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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Sicherheitslücken in der Lieferkette

Mehr Sicherheit in der Softwarelieferkette – und wie man dafür den Grundstein legt

Open Source Security & Risk Analysis (OSSRA)-Bericht zeigt, dass durchschnittlich 97 Prozent aller Software zumindest teilweise Open Source-Code enthält



Von Mike McGuire, Senior Solutions Manager, Synopsys Software Integrity Group

Im weitesten Sinne gehört zu einer Lieferkette alles, was zur Herstellung und Lieferung eines Produkts an den Endverbraucher erforderlich ist. Bei einer Softwarelieferkette verhält es sich nicht anders - der einzige Unterschied besteht darin, dass sie sich auf Code und Anwendungen sowie auf alles bezieht, was mit deren Entwicklung und Bereitstellung zu tun hat. Genauso wie ein Automobilhersteller über ein breites Netzwerk von Zulieferern und Teilen verfügt, kann ein Softwarehersteller auf eine komplexe Vielfalt von Code, Tools und Ressourcen angewiesen sein, um sein Produkt zu entwickeln. Das zentrale Problem: Ein Fehler oder eine Schwachstelle irgendwo in der Lieferkette wirken sich potenziell auf jede Einheit weiter unten in der Kette aus (oft als "nachgelagert" bzw. "downstream" bezeichnet).

Kein neues Problem innerhalb der Lieferkette. Warum aber ist es gerade für die Softwarebranche so brennend aktuell?

Im Zuge der digitalen Transformation sind wir mehr denn je auf Technologie angewiesen, geschäftlich wie privat. Das hat unter den Technologieunternehmen zu einem harten Wettbewerb geführt, was die Markteinführung neuer Produkte anbelangt.

Folglich konzentrieren sich diese Firmen mehr auf Innovationen, die ihre Produkte von anderen abheben, und weniger darauf, "das Rad neu zu erfinden". Mit anderen Worten: Software wird nicht mehr gebaut, sondern zusammengesetzt - jedes Teil stammt aus unterschiedlichen Quellen. Ressourcen, die sich auf die Herstellung genau dieses Teils spezialisiert haben. Ein E-Commerce-Unternehmen verschwendet zum Beispiel keine Zeit mehr mit dem Aufbau einer Datenbank, ein Online-Bankinstitut keine Zeit mit dem Aufbau von Tools für die Benutzeroberfläche und ein IoT-Unternehmen wird kein eigenes Betriebssystem entwickeln. Stattdessen wenden sich alle an Dritte, an Open Source-Projekte und Anbieter.

Tatsächlich bestätigt der jüngste Open Source Security & Risk Analysis (OSSRA)-Bericht, dass durchschnittlich 97 Prozent aller Software zumindest teilweise Open Source-Code enthält. In vier der 17 im Bericht vertretenen Branchen (Computerhardware und Halbleiter, Cybersicherheit, Energie und Clean Tech sowie Internet der Dinge) sind sogar 100 Prozent der geprüften Codebasen Open Source-basiert. In den übrigen Branchen beläuft sich der Anteil an Open Source auf 93 Prozent bis

99 Prozent aller geprüften Codebasen. Selbst in den Bereichen mit dem niedrigsten Prozentanteil (das sind Gesundheitswesen, Health Tech und die Biowissenschaften), ist der Anteil mit 93 Prozent immer noch sehr hoch. Open Source ist schlicht omnipräsent.

Aber was passiert, wenn eine Open Source-Komponente eine Schwachstelle aufweist? Oder wurde vielleicht das Konto eines Community-Mitglieds gehackt und möglicherweise Schad-Code eingefügt? Das würde etwa bedeuten, dass IoT-Unternehmen ein Betriebssystem mit einer kritischen Schwachstelle verwenden – man denke an gehackte intelligente Thermostate oder WiFi-Kameras. Das Problem beginnt innerhalb der Open Source-Komponente. Die wurde von einer IoT-Firma in das betreffende Produkt implementiert, das Produkt an den Endbenutzer verkauft, und der schließlich angegriffen. Hier liegt das eigentliche Problem innerhalb der Softwarelieferkette.

