Rubrik: Produkte/Hintergrund

Virtuelle Netze liegen ganz im Trend der Telekommunikations-Branche

Welche Unternehmensnetzwerke eignen sich für das VNO-Modell?

(17.12.05) - Moderne Wide Area Networks sind Multi-Carrier-Netze, so das Fazit von Nikolai Bakschies, Solution Consultant Vanco, zur 11. Catalyst Conference in München. Hier diskutierten Vanco, Virtela, BT Infonet und Dan Golding von der Burton Group im Rahmen des Virtual Network Operators (VNO)-Roundtable: Können VNOs Unternehmensnetzwerke betreuen? Welche Unter-nehmensnetzwerke eignen sich für das VNO-Modell?

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Moderne Wide Area Networks lassen sich am besten mit Hilfe von mehreren Anbietern realisieren - das entdecken Unternehmen immer öfter. Dafür gibt es viele Gründe: geografische Reichweite, Verlässlichkeit, Kosten, Flexibilität, Bandbreite und finanzielle Stabilität.

Virtuelle Netze liegen ganz im Trend der Telekommunikations-Branche, denn sie ermöglichen Flexibilität bei Sourcing und Services. Besonders hinsichtlich des Wettbewerbs um Geschäfts-kunden wurde dieses Thema zunehmend zum heißen Eisen: Schließlich sind günstige Leitungs-kapazitäten heute im Überfluss verfügbar und daher kein ausreichendes Alleinstellungsmerkmal mehr. Aus diesem Grund machen virtuelle Netzwerkbetreiber (VNO) immer mehr von sich Reden. VNOs verfügen über keine eigenen Netzwerkinfrastrukturen. Stattdessen stellen sie für ihre Kunden ein Netzwerk aus den Infrastrukturen der besten lokalen Anbieter zusammen und verbinden diese Teillösungen zu einem virtuellen Gesamtnetz. So sind VNOs in der Lage, ihren Kunden weltweit ein maßgeschneidertes Netzwerk mit individuellen Services anzubieten. Unternehmen wie Siemens, Südzucker und Kühne+Nagel nutzen dies bereits und vertrauen auf eine virtuelle Vernetzung von Vanco.

·         These 1: Infrastruktur und Datentransport sind Massenware

Lange Zeit waren günstige Leitungskapazitäten das anzustrebende Nonplusultra, heute gibt es sie im Überfluss. Sie gelten als selbstverständlich und sind für Carrier kein ausreichendes Allein-stellungsmerkmal mehr. In Zukunft werden sich diejenigen Anbieter durchsetzen, die ihren Kunden flexible Services verbunden mit einer weltweiten Abdeckung anbieten können. Kunden erwarten hinsichtlich ihrer Telekommunikationslösung immer mehr Proaktivität und Flexibilität von den Providern.

Vanco greift diesen Trend auf und setzt beispielsweise bereits seit Jahren auf die eigens ent-wickelte O-Zone. Über das Online-Portal haben Kunden jederzeit den Überblick über ihr gesamtes Netzwerk und alle wesentlichen Parameter im Fokus. End-to-end-Analysen und -Statistiken in Echtzeit können online abgerufen werden. Auch hier kommt der VNO-Ansatz "Nur die besten Tools kommen zum Einsatz" zum Tragen: Aufwändige Tests sorgen für die Auswahl der leistungs-stärksten verfügbaren Monitoring-Anwendungen.

Besonderes Augenmerk wird auch auf die Überwachung der SLAs für den Kunden gelegt. So konnte Vanco Deutschland eine Proaktivitätsrate von 98,4 Prozent vorweisen. Mit anderen Worten gesagt: In 98,4 Prozent aller Fälle wurden Netzwerkfehler entdeckt und dem Kunden gemeldet, bevor dieser den Fehler selbst bemerkte.

