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Schwachstellen in DVB-T2-Set-Top-Boxen zeigen Nachlässigkeit bei der Sicherung von IoT-Geräten

Cyberkriminelle könnten Malware auf den Geräten speichern, um über einen Wetterdienst Botnet- oder Ransomware-Angriffe zu starten



Avast hat schwerwiegende Sicherheitslücken in zwei beliebten TV-Set-Top-Boxen entdeckt. Diese können es Cyberkriminellen ermöglichen, Malware auf den Geräten zu speichern, um über einen Wetterdienst Botnet- oder Ransomware-Angriffe zu starten. Hersteller der betroffenen Boxen sind zwei Unterhaltungselektronik-Unternehmen. Die betroffenen Produkte sind europaweit erhältlich und werden häufig von Verbrauchern gekauft, deren Fernsehgeräte DVB-T2 nicht unterstützen. DVB-T2 ist das aktuelle digitale Signal für terrestrisches Fernsehen, das Zugang zu zusätzlichen hochauflösenden (HD)-Fernsehdiensten bietet. Avast hat beide Hersteller auf die Sicherheitslücken hingewiesen und ihnen Tipps zur Verbesserung der Produktsicherheit mitgeteilt.

Die Untersuchung, geleitet von IoT-Laborteamleiter Vladislav Iluishin und dem IoT-Bedrohungsforscher Marko Zbirka, hat im Januar dieses Jahres begonnen und ist Teil einer laufenden Initiative von Avast zur Untersuchung und Prüfung der Sicherheitsvorkehrungen von IoT-fähigen Geräten.

Zu Beginn ihrer Analyse entdeckten Iliushin und Zbirka, dass beide Geräte mit Internetanschluss von ihren Herstellern mit offenen Telnet-Ports ausgeliefert werden. Dabei handelt es sich um ein mehr als 50 Jahre altes, unverschlüsseltes Protokoll, das für die Kommunikation mit anderen Geräten oder Servern verwendet wird. Dies könnte es einem Angreifer ermöglichen, Fernzugriff auf die Geräte zu erlangen und sie in Botnetze zu integrieren, um DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) oder andere bösartige Aktivitäten zu starten. Iliushin und Zbirka ist es gelungen, die Binärdatei des weitverbreiteten Mirai-Botnetzes auf beiden Set-Top-Boxen auszuführen.

Die Experten haben darüber hinaus einen Fehler aufgedeckt, der mit der Architektur der Set-Top-Boxen zusammenhängt. Beide Geräte basieren auf dem Programm Linux-Kernel 3.10.23, das 2016 auf den Boxen installiert wurde. Es dient als Brücke zwischen der Hardware und der Software der Geräte, indem es der Software genügend Ressourcen zuweist, damit sie ausgeführt werden kann. Der Support für Version 3.10.23 lief jedoch im November 2017 aus. Patches für Fehler und Schwachstellen wurden also nur ein Jahr lang herausgegeben, bevor der Support endete. Seitdem sind die Benutzer potenziellen Angriffen ausgesetzt.

Zu weiteren Sicherheitsproblemen der Geräte gehört eine unverschlüsselte Verbindung zwischen den Set-Top-Boxen und einer vorinstallierten Legacy-Anwendung eines beliebten Wettervorhersagedienstes. Diese Erkenntnis haben die Forscher durch die Analyse des Datenverkehrs zwischen den Set-Top-Boxen und dem Router gewonnen. Die unsichere Verbindung zwischen den Boxen und dem Backend des Wettervorhersagedienstes könnte es Cyberkriminellen ermöglichen, die Inhalte zu verändern, die die Benutzer auf ihren Fernsehern sehen, wenn sie die Wetteranwendung nutzen. Beispielsweise könnte ein Eindringling eine Lösegeldnachricht anzeigen, in der er behauptet, der Fernseher des Nutzers sei gekapert worden, und eine Zahlung für die Freigabe des Geräts verlangen.

"Die Hersteller sind nicht nur dafür verantwortlich, bereits vor dem Verkauf ihrer Produkte sicherzustellen, dass die Sicherheitsstandards eingehalten werden, sondern auch dafür, diese und damit ihre Nutzer dauerhaft abzusichern", sagt Iliushin. "Leider denken IoT-Hersteller selten darüber nach, wie sie die Bedrohungsoberfläche ihrer Produkte reduzieren können. Stattdessen verlassen sie sich auf das absolute Minimum an IoT- und Kundensicherheit oder lassen sie im Extremfall völlig außer Acht, um Kosten zu sparen und ihre Produkte schneller auf den Markt zu bringen."

