Rubrik: Produkte/Hintergrund

Langzeitstudie zu Spam-Mails: Die Ideallösung gibt es nicht

Man muss sich mit einem gewissen Prozentsatz an Spam im Posteingang abfinden

(20.12.06) - Das Linux-Magazin berichtete in seiner am 07.12. erschienenen Ausgabe 01/2007 über einen 12-monatigen Praxistest aller aktuellen Spamfilter-Technologien. Die Redakteure legten bei der Testumgebung Wert auf realistische Bedingungen für Privatanwender und Unternehmen und sammelten in einem aufwändigen Verfahren täglich frischen Spam von eigens eingerichteten E-Mail-Adressen.

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Über mehrere Monate waren drei grundsätzlich differierende Filteransätze identischem Spam ausgesetzt. Fünf Filtergeräte, zum Beispiel von Symantec und McAfee, zwei externe Filter-dienstleister sowie die Webmailer von GMX und Web.de, stellten sich dem Test.

Testergebnis

Den idealen Müllschlucker gibt es nicht. Alle getesteten Filter lassen entweder mehr oder weniger Spam-Nachrichten unbehelligt durch oder sie sortieren manch erwünschte E-Mail als Spam ein (False Positives), was in der Praxis noch ärgerlicher ist als die Spam-Mail selbst. Denn der Kampf gegen Spam gleicht dem Wettlauf zwischen Hase und Igel.

Alle Abwehrstrategien der marktgängigen Anti-Spam-Hersteller können die Müll-Versender vor dem Verbreiten einer Massenmail im Praxisversuch durchtesten. Wird ein Spam-Entwurf im Testlauf gefiltert, optimieren die Spammer diesen so lange, bis die Werbenachricht den Weg zu den meisten Empfängern findet. Da für den Anwender fälschlich als Spam deklarierte Mitteilungen nicht akzeptabel sind, bleibt derzeit nur, sich mit einer gewissen Prozentzahl von Spam im Posteingang abzufinden.

Der Spam-Anteil an allen E-Mails soll laut mehrerer Untersuchungen zurzeit rund 90 Prozent betragen und lässt sich mit einer geeigneten Lösung immerhin auf unter 10 Prozent drücken.

Testablauf

Vor rund einem Jahr hatten die Tester des Linux-Magazins zehn Domains eigens registriert, mit Websites bestückt und stark von anderen Seiten verlinkt. Dann richteten sie mehrere Dutzend E-Mail-Adressen ein und machten sie nur für die Werkzeuge der Spammer sichtbar. Nach einem halben Jahr empfing jede Mail-Adresse 50 bis 100 frische Spam-Mails täglich und der viermonatige Live-Test startete.

Zur Ermittlung der False-Positives-Rate wurden die Mail-Konten schließlich noch mit "echten“ E-Mails bombardiert und im abschließenden Lasttest musste jedes System rund 35.000 E-Mails pro Tag bewältigen. Die Universität der Bundeswehr in München hat das Linux-Magazin bei dem aufwändigen Vorhaben personell und materiell unterstützt.

Den Spam-Schwerpunkt rundet das Linux-Magazin mit fünf weiteren Recherchen zum Thema Spam ab. Unter anderem berichtet eine Expertin über die Hintergründe und Profiteure des Spam-Geschäfts in Russland. So soll ein Versand an 100 Millionen Adressen bereits ab 100 Euro zu bekommen sein. Außerdem werden manipulierte Endlos-Verlinkungen, so genannte "Teergruben", als trickreiche Rache gegen Spammer diskutiert und wirkungsvolle Ratschläge zur Spam-Verminderung für IT-Verantwortliche beschrieben. (Linux New Media: ma)

 

 
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