Strategien zur Stärkung der globalen Cyber-Resilienz

World Cybercrime Index: Enthüllung der globalen Brennpunkte für Cyberkriminalität

Der World Cybercrime Index repräsentiert einen entscheidenden Fortschritt im Verständnis und in der Bekämpfung der Cyberkriminalität auf globaler Ebene



Von Dr. Martin J. Krämer, Security Awareness Advocate bei KnowBe4

In unserer heutigen Ära verlagert sich die Kriminalität zunehmend ins Digitale, wobei die Zahl der Cyberbedrohungen in den letzten Jahren dramatisch angestiegen ist. Zur Identifikation der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität wurde nun von einem Forschungsteam der erste World Cybercrime Index entwickelt. An der Spitze dieses Index, der Länder mit dem höchsten Niveau an Cyberkriminalität identifiziert, stehen Länder wie Russland, die Ukraine, China, die USA und Nigeria. Überraschenderweise befindet sich auch das Vereinigte Königreich unter den ersten zehn.

Für Deutschland und andere europäische Länder bedeutet dies, dass sie ihre Strategien zur Cybersicherheit überprüfen und gegebenenfalls anpassen müssen, um sich gegen mögliche Bedrohungen aus diesen Ländern wirksam zu schützen. Die Präsenz mehrerer europäischer Länder in dieser Liste verlangt nach einer koordinierten Antwort auf europäischer Ebene, um die Sicherheit digitaler Infrastrukturen zu gewährleisten und grenzüberschreitende Cyberkriminalität effektiv zu bekämpfen.

Der Index erweist sich insbesondere als entscheidend für die strategische Zuweisung von Ressourcen im Kampf gegen Cyberbedrohungen. Durch die Identifikation der Hauptzentren der Cyberkriminalität können sowohl öffentliche als auch private Akteure ihre Sicherheitsmaßnahmen gezielt anpassen, sich auf die am stärksten betroffenen Regionen konzentrieren und gleichzeitig Ressourcen in weniger gefährdeten Bereichen einsparen. Für diese Einschätzungen wurden insgesamt 92 Experten für Cyberkriminalität weltweit befragt, die verschiedene Länder nach fünf Hauptkategorien der Cyberkriminalität bewerteten – nicht nur basierend auf dem Umfang, sondern auch auf der Raffinesse und den Fähigkeiten der Cyberkriminellen.

Da sich böswillige Akteure oft hinter gefälschten Online-Profilen verbergen, stellt der Index ein wertvolles Werkzeug zur Durchbrechung dieser Anonymität dar und bietet ein klareres Bild der Landschaft der Cyberkriminalität. Zudem ermöglicht es der Index, aufkommende Hotspots der Cyberkriminalität frühzeitig zu erkennen. Dies führt dazu, dass präventive Maßnahmen in gefährdeten Ländern ergriffen werden können, bevor sie ernsthafte Probleme mit Cyberkriminalität entwickeln. Dieser proaktive Ansatz ermöglicht es Unternehmen, einen entscheidenden Schritt zu machen, um auf den weltweiten Anstieg von Cyberbedrohungen mit wirksamen Verteidigungsstrategien zu reagieren.

Der World Cybercrime Index repräsentiert einen entscheidenden Fortschritt im Verständnis und in der Bekämpfung der Cyberkriminalität auf globaler Ebene. Indem er präzise aufzeigt, welche Länder als Hotspots gelten, ermöglicht der Index Cybersicherheitsexperten, sich gezielter auf die Bekämpfung dieser sich rasch entwickelnden Bedrohungen vorzubereiten. Diese Erkenntnisse sind von unschätzbarem Wert, da sie nicht nur zur Entwicklung effektiverer Sicherheitsstrategien beitragen, sondern auch dazu, die digitale Welt insgesamt sicherer zu gestalten.

Um das Risiko von Cyberangriffen zu minimieren, ist es zudem entscheidend, dass Unternehmen weltweit nicht nur in technologische Lösungen investieren, sondern auch in die Schulung ihrer Mitarbeiter. Regelmäßige Security Awareness Trainings schärfen das Bewusstsein für Cyberbedrohungen bei jedem einzelnen und stärken somit die Sicherheitskultur innerhalb des ganzen Unternehmens. Dieser ganzheitliche Ansatz ist essenziell, um die Cyber-Resilienz zu stärken und eine robuste menschliche Verteidigungslinie als notwendige Ergänzung zu technischen Sicherheitsmaßnahmen zu etablieren. (KnowBe4: ra)

eingetragen: 24.04.24
Newsletterlauf: 10.07.24

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Es braucht kein CE-Kennzeichen für einen simplen Texteditor

Nachdem der Cyber Resilience Act (CRA) im März im Europäischen Parlament verabschiedet wurde, steht nun noch die finale Bestätigung durch den EU-Ministerrat aus. Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) kritisiert den Cyber Resilience Act (CRA) in seiner jetzigen Fassung, im März im Europäischen Parlament verabschiedet wurde.

Steuern Sie auf eine Compliance-Katastrophe zu?

Die vorschriftsgerechte Datenverwaltung ist in allen Organisationen generell ein schwer zu navigierendes Gewässer. Sowohl die Datenmenge als auch die Vorschriften, diese zu verwalten, wachsen kontinuierlich. Gleichzeitig entwickeln sich die Anforderungen an Datenschutz und -sicherheit und die dafür genutzten Technologien ständig weiter.

Hochspezialisierte Angriffe

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Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

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Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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