Rubrik: Produkte/Security Management

Verfahren zur Passwortspeicherung gegen Hacker-Angriffe

MobileSitter-Software wurde für mobile Geräte wie Handy oder PDA auf Java-Basis entwickelt

(24.06.08) - Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informations-Technologie SIT in Darmstadt haben ein Download-Portal online geschaltet, auf dem jedermann für 9,90 Euro ein Programm für Java-fähige Mobiltelefone findet, mit dem man beliebig viele Passwörter sicher verwalten kann. Man muss sich nur noch ein Hauptpasswort merken und damit den "MobileSitter" aktivieren. Die Lizenz bleibt ein Jahr lang gültig und muss danach erneuert werden. Wenn das Endgerät gewechselt wird, lassen sich jederzeit kostenfrei andere Softwarevarianten herunterladen und installieren.

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"Wie lautet noch gleich mein Passwort?", "Wie war noch meine PIN?" Fast jeder musste sich diese Fragen schon mal stellen, als ihm die Geheimkombinationen partout nicht einfallen wollten. Gerade nach der Urlaubszeit, wenn man seine Passwörter für mehrere Tage nicht eingeben musste, kann man sich an diese oft einfach nicht mehr erinnern. Unter diesem heute allgegen-wärtigen Passwort-Dilemma haben nicht nur Computer-Spezialisten zu leiden, sondern jeder, der einen Computer beruflich oder privat nutzt, im Internet unterwegs ist oder EC- oder Kreditkarten in seiner Brieftasche hat.

Die Fraunhofer-Forscher haben ein Verfahren zur Passwortspeicherung entwickelt, das bei korrekter Bedienung resistent gegen Hackerangriffe mit so genannten Wörterbuchlisten ist. Gibt ein Handy-Dieb das falsche Hauptpasswort ein, rechnet der MobileSitter auf dieser Basis ein Passwort aus, zum Beispiel eine vierstellige PIN (Persönliche Identifikations-Nummer) für die EC-Karte am Bankautomaten. Nur, Pech für den Dieb, diese PIN ist falsch - auch wenn sie echt aussieht. Gleiches gilt für gespeicherte Passwörter.

Die MobileSitter-Software wurde für mobile Geräte wie Handy oder PDA auf Java-Basis entwickelt. Da mobile Geräte heute zu ständigen Begleitern geworden sind, hat man seine Geheimkombina-tionen somit immer parat. Eine Version der Software für den PC ist angekündigt, mit der man seine Geheimdaten zwischen PC und Mobilgerät synchronisieren kann.

"Mit MobileSitter lassen wir den Angreifer ins Leere laufen", berichtet Dr. Markus Schneider, beim Fraunhofer SIT verantwortlich für das Innovationsmanagement. Denn wenn jedes beliebige Masterpasswort akzeptiert wird und dafür dann falsche Einzelpasswörter ausgeliefert werden, hat der Dieb spätestens am Bankautomaten ein Problem - nach drei falschen Eingaben wird das Konto ganz gesperrt und die Karte eingezogen, sodass nichts gestohlen werden kann. "Damit jedoch der Eigentümer des Passworts nicht in die gleiche Falle tappt, wenn er sich bei der Eingabe seines Masterpassworts vertippt, haben wir noch einen Sicherungsmechanismus eingebaut. Wer sein Masterpasswort richtig eingegeben hat, bekommt zur Bestätigung ein Bild gezeigt. Er muss sich merken, was sein richtiges Bild ist, dann kann er erkennen, dass ein Tippfehler vorliegt und das Masterpasswort neu eingeben." Auch der Dieb bekommt ein Bildchen angezeigt - aber ob es das Richtige ist, weiß er natürlich nicht.

Bei anderen Passwortspeichern, die Passwörter verschlüsselt auf Computern speichern und bei denen man sich als Benutzer nur noch ein Master-Passwort zur Ver- und Entschlüsselung merken muss, "raten wir zur Vorsicht, da es im Internet frei herunterladbare Hackerwerkzeuge gibt, mit denen Wörterbuchangriffe durchgeführt werden können", sagt Schneider. Bei Wörterbuchangriffen werden einfach Millionen von Master-Passwörtern ausprobiert, was bei der heutigen Rechenleistung normaler PCs in sehr kurzer Zeit möglich ist. Bei falschen Kandidaten wird der Zugriff verwehrt. Wird jedoch das richtige Master-Passwort gefunden, ist sofort der Weg zu allen gespeicherten Geheim-kombinationen frei. Der Unterschied zum MobileSitter: Hier können sowohl Hackerprogramme als auch Hacker selber sofort erkennen, wenn sie fündig geworden sind. "Mit Wörterbuchangriffen", sagt Schneider, "lassen sich auch in der Praxis andere Passwortspeicher aufbrechen, selbst wenn diese starke Verschlüsselungsverfahren verwenden". (Fraunhofer-Institut SIT: ma)

 

 
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