Laut den Ergebnissen des OSSRA-Berichtes von 2022 enthalten 100 Prozent der Codebasen im IoT-Sektor Open Source, und erstaunliche 92 Prozent des geprüften Codes in diesem Sektor sind Open Source. Nicht weniger beunruhigend: Auch 64 Prozent der IoT-Codebasen weisen Schwachstellen auf.

Auch in den Branchen Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Transport und Logistik sind 97 Prozent der Codebasen Open Source, und 60 Prozent des gesamten Codes besteht aus Open Source, und ebenfalls sechzig Prozent der Codebasen enthalten Open Source-Schwachstellen.

Zwei der jüngsten Beispiele für schwerwiegende Probleme in der Softwarelieferkette:

SolarWinds. Vielleicht einer der, wenn nicht sogar der bemerkenswerteste, Angriff auf die Softwarelieferkette. Ein internes Passwort wurde online geleakt, und von Angreifern verwendet, um sich Zugang zu den Build-Systemen von SolarWinds zu verschaffen. An dieser Stelle startete die Attacke. Die Angreifer fügten bösartigen Code in eine kommende Version von Orion ein, dem Flaggschiffprodukt von SolarWinds. Dieser bösartige Code blieb unentdeckt, wurde in die Artefakte der Produktversion eingebaut und vielfach an Kunden ausgeliefert. Mit dieser Version diente Orion den Angreifern als Portal, um SolarWinds-Kunden zu infiltrieren. Zu diesen Kunden zählten unter anderem mehrere US-Bundesbehörden. Die Tatsache, dass der ursprüngliche Angriff mehrere Stufen vom beabsichtigten Ziel entfernt stattfand, macht ihn zu einem Paradebeispiel für einen Lieferkettenangriff. Dieser und weitere ähnlich gelagerte Angriffe auf kritische Infrastrukturen, trugen erheblich dazu bei, dass US-Präsident Biden seine Cybersecurity Executive Order veröffentlichte.

Log4Shell. Es gab zwar keine [bestätigten] erfolgreichen Angriffe, bei die Schwachstelle ausgenutzt wurde, aber sie ist dennoch ein gutes Beispiel für die möglichen Auswirkungen einer solchen Sicherheitslücke auf die gesamte Lieferkette. Apache Log4J ist ein äußerst beliebtes Java-Protokollierungsframework. Es arbeitet im Hintergrund von Anwendungen, mit denen unzählige Unternehmen und Endverbraucher täglich interagieren. Im Dezember 2021 wurde eine schwerwiegende Zero-Day-Schwachstelle in mehreren Versionen bekannt. Alle geeignet, sich für Remote-Angriffe ausnutzen zu lassen, und um sich als Angreifer Zugang zu betrieblichen Servern zu verschaffen. Hätten die Angreifer diese Schwachstelle zuerst entdeckt, wären die Auswirkungen so verheerend wie weitreichend. Dies zeigt, wie sich ein einfaches Problem bei der Datenbereinigung in einer simplen (aber beliebten) Komponente lawinenartig in einer Lieferkette ausbreiten und alle von ihr abhängigen Anwendungen in Mitleidenschaft ziehen kann. Der OSSRA Report 2022 konstatiert zusätzlich, dass 15 Prozent der geprüften Java-Codebasen eine anfällige Log4J-Komponente enthalten.

Es gibt zwei Arten von Unternehmen, die sich über das Risiko in der Softwarelieferkette Gedanken machen sollten: Softwarehersteller und Softwarebetreiber. Häufig stellen wir fest, dass Firmen beides sind: Sie nutzen Software, die von anderen entwickelt wurde, und erstellen daraus Software, die sie selbst verkaufen/vertreiben oder nutzen. Um das Risiko für die Lieferkette zu minimieren, muss man zwingend wissen, was in einer Software enthalten ist, und sie gegen bekannte Angriffe absichern. Noch einfacher ausgedrückt: Unternehmen und Organisationen kommen nicht umhin, den kompletten Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) absichern.

Die Sicherheit des SDLC lässt sich anhand dreier Bereiche beschreiben und angehen:

Sicherer Code

>> Open-Source-Abhängigkeiten. Identifizieren Sie den kompletten Open Source Code, der in Ihren Anwendungen enthalten ist. Erst dann können Sie ihn überwachen und auf Sicherheits- und Lizenz-/Compliance-Probleme hin überprüfen.

