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Bei Google Play und Apple App Store: Betrügerische Adware-Apps entdeckt

Scam-Apps für iOS und Android verbreiten sich über TikTok - TikTok-Konten bewerben Betrüger-Apps, die sich als Spiel- und Wallpaper-Apps ausgeben



Avast hat sieben betrügerische Adware-Apps entdeckt, die bei Google Play und Apple App Store verfügbar sind. Bei der Recherche ist Avast dem Hinweis eines Kindes gefolgt, das auf ein TikTok-Profil mit Werbung für scheinbar verdächtige Apps stieß und sich an "Be Safe Online" von Avast wandte – ein Bildungsprogramm zum Thema digitale Sicherheit für Schüler und Lehrer. Avast hat die Apps an Apple und Google sowie die Profile an TikTok und Instagram gemeldet. Laut der Analytics-Plattform Sensor Tower wurden die Apps mehr als 2.400.000 Mal heruntergeladen und spielten den Betrügern bisher rund 500.000 US-Dollar ein. Die Apps wurden mit 1,3 bis 3,0 von insgesamt 5,0 Sternen bewertet.

Die Anwendungen tarnen sich als Spiele, Wallpaper- und Musik-Download-Apps und enthalten aufdringliche Werbung. Die kostenpflichtigen Versionen kosten zwischen zwei und zehn US-Dollar. Einige der Apps gehören der HiddenAds-Familie an, einem Trojaner, über den Avast diesen Sommer berichtete. Dieser tarnt sich als sichere und nützliche Anwendung, strahlt jedoch aufdringliche Werbung außerhalb der App aus und verbirgt das Originalsymbol der App, sodass es für Nutzer schwierig ist, zu erkennen, woher aus die Werbung stammt.

"Wir bedanken uns bei dem jungen Mädchen, das uns das TikTok-Profil gemeldet hat. Ihre Achtsamkeit und ihr verantwortungsbewusstes Handeln zeugen von einem Engagement, das wir alle zeigen sollten, um die Cyberwelt zu einem sicheren Ort zu machen", sagt Jakub Vávra, Threat Analyst bei Avast. "Die Apps, die wir entdeckt haben, sind betrügerisch und verstoßen gegen die App-Richtlinien sowohl von Google als auch von Apple: Entweder sind die Beschreibungen der App-Funktionalitäten irreführend oder sie spielen Anzeigen außerhalb der App aus und verstecken das ursprüngliche App-Symbol kurz nach der Installation. Besonders besorgniserregend ist, dass die Apps auf Social-Media-Plattformen beworben werden, die bei jüngeren Nutzern beliebt sind. Es kann passieren, dass sie die Warnsignale solcher Apps nicht erkennen und daher auf solche Betrügereien hereinfallen."

Viele der Apps werden über mindestens drei TikTok-Profile beworben, von denen eines mehr als 300.000 Follower hat. Die Avast-Forscher entdeckten außerdem ein Instagram-Profil mit mehr als 5.000 Abonnenten, das für eine der Apps wirbt.

Die iOS- und Android-Apps scheinen von derselben Person oder Gruppe zu stammen. Je nachdem, mit welchem Gerät auf die Links zugegriffen wird, führen diese zu den iOS- oder Android-Versionen der Apps.

Wie können sich Nutzer schützen?

1. Aufmerksames Durchlesen der Beschreibung

Adware und Scam-Apps können schwer zu erkennen sein, da sie oft als Unterhaltungs-Apps getarnt sind, beispielsweise als Gaming-Apps. Anzeichen dafür, dass es sich bei einer Anwendung um einen Betrug handeln könnte, sind unter anderem niedrige oder negative Bewertungen der Apps, in denen über übermäßige Werbung oder fehlende Funktionen berichtet wird. "Die Entwickler der sieben Apps bieten viele weitere Apps an, die sehr wenige Downloads und Rezensionen haben. Die wenigen Rezensionen, die sie haben, sind äußerst positiv und enthusiastisch, was auch verdächtig sein kann", fährt Jakub Vávra fort.

2. Preise hinterfragen

Nutzer sollten sich überlegen, wofür sie bezahlen und ob das Preisleistungsverhältnis stimmt im Vergleich zu dem, was die App bietet. "Viele dieser Anwendungen bieten sehr einfache oder unrealistische Funktionen – beispielsweise einfache Spiele, die behaupten, die Spieler zu schockieren, oder Hintergrundbilder für etwa 8 Dollar, was sehr teuer ist, wenn man bedenkt, dass solche Spiele und Funktionen von anderen Entwicklern oft kostenlos angeboten werden", sagt Jakub Vávra.