·         These 2: Mythos Netzwerkstabilität: Nur mit einem eigenen Netz ist eine Ende-zu-Ende-Kontrolle möglich

Unter Netzwerk-Kontrolle versteht Vanco proaktiven Kundenservice - schließlich ist Service nicht abhängig vom Besitz eines eigenen Netzwerks. Der jüngste Ausfall des Level 3-Netzes hat gezeigt, dass ein eigenes Netz alleine kein Garant für ein stabiles Kundennetz ist. Einen weiteren Beweis dafür, dass Netzwerkstabilität nicht von eigenen Netzen abhängt, liefert die Fallstudie Virgin: Im Jahr 2003 hat Vanco - infolge einer Reihe von Bilanzskandalen in der TK-Branche - das Netzwerk von Virgin proaktiv auf einen beständigeren Carrier migriert. Für Virgin lief diese Umstellung völlig reibungslos ab. Durch den Anbieterwechsel entstanden Virgin keine zusätzlichen Kosten - im Gegenteil, die Gesamtkosten konnten sogar noch gesenkt werden. "Hätte Vanco damals nicht so umsichtig gehandelt, wären möglicherweise massive Probleme entstanden. Vancos VNO-Modell hat sich spätestens nach diesem Vorfall für uns ausgezahlt", sagte Tony Johnson, CIO Virgin Retail.

These 3: Ende-zu-Ende Quality of Service braucht kein eigenes Netzwerk

Die Gründe, sich für einen Virtual Network Operator zu entscheiden, sind vielzählig: Siemens zum Beispiel setzt auf Vanco, um seine verschiedenen MPLS (Multi Protocol Label Switching)-Infra-strukturen in eine globale Netzwerklösung zu integrieren. Insgesamt 1.600 Siemens-Standorte mit rund 417.000 Mitarbeitern sind an das neue Netzwerk angebunden. Vanco führt die verschiedenen MPLS-Infrastrukturen durch ihre MPLS-Matrix zu einer weltweit einheitlichen Lösung zusammen. Dieser Integrationsprozess stellt sicher, dass die Class of Service (CoS) und die Quality of Service (QoS) über das gesamte Netzwerk hinweg erhalten bleiben - unabhängig davon, welche individuelle Serviceklassifizierung der jeweilige Carrier verwendet. Zudem überwacht Vanco die Performance der Gesamtlösung und vermittelt in Streitfällen zwischen Siemens und den Carriern. Mit dem neuen Netzwerk verfügt Siemens über eine optimale Plattform, um innerhalb des Unternehmens ein breites Portfolio an Sprach- und Datenservices anzubieten.

Das Beispiel zeigt einmal mehr, dass kein eigenes Netzwerk nötig ist, um durchgängige QoS sicherzustellen. Im Gegenteil: Weil Vanco nicht selbst über Infrastrukturen verfügt, nimmt der VNO eine neutrale Position gegenüber den Carriern ein und kann sicherstellen, dass die von Siemens ausgewählten MPLS-Provider die vereinbarten Service Levels einhalten.

·         These 4: Routing-Probleme eines einzelnen Carriers lösen keinen Domino-Effekt in einem Multi-Carrier-Netzwerk aus

Das Netzwerk eines jeden Carriers ist als so genanntes Border Gateway Protocol (BGP)-System autonom aufgebaut. Ein Fehler im Netz eines Carriers führt folglich nicht zwangsläufig zu einer Störung im Gesamtnetz des VNOs. Selbst die Netze der großen Carrier basieren auf mehreren BGP-autonomen Systemen, damit Störungen im Ernstfall auf einen Teilbereich beschränkt sind. Damit haben Virtual Network Operator und Carrier dieselbe Ausgangssituation: Carrier bewerben zwar ihr eigenes Netz, das den Kunden gegenüber als ein einziges Netzwerk kommuniziert wird. Tatsächlich verbergen sich dahinter aber viele autonome Subsysteme.

·         These 5: Wird sich die Qualität des Internets soweit verbessern, dass es MPLS als Infrastruktur für Unternehmenskommunikation ablöst?

Internet VPNs werden von Vancos Kunden bereits seit Jahren genutzt. Als Basis für Ende-zu-Ende-SLAs dienen Vanco zum einen die zugrunde liegenden Carrier-SLAs. Zum anderen wählt Vanco geeignete Carrier individuell entsprechend der Kunden- Anforderungen aus und überwacht die Carrier-Performance von Ende-zu-Ende. Um sicherzustellen, dass die ausgesuchten Carrier Vancos technologischen Ansprüchen sowie den Service- und SLA-Anforderungen genügen, müssen sie ein Zertifizierungsprogramm durchlaufen. Bisher haben sich mehr als 190 Carrier auf diesem Wege qualifiziert. (Vanco: ra)

 
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