Böswillige Aktivitäten im Netzwerk

Sophos deckt chinesische Spionagekampagne in Südostasien auf

Sophos X-Ops findet Verbindungen zwischen fünf bekannten chinesischen Bedrohungsgruppen, darunter APT41 und BackdoorDiplomacy - Angreifer nutzen zwei bisher unbekannte Malware-Varianten für Spionage und Persistenz



Sophos veröffentlichte ihren Bericht "Operation Crimson Palace: Sophos Threat Hunting Unveils Multiple Clusters of Chinese State-Sponsored Activity Targeting Southeast Asia", in dem eine hochentwickelte, fast zweijährige Spionagekampagne gegen ein hochrangiges Regierungsziel detailliert unter die Lupe genommen wird. Im Rahmen der 2023 gestarteten Untersuchung von Sophos X-Ops fand das Managed-Detection-and Response-Team (MDR) drei verschiedene Aktivitätscluster, die auf dieselbe Organisation abzielten. Zwei davon umfassten Taktiken, Techniken und Verfahren (TTP), die sich mit bekannten chinesischen, nationalstaatlichen Gruppen überschneiden: BackdoorDiplomacy, APT15 und die APT41-Untergruppe Earth Longzhi.

Die Angreifer konzipierten ihre Operation mit dem Ziel, bestimmte Nutzer auszuspähen sowie sensible politische, wirtschaftliche und militärische Informationen zu sammeln. Dabei verwendeten sie während der Kampagne, die Sophos "Crimson Palace" nennt, eine Vielzahl unterschiedlicher Malware und Tools. Dazu gehören zwei bisher unbekannte Malware-Stämme: ein Backdoor- und ein Persistenz-Tool, die Sophos "CCoreDoor" bzw. "PocoProxy" nannte.

Unterschiedliche chinesische Angreifer nutzen gemeinsame Infrastruktur

"Die verschiedenen Cluster scheinen im Sinne chinesischer Staatsinteressen gearbeitet zu haben, indem sie militärische und wirtschaftliche Informationen zur Unterstützung der Strategien des Landes im Südchinesischen Meer gesammelt haben", so Paul Jaramillo, Director Threat Hunting & Threat Intelligence bei Sophos. "In dieser speziellen Kampagne glauben wir, dass die drei Cluster unter der Leitung einer zentralen staatlichen Behörde parallel gegen dasselbe Ziel vorgegangen sind. Innerhalb eines der drei von uns identifizierten Cluster – Cluster Alpha – sahen wir Überschneidungen zwischen Malware und TTPs mit vier separat gemeldeten chinesischen Bedrohungsgruppen. Es ist bekannt, dass chinesische Angreifer Infrastruktur und Tools gemeinsam nutzen, und diese jüngste Kampagne ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie umfassend diese Gruppen ihre Tools und Techniken teilen."

Jaramillo weiter: "Während westliche Regierungen das Bewusstsein für Cyberbedrohungen aus China schärfen https://www.reuters.com/world/uk/china-poses-genuine-increasing-cyber-risk-uk-spy-agency-head-says-2024-05-14/, ist die von Sophos aufgedeckte Überschneidung eine wichtige Erinnerung daran, dass eine zu starke Konzentration auf einen einzelnen chinesischen Akteur dazu führen kann, dass Unternehmen Gefahr laufen, Trends bei der Art und Weise zu übersehen, wie diese Gruppen ihre Operationen koordinieren. Durch den Blick über den Tellerrand hinaus können Unternehmen ihre Abwehrmaßnahmen intelligenter gestalten."

So deckte Sophos X-Ops das Bewegungsmuster der Cluster auf:

Die Experten von Sophos X-Ops erfuhren erstmals im Dezember 2022 von böswilligen Aktivitäten im Netzwerk der Zielorganisation, als sie ein Datenexfiltrations-Tool fanden, das zuvor der chinesischen Bedrohungsgruppe Mustang Panda zugeschrieben wurde. Von da an begann das MDR-Team mit einer umfassenderen Suche nach böswilligen Aktivitäten. Im Mai 2023 entdeckte das Sophos X-Ops Threat Hunting Team eine anfällige, ausführbare VMWare-Datei und nach der Analyse drei verschiedene Aktivitätscluster im Netzwerk des Ziels, im Folgenden Cluster Alpha Cluster Bravo und Cluster Charlie benannt.

Cluster Alpha war von Anfang März bis mindestens August 2023 aktiv und setzte eine Vielzahl von Malware ein, die sich auf die Deaktivierung des AV-Schutzes, die Ausweitung von Berechtigungen und die Durchführung von Aufklärung konzentrierte. Dazu gehörte eine aktualisierte Version der EAGERBEE-Malware, die mit der chinesischen Bedrohungsgruppe REF5961 in Verbindung gebracht wird. Cluster Alpha nutzte auch TTPs und Malware, die sich mit denen von den chinesischen Bedrohungsgruppen BackdoorDiplomacy, APT15, Worok und TA428 überschneiden.

Cluster Bravo war im März 2023 nur drei Wochen lang im Zielnetzwerk aktiv und bewegte sich auf Schleichfahrt durch das Netzwerk des Opfers, um unentdeckt eine CCore-Hintertür zu laden. Diese Aktion richtete externe Kommunikationswege für die Angreifer ein, führte eine Erkennung durch und exfiltrierte Anmeldeinformationen.

