und viele Absprachen per E-Mail getroffen werden – dadurch können Angreifer ihren Opfern leichter gefälschte Mails unterschieben. Malware wie Emotet ist extrem gut darin, Mails so zu gestalten, dass sie wie reguläre Antworten von Kollegen oder Geschäftspartnern aussehen, die auch erfahrene Anwender auf den ersten Blick kaum als Fälschung erkennen.

Tipp: Unternehmen müssen sicherstellen, dass Sicherheitslösungen auf Computern im Homeoffice stets aktuell sind und beruflich genutzte Privatgeräte ein gewisses Sicherheitsniveau nicht unterschreiten. Bei beidem hilft ein modernes Endpoint-Management. Mit Schulungen können sie überdies das Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeiter schärfen und diese im richtigen Umgang mit Phishing- und Malware-Mails trainieren.

Verunsicherte Mitarbeiter

Homeoffice ist für viele Mitarbeiter eine neue und ungewohnte Situation. Haben sie von ihrem Arbeitgeber keine konkreten Vorgaben zum Umgang mit Daten, Anwendungen und Systemen erhalten und wurden neue Abläufe nicht ausreichend erklärt, kann sie das verunsichern. Sie lassen sich leichter austricksen und hinterfragen unter Umständen auch Mails mit zweifelhaften Anweisungen oder Anrufe von vermeintlichen Support-Technikern nicht ausreichend. Da Mitarbeiter weniger direkten Kontakt zu Kollegen haben, fehlen ihnen auch unmittelbare Rückfragemöglichkeiten.

Tipp: Mit verbindlichen Regeln und Absprachen nehmen Unternehmen ihren Mitarbeitern einen großen Teil der Unsicherheit und verhindern, dass sie versehentlich die IT-Sicherheit oder den Datenschutz gefährden. Dabei sollten sie auch Kommunikationswege und Ansprechpartner festlegen, damit Abläufe klar geregelt sind und Mitarbeiter nicht auf E-Mail-Betrüger und Scam-Anrufe hereinfallen.

Ungeschützte Verbindungen

Viele Mitarbeiter nutzen im Homeoffice eine WLAN-Verbindung, um etwa am Küchen- oder Wohnzimmertisch ohne lästige Kabel arbeiten zu können. Oft haben sie allerdings das WLAN-Passwort ihres Routers nie geändert oder nutzen ein Funknetzwerk ohne oder mit veralteter Verschlüsselung. Damit gefährden sie Firmendaten, weil sich Dritte unbemerkt in die Kommunikation einklinken können – insbesondere dann, wenn kein VPN zum Einsatz kommt oder nur bestimmte Verbindungen durch den VPN-Tunnel geleitet werden.

Tipp: Mitarbeiter sollten eine WLAN-Verschlüsselung mit WPA3 (oder zumindest WPA2) einrichten und idealerweise auch die Firmware ihres Routers aktualisieren sowie den Zugang zum Gerät mit einem starken Passwort schützen.

Schlecht gesicherte Zugänge

Im Arbeitsalltag müssen sich Mitarbeiter meist mit vielen komplexen Passwörtern herumschlagen. Durch die Arbeit im Homeoffice sind noch einmal neue Zugänge hinzugekommen, etwa für VPNs, Videokonferenztools und Onlinespeicher für den Datenaustausch mit Kollegen. Dadurch steigt das Risiko, dass Mitarbeiter zu einfachen Passwörtern greifen oder Passwörter mehrfach verwenden – und damit Cyberkriminellen die Arbeit erleichtern.

Tipp: Mit einem Passwort-Manager oder, noch besser, einer Zweifaktorauthentifizierung können Unternehmen ihren Mitarbeitern den Umgang mit Passwörtern erheblich erleichtern und alle Zugänge zum Unternehmensnetzwerk, zu Anwendungen und Onlinediensten besser schützen.

"Unternehmen müssen sich Gedanken um die Absicherung des Homeoffice machen, weil die Sicherheitsrisiken dort größer sind als innerhalb des gut geschützten Büronetzwerks. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen wie VPN oder Endpoint-Management, sondern auch um die Unterstützung von Mitarbeitern, beispielsweise durch klare Regeln und Schulungen", erklärt Torsten Wiedemeyer, Regional Sales Director DACH bei Adaptiva. "Allerdings muss auch der Mitarbeiter mithelfen, denn im Homeoffice wird sein Heimnetz zum Arbeitsnetz – und dieses kann nur er schützen." (Adaptiva: ra)

eingetragen: 02.03.21
Newsletterlauf: 20.05.21

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Meldungen: Unternehmen

Schutz vor Phishing-Angriffen

Edge, Firefox, Chrome und vielleicht sogar der Internet Explorer - der Zugang zum Internet ist eine der größten Schwachstellen für Cyberattacken, denn Malware dringt in der Regel über den Browser oder die besuchte Website in Unternehmensnetzwerke ein. Um Unternehmen noch besser zu schützen, arbeiten der IT-Sicherheitsexperte Rohde & Schwarz Cybersecurity und Island, der Enterprise-Browser, künftig noch enger zusammen

CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

Risiko, Readiness, Recovery, Rebuild-Funktionen

Commvault hat die Übernahme von Appranix, einem Unternehmen für Cloud-Cyberresilienz, bekannt gegeben. Mit dieser Akquisition unterstützt Commvault Unternehmen dabei, nach einem Ausfall oder Cyberangriff noch schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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