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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Stresstest für die deutsche IT-Infrastruktur

Die vier großen Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Umstellung auf Remote-Arbeiten stehen

Unzureichend gesicherte Privat-Rechner sind aktuell das Einfallstor Nummer eins für Cyber-Kriminelle - NTT meldet ein Plus von täglich um die 15 bis 20 Prozent an Sicherheitsvorfällen, bei denen Hacker versuchen, auf diesem Weg an Unternehmensdaten heranzukommen



Von Sylvia List, Vice President Go-to-Market bei NTT

Das Remote-Arbeiten auf breiter Front unterzieht die IT-Infrastruktur deutscher Unternehmen einem gewaltigen Stresstest. Nicht überall waren die technischen Voraussetzungen geschaffen, um Home-Office zu ermöglichen. NTT Ltd., ein führendes, weltweit tätiges IT-Dienstleistungsunternehmen, nennt die vier großen Herausforderungen, mit denen Unternehmen bei der Umstellung konfrontiert werden.

In der Covid-19-Pandemie offenbaren sich Vorteile und Versäumnisse bei der Digitalisierung in Deutschland. Unternehmen, die auf mobiles Arbeiten mit entsprechenden Geräten und Tools nicht vorbereitet waren, haben versucht, pragmatische Lösungen zu finden, um die Arbeitsfähigkeit ihrer Organisation zu erhalten. Mit weitreichenden Konsequenzen: Unzureichend gesicherte Privat-Rechner sind aktuell das Einfallstor Nummer eins für Cyber-Kriminelle. NTT Ltd. meldet ein Plus von täglich um die 15 bis 20 Prozent an Sicherheitsvorfällen, bei denen Hacker versuchen, auf diesem Weg an Unternehmensdaten heranzukommen. Daneben erleichtern offene Ports an Routern im Home-Office, ungeschützte Zugänge zum Firmenintranet, hastig eingerichtete Ersatz-Server und frei zugängliche Videokonferenz-Tools den Kriminellen ihre Arbeit.

NTT Ltd. nennt die vier Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Umstellung auf das Remote-Arbeiten stehen.

Sichere Kommunikationswege nutzen: WhatsApp-Gruppen für die Kommunikation innerhalb von Projektteams oder Dropbox für den Dokumentenaustausch mögen in der ersten Phase eine schnelle Lösung gewesen sein, vertrauliche Unternehmensdaten sind aber über solche Kanäle für jeden einsehbar. Auch unverschlüsselte E-Mails, Skype-Anrufe und schlecht geschützte Kollaborationstools stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar. Betriebsinterna gehören ins Intranet, Nachrichten und E-Mails müssen mit End-to-End-Verschlüsselung verschickt werden.

Zugang zum Intranet über VPN einrichten: Die am häufigsten verwendete Technik, um aus der Ferne sicher auf ein lokales Netzwerk zuzugreifen, ist die Verbindung über einen verschlüsselten VPN-Tunnel (Virtual Private Network). Bei vielen Unternehmen reichte anfangs die Zahl der Lizenzen für den massenhaften Umzug ins Home-Office nicht aus oder es kam zu Kapazitätsproblemen, wenn sich zu viele Mitarbeiter gleichzeitig eingeloggt haben. Inzwischen sollte dieser Engpass behoben sein. Notzugänge mit einfacher Transportverschlüsselung dürften damit der Vergangenheit angehören.

Eine flexible und skalierbare Infrastruktur: Es gilt, mobile Arbeitsplätze einzurichten, dafür notfalls neue Hardware anzuschaffen, die erforderliche Bandbreite auszubauen sowie zusätzliche Berechtigungen und Accounts einzurichten. Gerade Unternehmen, die vielleicht noch mit einem Token-Ring-Netzwerk arbeiten oder aufgrund ihrer Arbeitsplatzarchitektur nicht auf das Home-Office vorbereitet waren, kämpfen mit Verteilungsproblemen und brauchen schnellstmöglich komplett digitalisierte Secure-Access-Lösungen. Die Infrastruktur muss modernisiert und auf Skalierbarkeit ausgerichtet werden. Die Möglichkeiten reichen vom Software-defined Datacenter über Hybrid-IT bis hin zu Multi-Cloud-Umgebungen.

