Sideloading macht Mobilgeräte verwundbar

Sieben Regeln zum Schutz vor gefälschten Trojaner-Apps

Malware auf Android-Geräten über Googles offiziellen App-Store zu verbreiten, ist generell kaum möglich, weswegen die Angreifer das Sideloading wählen



Hinter einer vertrauten App kann sich ein Trojaner verbergen. Diese Gefahr droht aktuell vielen arglosen Smartphone-Nutzern, die über Sideloading gefälschte Apps beziehen. Dabei gilt auch hier: Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen und Tools können Anwender und Unternehmen ihre Sicherheit deutlich erhöhen. Bitdefender gibt sieben Tipps für die sichere Installation und den Umgang mit Apps.

Seit Anfang Dezember 2020 sind die bekannten gefährlichen Banken-Trojaner Teabot und Flubot weltweit sehr aktiv. Insbesondere Flubot verbreitet sich in Deutschland exponentiell, weil hier die Infektion anderer Nutzer über Smishing, also über eine Phishing-SMS, erfolgt. Auf die Geräte kommt die Malware dann über sogenanntes Sideloading von Apps von außerhalb des offiziellen Google-Play-Stores. Nutzer sind so verleitet, gefälschte Versionen populärer echter Apps herunterzuladen und zu installieren. Teabot nutzt beispielsweise gefälschte Android-Versionen der Apps Uplift, Bookmate, Pluto TV und VLC for Android. Flubot verwendet gefälschte Versionen von Lieferdiensten wie DHL oder FedEx. Die Dateinamen sind oft nur leicht modifiziert und daher auf dem ersten Blick unverdächtig. Die Logos der Apps sind identisch oder zumindest kaum vom Original zu unterscheiden. Entwickler und Anbieter der offiziellen Apps sind genauso Opfer dieser Kampagnen wie die gutgläubigen Anwender.

Malware auf Android-Geräten über Googles offiziellen App-Store zu verbreiten, ist generell kaum möglich, weswegen die Angreifer das Sideloading wählen. Die mögliche Installation der Apps über diesen Weg ist eigentlich eine der Stärken von Android, macht die Plattform aber zugleich verwundbarer. Ohne mobile Sicherheitslösung kann Malware den kompletten Zugriff auf ein Gerät erlangen.

Vor- und Nachteile des Sideloadings

Bei iOS war es schon immer etwas komplexer, Apps von außerhalb des offiziellen Apple-App-Stores zu installieren. Für Android ist es relativ einfach. Sideloading ist an sich nichts Schlechtes und bietet generell Vorteile. So können Nutzer ältere oder in ihrer Region nicht oder nicht mehr verfügbare Versionen von Apps installieren. Hersteller wollen ihren Kunden eine Version einer App ohne den Umweg über den Google-Play-Store zugänglich machen. Oft sind Apps in offiziellen App-Stores teurer.

Das Problem ist, dass auf diesem Weg heruntergeladene Apps nicht getestet und verifiziert sind sowie auf neueren Versionen von Android nicht immer ideal funktionieren.

Mit den folgenden sieben Verhaltensregeln lassen sich aber bereits viele Gefahren vermeiden:

1. Nur offizielle App-Stores verwenden

Prinzipiell sollte man Apps nur von offiziellen App-Stores herunterladen. Hersteller mit gutem Ruf verlinken für den Download meist darauf. Wer einem Link auf eine unbekannte Webseite folgt, sollte größte Vorsicht an den Tag legen, um nicht Malware zu erhalten.

2. Sideloading deaktivieren

Android-Apps lassen sich im APK-Format von außerhalb des App-Stores per Sideload installieren. Diese Möglichkeit sollten Anwender über die Einstellungen deaktivieren.

3. Fragwürdige Apps deinstallieren

Wer ein merkwürdig aussehendes App-Icon bemerkt, sollte die App genauer unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls deinstallieren.

4. Anti-Malware-Software verwenden

Egal welche OS-Plattform: Malware breitet sich immer mehr aus. Nutzer sollten auf jedem Gerät eine Anti-Malware-Software installieren. Moderne Cyber-Sicherheitsprodukte bieten plattformübergreifenden Schutz für PC, Mac, Android und iOS.

5. Kein Sideloading auf dem Unternehmenshandy

Sideloading sollte auf Firmengeräten generell deaktiviert sein. Sind spezielle Apps notwendig, so sollten diese ausschließlich die IT-Administratoren und nicht die Nutzer selbst installieren.

6. Jailbreaking vergrößert die Gefahr

Da iOS-Geräte das Sideloading generell nicht zulassen, nutzen viele Nutzer die Methode des Jailbreakings, um Apps von anderen Quellen installieren zu können. Dies kann gerade bei teuren Apps viel Geld sparen, ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Denn damit vervielfacht sich die Gefahr für Gerät und Nutzer.

7. Flatrate-Smartphone-Tarife schützen vor finanziellen Schaden

Die allermeisten Anwender nutzen mittlerweile Flatrate-Tarife für Ihre Smartphones, die auch für das Versenden von SMS-Nachrichten gelten. Wenn eine App wie Flubot von einem gekaperten Smartphone ohne Flatrate Textnachrichten zum Verbreiten der Malware an andere Kontakte des Opfers verschickt, entstehen dem Versender schnell zusätzliche Kosten – in einem Fall von mehreren Hundert Euro. Eine Flatrate schließt wenigstens das aus. (Bitdefender: ra)

eingetragen: 10.06.21
Newsletterlauf: 31.08.21

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Meldungen: Unternehmen

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CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

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Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

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Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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