Rubrik: Produkte/Hintergrund

Mangelnde IT-Notfallpläne gefährden viele KMUs

Cloud-basiertes Disaster Recovery-System lässt IT nach Unfällen, Störungen und Katastrophen wiederauferstehen

(01.10.10) - Es ist im wahrsten Sinn ein Spiel mit dem Feuer: Obwohl heute fast jedes Unter-nehmen am seidenen Faden der IT hängt, werden Notfall-Pläne oft nur stiefmütterlich behandelt. Zu groß ist der Aufwand, zu teuer die Vorsorge. Dabei reichen ein Kabelbrand und die nachfolgenden hundert Liter Löschwasser aus, um die Datenspeicher zu zerstören und einen Produktionsausfall hervorzurufen, der im schlimmsten Fall das Ende der ganzen Firma bedeuten kann.

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Audits und Qualitätskontrollen bemängeln immer häufiger die fehlende Absicherung der Betriebs-kontinuität. Inzwischen liefert die IT selbst eine einfache Disaster Recovery-Möglichkeit mittels Virtualisierung und Cloud Storage: Daten, Programme und Konfigurationen werden auf gemietetem Speicher in externen Rechenzentren gesichert - ein virtuelles, jederzeit einsatzbereites Abbild des Unternehmens. Ein Cloud Computing-Dienstleister bietet das System jetzt sogar auf Servern im sicheren, deutschen Rechtsraum an.

 

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Wie hoch die Kosten der System-Down-Times sein können, zeigte 2010 eine Studie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Aberdeen Research: Der durchschnittliche Industriebetrieb lag dabei mit rund 14 Ausfallstunden bei einem jährlichen Schaden von 1,22 Millionen Euro. Die am besten abgesicherten Firmen verzeichneten dagegen nur 1,2 Stunden Stillstand und einen Verlust von etwa 57.000 Euro. Dennoch wiegen sich viele Geschäftsführer vor allem kleiner und mittelständischer Betriebe mit der Feststellung "Uns kann nichts passieren, wir haben Backup-Bänder" in Sicherheit - bis es um die Aufbewahrung der Backups geht. Denn die meist übliche Lagerung neben dem Server oder im Büro der Sekretärin verspricht wenig Schutz bei einem Brand oder einer anderen Katastrophe.

Virtuelles System-Abbild überbrückt Ausfälle

Wirtschaftsprüfer weisen immer häufiger auf den fehlenden Disaster Recovery-Plan hin, Audits und Ratings achten zunehmend auf Maßnahmen zur Betriebskontinuität. "Dabei geht es aber nicht allein um die Daten. Die Katastrophe zerstört in der Regel auch die Hardware, so dass selbst mit Backup alle Räder stillstehen bis Ersatzgeräte beschafft sind", erklärt Axel Dunkel, Geschäftsführer des gleichnamigen IT Service Providers. Einzige Absicherung dagegen wäre ein zweiter Server-komplex als Ersatz für den Ernstfall. "Diese Redundanz können sich aber Klein- und Mittelständler nicht leisten."

Der Computerexperte, der sich bereits seit 1984 mit IT-Sicherheit und hochverfügbaren Systemen beschäftigt, geht daher einen anderen Weg und bietet Unternehmen seit Kurzem eine Cloud-Lösung an.

Kernkomponente dabei sind so genannte Virtuelle Maschinen (VM), digitale Abbilder von Systemen mitsamt aller Daten und Konfigurationen. Diese werden in der Cloud, einem flexibel skalierbaren Speicherplatz in einem externen Rechenzentrum, abgelegt und können im Notfall als Ersatz für ihre realen Vorbilder herangezogen werden. "Wie schnell das geht, hängt von der gewünschten Art der Speicherung ab", so Dunkel. Im einfachsten Fall können die VMs innerhalb von Minuten hochge-fahren werden und sind sofort einsatzbereit, um die Geschäfte weiterzuführen.

