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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Starke Passwörter sind kein Hexenwerk

Länge und Komplexität eines Passworts: Der Weg zu sicheren Passwörtern

Sichere Passwörter besser nicht kontinuierlich wechseln und den Einsatz von Passwortmanagern abwägen



Bequemlichkeit statt Sicherheit: Das ist nach wie vor das Credo vieler Internetnutzer in Sachen Passwörter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group aufmerksam und verweisen auf eine Bitkom-Umfrage aus dem 1. Quartal dieses Jahres, nach der 36 Prozent der Befragten dasselbe Passwort für mehrere Online-Dienste benutzen. Ein Grund dafür, vermutet Patrycja Tulinska, Geschäftsführerin der PSW Group, könnte der antiquierte Grundsatz sein, Passwörter müssten lang sein, viele Sonderzeichen enthalten und vor allem regelmäßig gewechselt werden: "Wer regelmäßig seine Passwörter ändert, nutzt eher mal schwache Kennungen, die einem Schema entsprechen, etwa Passwort1, Passwort2 und so weiter. Wer hingegen ein wirklich starkes Passwort auswählt, hat keinen Grund, es laufend zu ändern. Ein sicheres Passwort lässt sich über Jahre hinweg verwenden und sollte nur gewechselt werden, wenn es unbedingt sein muss", ist die Expertin überzeugt.

Als entscheidende Merkmale für sichere Passwörter gelten nach Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Länge und Komplexität eines Passworts: Empfohlen werden mindestens 8 Zeichen, wobei bei einer solchen Kürze noch Komplexität, also Ziffern, Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung hinzugefügt werden muss. Bei Passwörtern mit 20 bis 25 Zeichen Länge muss weniger über die Komplexität nachgedacht werden, dennoch ist die Verwendung von mindestens zwei Zeichenarten ratsam. "Je länger und komplexer ein Passwort ist, umso sicherer ist es. Ich rate dazu, sämtliche verfügbaren Zeichen für ein Passwort zu verwenden, also neben Groß- und Kleinbuchstaben auch Ziffern und Sonderzeichen. Wer viel im Ausland unterwegs ist, sollte auf Umlaute verzichten. Sie lassen sich auf landestypischen Tastaturen womöglich nicht eingeben", rät Tulinska.

Weder Adressangaben noch Namen von Familienmitgliedern, aber auch nicht von Haustieren, dem besten Freund oder des Lieblingsstars gehören in Passwörter. Idealerweise kommt das vollständige Passwort auch in keinem Wörterbuch vor. Auch gängige Muster wie "123abc" oder "qwertz" sind Tabu. Ebenfalls nicht empfehlenswert ist es, einfach ein Sonderzeichen an ein sehr simples Passwort zu hängen wie bei "kennungProzent". "Für jeden Dienst sollte ein separates Passwort erstellt werden. Ein bisschen Kreativität ist dabei gefordert, denn Abwandlungen wie Passwort1Prozent3-PC" und "Passwort1Prozent3-Facebook" werden von Hackern zügig erraten", ergänzt Patrycja Tulinska und gibt einen Tipp: "Eine sehr beliebte Methode zum Erzeugen sicherer Passwörter ist es, sich einen Satz auszudenken, die Anfangsbuchstaben der Wörter zu nutzen und das Ganze mit Sonderzeichen zu garnieren."

Passwörter teilen: Wenn, dann sicher und entlang der DSGVO

Gerade im geschäftlichen Umfeld müssen Zugänge häufig geteilt werden, um beispielsweise Dienstleistern oder Kunden Zugriff zu gewähren. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) klärt die Rechtslage in diesem Fall eindeutig: Zum Versand von Zugängen müssen zwei getrennte Kanäle genutzt werden. "Für die Praxis bedeutet das, den Nutzernamen zum Beispiel per E-Mail zu versenden, während das Passwort telefonisch durchgegeben wird. Alternativ lässt sich der Nutzername auch per TeamViewer übertragen und das Passwort kommentarlos per E-Mail versenden", veranschaulicht Tulinska. Muss ein Teil der Kennung per E-Mail oder Smartphone übertragen werden, ist auf einen sicheren, also verschlüsselten Versand zu achten.

Passwortmanager: Den Einsatz abwägen

Ist das Passwort auf sicherem Wege übertragen oder geteilt worden, muss es auch sicher, also verschlüsselt gespeichert werden. Bedeutet im einfachsten Falle: Physische Notizzettel wegsperren oder Passwörter verschlüsselt auf dem Rechner speichern. Doch das kann unübersichtlich werden, vor allem dann, wenn viele Passwörter verwaltet werden müssen. Hier kann sich ein Passwort-Verwaltungsprogramm lohnen, kurz Passwortmanager genannt. Praktisch an diesen Tools ist die Tatsache, dass Passwörter damit nicht nur gespeichert, sondern auch sichere Passwörter generiert werden können. Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten – und so haben Passwortmanager durchaus auch Nachteile, mahnt Patrycja Tulinska: "Wer das Masterpasswort vergisst, kann im schlimmsten Falle den Passwortmanager nicht mehr nutzen. Ich empfehle deshalb ein Tool, welches zur Not auch eine andere Authentifizierungsmethode nutzt, beispielsweise TouchID."

Sollte es ein Hacker auf den Passwortmanager selbst abgesehen haben und das Masterpasswort knacken, hat er damit Zugang zu allen dort gespeicherten Passwörtern, Zugängen, IDs und eventuell zu weiteren Daten sind hier gespeichert sind. Wer auf Cloud-basierte Passwortmanager setzt, sollte einen kritischen Blick in die AGB und Datenschutzerklärung werfen, denn hier können Überraschungen lauern. Geprüft werden sollte der Standort des Anbieters, aber auch der des Servers. Damit lassen sich Rückschlüsse ziehen, welchem Datenschutzrecht der Anbieter unterworfen ist. Da Clouds gehackt werden können und Offline-Tools einfach sicherer sind, Online-Dienste jedoch von überall abgerufen werden können, muss sich jeder genau überlegen, welche Anforderungen der Alltag an einen Passwortmanager stellt.

"Ob sich ein Passwortmanager lohnt oder nicht, lässt sich damit pauschal nicht beantworten. In aller Regel ist ein Passwortmanager sicherer und sinnvoller, als überall dasselbe Passwort wiederholt zu nutzen. Zur Verwaltung von Passwörtern im geschäftlichen Umfeld machen Passwortmanager Sinn – insbesondere dann, wenn sich viele komplexe Passwörter gemerkt werden müssen. Wer solchen Tools nicht traut oder sich nur wenige Passwörter merken muss, kann sie auch virtuell oder physisch notieren. Dann muss die Notiz aber sicher verstaut werden", fasst Patrycja Tulinska zusammen. (PSW Group: ra)

eingetragen: 10.10.20
Newsletterlauf: 26.01.21

PSW Group: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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