Information Security & Governance

25. Jubiläum der Infosecurity Europe: Cyber-Risiken im Zusammenhang mit neuen Technologien werden laut CISOs 2020 stark zunehmen

Sicherheitsmanager über die Top-Trends, Herausforderungen und Risiken im neuen Jahr – Schwerpunkt auf Technologieschulden, Credential-Stuffing und Zugangskontrolle



Das dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts bricht an, und die Infosecurity Europe, Veranstaltung zum Thema Informationssicherheit in Europa, die dieses Jahr zum 25. Mal stattfinden wird, hat ihre Community von C-Level-Sicherheitsexperten zu ihren Prognosen für das neue Jahr befragt. Heraus kam eine Liste mit Herausforderungen, Chancen und Trends bezüglich Technologien, Geschäftswelt und Alltag. Viele der befragten CISOs erwähnten Risiken aufgrund neu entstehender Technologien, die 2020 voraussichtlich zunehmend eingeführt werden. Peter Gooch vom Cyber-Risiko-Partner Deloitte hierzu: "Im Jahr 2020 wird die Implementierung von Sicherheitsautomatisierungstools zunehmen. Wird diese erfolgreich durchgeführt, können Unternehmen sich rasch an sich ändernde Angriffstaktiken anpassen. Bei einer mangelhaften Implementierung wird die Lage komplizierter sein."

"Die Nachfrage nach mehr Transparenz bei Cloud-Diensten wird steigen. Anbieter müssen hierfür mehr Daten und Events für SIEM-Tools bereitstellen und Sicherheitspraktiken und -funktionen in nahezu Echtzeit bieten. Hacker haben es zunehmend auf unstrukturierte Daten abgesehen, um Angriffe zu verbergen und zu starten. Die Priorität liegt deshalb auf der Implementierung einer robusten Governance."

"Mehr als 100 Unternehmen auf der ganzen Welt werden bis Ende 2020 mit dem Test von privatem 5G begonnen haben. Dies könnte die Angriffsoberfläche vergrößern und ein Verfolgen von Datenflüssen sowie die Arbeit derjenigen, die für deren Sicherheit zuständig sind, erschweren."

Mark D. Nicholls, Leiter für Information Security & Governance der Wohnungsbaugesellschaft Peabody, hebt Schwachstellen bei künstlicher Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge hervor. "Maschinelles Lernen hat sich 2019 etabliert, und 2020 werden wir uns in Richtung echter KI bewegen. Dabei muss man allerdings bedenken, dass alle diese Technologien auch von Kriminellen verwendet werden können. Stellen Sie sich nur einmal einen DDOS-Angriff vor, hinter dem eine echte KI steckt", warnt er.

"Da Verbraucher eine intelligentere, besser vernetzte Welt wollen, werden wir mehr Angriffe erleben, deren Ziel vernetzte Geräte sind. Das ist zwar nichts Neues, aber die Angriffsfläche wird größer sein. Wir müssen unsere Aufklärungsbemühungen fortsetzen, damit der Nutzer unsere stärkste Verteidigungslinie darstellt."

Ein weiteres häufig angesprochenes Thema waren Angriffsvektoren, die 2020 eine Rolle spielen werden. Becky Pinkard, CISO der preisgekrönten Bank Aldermore, geht davon aus, dass die Zahl der Angriffe aufgrund technischer Schulden zunehmen wird. "Um mit der Kundennachfrage und den technischen Möglichkeiten Schritt zu halten, häuft die Industrie mehr technische Schulden an, als sie zurückzahlt. Ich gehe davon aus, dass wir aufgrund dieser wachsenden Schulden und den damit einhergehenden Schattenrisiken mehr Schlagzeilen über erfolgreiche Angriffe sehen werden. Die Zuwendung hin zu Open Banking bei Finanzdiensten, das Einbinden von APIs, Distributed-Ledger-Technologien und KI in schneller Folge sowie der Fokus darauf, als Erster die Aufmerksamkeit des Kunden zu wecken, führen häufig dazu, dass das Thema Sicherheit bei der Bereitstellung in den Hintergrund rückt."

