Rubrik: Produkte/Hintergrund

Selbstverschuldeter Datenverlust durch Pfusch am Laufwerk

Richtiges Verhalten im Ernstfall erhöht die Chancen einer erfolgreichen Datenwiederherstellung

(13.06.08) - Datenverlust ist in den meisten Fällen nicht endgültig. Oft kann nur aus bestimmten Gründen nicht mehr auf die Daten zugegriffen werden. Doch Fehlverhalten durch den Nutzer bedeutet häufig endgültigen Datenverlust. Nach Schätzungen von Kroll Ontrack ist Fehlverhalten im privaten Bereich in nahezu einem Drittel aller Fälle der Grund für einen unwiederbringlichen Datenverlust – und nicht, wie häufig angenommen, das technische Versagen von Hard- oder Software. Kroll Ontrack hat eine Liste für den richtigen Umgang mit digitalen Medien zusammen-gestellt. Denn wer sich im Ernstfall richtig verhält, erhöht im Falle eines Datenverlustes die Chancen einer erfolgreichen Datenwiederherstellung maßgeblich.

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Hier die häufigsten Praxisfehler aus der Erfahrung der Datenretter:

·         Tabula Rasa durch Neuformatierung: Ein Benutzer entscheidet aufgrund eines vermeintlichen Datenverlustes, dass ein komplettes Neuaufsetzen des Rechners nötig ist, um danach die auf einem Backup vorgehaltenen Daten wieder auf der Festplatte zu speichern. Eine komplette Neuformatierung der Datenträger und Neuinstallation des gesamten Systems wird durchgeführt, wodurch die eigentlich noch vorhandenen Daten überschrieben werden. Später stellt dann der Benutzer fest, dass sein Backup entweder nicht funktioniert, oder nicht aktuell ist. Da ja mittlerweile die Originaldaten auf dem Laufwerk gelöscht wurden, besteht wenig Hoffnung, wieder an diese zu gelangen. Um diesen Fehler zu vermeiden, sollten Anwender ihre Backups immer wieder testen und die Daten eventuell an einem zusätzlichen Ort speichern. Wer seinem Backup blind vertraut und sein System sofort neu formatiert, kann schnell böse Überraschungen erleben.

·         Finger weg vom Schraubenzieher: Bei einem defekten Laufwerk greifen Anwender zur Selbsthilfe. Um defekte mechanische Komponenten wie Schreib-/Lesekopf oder Plattenscheiben auszutauschen, kaufen viele Benutzer ein identisches Laufwerk und versuchen, die Teile auszutauschen, hinter denen sie die Fehlerursache vermuten. Da handelsübliche Festplattenhardware aber immer auch für jedes Laufwerk spezifische Informationen enthält, lässt sich auf diese Weise eine Fehlfunktion nicht einfach so beheben. Auch augenscheinlich unbedeutende mechanische Teile können nicht mit den Originalteilen des Laufwerks, welche vielleicht aus einer anderen Produktionscharge stammen, kommunizieren.

·         Gewalt ist keine Lösung: Manchmal denkt der Anwender, dass der Schreib-/Lese-Kopf festsitzt, weil er nicht hört, wie sich die Platten im Inneren des Laufwerks drehen. Um das Problem schnell zu beheben, baut er das Laufwerk aus, schüttelt es oder stößt es gar gegen den Schreibtisch. Dadurch wird das Laufwerk jedoch erst recht beschädigt und einige Daten werden unlesbar, da der Schreib-/Lese-Kopf nun bei jedem Stoß über die Festplatte schrammt und die Datenträgerschicht beschädigt. Es gibt viele Fehlerursachen bei einem Laufwerk (elektronische Fehler, Stromversorgung etc.), aber eines ist sicher: Durch Schütteln oder Stoßen lässt sich keine davon beheben.

·         Vom (Föhn-)-Wind verweht: Hochwasser, aber auch schon ein umgekipptes Wasserglas auf dem Schreibtisch führen zu Wasserschäden bei der Festplatte. Einem verbreiteten Mythos zufolge setzt der Benutzer zur Datenrettung einen Haartrockner ein – und beschädigt so die Festplatte zusätzlich. Durch Föhnen wird die Nässe lediglich weiter in das Laufwerksinnere geblasen und der Schaden vergrößert. Bei Wasserschäden wird daher empfohlen, das feuchte Laufwerk in seinem Zustand zu belassen und es zur Datenrettung einzuschicken. So sind die größten Chancen zu erzielen, dass die Daten gerettet werden.

·         Überprüfung wohlgemeint – aber schädlich: Der Benutzer entscheidet sich für den Einsatz von Tools zur Überprüfung der Konsistenz von Dateisystemen wie etwa CHKDSK, Mac Disk Utility oder FSCK, um einen vermeintlichen Systemfehler zu beheben. Falls das Laufwerk physikalisch beschädigt ist und der Benutzer das Programm laufen lässt, entsteht dann aber zusätzlicher Schaden. Die Datenwiederherstellung wird somit nur noch schwieriger. Besser ist es, den Computer in ausgeschaltetem Zustand einem Experten zu überlassen. Der Einsatz eines solchen Programms sollte zudem möglichst nur im "Safe"-Modus erfolgen. Dabei erfasst das Programm den Zustand des Systems, ohne gleich einen Reparaturversuch zu starten. So kann der Anwender dann immer noch entscheiden, wie er weiter vorgehen möchte.

(Kroll Ontrack: ra)

 

 
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