Rubrik: Produkte/Hintergrund

Speichermedium für Langzeitarchiv: Mikrofilm versus Digitalisierung

Zugriff auf die schnelle und umfangreiche Information ist gefragt

(23.03.10) - Langzeitarchivierung ist das Schlüsselwort für die Mikroverfilmung. Mikrofilme gelten als ideales Speichermedium für Langzeitarchive. In einem kleinen Tal in der badischen Gemeinde Oberried, etwa 15 Kilometer südöstlich von Freiburg, liegt der Barbarastollen. Hier lagern über tausend Jahre deutscher Kulturgeschichte in Form von Mikrofilmkopien, die in großen Edelstahl-tonnen eng verpackt sind.

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"Wir gehen davon aus, dass sich die hier eingelagerten Mikrofilme mindestens fünfhundert Jahre halten", sagt im Jahre 2007 Ursula Fuchs vom Bonner Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das den Stollen betreibt. Für eine Langzeitarchivierung, wie sie im Oberrieder Stollen betrieben wird, gehen die Meinungen im Zusammenhang mit magnetischen Speichermedien jedoch auseinander.

Bei den heutigen niedrigen Preisen für magnetische Speichermedien stellt das Umkopieren und die Mehrfachsicherung bestimmt kein Problem mehr dar. Einmal weiß kein Mensch, ob die Mikrofilme tatsächlich 500 Jahre halten, zum anderen ist die Benutzbarkeit denkbar umständlich. Um Mikrofilme zu lesen braucht es Lesegeräte, die heute gar nicht mehr gebaut werden, um vom Mikrofilm Ausdrucke zu erstellen, ist ein Spezialdrucker erforderlich.

Die Anforderungen an ein Archiv haben sich verändert. Langzeitarchivierung ja, aber dies ist nicht die heutige Anforderung. Der Zugriff auf die schnelle und umfangreiche Information ist gefragt. Und will man aus Sicherheitsgründen eine Langzeitarchivierung über Mikrofilm, ist es heute durchaus möglich, vom Digitalisat-Filme zu belichten und in den Barbarastollen zu bringen. Darüber hinaus ist die Qualität der Filme vom Digitalisat um ein vielfaches besser.

Die Digitalisierung vom Mikrofilm ist natürlich möglich. Die Kosten aber nicht geringer, als wenn man vom Papier digitalisiert. Das Gegenteil ist der Fall. Das Szenario stellt sich folgendermaßen dar: Sie haben einen Mikrofilm von 30 m Länge, darauf befinden sich etwa 600 Zeitungsseiten. Wenn diese Seiten vom Film gescannt werden, muss anschließend die Dateinamenvergabe erfolgen. Dies geschieht überwiegend manuell, da die Ausgaben visuell verglichen werden müssen. Kosten nur für die Vergabe der Dateinamen, ca. 0,10 Euro je Seite.

Hinzu kommt die Nachbearbeitung, die auf Grund der Qualität und Technik erhebliche Ausmaße annehmen kann. Im günstigsten Fall schlägt sie mit 0,15 pro Seite zu Buche. Hinzu kommt noch die Texterkennung und die Qualität der Digitalisate vom Film mit einer Fehlerrate, die 10- bis 15mal höher ist als beim Scan vom Papier. Dies erfordert ein nachträgliches Korrekturlesen, das sich je Zeitungsseite mit mindestens 3,50 Euro niederschlägt. (PPS Prepress Systeme: ra)

 

 

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