3. Berechtigung prüfen

Vor dem Herunterladen von Apps sollten Nutzer die von der App angeforderten Berechtigungen prüfen und überlegen, ob diese zum Anwenden der App tatsächlich notwendig sind. "Die Android-App 'ThemeZone – Shawky App' fordert Zugriff auf den externen Speicher des Geräts, welcher Fotos, Videos und Dateien enthalten kann. Der Zugriff auf den externen Speicher ist nicht erforderlich für eine Wallpaper-App", warnt Vávra.

Eltern sollten mit ihren Kindern über Apps sprechen und ihnen erklären, worauf sie achten müssen, bevor sie eine App herunterladen. Alternativ könnten sie auch die Regel aufstellen, dass sich die Kinder die Erlaubnis zum Herunterladen im Vorfeld holen müssen, um mögliche unnötige Kosten zu vermeiden", schließt Jakub Vávra ab. (Avast: ra)

Avast: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Aktuelle Meldungen

Phishing-Mails der neuen Generation

Das CERT von Retarus warnt vor Phishing-Mails, die Empfänger dazu auffordern, einen wichtigen Vertrag eines Geschäftspartners zu bearbeiten. Die Phisher gaukeln vor, das Dokument über die an sich seriöse Plattform Dotloop zur Verfügung zu stellen und leiten Empfänger auf eine gefälschte Login-Seite ihres Microsoft-Kontos. Die Betrugs-Mails sind mit dem Microsoft-Logo und dem offiziellen E-Mail-Abbinder von Dotloop professionell gestaltet. Dotloop ist eine US-Plattform, über die man Immobiliengeschäfte rechtssicher abwickeln kann. Erst nach dem Klick auf einen Button, über den sich das angebliche Vertragsdokument öffnen lassen soll, wird der Betrugsversuch offensichtlich. Er führt auf eine gefälschte Microsoft-Seite, auf der man sich mit seinem E-Mail-Passwort einloggen soll. Nur ein Blick in die Adresszeile des Browsers verrät, dass es sich um eine unseriöse Adresse handelt.

Weltweit erst vierte Ransomware für MacOS entdeckt

Die Sicherheitsforscher von Malwarebytes haben eine neue MacOS-Ransomware entdeckt. Die Ransomware EvilQuest ist nach KeRanger, Patcher und Mabouia die erst vierte Ransomware weltweit, die sich ausschließlich an MacOS-Benutzer richtet. Die Ransomware unterscheidet sich von früherer MacOS-Lösegeld-Bedrohungs-Malware, da EvilQuest nicht nur die Dateien des Opfers verschlüsselt, sondern auch einen Keylogger sowie eine Reverse Shell installiert.

Schadcodes durch Anti-Malware Programme

Die Researcher des Zscaler ThreatLabZ-Teams haben einen neuen Downloader entdeckt, der sich Google Drive zu Nutze macht, um sein Ziel mit Malware zu infizieren. Sie vergaben den Namen Win32.Downloader.EdLoader an die Malware, die zur Auslieferung ihrer Payload auf eine denkbar große Anwenderbasis mit ca. 1 Mrd. User von Google Drive abzielt und letztendlich das Ziel hat Passwörter auszuspähen. Downloader werden als erste Stufe einer Infektionskette betrachtet, die es dem Angreifer ermöglichen, in einem betroffenen System Fuß zu fassen. Sie enthalten üblicherweise verschleierten Code, der die tatsächliche Payload ausliefert. Dabei setzen die Cyberkriminellen auch bei Win32.Downloader.EdLoader auf Technologien, die eine Erkennung des Schadcodes durch Anti-Malware-Programme verhindern sollen.

Phishing-Attacke mit einer Trickbot-Malware

Schon Mitte Februar hatte Sophos über die unmoralische Phishing-Vorgehensweise von Hackern berichtet, die sich die Sorge der Bevölkerung rund um das Corona-Virus zunutze machen. Und es geht weiter. SophosLabs haben während der letzten 24 Stunden eine neue derartige Attacke entlarvt. Dieses Mal richten sich die Hacker mit ihrer vermeintlichen Corona-Botschaft hauptsächlich an Italiener. Die Phishing-Mail enthält ein Dokument, das angeblich eine Liste mit Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung der Infektion anbietet. Tatsächlich ist im Dokument ein Makro versteckt, das die Opfer der Phishing-Attacke mit einer Trickbot-Malware infiziert.

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Streaming Media

In ihrem Streaming-Format "IT Live aus der Kantine" widmet sich die Firma Materna dem Schwerpunkt Cyber Security.

Folge 1 (07.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr) behandelt das Thema "Security Awareness und Phishing".
Folge 2 (21.10.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
führt in das "Schwachstellenmanagement" ein.
Folge 3 (04.11.2020, 17:00 bis 18:00 Uhr)
klärt auf über "Pentesting".

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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