Rubrik: Markt/UnternehmenBedenken gegen die Vorratsdatenspeicherung: "CyberGhost VPN" verlässt DeutschlandS.A.D. überträgt die Internet-Anonymisierungsplattform "CyberGhost VPN" an eine neu gegründete Firma in Rumänien(07.06.11) - Nur wenige Wochen nach Veröffentlichung der neuen "CyberGhost"-Version, wechselt der Dienst den Besitzer und damit den Sitz des Unternehmens. Der bisherige Inhaber S.A.D. aus Ulm überträgt den Dienst an eine neu gegründete Firma in Rumänien. Damit gehe CyberGhost laut S.A.D. in das Land, dessen Verfassungsorgane der Europäischen Direktive zur Vorratsdatenspeicherung gerade eine eindeutige und nicht zu widerrufende Absage erteilt hätten."Um es kurz zu machen: Wir wollen nicht abwarten, bis die Legislative hierzulande eine neue Vorratsdatenspeicherung auf den Resten der alten neu aufgebaut hat", erklärt der Geschäftsführer der Firma S.A.D., Thomas Herrmann.Das CyberGhost-Netz diene der Anonymisierung von Surfern im Internet. Damit ähnele es dem offenen Tor-System. Der Normalanwender müsse keine Spezialkenntnisse mitbringen, wenn er sich unerkannt im Internet aufhalten wolle. Die Software schütze vor Datendiebstahl in öffentlichen WLANs und sichere die Privatsphäre im Internet. Als angenehmen Nebeneffekt ermögliche CyberGhost VPN den Zugriff auf regional limitierte Webangebote. Deutsche Nutzer könnten so auch im Ausland auf heimische TV-Angebote zugreifen und Internetnutzer aus den USA bekämen auch von Europa aus Zugriff auf Streaming-Angebote in ihrer Heimat. Für Journalisten und Wissenschaftler, die professionell recherchieren müssten, sei ein Dienst wie CyberGhost nahezu unabkömmlich. Auch Polizei und Staatsanwaltschaft hätten angeblich CyberGhost im Einsatz, wenn es darum gehe, unentdeckt im Internet zu recherchieren."Unsere Erfahrungen mit dem aktuellen politischen und gesetzgebenden Klima sind alles andere als positiv", begründet S.A.D.-Geschäftsführer Thomas Herrmann die Entscheidung, den Dienst an ein rumänisches Unternehmen zu übertragen. "Nicht in Deutschland weiterzumachen, war deshalb für uns eine folgerichtige Entscheidung. Wir mussten uns mit einem beleidigten leitenden Beamten herumschlagen, der den gesamten Staatsapparat zur Aufklärung einer persönlichen Verleumdung genutzt hat, was schließlich in einer Durchsuchung samt Datenbeschlagnahme bei S.A.D. in Ulm mündete. Den Vorgang haben wir sogar zur Entscheidung nach Karlsruhe gebracht."Auf die obligatorische Frage nach der Sicherheit, mit der sich CyberGhost-Anwender im Internet bewegen, verweist S.A.D.-Geschäftsführer Herrmann auf die bisherige hausinterne Alles-oder-Nichts-Regel, die sich auch für die Zukunft nicht ändert: "CyberGhost verhindert effektiv die Rückverfolgung eines Users. Punkt. Wir können Anfragen zu einzelnen Usern nicht beantworten, weil wir keine Logs führen. Selbst, wenn wir dies wollten. Auch sämtliche Anfragen in Zeiten der geltenden Vorratsdatenspeicherung sind letztendlich im Sand verlaufen und haben uns gezeigt, wie wichtig ein Anonymisierungsdienst ist, den auch unerfahrene Surfer einrichten und betreiben können. Wir finden, dass der Schutz der Bürger vor der Erstellung von Persönlichkeitsprofilen und vor Datendieben eindeutig Vorrang hat vor der Aufklärung geringfügiger Vergehen. Vom Schutz für Leib und Leben in totalitären Staaten ganz zu schweigen. Eine Einstellung, die vom rumänischen Verfassungsgericht im Übrigen voll und ganz unterstrichen wird. Im Gegensatz zu unserem Verfassungsgericht, dass nur die deutsche Ausführung der europäischen Direktive bemängelte, ansonsten aber den schwarzen Peter zurück nach Brüssel gesendet hat und sich für die Einhaltung der Privatsphäre nicht weiter stark machte."Die neu gegründete CyberGhost S.R.L. hat ihren Sitz in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. "Bukarest ist, abgesehen von den rechtlichen Vorzügen für einen Privacy-Dienst, auch ein hervorragender Standort für eine Internet-Firma wie uns", so der Geschäftsführer der CyberGhost S.R.L., Robert Knapp. "Die Mitarbeiter in Bukarest sind hochqualifizierte, motivierte junge IT-Leute, die der Welt zeigen wollen, dass die sechstgrößte Stadt der Europäischen Union ein guter Standort ist, um einen Dienst wie CyberGhost zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte zu machen. Für den Anwender besitzt der Umzug ohnehin nur Vorteile. Bedenken in Bezug auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Dienstes braucht niemand zu haben. Streng genommen, ändert sich weder für aktuelle noch zukünftige Anwender etwas im Vergleich zu heute. Viele werden es nicht einmal merken. Und wenn, dann nur, weil sich die Anschrift und die Ansprechpartner ändern und wir den Umzug dieser Tage publik machen."Wieso eigentlich Rumänien? "Wir haben auch eine Neugründung in Schweden, Tschechien oder einem außereuropäischen Land kurz in Betracht gezogen, uns aber letztendlich für Rumänien entschieden, weil sich das dortige Verfassungsgericht eindeutig gegen die Europäische Direktive zur Vorratsdatenspeicherung und für den Schutz der Privatsphäre ausgesprochen hat. Diese Ausrichtung kann auch nicht durch neue staatliche Gesetze ausgehebelt werden. Außerdem ist Bukarest der Standort vieler erfolgreicher Sicherheits- und IT-Unternehmen wie Avira, Bitdefender, Oracle und Microsoft. Denn die Bukarester Universitäten sorgen Jahr für Jahr für qualifizierte und sprachbegabte IT-Fachkräfte. Wir passen mit unserem innovativen CyberGhost sehr gut in diese IT-Landschaft."Zum DienstCyberGhost VPN ermöglicht anonymes Surfen via Mausklick. Für Abonnenten steht eine Vielzahl Server in Deutschland, den USA und verschiedenen anderen Ländern zur Verfügung. Weitere herausragende Merkmale sind eine Datenflatrate und eine schnelle Mindestdatenrate, die selbst für Downloads und Streamingdienste ausreichend ist. Ein kostenfreier Basisdienst (der so genannte Free-Service ) steht allen Wenigsurfern frei zur Verfügung. Er ist zwar mit einigen Einschränkungen versehen, um die Lust auf mehr zu wecken, reicht im Prinzip aber für gelegentliche anonyme Ausflüge ins Internet. Die Abo-Pakete richten sich speziell an die gängigsten Surf-Bedürfnisse eines Anwenders aus und setzen sich aus drei unterschiedlichen Tarifen zusammen. (S.A.D.: ra)

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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