>> Kommerzieller Code/Fremdcode. Verfolgen Sie jeglichen Fremdcode nach, damit sie die Inhalte auf mögliche Risiken hin überprüfen können.

>> Benutzerdefinierter Code. Achten Sie darauf, dass jeder benutzerdefinierte oder proprietäre Code, den Ihre Organisation schreibt, frei von Fehlern oder Sicherheitslücken ist.

Sichere Bereitstellung

>> Container. Vergewissern Sie sich über den Inhalt eines Containers, bevor Sie ihn ausliefern. Schwachstellen in Basis-Images, bei der Erstellung eingebrachte Abhängigkeiten und Hardcoded Secrets sind allesamt bedenkliche Bereiche.

>> Infrastructure as Code (IaC). Was früher in der Verantwortung eines erfahrenen IT/Ops-Experten lag, ist heute Aufgabe der Entwickler: die Infrastruktur zu konfigurieren, auf der die jeweiligen Apps laufen sollen. Bekannte Sicherheitslücken und Open Source Templates öffnen Angriffen Tür und Tor.

Software-Stückliste (SBOM)

>> Erstellen Sie eine SBOM, und fordern Sie sie selbst ein. Wenn Sie eine Software für Ihren Betrieb anschaffen, fordern Sie von Ihren Lieferanten eine SBOM vorzulegen. Wenn Sie Software anbieten, sollten Sie auch selbst bereit sein, Ihren Kunden eine solche Stückliste zur Verfügung zu stellen. Insbesondere, aber nicht nur, wenn Sie im öffentlichen Sektor oder bei US-Behörden tätig sind. An dieser Stelle ist es am besten, den Richtlinien der NTIA hinsichtlich der Anforderungen an eine SBOM zu folgen. Die Dokumente bieten Einblick, was in der Software enthalten ist, mit der Sie Ihre Firma betreiben - so lässt sich schnell auf etwaige Bedrohungen reagieren.(Synopsys Software Integrity Group: ra)

eingetragen: 29.05.22
Newsletterlauf: 11.07.22

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Meldungen: Tipps & Hinweise

Datensicherung und Wiederherstellbarkeit

Insider sind weiterhin eine der größten Bedrohungen für Organisation und ihre wertvollen Daten. Um sich vor Datenverlust zu schützen, benötigen Organisationen eine passende Strategie zur Datensicherung, die die Wiederherstellbarkeit aller Daten zu jedem Zeitpunkt ihres Lebenszyklus gewährleistet.

Vorsicht im Umgang mit E-Mails aller Art

Check Point Software Technologies weist auf die Notwendigkeit hin, dass jeder Einzelne der IT-Sicherheit Priorität einräumt, sowohl im Geschäfts- als auch im Privatleben, um das ständig wachsende Risiko von IT-Angriffen abzuwehren. Nach Angaben von Check Point Research (CPR) haben die Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent zugenommen.

Jede Maschine benötigt eine Identität, um sich zu authentifizieren

Nach dem Cyberangriff auf ein australische Telekommunikationsunternehmen stellten investigative Reporter fest, dass das Unternehmen angeblich den öffentlichen Zugang zu der betroffenen API deaktiviert hatte. Ihr Entwicklerportal, das zufälligerweise seit Januar ein abgelaufenes SSL-Zertifikat hat, wodurch APIs nicht vertrauenswürdig sind, war weiterhin zugänglich.

Erste Hilfe bei Hackerangriff: Was Betroffene tun können

Hackerangriffe auf Firmennetzwerke verlaufen häufig still und leise. Bis die ausgenutzte Schwachstelle oder der Schaden erkannt werden, können mehrere Tage bis hin zu einigen Monaten vergehen, warnen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group.

Trainings für Anwender, um Malware besser zu erkennen

Nach einer repräsentativen Studie des Bitcom aus 2021 entstand der deutschen Wirtschaft im Jahr 2020 durch Cyberangriffe ein Schaden von 220 Milliarden Euro, und laut Verizon Data Breach Incident Report sind Anmeldedaten mit über 60 Prozent die begehrteste Datenkategorie bei Sicherheitsverletzungen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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