"Credential Stuffing ist auf dem Vormarsch, und das könnte noch schlimmer werden, da es immer mehr Benutzernamen und Kennwörter gibt", so Troy Hunt, Microsoft-Regionalleiter und Gründer von Have I Been Pwned, der 2019 in der Infosecurity Europe Hall of Fame aufgenommen wurde. "Vielleicht erreichen wir aber auch einen Wendepunkt, an dem Unternehmen zu dem Schluss kommen, dass sie Anmeldeversuche blockieren sollten, die zwar den richtigen Benutzernamen und das richtige Kennwort aufweisen, jedoch nicht von der richtigen Person stammen. In den USA kommt es bereits zu Strafverfolgungsfällen bei "Unternehmensopfern" von Credential Stuffing. Entweder wird sich diese Entwicklung noch verschlimmern, oder die Unternehmen werden sich anpassen müssen."

In Bezug auf Sicherheitsansätze, die die Risiken abmildern, die 2020 vorherrschen werden, glaubt David Boda, Leiter für Informationssicherheit der Camelot Group, dass das Motto Back to the Basics wohl am besten ist. "Ein Fokus auf eine robuste und zeitnahe Zugangskontrolle und Patching sorgen immer noch für die größte Risikominderung bei den meisten Unternehmen aller Sektoren. Über diese beiden Bereiche sollten sich Anbieter, Berater und Endbenutzer-Organisationen unterhalten."

Killian Faughnan, Group-CISO von William Hill, ist ebenfalls der Meinung, dass Zugangskontrolle von Bedeutung sein wird – insbesondere am Arbeitsplatz der nächsten Generation. "Es ist schwierig, eine Zugangskontrolle umzusetzen, die weder zu restriktiv noch zu freizügig ist. Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2020 rund 25 Prozent unserer Arbeitskräfte aus Millenials bestehen werden, dann müssen wir die richtige Balance finden, die für diese Generation funktioniert."

Einige CISOs glauben, dass sich Lösungen aus einer engeren Zusammenarbeit der Branche ergeben. "Meiner Meinung nach werden wir eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsunternehmen erleben, die hoffentlich zu einer besseren End-to-End-Sicherheit führen wird", sagt Mark Nicholls.

Peter Gooch glaubt, dass Konvergenz ein wichtiger Trend sein wird: "2020 könnte ein Jahr mit einer Reihe von hochkarätigen Fusionen und Übernahmen sowie einer Erweiterung und Formalisierung von Anbietern in einer Welt werden, die stärker zusammenwächst. Dies wird vermutlich ähnlich verlaufen wie die ERP-Revolution, die die Funktionsweise von Finanz- und Betriebsteams transformierte, und könnte für Cyber-Akteure ein effizienteres Betriebsmodell bedeuten."

Zwei Themen, die 2018/2019 noch eine zentrale Rolle spielten, sind in diesem Jahr für CISOs nicht vorherrschend. Eines davon ist der Fachkräftemangel. "Dieser wird zwar weiterhin ein Thema bleiben, aber ich denke, dass wir einen kritischen Punkt erreicht haben, an dem immer mehr Unternehmen beginnen werden, aus Pools von potentiellen Sicherheitsexperten zu rekrutieren als nach bereits qualifizierten Experten zu suchen", erklärt Killian Faughnan. "Es ist einfacher, einem Entwickler beizubringen, wie er ein Experte für Anwendungssicherheit wird als umgekehrt."

Es gab auch einen geringeren Fokus auf die DSGVO. Dies liegt wahrscheinlich darin begründet, dass die Verordnung und ihre Auswirkungen inzwischen weitläufig bekannt sind. Paul Watts, CISO von Dominos Pizza für Großbritannien und Irland, hat Anzeichen für eine "Apathie" hinsichtlich Datenschutzverletzungen beobachtet und fragt sich, ob sich dieser Trend 2020 fortsetzen wird: "Politische Faktoren könnten hier möglicherweise abgelenkt haben, aber ich frage mich, ob sich die Öffentlichkeit trotz der häufigeren Vorkommnisse in der Industrie einfach weniger dafür interessiert. Ich bin mir noch nicht sicher, ob sich das zu Beginn des nächsten Jahrzehnts als Fluch oder Segen für CISOs erweisen wird."

Eine Frage, die zu dieser Jahreszeit häufig gestellt wird, ist, ob wir eine "Mega-Datenschutzverletzung" erleben werden, die sogar Sicherheitsvorfälle wie den von Equifax in den Schatten stellen wird. "Was wir nie vorhersehen können, ist, ob es eine riesige Datenschutzverletzung geben wird, die die Welt erneut bis ins Mark erschüttert", so Troy Hunt. "Wenn es zu einem weiteren Vorfall wie bei Ashley Madison oder Equifax kommt, der Auswirkungen auf Dutzende Millionen Menschen hat, wird dies für Schlagzeilen sorgen, die uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Aber so etwas lässt sich extrem schwer vorhersagen."