Die Kosten niedrig halten: Bei einem Software-defined Datacenter oder Cloud-Modell hilft die Möglichkeit des schnellen Hoch- und Runterskalieren dabei, Kosten niedrig zu halten. Bei zurückgehenden Umsätzen beziehungsweise Zugriffen muss nur für wirklich in Anspruch genommene IT-Kapazitäten gezahlt werden. Gleichzeitig kann agil auf steigende Anforderungen reagiert und damit die Innovationsfähigkeit gesichert werden.

"Die Covid-19-Krise ist ein Stresstest für IT-Infrastrukturen weltweit. Viele deutsche Unternehmen waren auf eine solche Situation vorbereitet. Viele andere mussten allerdings auf die Schnelle Notmaßnahmen umsetzen und Stück für Stück nachbessern. Die Maßnahmen reichen von der Aufrüstung von Telearbeitsplätzen und der Installation von Kollaborations-Tools bis hin zur Einrichtung einer sicheren VPN-Verbindung sowie der Anpassung der Breitband-Internetverbindung", erklärt Sylvia List, General Manager Solutions Go-To-Market bei NTT Ltd. "Im Hauruckverfahren ins Home-Office verlagerte Arbeitsplätze gehen auf Kosten der IT-Sicherheit. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern jetzt noch erlauben, über ihr Heimnetzwerk auf Betriebsinterna zuzugreifen, müssen handeln."

Ein anderes Hindernis beim massenhaften Remote-Arbeiten ist der schleppende Breitbandausbau. Zwar kommen die Netze mit der zusätzlichen Belastung durch Home-Office und Videokonferenzen gut zu recht – vorausgesetzt die Mitarbeiter sitzen in einer Region, in der ein schneller Internetanschluss per Mobilfunk, Kupfer- oder Glasfaserkabel verfügbar ist. "Alle anderen bremst das große Stadt-Land-Gefälle in puncto Telekommunikationsqualität beim Arbeiten im Home-Office aus", so Sylvia List weiter. "Hier ist die Politik gefordert, trotz immenser finanzieller Belastungen im Rahmen der Pandemie den Ausbau von schnellen Netzinfrastrukturen mit Hochdruck weiter voranzutreiben. Immerhin werden uns die Einschränkungen noch eine ganze Weile beschäftigen – sind allerdings Mitarbeiter in ländlichen Regionen nicht gut angeschlossen, ist das Konzept des Von-Zuhause-aus-Arbeitens nicht realisierbar." (NTT: ra)

eingetragen: 05.07.20
Newsletterlauf: 02.10.20

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Datensicherung und Wiederherstellbarkeit

Insider sind weiterhin eine der größten Bedrohungen für Organisation und ihre wertvollen Daten. Um sich vor Datenverlust zu schützen, benötigen Organisationen eine passende Strategie zur Datensicherung, die die Wiederherstellbarkeit aller Daten zu jedem Zeitpunkt ihres Lebenszyklus gewährleistet.

Vorsicht im Umgang mit E-Mails aller Art

Check Point Software Technologies weist auf die Notwendigkeit hin, dass jeder Einzelne der IT-Sicherheit Priorität einräumt, sowohl im Geschäfts- als auch im Privatleben, um das ständig wachsende Risiko von IT-Angriffen abzuwehren. Nach Angaben von Check Point Research (CPR) haben die Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um 59 Prozent zugenommen.

Jede Maschine benötigt eine Identität, um sich zu authentifizieren

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Erste Hilfe bei Hackerangriff: Was Betroffene tun können

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Trainings für Anwender, um Malware besser zu erkennen

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Fachartikel

Grundlagen

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

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Fluch und Segen des Darkwebs

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