Fünf Grundsätze sicherer Open-Source-Software


Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Vorteile von Open Source zu nutzen, ohne das Risiko einzugehen Schwachstellen zu importieren
Unternehmen haben heute meist neben diverser Standardsoftware auch Programmpakete von Drittanbietern im Gebrauch



Kaum ein Software-Projekt beginnt heute noch auf der grünen Wiese. Das können sich Entwickler und Unternehmen in Zeiten immer schnellerer Release-Zyklen nicht leisten. Um Zeit und Kosten zu sparen, entscheiden sie sich deshalb oft für Open-Source-Bibliotheken. Dabei sollte man aber bedenken, dass die Open-Source-Komponenten, die aus Millionen von bestehenden Bibliotheken entnommen werden, auch Schwachpunkte in die eigene Software integrieren könnten.

Der "State of Software-Security Vol. 9"-Report von Veracode zeigte, dass die meisten Anwendungen immer noch etliche fehlerhafte Komponenten enthalten, wobei 77 Prozent der Java-Anwendungen mindestens eine Schwachstelle in einer Komponente enthielten. Auf quelloffene Software zu verzichten, ist aber auch keine Lösung, gilt sie doch als massiver Wachstumstreiber, die innovative Softwareentwicklung ermöglicht.

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Vorteile von Open Source zu nutzen, ohne das Risiko einzugehen Schwachstellen zu importieren. Jedes Unternehmen, dessen Entwickler Open-Source-Software einsetzt, kann mit verschiedenen Maßnahmen die Entstehung von Schwachstellen minimieren. Folgende fünf Punkte haben sich als Maßnahmen zur Absicherung von Open-Source-Software bewährt:

1. Klare Policies definieren
Fest umschriebene Regeln sind ein integraler Bestandteil einer Sicherheitsstrategie von Open-Source-Lösungen. Dadurch wird verhindert, dass Entwickler einfach auf beliebige Open-Source-Bausteine zugreifen. Denn ein solches, unkontrolliertes Vorgehen setzt Unternehmen einem großen Risiko aus. Stattdessen müssen Richtlinien ausgearbeitet werden, die klar festsetzen, welche Tools und Komponenten aus der Open-Source-Welt eingesetzt werden dürfen.

2. Zentrales Patch-Management einführen
Nicht nur bei Open-Source-Lösungen, sondern auch bei allen anderen Software-Paketen ist es zu empfehlen, regelmäßig Patches zu installieren. Hierbei ist Geschwindigkeit entscheidend. Es gilt, die Schwachstellen zu schließen, ehe Cyber-Kriminelle sie ausnutzen können. Sobald Schwachstellen öffentlich werden, versuchen Hacker das auszunutzen, um in Unternehmensnetzwerke einzudringen. Unternehmen müssen dem zuvorkommen. Ein zentrales Patch-Management hilft bei der Umsetzung. Eine besonders perfide Methode ist aber, dass Kriminelle nicht mehr ganze Anwendungen angreifen, sondern ihre Aktivitäten gezielt auf Open-Source-Komponenten fokussieren, die eine Schwachstelle beinhalten.

3. Software-Repositories kontrollieren
Entwickler brauchen für ihre Arbeit zwingend Zugang zu Open-Source-Bibliotheken in nativen Umgebungen. Aus Gründen der Sicherheit ist es allerdings manchmal geboten, den Zugriff auf Repositories zu begrenzen. Das kann etwa in Form eines Cache-Speichers erfolgen, der alle bekannten, geprüften und freigegebenen Software-Komponenten enthält. Eine andere Methode wäre, mittels einer Firewall den Zugriff auf bestimmte unerwünschte Software zu verhindern.

4. Software-Lieferketten überprüfen
Unternehmen haben heute meist neben diverser Standardsoftware auch Programmpakete von Drittanbietern im Gebrauch. Dies führt dazu, dass neben bekannten Sicherheitslücken auch Schwachstellen Einzug ins Firmennetzwerk erhalten, die selbst den Security-Spezialisten nicht bekannt sind. Dem kann man nur mit regelmäßigen Sicherheitstests entgegenhalten. Anwendungen sollten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktiv gemanagt und überwacht werden. Hier empfehlen sich Tools für statische Code-Analysen und Werkzeuge für Software Composition Analysis (SCA). Durch Tests zur Anwendungssicherheit erhalten Entwickler- und Sicherheitsteams einen detaillierten Überblick über bestehende Risiken und entsprechende Fehlerbehebung.

5. Sicherheit proaktiv angehen
Vor allem wenn es um die Sicherheit geht, heißt heute Stillstand Rückschritt. Daher sollten sich Unternehmen niemals mit dem Status Quo zufrieden geben und regelmäßig Risikobewertungen von Open-Source-Software und anderen Programmen durchführen. Ebenso muss es einen gemeinsamen Plan von Entwicklern und IT-Sicherheitsspezialisten geben, wie sich entdeckte Schwachstellen beseitigen lassen. Sicherheitsabteilungen müssen außerdem die Tools der Entwickler kennen und die beiden Teams müssen eng zusammenarbeiten und sich ständig austauschen. Dieses an Beliebtheit gewinnende Modell wird oft als DevSecOps bezeichnet, da es die Zusammenarbeit von Sicherheits- und Entwicklerteams effizienter gestaltet und Schwachstellen dadurch schneller finden und beheben kann.
(Veracode: ra)

eingetragen: 31.05.19
Newsletterlauf: 28.06.19

Veracode: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Tipps & Hinweise

Kontrolle über OT- oder IoT-Geräte

Nicht ausreichend geschützte OT- und IoT-Umgebungen stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar. Unternehmen müssen auch ihr Privileged Access Management im Hinblick auf diese Gefahren anpassen. CyberArk nennt drei relevante Risiken und die entsprechenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr.

Einsatz von Stalkerware und anderen Tools

Neun Prozent der Befragten in Deutschland geben laut einer aktuellen Kaspersky-Studie zu, das Smartphone ihres Partners durch Stalkerware zu überwachen. Ebenso viele drängen den Partner dazu, eine solche Spionagesoftware zu installieren. Klar ist: Der Einsatz von Stalkerware ohne Erlaubnis der betroffenen Person ist strafbar.

Eigenen Abwehrmaßnahmen gegen Bots regelmäßig hinterfragen

Bots haben seit Jahren ihren Siegeszug durch das Internet angetreten – und bleiben dabei außerhalb der Expertenwelt trotzdem unter dem Radar. Dabei sprechen wir von Softwareanwendungen im Internet, die automatisierte Aufgaben ausführen, wie beispielsweise das Ausfüllen von Formularen und das Sammeln von Website-Daten.

DORA & Verbesserung der IT-Resilienz

Der Digital Operational Resilience Act (DORA) löst ein wichtiges Problem bei der Regulierung von Finanzinstituten in der Europäischen Union und dient als verbindliche Richtlinie für das Risikomanagement im Finanzsektor. Er zielt darauf ab, die digitale Widerstandsfähigkeit zu verbessern und auch für Drittanbieter – etwa Cloud-Service-Anbieter – verbindlich zu machen.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>

Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.