Eine vollständige Beschreibung der Erkenntnisse wurde auf Decoded, dem Threat-Intelligence-Blog von Avast, veröffentlicht. Der Beitrag enthält auch Best-Practice-Sicherheitstipps für die Hersteller dieser Geräte und für Endverbraucher. Für Besitzer dieser Set-Top-Boxen sind im Folgenden einige Top-Tipps aufgeführt:

>> Wenn Sie die internetbasierten Funktionen Ihrer Set-Top-Box nicht unbedingt benötigen, verbinden Sie sie nicht mit Ihrem Heimnetzwerk.

>> Informieren Sie sich. Kaufen Sie immer von etablierten, vertrauenswürdigen Marken, die langfristigen Support für Geräte und Sicherheit bieten.

>> Für fortgeschrittene Nutzer: Melden Sie sich auf Ihrer Router-Benutzeroberfläche an und überprüfen Sie in den Einstellungen, ob Universal Plug and Play (UPnP) aktiviert ist. Wenn dies der Fall ist, empfehlen wir Ihnen, es zu deaktivieren. Überprüfen Sie außerdem Ihre Port-Weiterleitungskonfiguration und deaktivieren sie diese, es sei denn, dies ist für Ihre Zwecke absolut notwendig. (Avast: ra)


eingetragen: 30.08.20
Newsletterlauf: 30.10.20


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Meldungen: Hintergrund

Risiko durch plattformübergreifende Apps

Viele Apps für Mobilgeräte haben schwerwiegende Sicherheitslücken, die Angreifer nutzen können, um in Unternehmen erhebliche Schäden zu verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Appicaptor-Security-Index des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT). Erstmalig untersuchten die Sicherheitsforscher automatisiert die Sicherheitsqualität auch von plattformübergreifenden Apps, die auf unterschiedlichen Betriebssystemen wie Android und iOS laufen und immer häufiger zum Einsatz kommen. Weil diese Apps Webtechnologien wie HTML und JavaScript verwenden, bergen sie zusätzliche Sicherheitsrisiken dieser Webtechnologien.

Immer mehr Funktionen in einer Chipkarte

Sie ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken - die Chipkarte. Täglich nutzen wir sie beispielsweise am Geldautomaten, beim Einkaufen, beim Arzt, im öffentlichen Nahverkehr, als elektronischen Ausweis, im Mobiltelefon, als Zugang zu Gebäuden und IT-Systemen und in immer mehr IoT-Geräten. Ohne die Entwicklung der Chipkarte und ihre vielfältigen Anwendungen wäre die heutige moderne, vernetzte Welt nicht denkbar. Die Chipkarte schaffte die Voraussetzung dafür, dass weltweite sichere bargeldlose Bezahlvorgänge möglich sind, mobile Telefonie sicher und flexibel genutzt werden kann, Ausweise und Pässe fälschungssicherer sind sowie unsere digitalen Identitäten geschützt werden. An der grundlegenden bahnbrechenden Technologie und ihren weiteren Ausprägungen waren zwei deutsche Ingenieure und G+D maßgeblich beteiligt.

Kurzlebige Zertifikate sind leicht zu verwalten

Zertifikate mit kurzer Gültigkeitsdauer setzen sich vermehrt durch, um die Menge der kompromittierten Daten zu reduzieren, wenn eine Server-Schwachstelle aufgedeckt wird, wie z.B. HeartBleed. Eine gute Sicherheitspraxis schreibt vor Schlüssel regelmäßig zu ändern, normalerweise einmal im Jahr. Will man das Risiko weiter begrenzen, ersetzt man Zertifikate und die zugrunde liegenden Schlüssel häufiger.

Digitales Zertifikat - Digitale Signatur

In einem sind die Deutschen wieder mal ziemlich gut: Nur in wenigen Ländern verbrauchen die Menschen mehr Papier als hierzulande. Von einem rein Digitalen Workflow wird seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten gesprochen. In einigen Branchen hat er sich mehr oder weniger etabliert, andere produzieren weiterhin Tonnen von Papierwerken. Digitale Prozesse sind effizienter und der Papierverbrauch geht zurück. Zudem gibt es zahlreiche Branchen, in denen ein digitaler Workflow unmittelbar einleuchtet. Dazu gehören die Architektur- und Baubranche, der Finanz- und Telekommunikationssektor, das Gesundheitswesen, aber auch Handel und Versorgungsunternehmen profitieren. Wenn es allerdings um Dokumente geht, die signiert und unterschrieben werden müssen, wird vielfach noch ausgedruckt. Mehrmals. Denn in vielen Branchen gibt eine große Zahl an Dokumenten, die eindeutig und unter Umständen sogar von mehreren Personen verifiziert werden müssen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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