Hochverfügbare Daten im Hochsicherheits-Rechenzentrum

Sicherheit ist ein entscheidender Aspekt der Cloud-Disaster-Recovery: Die beiden Rechenzentren, mit denen die Dunkel GmbH arbeitet, liegen in Frankfurt am Main, also auf deutschem Rechts-gebiet. Unsicherheiten bezüglich des Datenschutzes, wie sie bei ausländischen Cloud-Anbietern entstehen können, wird dadurch vorgebeugt. Zutritt zu den Zentren hat nur autorisiertes Personal nach einer Pass-Kontrolle. Auch steht den Nutzern die Möglichkeit offen, den Zugang zu ihren Daten zusätzlich zu schützen, indem sie die Informationen entweder bereits im eigenen System verschlüsseln und so ins Rechenzentrum speichern oder sie während der Übertragung chiffrieren. Um die Verfügbarkeit der VMs zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, können sie im Wartungs- oder Störungsfall einfach auf einen anderen Server verschoben werden.

Bei einem kompletten Serverausfall gewährleistet ein Storage-Area-Network (SAN), das zusätzlich noch gespiegelt - also in Echtzeit dupliziert - wird, dass das gesicherte System problemlos und mit allen Daten auf einem anderen Server neugestartet werden kann. Damit übersteigen die Vorkehrungen gegen unbefugten Zugriff wie auch gegen Ausfälle der virtuellen Infrastruktur deutlich die internen Datenschutz- und Sicherungsmaßnahmen vieler Firmen.

Wie oft die Daten und Konfigurationen aus dem Unternehmen in die Cloud übertragen werden sollen, kann der Nutzer selbst entscheiden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Information-stechnik (BSI) erklärt dazu in seinem Maßnahmenkatalog zum Notfallvorsorge: "Je kürzer der zeitliche Abstand der Datensicherung ist, um so geringer ist im allgemeinen auch der für eine Restaurierung und Nacherfassung erforderliche Zeitaufwand." Der Idealfall ist eine Speicherung fast in Echtzeit, so dass die VM bis auf wenige Minuten dem aktuellen Stand entspricht. Der zeitliche Verzug wird dabei nur von der Bandbreite der Datenleitung bestimmt. "Auf die interne System-leistung hat diese Art der Spiegelung keinen Einfluss, die Performance im laufenden Betrieb bleibt gleich", meint Dunkel.

Kaum merklicher Wechsel zwischen virtuellem und realem System

Der umgekehrte Weg wird genutzt, wenn durch die Katastrophe auch die Server selbst zerstört wurden und neue Hardware mit Daten befüllt werden soll: Während des Ausfalls im Unternehmen werden die virtuellen Anlagen zum primären System und tragen alle Prozesse des Tagesgeschäfts. Sobald die Ersatz-IT steht, werden die VMs wie bei der Sicherung auf die Unternehmensserver gespiegelt. Ist das System vollständig übertragen, lässt sich der Ablauf wieder zur herkömmlichen Beziehung umdrehen. "Je nach Datenmenge und Sicherungsart merkt der Nutzer kaum, auf welcher Plattform er sich gerade bewegt", erklärt der Entwickler. "Was die Original-Server leisteten, bietet auch die VM." Selbst komplexe Spezifikationen des ursprünglichen Systems, wie etwa Verbindungen zu Home-Office-Arbeitsplätzen, bilden die virtuellen Server ab.

Wie interessant die Möglichkeiten der Cloud-Idee für die Notfallvorsorge sind, zeigt eine 2009 vom IT-Sicherheitsdienstleister symantec angestoßene Umfrage zur Disaster Recovery unter 1.650 Firmen weltweit: Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Virtualisierung wurde bereits in

64 Prozent der befragten Unternehmen über eine Neubewertung ihrer Sicherungs- und Wieder-herstellungspläne nachgedacht. (Dunkel: ma)

 

 

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