Nicole Mills, Senior Exhibition Director der Infosecurity Group, sagt: "Im Jahr 2020 wird es eine Fortsetzung von einigen langjährigen Trends, Herausforderungen und Sicherheitsrisiken geben. Eine Reihe von Technologien, über die seit längerem gesprochen wird, wird sich zunehmend ausbreiten, und wir müssen uns darauf vorbereiten, diese angemessen zu implementieren, zu nutzen und zu schützen."

"In diesem Jahr gibt es zwar einen geringeren Fokus auf den Fachkräftemangel und die DSGVO bei den Prognosen unserer CISOs, aber wir dürfen nicht vergessen, dass diese Herausforderungen nicht verschwunden sind. Die Talentlücke wächst weiterhin, und wir müssen gemeinsam in der Branche an Lösungen hierfür arbeiten. Und auch wenn die DSGVO nicht mehr das große Thema ist wie im vergangenen Jahr, dürfen sich Unternehmen nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Sie müssen die Compliance wahren. Es geht dabei nicht nur um Geldstrafen – auch das Markenimage und der Ruf des Unternehmens können jahrelang darunter leiden."

Mills fügt hinzu: "Bedrohungen und Hacker-Angriffe haben die Evolution der Cybersicherheitsbranche in den letzten 25 Jahren vorangetrieben und werden es wahrscheinlich immer tun. Am wichtigsten für die Zukunft ist das Thema Datenverlust. Daten spielen immer noch die Hauptrolle und werden vermutlich das größte Ziel von Cyberangriffen darstellen. Wir sollten uns gut überlegen, wo die nächsten großen Angriffe stattfinden werden und ob wir jetzt mehr unternehmen sollten, um sie zu verhindern. Die ganze Branche muss weiterhin hart daran arbeiten, den Angreifern einen Schritt voraus zu sein."

Auf der Infosecurity Europe 2020 haben Besucher zahlreiche Gelegenheiten, um ihre Cybersicherheitsfähigkeiten und -strategien zu fördern und führende Innovationen und Anbieter kennenzulernen. Zur Veranstaltung gehört die FutureSec-Serie, eine Reihe von Events und Sitzungen, die mit einem Fokus auf Menschen und Innovationen die Zukunft der Informationssicherheitsbranche abdecken, ein ausführliches Keynote-Programm mit Vorträgen zu Strategien und Technologien, Innovationspräsentationen und eine Reihe von Sonder-Events rund um die dreitägige Konferenz und Ausstellung.

Die Infosecurity Europe ist mittlerweile in ihrem 25. Jahr und findet vom 2. bis 4. Juni 2020 in Olympia, Hammersmith, London statt. (Infosecurity Europe: ra)

eingetragen: 03.02.20
Newsletterlauf: 01.04.20

Infosecurity Europe: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Unternehmen

Schutz vor Phishing-Angriffen

Edge, Firefox, Chrome und vielleicht sogar der Internet Explorer - der Zugang zum Internet ist eine der größten Schwachstellen für Cyberattacken, denn Malware dringt in der Regel über den Browser oder die besuchte Website in Unternehmensnetzwerke ein. Um Unternehmen noch besser zu schützen, arbeiten der IT-Sicherheitsexperte Rohde & Schwarz Cybersecurity und Island, der Enterprise-Browser, künftig noch enger zusammen

CyberArk akquiriert Venafi für 1,5 Milliarden US-Dollar

CyberArk gab bekannt, dass es eine Vereinbarung zur Übernahme von Venafi, einem führenden Unternehmen für maschinelles Identitätsmanagement, für 1,5 Mrd. US-Dollar unterzeichnet hat. Diese Akquisition kombiniert Venafis Lösungen im Bereich des Maschinenidentitätsmanagements mit den Identity-Security-Lösungen von CyberArk, um eine einheitliche Plattform für End-to-End-Maschinenidentitätssicherheit zu schaffen.

Risiko, Readiness, Recovery, Rebuild-Funktionen

Commvault hat die Übernahme von Appranix, einem Unternehmen für Cloud-Cyberresilienz, bekannt gegeben. Mit dieser Akquisition unterstützt Commvault Unternehmen dabei, nach einem Ausfall oder Cyberangriff noch schneller wieder einsatzbereit zu sein.

Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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