Cluster Charlie war von März 2023 bis mindestens April 2024 aktiv, mit Schwerpunkt auf Spionage und Exfiltration. Dazu gehörte der Einsatz von PocoProxy, einem Persistenz-Tool, das sich als ausführbare Microsoft-Datei ausgibt und die Kommunikation mit der Befehls- und Kontrollinfrastruktur der Angreifer aufbaut. Cluster Charlie arbeitete daran, eine große Menge sensibler Daten für Spionagezwecke zu exfiltrieren, darunter militärische und politische Dokumente sowie Anmeldeinformationen/Tokens für den weiteren Zugriff innerhalb des Netzwerks. Cluster Charlie teilt TTPs mit der chinesischen Bedrohungsgruppe Earth Longzhi, einer gemeldeten Untergruppe von APT41. Im Gegensatz zu Cluster Alpha und Cluster Bravo bleibt Cluster Charlie aktiv.

"Was wir bei dieser Kampagne gesehen haben, ist die aggressive Entwicklung von Cyberspionageoperationen im Südchinesischen Meer. Wir haben mehrere Bedrohungsgruppen, wahrscheinlich mit unbegrenzten Ressourcen, die wochen- oder monatelang dieselbe hochrangige Regierungsorganisation ins Visier nehmen, und sie verwenden fortschrittliche benutzerdefinierte Malware, die mit öffentlich verfügbaren Tools verknüpft ist. Sie waren und sind immer noch in der Lage, sich innerhalb einer Organisation nach Belieben zu bewegen und ihre Werkzeuge häufig zu wechseln. Mindestens einer der Aktivitätscluster ist immer noch sehr aktiv und versucht, weitere Überwachungen durchzuführen. Angesichts der Häufigkeit, mit der sich die Aktivitäten dieser chinesischen Bedrohungsgruppen überschneiden und diese Tools gemeinsam nutzen, ist es möglich, dass die TTPs und neuartige Malware, die wir in dieser Kampagne beobachtet haben, auch in anderen chinesischen Operationen weltweit wieder auftauchen. Wir werden die Geheimdienste über unsere Erkenntnisse auf dem Laufenden halten, während wir unsere Untersuchungen zu diesen drei Clustern fortsetzen", so Jaramillo. (Sophos: ra)

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Meldungen: Aktuelle Meldungen

Reflection / Amplification-DDoS-Angriffe

Eine Forschungsgruppe mit NetScout, Akamai, Cloudflare, Shadowserver, Black Lotus und anderen führenden IT-Sicherheitsgruppen hat gemeinsam einen Warnhinweis herausgegeben. Darin wird ein neuer DDoS-Vektor aufgedeckt, der Unternehmen im Finanzsektor, ISPs, Logistik, Glücksspiel und andere betrifft.

Infektionskette beginnt mit Täuschung

Die Sicherheitsforscher von Check Point Research (CPR) haben eine laufende Spionage-Operation aufgedeckt, die auf die afghanische Regierung zielt. Die Bedrohungsakteure, die einer chinesischsprachigen Gruppierung zugeordnet werden, gaben sich als das Büro des afghanischen Präsidenten aus, um den afghanischen Nationalen Sicherheitsrat (NSC) zu infiltrieren. Sie nutzten den Dienstleister für Datenaustausch namens Dropbox, um ihre Aktivitäten zu verschleiern. CPR geht davon aus, dass dies der jüngste Fall einer länger andauernden Operation ist, die bis ins Jahr 2014 zurückreicht und der auch die Regierungen von Kirgisistan und Usbekistan zum Opfer gefallen sind. Im April 2021 erhielt ein Beamter des Nationalen Sicherheitsrats Afghanistans eine E-Mail, die angeblich vom Büro des Präsidenten von Afghanistan stammte. Sie forderte den Empfänger auf, die Änderungen in dem Dokument im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Pressekonferenz des NSC zu überprüfen.

G Data warnt vor aktueller Dridex-Welle

Es gibt wieder verstärkt Aktivitäten der Dridex-Malware. Diese bereits einige Jahre alte Schadsoftware macht zurzeit in Excel-Dateien die Runde, die per Mail verschickt werden. Dabei hat der Schädling es vor allem auf Passwörter und andere Nutzerdaten abgesehen. "Wenn das Wochenende vor der Tür steht, lässt bei vielen Nutzern die Wachsamkeit deutlich nach. Das machen sich Kriminelle zunutze", sagt Tim Berghoff, Security Evangelist bei G Data CyberDefense. Die Schadsoftware mit dem Namen "Dridex" ist für G Data kein unbeschriebenes Blatt – bereits 2015 haben wir über diese Malware berichtet. Wie damals versteckt sich das Schadprogramm auch in diesem Fall in einer Office-Datei, getarnt als Versandbestätigung. Heruntergeladen wird die eigentliche Malware über ein eingebettetes Makro, welches sich hinter der "Drucken"-Funktion verbirgt.

Alter Bekannter: Trojaner Bandook wieder in Umlauf

Die Sicherheitsforscher von Check Point Software Technologies beobachten die Rückkehr eines alten Bekannten: des Backdoor-Trojaners Bandook. Zuletzt prominent wurde dieser durch die Malware-Kampagnen Operation Manul (2015) und Dark Caracal (2017). Nun scheint die Malware-Familie ein Revival zu feiern. Die Ziele, welche Check Point im Rahmen der neuen Kampagne identifizieren konnte, sind breit gefächert: Regierungs-, Finanz-, Energie-, Lebensmittel-, Gesundheits-, Bildungs-, IT- und Rechtseinrichtungen sind betroffen – unter anderem in Deutschland, der Schweiz und Italien. Dieses breite Spektrum lässt die Sicherheitsexperten darauf schließen, dass sich hinter den Angriffen nicht nur eine Hacker-Gruppierung im Alleingang verbirgt, sondern eine Organisation, welche Malware an verschiedene Bedrohungsakteure, wie staatliche Hacker, verkauft.

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Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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